PILZE - Naturheilkraft mit Tradition


Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


In Asien sind sie seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der Volksmedizin und gehören damit zu den ältesten Naturarzneien der Menschheit.
Aber auch die europäische Klosterheilkunde schätzte bereits die den Pilzen innewohnenden Kräfte. Heute beruht das Wissen um die Wirkungen der Vitalpilze auf vielen wissenschaftlichen Untersuchungen und Inhaltsstoffanalysen.


Hildegard von Bingen


Überliefert ist zum Beispiel eine Empfehlung der bis heute bekannten Abtissin und Medizinerin Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert:
„Die auf lebenden und gefällten Bäumen wachsenden Pilze sind ziemlich geeignet, für den Genuss und bisweilen auch für die Medizin. Die von Nussbaum helfen gegen Würmer, die von der Buche gegen erkälteten und verschleimten Magen, die von der Weide gegen Lungen- und Milzleiden sowie gegen den Schleim vor den Augen, die von dem Birnbaum sind gut gegen die Grind.“
Hildegard von Bingen beschreibt mit ihren Ratschlägen die vitalisierende Kraft des Glänzenden Lackporlings, der weltweit auf unterschiedlichen Bäumen wächst.
Bekannt ist dieser Pilz unter dem Namen Reoishi oder Ling Zhi, als der er seit Jahrtausenden in der TCM eingesetzt wird.
Doch während dieses Wissen in Asien von Generation zu Generation weitergegeben wurde, geriet es in unserer Heiltradition leider in Vergessenheit. Inzwischen ist seine hervorragende Wirkung auf das Immunsystem und die Sauerstoffaufnahme des Blutes wissenschaftlich gut erforscht. Vor allem dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass man sich auch in Europa nun wieder auf die alte Heiltradition mit Vitalpilzen besinnt.
Für lange Zeit im Laufe der vergangenen Jahrhunderte hatte dies ganz anders ausgesehen. Den Pilzen haftete aufgrund ihrer halluzinogenen Wirkung der Ruf an, mit dem Teufel verbunden zu sein.
So waren es in Europa nur noch einzelne Mediziner, die von den positiven Wirkungen der Pilze überzeugt waren und sie ihren Patienten verordneten.
Einer von ihnen war der deutsche Naturforscher, Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (1528 – 1586), der die heilenden Effekte des im Volksmund als Judasohr oder auch als Holunderschwamm bezeichneten Auricularia erkannte. Seine entzündungshemmende Wirkung bestimmt heute wieder das Einsatzgebiet dieses Pilzes.
 „Holunderschwämme löschen und trucken nieder allerlei Hiz und Geschwulst, zuvor in Rosenwasser oder Wein gewicht und übergelegt.“
(Adam Lonitzer)


Auf dem Weg zum gesunden Gleichgewicht


Die Stärke der Vitalpilze liegt dabei insbesondere in den enthaltenen sogenannten Adaptogenen – denjenigen Substanzen, die entscheidend dazu beitragen können, den Patienten in einen Zustand der Ausgeglichenheit zurückzuführen. Sie können beispielsweise je nach Ist-Zustand den Blutdruck sowohl nach oben, als auch nach unten regulieren.
Außerdem erhöhen sie das Vermögen des menschlichen Organismus, mit Belastungssituationen wie Krankheiten oder Stress besser zurechtzukommen und Strategien zur erfolgreichen Bewältigung dieser schädigenden Zustände zu entwickeln.


Ötzi, die Gletschermumie


Wie weit das Wissen um die Wirkung der Pilze in die europäische Geschichte zurückreicht, beweist der Inhalt der kleinen Ledertasche, die die berühmte Gletschermumie Ötzi bei sich trug: Birkenporlinge fanden sich in der Tasche des Mannes, der um das Jahr 3340 vor Christus in den Südtiroler Alpen vermutlich an den Folgen eines Pfeilschusses in die Schulter starb und dessen Leichnam 1991 von Bergwanderern in einem Gletschergebiet gefunden worden war. Es wird vermutet, dass die mitgeführten Pilze als Heilmittel dienten.


Überlebensstrategien zum Nutzen des Menschen


Was aber ist es genau, das die Pilze so wertvoll für den Menschen macht? Zur Beantwortung dieser Frage ist es hilfreich, sich die Überlebensstrategien vor Augen zu führen, die die Pilze im Laufe der Evolution in ihrer ökologischen Umgebung entwickeln mussten, um auf diesem Planeten ihren Platz zu behaupten.
Pilze, diese besonderen Lebewesen zwischen Tier- und Pflanzenreich, sind die größten „Recycler“ organischen Materials und Hauptversorger der Pflanzen mit lebensnotwendigen Substraten. In dieser Funktion entwickelten sie zum Beispiel die Fähigkeit, Stoffe zu bilden, die gegen Bakterien, Viren und schädliche, andere Pilze wirksam sind. Dies macht man sich auch bei der Entwicklung von Medikamenten zunutze. So ist das Penicillin nichts anderes, als ein Stoffwechselprodukt von Pilzen.


Ausgleich durch Vitalpilze und Pflanzenstoffe


Einen natürlichen Ausgleich an Mineralstoffen und Spurenelementen können Pilze schaffen. Ein wertvoller Lieferant ist der Maitake, auch Klapperschwamm genannt.
Inzwischen ist der Maitake wissenschaftlich erforscht und Studien konnten die überlieferten Heilwirkungen bestätigen. Dies gilt insbesondere für die Blutdrucksenkung, die Blutzuckersenkung bei Diabetikern und die Neutralisierung von freien Radikalen.
Ebenfalls gut erforscht ist der Auricularia polytricha, zu deutsch Judasohr. In der traditionellen Volksheilkunde wurde er gegen Schmerzen um die Herzgegend angewandt.
Die Inhaltsstoffe dieses Pilzes senken erhöhte Blutfettwerte, insbesondere das Gesamtcholesterin und die Trighyzeride und machen ihn daher so wertvoll für die Behandlung der Gefäßverkalkung.
Darüber hinaus übt Auricularia polytricha eine Schutzwirkung auf die Bauchspeicheldrüse aus, die für die Insulinproduktion und somit für einen reibungslosen Zuckerstoffwechsel verantwortlich ist.
Als herz- und gefäßschützend haben sich zudem Tomatenextrakt und Olivenblattextrakt erwiesen. Letzteres zeichnet sich besonders durch die Substanz Oleuropeosid us. Diese senkt nachweislich erhöhte Blutdruckwerte. Tomatenextrakt enthält den Wirkstoff Lycopin, der in den vergangenen Jahren intensiv erforscht wurde.
Lycopin wirkt antioxidativ und beeinflusst den Homocysteinspiegel. Beide Extrakte können sehr gut miteinander kombiniert werden, ebenso mit Pilzextrakten und Pilzpulvern, da sie sich in ihrer Wirkung ergänzen.


Vitalpilze richtig dosieren


Jeder Mensch reagiert individuell verschieden – deshalb ist es nicht möglich, feste Dosierungshinweise für die Einnahme von Vitalpilzprodukten zu geben. Sinnvoll ist auf jeden Fall, sich zunächst durch einen erfahrenen Mykotherapeuten beraten zu lassen oder die Informationsmöglichkeiten der Vitalpilzanbieter zu nutzen.
Allgemein sind Vitalpilze hervorragend verträglich. Wechselwirkungen mit Medikamenten bestehen nicht und auch andere Nahrungsergänzungsmittel können parallel weiter genommen werden, wenngleich dies meist nicht notwendig ist.
Pulver, Tabletten oder Kapseln sollten vor den Mahlzeiten mit viel Wasser eingenommen werden. Eine kurgemäße Anwendung über mindestens drei bis sechs Monate ist empfehlenswert. Vitalpilze können aber bedenkenlos auch langfristig genommen werden.


Interessierte Leser erhalten weitere Informationen bei: Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.,


Tel.-Hotline: 08000077889,
E-Mail: info@vitalpilze.de,
Internet: www.vitalpilze.de


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