Trennkost

Inhaltsverzeichnis

Seite 1

  • 100 kg - oh Schreck!                                                                 
Hier finden Sie
  •  Aussichtsloser Kampf gegen die Pfunde?
Seite 3
  • Die Ernährungsfalle hieß Hausmannskost
Seite 4
  • Idealfigur war schnell erreicht

Bericht einer Ess-süchtigen

Aussichtsloser Kampf gegen die Pfunde?

Ich sitze hier am Ringköbing-Fjord in Dänemark am Strand, freien Blick auf all die schönen, schlanken Körper, die mir vor Augen führen, wie unförmig ich bin. Wenn ich nach dem Duschen in den Spiegel schaue, ist es schon schrecklich, was ich da sehe, ich will fast sagen, es ekelt mich an. Aber irgendwie kriege ich nicht die Kurve, daran etwas zu ändern.

 

Ich, Ingrid A., Jahrgang 54, 170 cm groß und wieder (!) 94 kg schwer, wohne in einer Kleinstadt (10.000 Einwohner) im schönen Schleswig-Holstein, habe Mann, drei Kinder (22, 19, 16 Jahre), arbeite als Grundschullehrerin und habe Haus und Garten. Mein Mann kümmert sich um den Garten und putzt die Fenster von außen, außerdem geht er natürlich seiner Arbeit nach. Ich gönne mir eine Hilfe, die sich um die Wäsche kümmert, da mich das am meisten nervt. Im Haushalt neige ich nicht zum Perfektionismus, eher bei meiner Arbeit als Lehrerin, oft mit Integrationskindern, die besondere Fürsorge brauchen.

 

Ich fühle mich eigentlich nicht wirklich im Stress, koche regelmäßig für die Familie, meist allerdings abends, weil dann mein Mann und meine Söhne Björn (22) und Peer (19) von der Arbeit kommen. Dann habe ich aber meist keinen großen Hunger mehr, esse aber trotzdem mit, weil es schön ist, wenn alle einmal am Tag zusammen essen.

 

Morgens esse ich nur Obst (habe ich aus dem Trennkostseminar beibehalten), auch am Vormittag in der Schule. Damit habe ich bis zum Mittag auch kein Problem.

 

Dann allerdings verliere ich oft jede Beherrschung und esse eine Scheibe Brot (Roggen, selbst gebacken) nach der anderen. Es ist wie ein Zwang, ich kenne die Folgen, kann aber nicht aufhören, stopfe Kekse, Gummibärchen usw. hinterher und finde mich schrecklich. Irgendwie fremdgesteuert


Ich habe auch schon versucht, mir morgens Salatzutaten vorzubereiten, aber ich gerate immer wieder in den gleichen Kreislauf, siehe oben. Danach fühle ich mich schrecklich müde und lustlos.

 

Ich habe mindestens schon zehn Mal Ihr Buch „So wirst du schlank für immer" gelesen und erkenne mich sofort wieder, aber es hilft auf Dauer nichts. Auch Heilströmen gegen Ess-sucht habe ich schon versucht, ohne Erfolg (bei Kopfschmerzen aber genial).

 

Im Frühjahr 2001 hatte ich an einem Trennkostseminar teilgenommen. Ich hatte große Verdauungsprobleme mit ständigem Aufstoßen und Blähungen und war durch einen Zeitungsartikel auf das Seminar aufmerksam geworden. Der Vortrag der Seminarleiterin hat mich überzeugt, ich fand sie sehr sympathisch und ging fortan zum Seminar.
Total motiviert von der Kursleiterin und anfänglich guten Erfolgen, besserten sich meine Beschwerden. Mein Gewicht fiel von 95 kg im April auf 81 kg bis Anfang August.
Ich entdeckte die Bewegung für mich und ging wieder zum Sport, wo ich die gesamte Zeit vorher nur zahlendes Mitglied gewesen war.
Den Sprung unter 80 kg aber schaffte ich einfach nicht, trotz konsequenter Trennkost, trotz Bewegung! Das hat mich total gefrustet.
Als dann meine verehrte Seminarleiterin die Leitung des Kurses aufgab und eine andere Dame sie ablöste, war meine Motivation stark gemindert. Fachlich war die Neue spitze, aber mir fehlte das Zwischenmenschliche, das mir vorher so wichtig geworden war. Auch änderten sich die Seminarzeiten. Durch eine berufliche Fortbildung, die mehrere Monate dauerte, hatte ich so keine Möglichkeit und konnte das Seminar erst mal nicht weiter besuchen.
Als ich es zeitlich wieder einrichten konnte, gab es keine Gruppe mehr in meiner Gegend.
Irgendwie war ich total aus dem Tritt geraten und verfiel wieder langsam aber sicher in meine alten Essgewohnheiten und bin heute wieder da, wo ich war, bei 94 kg!

 

Zwischendurch gab es beruflichen Stress, Stress zu Hause, usw.. Alles Alibis für mich, drauflos zu fressen

 

Bei meiner Ernährung gibt es zudem ein großes Problem. Ich bin allergisch gegen jede Art von Milchprodukten, egal ob Joghurt, Käse, Sahne, Dickmilch, Crème fraîche. Sahne in kleinen Mengen allerdings vertrage ich.
Deshalb esse ich morgens Obst und kein Müsli zum Frühstück.
Auch bei der Zubereitung von Salatsoßen bin ich sehr eingeschränkt, weil Milchprodukte bei mir zum Erbrechen führen.
In meiner Trennkostzeit habe ich meist für mich allein gekocht, weil meine Familie mit Soja nichts anfangen konnte (es schmeckte ihnen nicht), sie die Kartoffeln oder Nudeln vermissten oder einfach die Zusammenstellung komisch fanden.
Das war allerdings das kleinere Übel. Das große Übel ist mein fehlendes Durchhaltevermögen: frisches Brot mit selbst geräuchertem Fisch ist einfach zu köstlich, Brötchen mit Marmelade - lecker, Karpfen oder Hecht, die meine Jungs fangen, mit Kartoffeln - genial. Hühnerfrikassee! Das alles sind Sachen, die in meinem Kopf herumspuken.
Ich besitze mehrere Trennkost-Kochbücher, auch die von Ihnen, das Backbuch, Soja, Tofu und Co. Soja finde ich lecker, aber mit Tofu kann ich mich nicht so recht anfreunden. Es verursacht mir Übelkeit, allerdings kein Erbrechen wie die Milchprodukte.

 

Ich will nicht mehr so fett rumlaufen! Aber ich kriege nicht die Kurve

 

Gestern war ich in einer Boutique, die alles mit 70 Prozent Ermäßigung verkauft hat. Es gab tolle Sachen, aber leider nicht in „Zeltgröße", wie mein Sohn mich mal versuchte zu motivieren. Als ich eine kurze Hose in Größe 48! anprobierte und sie zu eng war, habe ich fast geheult und mich beim Bäcker mit einer „Kanelstang" (mit viel Butter, Zucker und Zimt) getröstet. Hinterher hab ich mich wieder geärgert. Was soll ich nur tun!?
Bevor ich meine Kinder bekam, wog ich immer unter 60 kg. Aber als Kleinkind war ich schon mollig gewesen. Dann im Erwachsenenalter blieben nach jedem Kind ein paar Kilo drauf. Nach unserer jüngsten Tochter Bente (16) die meisten.

 

Ich lese gerne die BIOLINE, obwohl ich viele Rezepte nicht kochen kann wegen der Allergie. Jedes Mal wenn ich einen Bericht lese, wer wie viel abgenommen hat, bin ich stark beeindruckt und denke: Das kann ich auch! Aber es klappt einfach nicht. Wie kann ich den Teufelskreis nur durchbrechen?
Wie komme ich bloß wieder auf den richtigen Weg? Ich bin auch in meiner Bewegung stark eingeschränkt.
Viele Sachen sind einfach beschwerlich. Mit den Kleinen in der Schule sitze ich oft auf dem Fußboden, aber das Aufstehen wird immer mühsamer. Ich sitze deshalb oft auf einem kleinen Hocker, dann aber drücken die „Rettungsringe" ganz schön.

 

Obsttag, Reistag, Safttag! Das alles halte ich problemlos bis zum Nachmittag durch. Aber dann, siehe oben! Ich faste einmal im Jahr 10 Tage, danach kann ich mich dann für kurze Zeit gut beherrschen, aber leider nicht auf Dauer

 

Wenn ich nicht bald die „Kurve" kriege, ende ich bei Größe 52 oder mehr in Omaklamotten, schnaufend und Herzinfarkt gefährdet. Mein ehemals eher zu niedriger Blutdruck hat sich schon zu leicht erhöhten Werten gesteigert. Meine Knochen und Gelenke knirschen und schmerzen, besonders mein Rücken.
Manchmal habe ich einen so großen Heißhunger auf Süßes, dass ich unter einem Vorwand in den Ort fahre, um irgend etwas Unwichtiges einzukaufen, und bringe natürlich gleich noch etwas zu schnökern mit, das ich dann sorgfältig vor dem Rest der Familie verstecke. Oder ich esse Marmelade mit dem Löffel, manchmal auch Nutella (was ich sonst eklig finde), oder ich vergreife mich an den Süßigkeiten der Kinder. Die kaufen sich allerdings oft Schokolade, die ich nicht vertrage.
Ich habe auch schon Vorräte angelegt, wie ein Alkoholiker! Ich bin total süchtig, das ist mir bewusst. Sollte ich vielleicht mal meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren lassen?

 

Es tat gut, mal den Frust zu Papier zu bringen. Vielleicht finden Sie ja Zeit, mir zu antworten und ein paar hilfreiche Tipps zu geben.
Ingrid A.

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Liebe Frau Ingrid A.,
Ihr Brief hat mich sehr bewegt, da ich Ihre Nöte nur zu gut verstehe. Schließlich habe ich mein Buch „So wirst du schlank für immer" geschrieben, damit andere „Betroffene" wissen, dass sie nicht alleine dastehen mit diesem Thema „Esssucht", das weder von Ärzten, noch von der Gesellschaft wirklich ernst genommen wird. Und genau aus diesem Grund veröffentliche ich Ihren Brief, nachdem ich Sie um Einverständnis dazu gebeten habe.
Mit meiner Antwort darauf will ich Ihnen helfen, Ihr Problem wieder in den Griff zu bekommen. In einem privaten Brief an Sie sende ich Ihnen die Adressen von Trennkost-Gruppen in Ihrer Nähe. Wichtig wäre es nämlich, dass Sie nicht alleine bleiben mit Ihrem „Frust", wie Sie schreiben.
Ich weiß nur zu genau, wie schwer es ist, im Alleingang sein Gewicht zu reduzieren. Deshalb würde ich Ihnen jetzt raten, erst einmal nicht an Reduktion zu denken, sondern nur daran, Ihre Essgewohnheiten wieder auf Trennkost umzustellen.
Verzeihen Sie mir bitte meine offenen Worte, aber Ihre allergische Reaktion halte ich ein bisschen für eine Ausrede, dass Trennkost und Sojagerichte sich für Sie nicht so gut eignen würden. Deshalb schlage ich Ihnen folgendes persönliches Konzept vor:

 

1. Frühstück
Es ist wichtig, dass morgens eine Sättigung erfolgt, sonst haben Sie später zu viel Appetit auf Nahrungsmittel, die Sie vorerst limitieren sollten. Ich rate Ihnen zu Soja-Joghurt und Obst. Diesen Joghurt erhalten Sie in guten Bio-Läden oder im Reformhaus. Er schmeckt ganz wunderbar und hat pro 100 g nur etwa 55 kcal..

 

2. Mittagessen
Planen Sie diese Mahlzeit sorgfältig. Ich empfehle Ihnen dafür zum Beispiel ein Eiweißbrötchen (Lebenslinie-Brotmischung), belegt mit zwei Sojabratlingen oder Tofu-Brotaufstrich. Dazu: Ein Bund Radieschen oder einen halben Rettich oder einen Salatteller mit Dressing aus Soja-Joghurt, Gemüseconsommé und frischen Kräutern.

 

3. Abendessen
Dazu kochen Sie sich Soja mit Gemüse nach den Rezepten, die Sie ja schon kennen. In das Gemüse kommt ein Esslöffel kaltgepresstes Olivenöl, Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl oder Distelöl. Selten bereiten Sie Geflügelfleisch oder Fisch mit Gemüse.

 

4. Zwischenmahlzeit
Es ist wichtig, dass Sie morgens schon ein „Zauberglas" bereiten. Wie Sie wissen, ist es mit mundgerecht geschnittenem Gemüse (Karotten, Kohlrabi, Chicorée, Sellerieknolle, Selleriestaude, Blumenkohlröschen u.a.) gefüllt. Das knabbern Sie den ganzen Tag über weg.

 

5. Bewegung
Sport muss einfach sein. Machen Sie für sich alleine drei Mal am Tag den 1-Minuten-Körpercheck. Suchen Sie sich eine Partnerin, mit der Sie sich wieder zu regelmäßigem Sport verabreden, und wenn Sie dafür eine Anzeige aufgeben.

 

Betrachten Sie Gesundheit und Schlankheit ab sofort als ein Konzept, das Sie sorgfältig planen. Dafür ist es immer wichtig, auf die Einhaltung des aktuellen Tages zu achten. Morgen dann beginnt wieder ein neuer Tag, dem dann Beachtung geschenkt wird.

 

Langfristig aber sollten Sie sich wieder einer Trennkost-Gruppe anschließen und im Trennkost-Club bleiben, denn so können Sie immer wieder motiviert und aufgefangen werden, wenn Sie eine Lebens- oder nur eine Ess-Krise zu bewältigen haben.

 

Ich wünsche Ihnen bei Ihrem Bemühen einen guten Erfolg und würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören.
Ihre
Ingrid Schlieske


 Weitere Selbsthilfemethoden:

Japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MET

Vegene und vegetarische Ernährung