Maskierte Niedertracht im Alltag

Artikel in BIOLINE-Magazin

 

„Die Masken der NIEDERTRACHT – Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann“

 

Die Bildzeitung schreibt:

Jeder Zweite wird vom Partner gemobbt

Fast jeder zweite Deutsche wurde schon einmal von seinem eigenen Partner ge-mobbt. 42 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer haben erlebt, dass ihr Partner über sie lästert. Jede zweite Frau fühlte sich durch ihren schweigenden Mann bestraft. Das ergab eine Umfrage für die Zeitschrift „Für Sie“.

 

Der Tagesspiegel schreibt:

Die seelische Gewalt trägt viele Masken

Kompetent, klar und anschaulich macht die französische Autorin Marie-France Hirigoyen die vielfältigen Erscheinungsformen von seelischer Gewalt durchschau-bar: in der Familie, in Paarbeziehungen, am Arbeitsplatz. Sie ermutigt die Opfer, ihrer Wahrnehmung zu trauen und sich zur Wehr zu setzen.

„Beherzt und frontal“.

 

Mit Textauszügen aus dem Buch  „Maskierte Niedertracht“:

 

Perverse Gewalt gegenüber dem Lebenspartner

Die perverse Gewalt gegenüber dem Partner wird häufig bestritten oder banalisiert, verkürzt auf ein einfaches Herrschaftsverhältnis. Die Aggressionen sind subtil, es gibt keine greifbaren Spuren und die Zeugen neigen dazu, als schlichte konfliktbeladene oder leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Per-sonen mit schwierigem Charakter zu deuten, was in Wahrheit ein gewalttätiger Versuch von seelischer, ja sogar körperlicher Vernichtung des anderen ist, der manchmal gelingt.

 

Fallbeispiel:

Monique und Lucien sind seit dreißig Jahren verheiratet. Lucien hat seit sechs Monaten ein Verhältnis. Als er es Monique gesteht, sagt er, er könne sich nicht entscheiden. Er möchte mir ihr zusammenbleiben, aber parallel dazu die neue Beziehung fortführen. Monique lehnt mit Entschiedenheit ab. Ihr Mann verlässt sie.

Monique ist am Boden zerstört. Sie weint die ganze Zeit, schläft nicht mehr, isst nicht mehr. Sie weist psychosomatische Zeichen von Angst auf. Gefühle von kaltem Schweiß, Kloß im Magen, Tachykardie. Sie ist zornig, aber nicht über ihren Mann, der sie leiden lässt, sondern über sich selbst, die es nicht versteht, ihn zu halten. Könnte Monique Zorn gegenüber ihrem Mann empfinden, fiele es ihr leichter, sich zu wehren. Aber um Zorn zu empfinden, muss man schon bereit sein zuzugeben, dass der andere aggressiv ist und gewalttätig, was dazu führen kann, seine Rückkehr nicht mehr zu wünschen. Wenn man sich in einem Schockzustand befindet wie Monique, so ist es leichter, die Wirklichkeit der Fakten zu leugnen und zu hoffen: selbst wenn diese Hoffnung aus Schmerzen gefügt ist.

Lucien bittet Monique, weiter regelmäßig mit ihm zu frühstücken, um die Bindung aufrecht zu erhalten, andernfalls bestünde die Gefahr, dass er für immer fort ginge. Wenn sie sich entfernt, vergisst er sie. Wenn sie sich deprimiert zeigt, hat er keine Lust mehr, mit ihr zusammen zu bleiben. Auf Anraten seines Psychoanalytikers schlug er Monique sogar vor, seine Freundin zu treffen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Nicht für einen Moment hat man den Eindruck, dass er sich je gefragt hat, was er seiner Frau antut. Er sagt nur, er habe genug, sie mit dieser Leichenbittermiene herumlaufen zu sehen. Indem er seiner Frau Schuldgefühle einredet, weil sie nicht tut, was nötig wäre, um ihn zu halten, entlastet sich Lucien von der Ver-antwortung für die Trennungsentscheidung.

 

Seelische Misshandlung von Kindern

Bisweilen verkleidet sich diese Misshandlung als Erziehung. Alice Miller, die von „schwarzer Pädagogik“ spricht, hat deutlich die schlimmen Folgen der tra-ditionellen Erziehung aufgezeigt, die zum Zweck hat, den Willen des Kindes zu brechen, um aus ihm ein fügsames und gehorsames Wesen zu machen. Die Kin-der können sich nicht widersetzen, denn die überwältigende Kraft und Autorität des Erwachsenen macht sie stumm, ja beraubt sie oft der Sinne.

 

Fallbeispiel:

Bis zu ihrer Scheidung hatten Nadjas Eltern sich angewöhnt, ihre Kinder gegen-einander aufzuhetzen, wozu sie sich einer heimlichen Gewalt bedienten. In dieser Familie wäscht man seine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit, aber auf die hinterhältige Art. Die Mutter versteht es besser als irgendwer, sich gehässiger Redensarten und Verdächtigungen zu bedienen. Ihre indirekten giftigen Angriffe hinterlassen Spuren im Gedächtnis der Kinder.

Seit dem Weggang ihres Mannes lebt sie allein mit ihrer jüngsten Tochter Lea und verdächtigt ihre anderen Kinder, Komplizen ihres Vaters zu sein. Sie fühlt sich als Opfer einer gigantischen Verschwörung, deren Mittelpunkt Lea ist und gleichzeitig auch ein Teil ihrer selbst. Wenn Nadja Les ein Geburtstagsgeschenk schickt, antwortet ihr die Mutter: deine Schwester und ich danken dir! Sie teilt Lea ihren Groll und ihr Misstrauen mit, isoliert sie vom Rest der Familie, bis das Kind sich schließlich entrüstet, dass die Geschwister weiterhin den Vater besuchen.

Pausenlos beklagt sich diese Mutter über ihre Kinder. Sie macht ein Kompliment und nimmt sogleich zurück, was sie gerade gesagt hatte. Sie spinnt ohne Unterlass ein Netz, um allen zu zeigen, dass sie doch Siegerin bleiben wird. Sie errichtet ein System von verborgener Schuldzuschreibung, das je nach Kind mehr oder weniger gut funktioniert.

Als Nadja ihr zu Weihnachten ein Halstuch schenkt, antwortet sie: „danke für dein Halstuch das mit seiner genau passenden Länge die anderen, die ich schon habe, ergänzt!“ Oder aber: „dein Geschenk ist bis heute das erste, das ich von meinen Kindern bekommen habe!“ Als ihr Schwiegersohn Selbstmord begeht: „er war ohnehin schwach, es war besser, dass er ging!“

Nadja glaubt zu träumen, wenn sie ihre Mutter sieht oder hört. Jede Aggression wird wahrgenommen, wie unbefugtes Eindringen. Sie spürt, dass sie sich schützen muss, um ihre Unversehrtheit zu wahren. Bei jedem neuen Angriff wächst ihre eigene Gewaltbereitschaft, das Verlangen, ihre Mutter zu Boden zu drücken, damit sie aufhört, allmächtig zu sein und aller Welt Schuldgefühle ein-zureden. Selbst aus der Entfernung, in Briefen oder Telefongesprächen, verspürt sie einen „teleskopischen Arm“, der sie bei sich daheim packt, um ihr weh zu tun.

 

Mobbing: Grausamkeit einer Gruppe

Gruppen neigen dazu, die Individuen zu nivellieren und ertragen nur schlecht Ab-weichungen (Frauen in einer Männergruppe, Männer in einer Frauengruppe, Ho-mosexualität, rassische, religiöse oder soziale Unterschiede…). In gewissen tra-ditionell den Männern vorbehaltenen Berufen, fällt es einer Frau zu Anfang nicht leicht, sich Achtung zu verschaffen. Da gibt es grobe Scherze, obszöne Gesten, die Geringschätzung gegenüber allem, was sie sagt, die Weigerung, ihre Arbeit zu beachten. Das erscheint wie „Studentenulk“, jeder lacht, einschließlich der an-wesenden Frauen. Die haben keine andere Wahl.

 

Fallbeispiel:

Chaty wird Polizeiinspektorin, nach einer externen Prüfung. Auch wenn Frauen nur ein Siebentel des Personals bei der Polizei stellen, hofft sie doch, Anerkennung zu finden, um dann in der Abteilung „Minderjährige“ arbeiten zu können. Schon bei der ersten Meinungsverschiedenheit mit einem Kollegen beendet dieser die Diskussion mit den Worten: „du bist nur ein Loch auf Stelzen!“. Das bringt die anderen Kollegen zum Lachen, die Ähnliches beisteuern. Sie lässt sich nichts gefallen, ärgert sich und protestiert. Zur Vergeltung isoliert man sie und versucht, sie im Vergleich mit den anderen Inspektorinnen  ab-zuwerten: „das sind kompetente Frauen, die spielen nicht die Zierpuppen!“ Findet ein Einsatz statt, setzen sich alle in Bewegung, aber ihr gibt man nicht einmal die Erklärung. Sie stellt Fragen: „wo, wann, wie, in welchem juristischen Rahmen?“ Man antwortet ihr nicht: „du verstehst sowieso nichts davon! Du bleibst hier und kochst Kaffee!“

Es gelingt ihr nicht, einen Termin zu bekommen, um die Angelegenheit mit ihrem Vorgesetzten zu erörtern. Wie etwas zur Sprache bringen, was niemand hören will? Sie muss sich der Gruppe unterwerfen oder sich widersetzen. Da sie sich aufregt, heißt es, sie sei cholerisch. Dieses Etikett wird zu einem Klotz am Bein, den sie bei all ihren Versetzungen künftig mit sich schleppt.

Eines Abends, nach dem Dienst, lässt sie wie gewöhnlich ihre Waffe in einer abgeschlossenen Schublade. Am anderen Morgen findet sie die Schublade offen. Man macht sie darauf aufmerksam, dass das eine Verfehlung sei. Cathy weiß, dass nur eine einzige Person ihre Schublade geöffnet haben kann. Sie verlangt, den Kommissar zu sprechen, um die Dinge klarzustellen. Der lädt sie mit dem verdächtigen Kollegen vor und spricht von einer Disziplinarstrafe. Bei dem Gespräch „vergisst“ der Kommissar, über das Problem zu sprechen, um dessentwillen sie zusammengekommen sind und äußert unbestimmte Kritik an ihrer Arbeit. In der Folge ist der Bericht „unauffindbar“.

Als sie einige Monate später ihren Teampartner und Freund auffindet, der sich eine Kugel in den Kopf geschossen hat, kommt niemand, um sie zu trösten. Man spottet über ihre Schwäche, als sie ein paar Tage Urlaub nimmt: „wir sind hier in einer Welt von Kerlen!“

 

Es gilt, die Aggression zu erkennen

Die Opfer sind geschockt, wenn sie sich der Aggression bewusst werden. Bis dahin waren sie nicht argwöhnisch, wahrscheinlich sogar zu vertrauensselig. Selbst wenn Außenstehende sie auf ihre Unterwürfigkeit oder ihre zu große Nachsicht angesichts eines offensichtlichen Mangels an Achtung aufmerksam gemacht haben würden, sie hätten es abgelehnt, das einzusehen. Doch plötzlich begreifen sie, dass sie Spielball einer Manipulation gewesen sind.

 

Gegenüber einem Perversen gewinnt man niemals. Bestenfalls kann man etwas über sich selbst lernen. Für das Opfer ist die Versuchung groß, zu seiner Vertei-digung zu den gleichen Mitteln Zuflucht zu nehmen, wie der Aggressor

 

Wenn man sich aber in der Position des Opfers befindet, dann heißt das, dass man eben der weniger Perverse von beiden ist. Man kann sich kaum vorstellen, wie sich das umkehren könnte. Man muss strikt davon abraten, sich der gleichen Waffen wie der Gegner zu bedienen.

 

Die perverse Gewalt nistet sich auf derart hinterhältige Weise ein, dass es schwierig ist, sie zu erkennen und sich ihrer dann zu erwehren.

 

Es ist selten, dass man das alleine schafft. Im Fall einer klar erkennbaren Aggression ist oft psychotherapeutische Hilfe unerlässlich. Man kann sagen, dass eine psychische Aggression vorliegt, wenn das Individuum durch das Verhalten eines anderen in seiner Würde verletzt wird. Der Fehler der Opfer war es, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass man ihre Grenzen überschritt und nicht verstanden zu haben, sich Respekt zu verschaffen. Stattdessen haben sie die An-griffe aufgesogen wie Schwämme. Sie müssen aber bestimmten, was für sie hin-nehmbar ist und eben dadurch zur Selbstbestimmung gelangen.

 

Heraus aus der Falle

Die erste Handlung, die einem Opfer anzuraten ist, sollte sein, dass es sich in-nerlich von dem Aggressor distanziert und eigene Lebensplanung betreibt. Dazu können sportliche Aktivitäten gehören, oder das Ausüben von Hobbys.

Hilfreich ist es, alte Freundschaften aufleben zu lassen, oder neue Freunde zu suchen. Das ist durch Zeitungsanzeigen möglich, oder den Besuchen von Kursen und Selbsthilfegruppen.

In schlimmen Fällen ist therapeutische Hilfe nötig. Betroffene sollten sich nicht scheuen, ihren Hausarzt um eine entsprechende Überweisung zu bitten.

 

Meridianklopfen entschärft die Situation

Ohnmachtsgefühle, Wut, Enttäuschung, Ängste und Niedergeschlagenheit lassen sich in den meisten Fällen erfolgreich selbst behandeln und aufzulösen. Diese geniale Methode ist leicht zu erlernen und anzuwenden.

 

Buchtipp:

„Die Masken der Niedertracht – Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann“, Autorin Marie-France Hirigoyen, Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-36288-7, 9,50 Euro


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