IDEALGEWICHT - sechs Jahre gehalten

Hildegard Poth, Ober-Ramstadt
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Dann wurde ich leider, leider rückfällig …


Wie konnte das nur passieren?
Nachdem ich endlich meine Wunschfigur erreicht hatte, an der ich mich sechs Jahre erfreuen durfte, nahm ich plötzlich wieder zu. Und diese vertrackten Überpfunde waren derart anhänglich, dass sie sich einfach nicht vertreiben lassen wollten. Aber damit wollte ich mich keinesfalls abfinden und nahm den Kampf gegen diese hartnäckigen Gesellen auf.
Leicht machten sie es mir allerdings nicht, das muss ich ehrlich sagen, aber schließlich kenne ich den Schlankheitsweg genau – und der heißt Trennkost.
Sorglos lebte ich seit vielen Jahren nach diesem genialen Ernährungskonzept. Bis, ja bis mir meine bewährte Struktur in Sachen „gesundes Essen“ einfach aus dem Ruder gelaufen war. Aber ich will meine Geschichte von Anfang an erzählen:


Mollig war ich eigentlich schon immer


Auch als Kind aß ich schon zuviel. Heute weiß ich, ich habe damit wohl auch Zurücksetzung kompensiert. Nicht, weil meine Eltern den endlich geborenen Sohn wirklich bevorzugt hätten. Mein Großvater aber war schier aus dem Häuschen, dass er, der nur Töchter hatte, endlich einen Stammhalter auf den Knien schaukeln konnte. Ja, und dann kam meine kleine Schwester, die zierlich und kränklich besonders viel Zuwendung brauchte. Ich selbst fühlte mich dabei eher unwichtig und tröstete mich mit Essen.
Dabei gab es bei uns durchaus gesunde Kost. Meine Mutter, als gelernte Köchin, bereitete gutbürgerliche Gerichte mit viel Reis und Gemüse. Aber es gehörten auch Kartoffelpfannkuchen und viel Brot zu unserer Ernährung. Fleisch gab es wenig, dafür aber Eintöpfe.
Dennoch aß ich mich ziemlich rundlich.


Erste Diäten


Meine Lehre absolvierte ich in einem Reformhaus. Die Kolleginnen dort waren rank und schlank. Mit meinen 80 Kilo fühlte ich mich freilich viel zu dick. Aber ich saß ja an der Quelle. Also probierte ich alle „gesunden Diäten“, die sich mir boten. Diese bezogen sich auf Saftfasten, Müsli-Frühstück, Körner-Breis u.a..
Schmerzlich musste ich erfahren, dass ich damit zwar ab-, aber gleich darauf wieder zunahm.


Der Gewichts-Frust setzte sich fort


Früh heiratete ich und bekam mit 20 Jahren mein erstes Kind, zwei Jahre später das zweite. Meine Figur geriet nun vollends aus den Fugen. Um nicht weiter zuzunehmen, lebte ich sogar während der Schwangerschaften nach der Brigitte-Diät.
Danach besuchte ich die Weight-Watchers. Es gibt wohl kaum eine Diät, die ich nicht versucht habe. Ich nahm auch jedes Mal toll ab, um dann sofort wieder rasant zuzunehmen, wenn ich wieder normale Portionen aß.
1985 dann musste ich ein Höchstgewicht von 111 Kilo bei meiner Körpergröße von bitte ergänzen) registrieren.
Andere Betroffene werden meine Verzweiflung verstehen.


Meine Arbeit war kaum zu schaffen


Schon mit 23 Jahren hatte ich mich selbstständig gemacht. Ich leite seither ein Geschäft für Blumen, Obst und Gemüse. Mein Mann betreibt eine Gärtnerei.
Es versteht sich, dass ich den Laden samt Einkaufen in der Großmarkthalle (in den frühen Morgenstunden) und meine Familie, sowie meinen Haushalt unter einen Hut bringen musste. Noch heute ist mir im Rückblick schleierhaft, wie ich das zuwege gebracht hatte. Meine Kinder sind praktisch im Geschäft aufgewachsen.
Nur ich blieb bei dem ganzen Stress ziemlich auf der Strecke.
Durch das Übergewicht war ich kurzatmig und schwerfälliger, die Arbeit fiel mir nicht leicht. Trotzdem musste sie erledigt werden.


Die Suche nach einem Ausweg


Traurig machte mich auch, dass es für mich keine kleidsame, junge Mode gab. In meiner Not fuhr ich eines Tages nach Belgien. Ich hatte von einem dortigen Arzt gehört, der spezielle Tabletten zum Abnehmen entwickelt hatte. Die wollte ich unbedingt erstehen.
Und wirklich – mit Hilfe dieser „Hämmer“ konnte man praktisch „zusehen“, wie ich schlanker wurde.


Ich nahm ab, wie ein Abreißkalender …


Ich magerte mich herunter auf 70 Kilo. Die Kehrseite war, dass ich fix und fertig war, zittrig und kränklich durch den Tag schlich. Wenn ich Bilder aus dieser Zeit sah, konnte ich erkennen, dass ich krank und ausgemergelt war. So durfte es nicht weitergehen.
Nachdem ich endlich die höllischen Dinger abgesetzt hatte, kehrte meine alte Vitalität zurück und mit ihr (leider) auch wieder die Pfunde, von denen ich mich doch soeben erst mühsam getrennt hatte.
Also war alles wieder beim Alten. Mein Gewicht war wieder da und ich fühlte mich hilfloser denn je.


Trennkost? Was ist das?


In der Zeitschrift Brigitte las ich 1990 eine Anzeige „Schlank für immer“ mit Trennkost. Trennkost? Davon hatte ich noch nie gehört. Aber die Verheißung: „ … für immer!“, ging mir nicht aus dem Kopf. Also rief ich einfach mal an und ließ mir eine Info zusenden. Nachdem ich mir das sorgsam durchgelesen hatte, stand für mich fest, dass ich versuchen wollte, mit dieser Ernährungsform meinem Problem zu Leibe zu rücken.
Wenn schon, denn schon! Also meldete ich mich gleich zu einem 3-Wochen-Schlankheitsurlaub nach Bad Salzhausen in Hessen an. Ja, und das war mit die beste Entscheidung meines Lebens. Ich lernte dort die Buchautorin Ingrid Schlieske und Heilpraktikerin Ilona Martin kennen.
Seither lebe ich nach der Trennkost!


Gewichtsabnahme in Stufen


Es gelang mir, 30 Kilo abzunehmen. Das stelle man sich vor. 60 Pfund sind das, weit mehr als ein halber Zentner …!
Allerdings habe ich mir dafür Zeit gelassen. Von Hauruck-Diäten hatte ich endgültig die Nase voll. So setzte ich mir immer Zwischenziele: für meinen Geburtstag peilte ich ein bestimmtes Gewicht an,  wollte zur Hochzeit meines Sohnes die nächste Hürde genommen haben und zur Kindstaufe dann die Kleidergröße tragen, die mir vorschwebte.
Und genau das habe ich geschafft. Apropos „Schweben“: nun schwebte ich tatsächlich. Auf Wolke 7 nämlich.
Als ich seinerzeit erstmalig nach Bad Salzhausen gereist war, fühlte ich mich eigentlich gesund. Erst heute weiß ich, wie Wohlbefinden sich tatsächlich anfühlt.
Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig sich der Mensch zufrieden gibt. Ich fand es damals selbstverständlich, wie kaputt und müde ich nach einem Arbeitstag war. Ich dachte, das sei normal. Das aber ist keinesfalls die Regel, wenn man naturgemäß lebt, das habe ich erfahren. Denn mit dem Zuwachs an Energie und Leistungsvermögen, den ich erreichen konnte, hatte ich gar nicht gerechnet. Schließlich wollte ich ursprünglich nur meine Pfunde reduzieren.


Bewegung – aber gezielt


Klar doch, Bewegung hatte ich immer reichlich, bei meiner vielen Arbeit. In Bad Salzhausen aber wurde ich auch an Sport herangeführt. Es tat mir gut, dort meinen Körper richtig „durchzuarbeiten“. Das tat ich ausgiebig bei den täglichen Wanderungen und gezielten Fitnessprogrammen. Besonders effektiv fand ich die Joga-Übungen, die „5 Tibeter“. Diese führte ich daheim regelmäßig weiter, wenn auch halb so lange, wie von Salzhausen gewohnt.


Die 5 Tibeter


Es sind nur 5 Übungen, die einfach auszuführen sind. Jede von ihnen soll 20 Mal wiederholt werden. Allerdings beginnt man mit jeweils nur 5 Übungen, die täglich um zwei Wiederholungen gesteigert werden. Neben der guten Wirkung für Wirbelsäule und Gelenke, bewirken diese 5 Tibeter auch Hormonausschüttungen, die eine deutliche Verjüngung zur Folge haben. Anwender bestätigen einen solchen Effekt.


Eigeninitiative gefragt


Wie gesagt, ich ließ mir Zeit mit meiner Gewichtsreduktion.
Bad Salzhausen wurde mir in der Folgezeit ein geliebter Urlaubsort, an dem ich mir jedes Mal meine Kraft holen konnte, wenn die „Batterien“ mal wieder völlig leer waren. Ja und dann gaben Ingrid Schlieske und Ilona Martin ihre Aktivitäten in dortigem Kurhaus-Hotel auf. Wo sollte ich mir nun meine Anregungen, meine Durchhalte-Motivationen holen? Ich war also auf meine Eigeninitiative angewiesen. Die hielt auch, was die Trennkost versprach – und zwar ganze sechs Jahre. Darauf bin ich mächtig stolz.
Morgens bereitete ich mir mein gewohntes Obstmüsli, mittags aß ich meistens Gemüse und abends gab es dann Fisch, Fleisch, Soja oder Salat, oder auch mal leckere Brote.
Den Tag über gönnte ich mir dann das Obst, das mich in meinem Laden besonders anlachte. Gut, ich schleckte auch mal ein Eis oder naschte ein Stück Kuchen.
Insgesamt jedoch hielt ich mich problemlos an die Trennkost und erlebte das Wunder, dass ich nicht mehr zunahm. Kein einziges Gramm – und das über eine Reihe von Jahren.
Und ich erlebte, wie ein Mensch sich fühlen kann, wenn er im Vollbesitz seiner Vitalkraft ist. Wenn man nicht übersäuert, sich müde und abgeschlagen durch den Tag quält, sondern fidel und fit Leistung bis zum späten Abend bringt.


Schluss mit lustig


Unversehens jedoch rutschte ich wieder hinein in alte Ernährungsgewohnheiten, die ich doch längst hinter mich gebracht glaubte. Plötzlich aß ich morgens wieder Brot. Dazu ein wenig Geflügelwurst oder anderes. Zur Trennkost passte das nicht und solche „Abweichungen“ setzten sich fort. Erst unregelmäßig, später jeden Tag. Am Anfang war es nur eine Schnitte, später mussten es schon drei davon sein.
Und auch sonst nahm ich es mit dem Ernährungskonzept nicht mehr so genau.
Ratzfatz begannen die Pfunde wieder zu wuchern. Die Waage zeigte plötzlich 9 (!) Kilo Gewichtszunahme. Erschreckt und höchst alarmiert, zog ich Bilanz. Der Ernährungsschlendrian hatte mit einer Erkrankung meiner ersten Floristin im November begonnen. Und im Geschäft herrschte Oberstress, der mir riesigen Einsatz abverlangte. Erst war Totensonntag, dann Advent, darauf folgte das Weihnachtsfest. Ich rotierte nur noch. An regelmäßiges Essen war nicht zu denken. Die Waage zeigte das erschütternde Resultat. Vor meinen Augen stiegen Schreckensbilder auf. 111 Kilo! Nein, da wollte ich nie wieder hin.


Der Rettungsanker


Eines wusste ich: Trennkost musste es sein. Auf irgendwelche dubiosen Mittelchen wollte ich mich nicht einlassen und FDH funktionierte bei mir nicht, das hatte ich oft genug erlebt. Also suchte ich das Internet ab.
Irgendwo müsste doch ein Urlaubsangebot mit Trennkost zu finden sein. Zu meiner großen Überraschung entdeckte ich eine BIOFITNESS-Farm. Die Bilder kannte ich doch – und die Namen auch. Damals in Bad Salzhausen war die Kur von eben jeden zwei Damen geleitet worden, die jetzt auf der Farm tätig waren: Ingrid Schlieske und Heilpraktikerin Ilona Martin. Ich rief natürlich sofort dort an und buchte zunächst nur eine Urlaubswoche.
Im Hinblick auf diesen Aufenthalt gelang mir schon im Vorfeld wieder der Einstieg in die Trennkostregeln. Und ich nahm wieder ab. Bereits bei meiner Ankunft dort zeigte meine Wage vier Minuskilo. Und die Woche auf der Farm?
Ich konnte in dieser kurzen Zeit alle meine gesunden Gewohnheiten zurückerobern, die bei mir im Laufe der Zeit im Sande verlaufen waren.
Ich spürte wieder, wie gut es tat, sich sportlich zu betätigen. Besonders meine „5 Tibeter“, die ich brav über einen längeren Zeitraum absolviert hatte, sollten wieder einen festen Platz in meinem Tagesablauf bekommen. Ja und das morgendliche Müsli? Ich erlebte von Neuem, wie man sich fühlt, wenn der Tag mit einer basenbildenden Mahlzeit beginnt, statt mit Kohlenhydraten, also Brot und Brötchen, die müde machen und den Heißhunger unnötig anheizen.


Urlaub auf der Farm


Wie auch in Bad Salzhausen, lernte ich dort nette Leute kennen. Überrascht hat mich die leckere Küche, die ich besser fand, als in Bad Salzhausen. Die Lage ist sehr schön, inmitten von Wiesen und Feldern. Regelmäßige Treffen mit Ingrid Schlieske und Ilona Martin bereicherten unser Wissen in Sachen Ernährung genauso, wie in Bezug auf andere Gesundheitsthemen.
Leider hatte Kräuterfrau Hildegard Kita Urlaub, aber sie lerne ich sicher das nächste Mal kennen. Schöne Ausflüge nach Lich und Büdingen rundeten das Erleben ab.
Besonders angetan war ich von der unkonventionellen Atmosphäre des Hauses, in dem bei gutem Wetter die Tische einfach nach der Sonne ausgerichtet wurden, ja manchmal standen sie sogar auf dem Feldweg.
Überhaupt fühlt man sich in dem Landhaus weniger wie in einem Hotel, sondern eher wie zu Besuch bei netten Leuten. Kaffee, Tee und Mineralwasser stehen den Tag über an der Bar zur Selbstbedienung. Zum reichlichen Trinken von Wasser wird ständig aufgefordert.


„Wild“ essen führt in die Irre


Wer nach Belieben isst, dem Appetit und dem Hunger folgt, statt feste Mahlzeiten einzuhalten, kann sein Essverhalten nicht kontrollieren. Die Folge ist oft Gewichtszunahme und Nährstoffunterversorgung, obwohl der Anwender meint, doch gar nicht viel gegessen zu haben und den Ernährungsregeln gefolgt zu sein, die er für sich aufgestellt hat. Es ist wichtig, sich ein genaues Konzept für seine Mahlzeiten zu machen und in Speisekammer und Kühlschrank die „richtigen“ Vorräte zu lagern. Gesundes Einkaufen erfolgt nur nach einer Liste für Lebensmittel, die tatsächlich gebraucht werden.
Ich konnte in meiner Kurwoche weitere Kilos abspecken und nehme nun die letzten paar Pfunde aufs Korn, denen ich noch ganze 14 Tage gebe. Jedenfalls bin ich froh, dass ich wieder eine Anlaufstelle habe, denn die Farm hat mich sicher nicht das letzte Mal gesehen.
Ach übrigens: ich schaue wieder so richtig gerne in die Schaufensterscheiben, die meine Silhouette wiedergeben. „Für 58 Jahre – nicht schlecht!“, denke ich dann ziemlich stolz.

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