WINDE - peinliche

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Blähungen – sind ein weit verbreitetes Problem, über das niemand gerne spricht.
„Es ist mir furchtbar peinlich, ich weiß auch gar nicht, ob so etwas krankhaft ist, ich habe große Probleme mit Blähungen. Immer wenn meine Schüler ihre Entspannungsübungen machen und es ganz ruhig ist, dann kollert es ganz laut in meinem Darm. Manchmal habe ich so viel Luft im Bauch, dass ich mich nicht richtig bewegen kann. Und das steigert sich bis zu richtigen Krämpfen. Dagegen muss man doch was machen können, aber ich traue mich gar nicht, jemanden zu fragen.“
Sina, eine junge Yogalehrerin, hatte vor kurzem mit ihrem Mann eine Yogaschule eröffnet. Beide hatten für dieses Ziel schwer gearbeitet und alles sollte perfekt sein.
Allerdings wurde die Freude über den guten Start durch die peinlichen Blähungen doch sehr getrübt.
Am Essen könne es nicht liegen, versicherte sie mir. Sie legte Wert auf frisches Essen und hatte gerade begonnen, sich rein vegetarisch zu ernähren.
Wie alles, was sie sich vornahm, versuchte sie auch das „perfekt“ zu machen und möglichst viel roh zu essen. Allerdings war sie vor dem Unterricht sehr angespannt und aß oft gar nichts oder nur hastig eine Kleinigkeit. Sie kam auch sonst selten zur Ruhe, weil sich die Arbeit in der Yoga-Schule und im Haushalt häufte.
Wenn sie sich dann im Übungsraum mit den Schülern zu entspannen begann, setzte das Grummeln und Kollern im Bauch deutlich hörbar ein. Etwas Luft im Darm zu haben, ist völlig normal, solange man sie auch unbemerkt wieder „entsorgen“ kann.
Normal ist auch, wenn bis zu 15 dieser Winde (Flatulenzen) am Tag abgehen. Den meisten Menschen ist das äußerst peinlich.


Duftende „Winde“


Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurde sogar ein Patent für ein kleines Gerät vergeben, das Flatulenzen zwar nicht verhinderte, aber den Geruch in wohltuenden Maiglöckchenduft umwandelte.


Bei manchen Menschen können diese Gasansammlungen allerdings umfangreicher, belastender und sogar schmerzhaft sein, als bei anderen.


Die Ursache von Flatulenz


Immerhin können die Bakterien im Dickdarm bei unvollständiger oder gestörter Verdauung mehr als einen Liter Schwefelgase produzieren und Bäuche wie einen Luftballon rund und prall anschwellen lassen.


Solche Auftreibungen (Meteorismus) können die unterschiedlichsten Ursachen haben, wie zum Beispiel:


- Blähende und unverträgliche Speisen
- Zu reichliches, zu fettes oder zu süßes Essen
- Umstellungsprozesse des Darms auf Vollwertkost
- Eine gestörte Darmflora bei Pilzinfektion oder nach Antibiotikabehandlung
- Funktionsstörungen des Magens, der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse und damit zu wenig oder mangelhafte Magenenzyme, Gallensäuren und Pankreasenzyme
- Anspannung, Stress und Hektik
- Luftschlucken durch zu hastiges Essen oder Kaugummikauen
- Nebenwirkungen von Medikamenten u. a. m.


Wenn zu dem aufgeblähten Gefühl noch Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch wenn das Völlegefühl bei leerem Magen auftritt. Dann können sich hinter einer harmlosen Blähung auch schwere Verdauungsstörungen, Darmeinengungen, Herzprobleme oder andere Erkrankungen verbergen.


Sonst kann man sich bei leichtem Meteorismus schon Erleichterung verschaffen durch:


- Das Auflegen einer Wärmflasche auf die Bauchmitte oder einen feuchtwarmen Leberwickel
- Regelmäßig leichte Bewegung nach dem Essen
- Die Einnahme von Karminativa (entblähende Wirkstoffe als Tee oder Tropfen) aus Fenchel, Anis, Pfefferminze, Koriander, Eberraute, Estragon, Gänsfingerkraut, Feldthymian oder Kümmel
- Akupressieren des Punktes 25 auf dem Magenmeridian. Dieser Punkt befindet sich zwei Fingerbreit links und rechts vom Bauchnabel und sollte sanft massiert oder gerieben werden. Da er gleichzeitig auch der Alarmpunkt für den Dickdarm ist, können von dort die richtigen Signale gesendet werden
- Auch bitterstoffhaltige Pflanzenpräparate aus Enzianwurzel, Angelikawurzel oder Tausendgüldenkraut können das Völlegefühl mindern, die Verdauung fördern und den Bauchraum entspannen


Hat man jedoch wie Sina, fast ständig unter schwereren Formen des Meteorismus zu leiden, sind ein längerfristiges Herangehen, Umstellungen in der Ernährung und der Lebensweise sowie auch der Einsatz schonender Medikamente erforderlich.
Dafür haben sich beispielsweise bewährt:


Homöopathie


Sina erhielt das homöopathische Mittel Lycopodium clavatum. Es hilft, wenn die Beschwerden sofort nach dem Essen einsetzen und man sich schon nach kleinen Portionen aufgebläht fühlt. Besonders nach Zwiebeln, Kohl und Bohnen tritt das Gluckern und Kollern vor allem auf der linken Bauchseite auf. Das Gefühl mit Gas so angefüllt zu sein, ist so stark, dass Hosen- oder Rockbund geöffnet werden müssen. Lycopodium wirkt besonders gut bei Menschen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben und deswegen immer alles perfekt machen wollen.
Bei Blähungen helfen homöopathisch auch: Carbo vegetabilis, wenn üppiges, fettes Essen und Hülsenfrüchte der Auslöser sind und gleichzeitig starkes Aufstoßen besteht.
Pulsatilla pratensis, wenn viel durcheinander gegessen wurde und Süßes und fetthaltige Kohlenhydrate, wie Eiscreme, Gebäck und Kuchen die Beschwerden auslösen.
Sulfur, wenn Milch und milchhaltige Produkte Verursacher sind und die Flatulenzen eben nicht nach Maiglöckchen duften, sondern wie faule Eier riechen.
Wem die Auswahl schwer fällt, kann ein Komplexmittel wie Carminativum-Hevert nutzen.
Gegen Darmkrämpfe hilft am schnellsten die „heiße Sieben“ aus dem Schüssler Salz Magnesium phosphoricum.


Blähende Speisen meiden oder entschärfen


Da Gärungsprozesse unvollständig verdauter Kohlenhydrate den häufigsten Nährboden für Meteorismus bilden, sollten diese, wenn sie aus Zucker, Weißmehl und Fett bestehen gemieden oder wenigstens für eine bestimmte Zeit deutlich reduziert werden.
Aber auch beim vollen Korn ist Vorsicht geboten. Ballaststoffe sind für eine gesunde Verdauung enorm wichtig, aber mehr als 30 Gramm oder drei Scheiben Vollkornbrot müssen es nicht sein. Sonst kann auch das Blähungen hervorrufen.
Auch alles was aus Hefeteig frisch gemacht wurde, sollte selten auf dem Speisezettel stehen.
Kohlsorten, die ebenfalls gesund, aber leider blähend wirken, können mit Gewürzen wie Kümmel u. ä. entschärft werden oder man wählt die bereits fermentierte Form als Sauerkraut.
Bei Bohnen und anderen Hülsenfrüchten gibt es zwei Probleme: das Phasin aus der äußeren Schale, das Darmbeschwerden machen kann und die Oligosaccharide, die nicht alle Menschen verwerten können. Phasin lässt sich entfernen, wenn man zum Beispiel die leckeren Azukibohnen bereits am Vorabend mit heißem Wasser überbrüht, über Nacht stehen lässt und am nächsten Tag dann mit frischem Wasser kocht. Um die Oligosaccharide besser verdauen zu können, kann man zusätzlich Enzyme nehmen und mit kleinen Mengen beginnen, damit sich der Verdauungsapparat anpassen kann. Reichlich Sojasoße kann das unterstützen.
Auch bei anderen  gesunden Sachen, wie Gemüse, ist man gut beraten, die Zubereitungsart  den Verdauungsmöglichkeiten anzupassen.
Wer Laktose (Milchzucker) und Fructose (Fruchtzucker) nicht verträgt, umgeht diese Windmacher durch Ersatzprodukte wie Mandelmilch oder einheimisches, leicht säuerliches Obst. Auch weniger Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke schonen das Verdauungssystem.
Sinas Darm war mit dem rohen Wurzelgemüse am Abend überfordert und neigte zur Gärung. Das isst sie jetzt um diese Zeit schonend gedünstet.


Darmflora sanieren und stärken


Regelmäßig Naturjoghurt zu essen, ist die beste Möglichkeit, die durch Pilze oder Antibiotika geschädigte Darmflora zu sanieren. Damit kann auch das Kräfteverhältnis der gasproduzierenden Bakterien zugunsten der etwas dezenteren verbessert werden. Auch ein Teelöffel Heilerde täglich in Wasser, bindet Gase und hilft so den angegriffenen Darm zu beruhigen und zu heilen.


Das goldene Dreieck entlasten


So bezeichnet man in Asien die wichtigen Verdauungsorgane Magen, Bauchspeicheldrüse und Leber/Gallenblase. Sie zu entlasten beginnt bereits beim gründlichen Kauen. Nur so können die Verdauungsenzyme im Speichel (Amylasen), eine gute Vorverdauung der Kohlenhydrate sichern.


Säure hilft Eiweißversorgung


Gibt es vor Eiweißmahlzeiten, zum Beispiel aus Hülsenfrüchten einen „Vortisch“ aus säuerlichem Obst, kann das den Säuregehalt des Magensaftes erhöhen und die Verdauung erleichtern.
Auch enzymreiche, frische Kost fördert die Passage und entlastet  Magen und Darm. Tritt das aufgeblähte Gefühl hauptsächlich im Oberbauch auf, braucht die Bauchspeicheldrüse direkte Unterstützung, zum Beispiel durch Enzyme aus der Apotheke oder das homöopathische Mittel Okubaka. Leber und Gallenblase entspannen sich sehr schnell durch ein bis zwei Tropfen Japanöl, die man mit lauwarmem Wasser einnehmen kann.


Entspannt essen und entspannt bleiben


Dazu gehört, auch wenn der Tag mit Job, Haushalt und Kindern randvoll ist, sich Zeit zum Essen zu nehmen, nicht hastig zu schlucken und in Gedanken vorauszueilen.
Körper und Geist sollten auch hier im Einklang sein.
Das gelang Sina erst mit einem Zeitplan, in dem sie und ihre Bedürfnisse auch vorkamen. Zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls massierte sie mehrmals den Wunden Punkt (Heilender Punkt) und bestätigte sich: „Auch wenn ich Fehler mache, akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Das half ihr, gut geplante Projekte auch tatsächlich loszulassen und ihren Wunsch nach Perfektion zu begrenzen. Sie lernte auch, dass sich psychische Anspannung bei ihr, wie bei ihren Schülern auf den Körper überträgt und erst bei Entspannung deutlich lockert. Deshalb sind Darmgeräusche zu Beginn einer Entspannung völlig normal. Inzwischen hat Sina wie vereinbart eine Zufriedenheits-Umfrage unter ihren Schülern gestartet und kann jetzt besser bestimmen, was vorzüglich gemacht werden muss und wo auch 2. Wahl genügt. Damit kann sie wesentlich entspannter in den Unterricht gehen und seitdem sind ihre Blähungen vom „Winde“ verweht.


Der Heilende Punkt


Wird in einem Kreis von etwa fünf Zentimetern Durchmesser gerieben. Dabei Satz formulieren, wie: „Obwohl ich oft so wenig Selbstwertgefühl habe, liebe und akzeptiere ich mich ohne Einschränkung.“
Diese Behandlung dreimal, mehrfach am Tage. Damit demonstriere ich die Anerkennung des Problems und dessen Umwandlung in Selbstakzeptanz.


Flatulenz
Dieses Wort für Blähungen leitet sich ab aus dem lateinischen Wort flatus – für Wind. Damit sind die Aufblähungen des Magens bzw. des Darms durch die bei der Verdauung gebildeten Gase, wie Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und andere Gär- und Faulgase gemeint. Wenn die Entsorgung dieser Gasansammlung blockiert ist, kann es zu schmerzhaften Bauchkrämpfen kommen. Erst wenn es nicht zu einem zügigen Abgang der Gasansammlungen kommen kann, spricht man von Meteorismus.


Darmgase


Diese entstehen bei jedem Verdauungsvorgang. Der größte Teil davon tritt jedoch in den Blutkreislauf über und wird über die Lungen ausgeschieden. Lediglich ein Gasüberschuss von 0,5 bis 1,5 Litern pro Tag entlädt sich über Flatulenz.

Selbsthilfemthoden:

Jaoansches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MET.de

vegane und vegetarische Ernährung