Reibesitzbad nach Louis Kuhne

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Diese einfache Heilmethode ist über 130 Jahre alt und eine der wirksamsten Anwendungen aus der Naturheilkunde gegen eine ganze Reihe von Erkrankungen und zum Stabilisieren der Gesundheit.
Louis Kuhne (1835-1901), einer der großen Heilkundigen seiner Zeit, stellte die kühne Behauptung auf, dass die von ihm entwickelte Art des Sitzbades derart erfolgreich wäre, dass sie jede Krankheit, welchen Namen sie auch trage, zu heilen vermöge. Jede Krankheit, betonte er, nicht jeden Kranken.
Denn nur ein Organismus, der noch regenerationsfähig sei, könne damit rechnen, vollkommene Heilung zu erfahren.
Schwieriger sei Linderung und Besserung des Zustandes, wenn der Körper durch Medikamente und falsche Ernährung durchgiftet sei.
Erstaunlich ist, dass Kuhne bereits vor 130 Jahren die Hauptursache der Krankheiten in der Überernährung und in den nicht naturgemäßen Nahrungsmitteln sah.
Seine ganzheitliche Sicht in der Krankenbehandlung entspricht genau den modernsten Erkenntnissen. So wollte er nicht Krankheiten, sondern die Kranken behandeln.
Gesundung verhieß er durch Heben der jedem Menschen innewohnenden Selbstheilkräfte.
Nicht alle Thesen Kuhnes sind heute vor den Augen der modernen Medizinwissenschaften noch haltbar. Aber seine schlichten Vorstellungen von den natürlichen Zusammenhängen machten ihn zu einem unserer Naturheilpioniere.
Kuhne war ein überaus erfolgreicher Praktiker.
Seine Erfahrungen mit dem Kuhnschen Reibesitzbad werden heute mehr denn je von jedem naturheilkundlich arbeitenden Arzt, besonders aber von Heilpraktikern und Kräuterkundigen empfohlen. Die erstaunlich rasche, positive Wirkung dieser Anwendung ist unbestritten.
Besonders wirkungsvoll kann das Reibesitzbad bei folgenden Beschwerden sein:


- Rheuma
- Gicht
- kalten Händen und Füßen
- Anfälligkeit für Erkältungen/Grippe
- Menstruationsbeschwerden
- anderen Frauenkrankheiten
- Verdauungsproblemen (Magen-Darm)
- Entzündungen im Körper
- Nervenleiden
- Schlaflosigkeit
- allgemeiner Schwäche (auch nach Krankheit)
- Fieberzuständen
- Augen/Ohrenleiden
- Organschwäche


Das Reibesitzbad


In eine Kinderbadewanne oder eine größere Wäschewanne fülle man kaltes Wasser (10° C bis 15° C), nicht unter 20 Liter. Gegebenenfalls kann es durch Zugabe von Eiswürfeln gekühlt werden. Man stelle einen Kunststoffeimer umgekehrt in dieses Wasser und nutze seine Unterseite als Sitzfläche. Diese sollte sich auf einer Ebene mit der Wasserfläche befinden. Beim Platznehmen auf der Eimerfläche werden die Beine außerhalb des Wasserbehälters aufgestellt. Die Waschung geschieht mit einem groben Waschhandschuh aus grobem Frottee oder Jute.
Damit wird die Region des Geschlechtteils unter Heraufholen von viel Wasser sanft gewaschen (nicht rubbeln). Das Gesäß befindet sich nicht im Wasser, wird jedoch bei der Prozedur logischer Weise nass.
Ist der Wasserbehälter relativ klein, so dass das Wasser sich rasch erwärmt, können laufend weitere Eiswürfel zugegeben werden. Bei besonderen Schwächezuständen darf die Wassertemperatur bis 19° C betragen.
Die Dauer des Sitzbades beträgt 10 bis 20 Minuten und kann täglich wiederholt werden.
Nach dem Bad ist auf ausreichende Erwärmung zu achten. Dies geschieht sinnvoller Weise durch Bewegung. Kranke wickeln sich warm ein.
Anm.: Bequemer lässt sich diese Anwendung ersatzweise auch über einem gefüllten Bidet ausführen.
Manchem Anwender wird es seltsam, vielleicht zunächst unerklärlich dünken, dass es die Region des Geschlechtsteiles ist, dessen Waschung so wirksam gegen Krankheitszustände ist. Aber – an keiner anderen Stelle des Körpers laufen so viele wichtige Nervenenden zusammen.
Besonders die Ausläufer vieler Rückenmarknerven und die Hauptnerven des Unterleibes enden hier. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Gehirn und beeinflussen das gesamte Nervensystem.
An den Geschlechtsteilen erreicht man gewisser Maßen die Wurzel des gesamten Lebensbaumes.
Das Reibesitzbad erfüllt alle Bedingungen zur Wiederherstellung gesunder Körperfunktionen.
Erstaunlich ist, wie schnell sich auch zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, wie aufgetriebener Leib oder Verstopfungen sich mit dieser Maßnahme günstig beeinflussen lassen.
Selbstverständlich muss zusätzlich auf eine naturgemäße Ernährung geachtet werden, soll der erreichte Erfolg anhalten.
Die Kuhnschen Reibesitzbäder sind eines der Heilmittel, die sich ohne Kostenaufwand hervorragend für die Selbstanwendung eignen.
Diese hilft, den Körper zu entschlacken, zu entgiften und stärkt alle Lebenskräfte.
Es ist gut, dass wir uns auf bewährte, natürliche Heilmethoden besinnen, die nebenwirkungsfrei sind und nachgewiesener Maßen eine überaus positive Wirkung haben.


Buchtipp:


„Die neue Heilwissenschaft“, Autor Louis Kuhne, Turm Verlag, ISBN-3-7999-0084-5, erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Turm Verlag: Postfach 1851 in 74308 Bietigheim-Bissingen,

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