Lippenherpes

Er kommt immer im falschen Moment -

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin

 

„Ich warte schon so lange auf meine Chance, bisher hatte ich immer nur Nebenrollen. Jetzt endlich kann ich zeigen, was ich kann. Montag ist der erste Drehtag, ich habe die Hauptrolle mit großer Kuss-Szene.

 

Und wie immer, im falschen Moment bekomme ich eine dicke Lippe

 

Natürlich habe ich sofort diese Antivirensalbe benutzt, aber ich glaube, die hilft nicht wirklich.“

 

Jessica, eine junge Schauspielerin, war ganz verzweifelt.

Zwischen ihr und der ersehnten Rolle, lag das Riesenhindernis eines beginnenden Herpes labialis und nur ein Wochenende, um wieder Lippen zum Küssen zu haben.

 

Herpes simplex

Verursacht wird diese unangenehme und oft auch schmerzhafte Erkrankung durch Herpes simplex-Viren. Ihre Bezeichnung ist abgeleitet vom griechischen „herpein (kriechen)“, weil sich die Erscheinungen auf der Haut so ähnlich ausbreiten. „Simplex (einfach)“ grenzt diese Viren von anderen Herpesviren ab, die zum Beispiel Gürtelrose oder Windpocken verursachen.

 

Lippenherpes beginnt meist mit Brennen oder Prickeln an der Lippe oder am Kinn, das heißt, dort greifen die Viren die obersten Zellen der Haut an.

Nach einigen Stunden bilden sich Bläschen, mit einer klaren Flüssigkeit, die jucken, brennen und nässen. Wenn sie sich öffnen, kommt es zu gelblichen Verkrustungen, die nur langsam abheilen.

Hinzu können Fieber, Lymphknotenschwellungen und ein allgemeines Gefühl von Krankheit kommen.

Nach dem oft langwierigen Abheilen, wandern die Viren über die Nervenbahnen bis zu den Nervenknoten des Trigeminus in der Nähe des Ohrs. Dort bleiben sie in einer Art Dämmerzustand, um bei geschwächtem Immunsystem wieder aktiv zu werden.

 

Lippenherpes ist nur selten eine einmalige Erscheinung. War man dem Virus ein-mal ausgesetzt, hat man einen „Freund“ fürs Leben.

 

Schwere Verläufe sind aber bei Lippenherpes selten, außer bei Menschen mit Im-munschwäche oder Neurodermitis. Kritisch kann auch eine Ausbreitung in Richtung Augen und Ohren sein.

Sonst ist eher der psychische Leidensdruck das Hauptproblem vieler Betroffener. Denn oftmals, wenn es um wichtige Termine oder Entscheidungen geht, melden sich die Herpesviren mit schöner Regelmäßigkeit zurück. Die Ursachen für eine solche Reaktivierung sind äußerst vielfältig, gerade das macht Lippenherpes so tückisch.

Beispiele für Auslöser

- psychischer Stress, zum Beispiel Angst, Aufregung, Ekel- und Abwehrgefühle

- grippale Infekte mit Fieber

- starke UV-Strahlung, besonders in großen Höhen

- hormonelle Faktoren, wie Menstruations- oder Schwangerschaftsbeschwerden

- Zahnarztbehandlungen

- immunsuppressive Behandlungen u. ä.

 

Vermeidungsstrategien

Wer sich für längere Zeit von seinem Lippenherpes verabschieden will, muss mindestens in drei Richtungen agieren: im Akutfall sofort handeln; die Auslöser meiden oder günstig beeinflussen und prophylaktisch die Körperabwehr stärken und trainieren, um einer Reinfektion vorzubeugen.

 

Im Akutfall sofort handeln

Wenn sich die ersten Anzeichen melden, können noch alte Hausmittel helfen, zum Beispiel das Auftragen von Zahnpasta, das Einreiben oder Betupfen mit Teebaum- oder Melissenöl.

Cremes mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovier, haben einen ähnlichen Effekt, wie die Zahnpasta. Sie behindern das Wachstum der Viren und verringern so möglicher Weise den Schweregrad der Erkrankung.

Neu ist ein Silicium-Gel aus dem Reformhaus, das noch effektiver wirken soll, als die genannten Antiviren-Cremes.

- Bei Jessica setzten wir zusätzlich alles ein, was die Körperabwehr hochfahren oder tunen kann

- Bevor sich die Bläschen bilden konnten, verordnete ich hoch dosiertes Vitamin C in Kapseln und das Schüssler Salz für Entzündungen im Anfangsstadium, Ferrum phosphoricum (halbstündlich drei Tabletten)

- Außerdem erhielt Jessica eine Behandlung mit dem Zapper nach Dr. Clark, um die Viren weiter zu dezimieren

- Gegen das aufkommende Kälte- und Krankheitsgefühl halfen aufsteigende Fußbäder und gut gewürzte Hühnersuppe, deren Zinkgehalt der Abwehr auf die Sprünge hilft

- Auch die Aminosäure Lysin, aus Bohnen, Sprossen, Geflügel oder aus der Apotheke soll Herpesbrüche verhindern. Sie wirkt antiviral und bekämpft das Arginin. Das ist ebenfalls eine Aminosäure und das liebste Futter der Herpesviren.

- Schokolade, Weizen oder Erdnüsse mit viel Arginin sind daher bei Lippenherpes kontraindiziert

 

Bei einer Studie in Japan war auch ein Extrakt aus Johannisbeeren sehr erfolgreich gegen Herpesviren, weil er ihre Anheftung an die Zellmembrane verhindern konnte. Sind die Bläschen schon aufgebrochen, können sie hoch ansteckend sein. Das unwillkürliche Berühren mit den Fingern, genügt oft schon, um das Virus auf andere Stellen zu übertragen.

Häufiges, gründliches Händewaschen beugt dem vor.

Das unangenehme Brennen und Spannen lässt sich mit zinkhaltigen Salben lindern.

Gut wirkt auch der Inhalt einer Vitamin-E-Kapsel, der mit einem Wattestäbchen auf die Krusten getupft wird.

 

Auslöser günstig beeinflussen

Jessica wusste bereits, dass sie den Auslöseknopf für ihren Lippenherpes selbst gedrückt hatte. Mit dem psychischen Druck, den sie sich wegen der neuen Rolle machte, wurde Immunsystem erheblich geschwächt und damit die Viren aufgeweckt.

 

Schon bei früheren Erkrankungen hatte der ängstliche Gedanke „Jetzt bloß ke-nen Herpes“! genügt, um genau den anzulocken.

 

Je mehr sie vor einem Casting oder einer festlichen Gala befürchtete, durch die Bläschen entstellt zu sein, umso sicherer tauchten diese auf. Bei ihrer ersten Theaterpremiere war die Infektion sogar so stark gewesen, dass sie nicht auftreten konnte.

Später hatte sie gelernt, die Folgen abzudecken, aber bei den umbarmherzigen Film- oder Fernsehkameras kam das nicht in Frage, also schlechte Aussichten für Hollywood.

Um die schon fast automatische Gedankenkopplung zu unterbrechen und Jessicas Karrierechancen zu verbessern, nutzten wir die Löschtechnik nach Maxwell Maltz und ein spezielles Klopfprogramm gegen Lampenfieber und Erwartungsangst: immer, wenn ein angstvoller Gedanke auftauchte, sagte Jessica, laut oder leise „löschen“ und klopfte die beruhigenden Meridianpunkte. Danach wiederholte sie mehrfach die Affirmation: „ich schaffe es!“. Das klappte besonders gut, wenn sie sich den Beifall bei der Voraufführung vorstellte.

Das häufige Klopfen der Meridianpunkte entlastete sie nicht nur, sondern war die ent-scheidende Voraussetzung, um ihre Einstellung wirklich neu zu programmieren.

Als besonderes Extra gab es noch eine Lachtherapie, denn so schnell wie psychischer Stress die Virenabwehr lähmen kann, so rasant kann sie ein herzhaftes Lachen wieder hochfahren.

 

Nach ein paar Lachanfällen sind im Blut nachweislich mehr Abwehrstoffe als sonst erkennbar, besonders Killerzellen, die sich sofort auf die Viren stützen.

 

Auch Immunglobuline und verschiedene Zytokine werden noch lange danach in erhöhter Anzahl gemessen. Sie sind wichtig für den ersten Schutz gegen Viren und Bakterien, be-sonders im Mundraum. Deshalb widmete sich Jessica an diesem Wochenende nicht nur ihrem Drehbuch, sondern sah sich lustige Videos aus ihrer Kindheit und Ka-barettsendungen an.

 

Training der Körperabwehr

Wenn bei einer Erstinfektion die Herpes-Viren durch die Schleimhaut oder winzige Verletzungen eindringen, bildet das Immunsystem gesunder Menschen sehr schnell Antikörper und „vertreibt“ die Viren aus den oberflächlichen Schleimhäuten. Leider sind sie damit nicht endgültig vernichtet, weil das Virus in der Lage ist, seine Hülle abzuwerfen und unsichtbar für unsere Abwehrzellen als Genstruktur weiter zu existieren. Allerdings kann es uns in diesem Zustand auch nicht schaden.

 

Solange das Immunsystem stark ist, kann man deshalb zwar Viren im Körper haben, aber es kommt zu keiner Erkrankung.

 

Um einer lästigen Re-Infektion vorzubeugen, sollte also die Körperabwehr immer in einem Top-Zustand sein!

 

Eine gesunde Lebensweise mit abwechslungsreicher Ernährung, Sport, Entspannung und ausreichend Schlaf, stärkt das Immunsystem am besten.

Prophylaktisch kann man auch immunstimulierende Mittel nutzen, wie Roter Sonnenhut (Echinacea angustifolia), Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus), Zitrone (Citrus limonum) und Probiotica (nützliche Milchsäurebakterien) für den größten Bereich der Kör-perabwehr im Darm.

 

Nachdem der Herpesausbruch zum Erstaunen Jessicas tatsächlich verhindert werden konnte, bekam sie noch ein Präparat aus Schachtelhalm (Equisetum arvense), um die Virengifte auszuleiten und das Immunsystem weiter zu stabilisieren.

So konnten die Dreharbeiten pünktlich mit einer sichtlich entspannteren Haupt-darstellerin beginnen und der Film wurde tatsächlich ein Erfolg, vielleicht sogar wegen der wirklich sehenswerten Kuss-Szene.

 

Hilft Lakritze?

In jüngster Zeit ist auch die Süßholzwurzel als Mittel gegen Herpes im Gespräch. Süßholzwurzel kann als konzentrierter Tee bereitet werden. Damit werden beginnenden Bläschen abgetupft. Aber auch Lakritze soll helfen. Deren wichtigster Bestandteil ist Süßholzwurzel. Es kann jedenfalls nicht schaden, die ungeliebten Herpesbläschen auch mit einer solchen Therapie zu behandeln.


Methoden für die Selbsthilfe:

Japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MET

vegane und vegetarische Ernährung