Heiße Tage - Tipps zum cool bleiben

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


„Bei uns wird ständig irgendwo geköchelt oder gebraten und das bei ziemlicher Hitze. Im letzten Sommer war das kaum auszuhalten und wenn sich das Klima so weiterentwickelt, haben wir jedes Jahr solche extremen Temperaturen. Ich mag gar nicht daran denken, wenn mir eine von den Mädels umfällt, was mache ich denn dann? Schließlich bin ich doch für sie verantwortlich.“
Maren, die Tochter einer Bekannten, leitet einen Catering-Service. Angefangen hatte sie als Einzelkämpferin, aber inzwischen arbeiten fünf Angestellte für sie, alle mindestens doppelt so alt, wie sie. Sie versorgen Firmen mit Frühstück, Suppen und Snacks oder richten auch kleinere Events aus. Obwohl es vom Gesetz her keine bindenden Vorgaben gibt, wollte Maren einige Tipps, wie sie und ihre „Mädels“ sich gezielter auf die heißen Tage vorbereiten und sie besser überstehen könnten.
Wer bei 30 Grad am Meer oder an einem See liegen kann, freut sich sicher über das schöne Wetter. Wer aber bei diesen und höheren Temperaturen im Freien oder auch in Büros ungeschützt der Sommerhitze ausgesetzt ist oder in Küchen, Wäschereien u. ä. unter der Hitze von außen und innen leidet, für den ist das nicht nur eine wahre Plage, sondern eine echte Gefahr.
Denn zu viel Sonne, zu viel Hitze, schränken nicht nur die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit ein, sie belasten auch den Organismus enorm.
Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlappheit, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, ein unregelmäßiger Puls, von langsam bis zum Herzjagen, Übelkeit, kalter Schweiß u. ä. hat sicher schon jeder mal erlebt, der zu lange tropischen Temperaturen ausgesetzt war. Schwerwiegende Hitzefolgen sind vor allem:


- Hitzeerschöpfung
- Hitzekollaps
- Hitzekrämpfe
- Sonnenstich


Hitzeerschöpfung und Hitzekollaps


entsteht, wenn unter extremen Temperaturen und körperlicher Belastung viel Schweiß verloren, aber nicht ausreichend getrunken wird. Symptome: Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz und Desorientiertheit u. ä. Erste-Hilfe-Tipp: den Betroffenen  möglichst im Schatten oder im Kühlen flach lagern. Um einen Hitzekollaps zu vermeiden, sollten die Füße höher liegen, damit das versackte Blut in die Körpermitte  und den Kopf zurückfließen kann.
Vier bis fünf Notfalltropfen (Bachblüte Rescue Remedy) direkt auf die Zunge träufeln. Nicht zu kaltes, stilles Mineralwasser trinken lassen, um die Elektrolyte zu ersetzen.


Hitzschlag


Ein Hitzschlag entsteht durch einen Wärmestau im Körper. Durch starke körperliche  Anstrengung in feucht-schwüler Umgebung kann die Schweißbildung gestört werden. Dadurch funktioniert aber die Wärmeregulation nicht mehr, d.h. obwohl der Körper stark erhitzt ist, wird zu wenig Wärme über die Haut abgegeben. Diese Überhitzung kann zu Hirnschwellungen führen.
Symptome: Kopfschmerz, Übelkeit, hochroter Kopf, sehr heiße, trockene Haut, hohe Körpertemperatur, Bewusstseinstrübung und schließlich Bewusstlosigkeit.
Erste Hilfe-Tipp: den Betroffenen im Schatten stabil lagern.
Mit kalten Umschlägen langsam abkühlen.
Bei Bewusstlosigkeit oder Orientierungsstörung zunächst den Zahnfleischpunkt zwischen Oberlippe und Nase kräftig akupressieren. Sollte damit der Betroffene nicht zu sich kommen, muss der Notarzt verständigt werden.


Hitzekrämpfe


Bei körperlich schwerer Arbeit in heißer Umgebung, Flüssigkeitsmangel und erheblichen Mineralstoffverlusten durch Schweiß, kann es zu Hitzekrämpfen in der Muskulatur kommen.
Symptome: Muskelzuckungen und manifeste Krampferscheinungen.
Erste Hilfe-Tipp: sofort mindestens ein Liter lauwarmes Mineralwasser trinken.
Zehn Tabletten Magnesium phosphoricum (Schüssler-Salz Nr. 7) im Mund zergehen lassen, notfalls wiederholen.
Leichte Druckmassage um den verkrampften Muskel herum, kann die Linderung unterstützen.


Sonnenstich


Der Sonnenstich entsteht, wenn starke Sonnenstrahlen über einen längeren Zeitraum auf den ungeschützten Kopf und Nacken treffen.
Symptome: heftigste Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel oder auch Bewusstlosigkeit infolge der Überwärmung des Gehirns und der Reizung der Hirnhäute.
Erste Hilfe-Tipp: die Betroffenen sofort im Schatten lagern, allerdings den Kopf erhöht.
Am besten den ganzen Kopf in lauwarme, feuchte Tücher einhüllen und abkühlen.
Wenn der Kopfschmerz berstend und pulsierend ist und das Gesicht blass, kann das homöopathische Mittel Glonoinum, die Beschwerden deutlich lindern.
Ist das Gesicht dagegen rot und heiß und die Pupillen erweitert, hilft Belladonna besser.
Zu diesen Folgen muss es nicht kommen, wenn man  sich mit einigen Tipps gut auf heiße Tage vorbereitet:


Erfrischendes Essen


Lebensmittel mit kühlenden Eigenschaften sind alle schnell wachsenden, wasserreichen, Gemüse- und Obstsorten, wie Blattsalate, Radieschen, Gurken, Zucchini, Spargel, Chicoree, Erbsen, Karotten, Birnen, Kirschen, Wassermelonen, Pfirsiche, Beeren u.a..
Deshalb schmecken uns im Sommer frische Salate und Obst nicht nur besonders gut, sie wappnen uns auch gegen die Hitze.
Während alles, was langsam wächst, lange gekocht wurde, fettig und schwer ist, den Organismus unnötig belastet. Wer Wert auf eine warme Mahlzeit legt, sollte sie wie die Südländer, nach Sonnenuntergang einnehmen.


Ausreichend Flüssigkeit nachtanken


Gerade dann, wenn die Temperaturen steigen und die Körpertemperatur über den Schweiß reguliert wird, brauchen wir regelmäßig und genügend Flüssigkeit. Am besten Wasser, denn daraus bestehen wir zu fast 7 Prozent.
Wenn das fehlt, wird das Blut dickflüssiger und das Herz muss regelrecht keuchen, um es durch den Körper zu pumpen.
Die Folge ist, man fühlt sich schlapp und lustlos und da auch das Gehirn unterversorgt ist, müde, denkfaul und unkonzentriert. 0,35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht ist das Mindestmaß im Sommer.
Aber bitte nicht eiskalt!
Der Kälteschock könnte dem Organismus so viel Energie abverlangen, dass es zum Kreislaufkollaps kommt. Sinnvoller sind lauwarme Kräuter- und Früchtetees, leicht gesalzene Gemüsebrühe, verdünnte Fruchtsäfte und immer wieder Wasser, am besten mit Mineralstoffen. Um das Trinken im Arbeitseifer nicht zu vergessen, sollten die Getränke schon parat stehen oder sie werden sogar vom Arbeitgeber angeboten.


Luftige Outfits


Weite, leichte Kleidung aus Naturfasern, ermöglicht der Haut besser zu atmen und die Verdunstung gut zu regulieren. Enganliegendes würde eher einen Wärmestau begünstigen. Helle Farben reflektieren die Sonnenstrahlen besser, bleiben also länger kühl als dunkle und vermitteln auch einen frischeren Eindruck.
Mit luftigen Sandalen und gelegentlich etwas Puder für die Zehenzwischenräume sind auch die Füße gut eingestellt.
Wer korrekt mit Strumpfhosen gehen muss, kann sie vorher im Tiefkühlfach präparieren.


Lauwarm duschen und leichte Pflege


So erstrebenswert sich auch eine kalte Dusche bei 35 Grad Celsius anhört, sollte man darauf verzichten. Das eisigkalte Wasser würde sofort die Poren verschließen und einen Wärmestau mit Schweißausbruch vorprogrammieren. Lauwarm ist daher besser und erfrischender, besonders mit Duschgelen, die ätherische Öle enthalten, wie Pfefferminz und Menthol. Das erzeugt ein kühles Gefühl auf der Haut, was auch danach noch etwas anhält.
Wohltuend sind kalte Güsse auf die Waden, entweder morgens nach dem Duschen oder wo es möglich ist, auch am Arbeitsplatz.
Die Güsse trainieren die Gefäße, verhindern oder lindern geschwollene Füße und machen schnell wieder frisch.
Auch für die Haut sollte die Pflege nicht schwer und zu fetthaltig sein. Im Sommer liebt sie alles, was Feuchtigkeit spendet, unparfümiert und natürlich ist. Das gilt auch für Deos.


Sonnenschutz und Belüftung der Räume


Wenn Wohn- und Arbeitsräume keine Klimaanlage haben, was sicher viele betrifft, sollten wenigstens Jalousien, Rollos, Markisen oder andere Formen des Sonnenschutzes angebracht werden, die aber eine gute Durchlüftung nicht verhindern sollten.
Wer, wie im Süden tagsüber die Fenster schließt und verdunkelt und morgens kräftig lüftet, kann immer noch eine angenehme Raumatmosphäre erreichen.
Viele große Rosenquarze im Raum verteilt, helfen ebenfalls abzukühlen. Diesen Trick kannten schon die alten Römer.
Wenn längere Zeit dennoch in sehr warmen Räumen gearbeitet werden muss, hilft es, sich öfter kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen oder ein Kühlpad unter heiße Füße zu platzieren. Das gibt wieder einen Frischekick.
Wem es nachts zu warm im Schlafzimmer ist, der findet vielleicht ein luftiges Asyl auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Dach.
Ansonsten hilft es vor dem Zubettgehen lauwarm zu duschen, sich nicht abzutrocknen, sondern so in kühle Leinen- oder Satinbezüge zu schlüpfen.
Auch ein nasses Laken vor dem Fenster, lässt besser schlummern. Durch den Verdunstungseffekt wird dem Raum Wärme entzogen, der Schlaf wird angenehmer.
So gerüstet, kann man sich wieder auf den nächsten schönen Sommertag freuen.


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