Geruchssinn gestört

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Ein solches Problem hängt meistens mit den Nasennebenhöhlen zusammen
„Am Anfang habe ich es gar nicht bemerkt. Erst als mir mein Mann zum Hochzeitstag meine Lieblingsrosen geschenkt hat, fiel mir auf, dass sie nicht riechen. Das konnte natürlich nicht sein, also habe ich alles beschnuppert, was in meiner Nähe war, aber ich rieche offenbar nichts.
Der Arzt sagt lakonisch, das ginge vorüber oder müsse operiert werden.
Aber jetzt schmecke ich auch nichts mehr. Das ist wirklich eine Katastrophe, auch weil ich gerne koche und oft Gäste zum Essen habe.
Eine Operation kommt für mich nicht in Frage.“
Frau Liebermann war deshalb ziemlich konsterniert. Sie hatte schon erlebt, dass bei einem Schnupfen (Rhinitis) das Riechvermögen und auch das Schmecken abhanden kommen können, aber das war dann jedes Mal schon nach wenigen Tagen wieder in Ordnung gewesen.
Allerdings war die Patientin in letzter Zeit fast ständig verschnupft, was sie auf die neue Klimaanlage im Büro zurückführte, hatte aber dennoch noch nie so eine starke Riechstörung gehabt. Vor allem der Verlust des Geschmackssinns irritierte sie sehr, weil sie jeden Sonntag ihre jüngeren Geschwister und deren Anhang zum Essen einlud.
Jetzt ging das aber nicht mehr, denn für den Geschmackssinn ist eine funktionsfähige Nase die entscheidende Voraussetzung.
Die Zunge kann lediglich süß, salzig, sauer und bitter erkennen. Die Feinheiten steuert unsere Nase bei.
Dafür haben wir im Dach der Nasenhöhle, am Siebbein eine Riechschleimhaut. Dort entspringen winzig feine Nervenfasern, die alle Duftwahrnehmungen auf schnellstem Weg zum Gehirn bringen und zwar zum limbischen System, dem Zentrum für Gefühle und Erinnerungen.
Die Nase besitzt quasi eine Hotline zu dem Bereich, in dem entschieden wird, was oder wen wir mögen, was uns gut tut und wen wir nicht „riechen“ können.


Wenn diese Übertragung unterbrochen ist, kann es zu Riechstörungen (Anosmie)

 

kommen. Denkbare Ursachen sind:
- Entzündungen in den Nasenhöhlen
- eine zu trockene Nasenschleimhaut
- Polypen
- Unfälle mit Schlag oder Sturz auf en Kopf
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Riechstörungen können auch erste Anzeichen für die Parkinson-Krankheit sein oder in zunehmender Zahl durch
- seelische Belastungen ausgelöst werden


Frau Liebermann führte schon seit Jahren gemeinsam mit ihrem Mann sehr erfolgreich eine unabhängige Versicherungsagentur. Sie fühlte sich auch durch die Vielzahl der Aufträge mehr belastet als früher, aber nicht so sehr, dass es eine Riechstörung dieses Ausmaßes hätte begründen können.
Es blieb also die häufigste Ursache für den Verlust des Geruchssinns eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), wegen der sie schon öfter in ärztlicher Behandlung war. Eine Sinusitis kann akut wenige Tage dauern und ohne Folgen abheilen, aber auch chronisch werden. Das hängt mit den Gegebenheiten vor Ort zusammen.


Die Nebenhöhlen


Das sind Lufträume, die an die Nase angrenzen, zum Beispiel die Stirnhöhle, die Kiefernhöhlen und direkt zwischen den Augen die Siebbeinzellen. Alle Nebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet und mit der Nase durch stricknadeldünne Kanälchen verbunden.
Wenn dort Viren eindringen, schwillt die Schleimhaut sehr stark an, um die Eindringlinge auszuschleimen.
Das verstopft natürlich die winzigen Kanälchen.
Ist es dort sowieso schon zu eng, zum Beispiel durch Wucherungen an der Schleimhaut oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand, dann ist der Luft-, der Sekret- und auch der Informationsaustausch der Nasenhöhlen untereinander nicht mehr möglich.
Nicht nur die Schwellung, sondern vor allem Virengifte beeinträchtigen natürlich auch die Leitfähigkeit der Geruchsnerven.
Akut kann es noch durch begleitende Bakterien zu eitrigen Entzündungen und heftigen Schmerzen kommen.
Im chronischen Zustand gibt es seltener Schmerzen  eher einen dumpfen Druck.
Problematischer als der Schmerz ist der viele Schleim, der häufig in den Nebenhöhlen festsitzt oder als unangenehme Schleimstraße den Rachen hinunterläuft. In diesem Schleim befinden sich nachweislich nicht nur Bakterien sondern auch Virengifte.
Bisher wurde bei einer chronischen Sinusitis die infizierte Schleimhaut operativ abgetragen, um weitere Keimentwicklung aufzuhalten. Heute weiß man, dass es viel erfolgreicher ist, den Schleim zu lösen und optimal zu entfernen. Das sollte so schnell wie möglich geschehen, wenn man wieder eine feine Nase haben möchte.
Frau Liebermann spürte als Symptome einen dumpfen Druck direkt an der Nasenwurzel. Das wies auf die Siebzellen hin. Für sie stellten wir einen ganzen Katalog von Maßnahmen zusammen, die generell bei chronischer Sinusitis hilfreich sein können:
- Homöopathische Mittel, um den Stau zu lösen und den Schleim zu entfernen
- Frau Liebermann erhielt Kalium bicromicum, das besonders gut wirkt, wenn Druck und Völlegefühl an der Nasenwurzel gespürt werden. Möglich wären auch Kombipräparate, wie Sinusitis Hevert oder Cinnabaris Pentarkan, die auch dieses Mittel enthalten.

Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen


Dazu eignen sich Kamille, Pfefferminz, Eukalypthus, Teebaumöl oder auch einfach Meersalz, um die überaktive Schleimhaut zu beruhigen.


Örtliche Wärmeanwendungen


Rotlicht verstärkt beispielsweise die Durchblutung der Schleimhaut und lässt sie ausheilen. Wärmende Kost, zum Beispiel heiße Suppen wie die legendäre Hühnersuppe oder scharfe Gewürze verstärkt diesen Prozess.


Viel Flüssigkeit


Trinken ist eine gute Unterstützung, um die Schleimhaut feucht zu halten. Dazu eignen sich besonders gut: warmes Wasser, Holundersaft, Lindenblüten- oder Schlüsselblumentee. Ebenfalls empfiehlt sichfeuchte Luft, wie am Meer oder durch nasse Tücher. Rauchen, auch passives, ist natürlich tabu.

    
Senfölhaltige Gemüse und Kräuter


Dazu zählen wie Meerrettich, Kresse, Radieschen, Rettich und Kapuziner Kresse. Sie wirken schleimlösend und regen die Geruchsnerven wieder an.


Enzympräparate


Die den Pflanzenwirkstoff Bromelain enthalten, helfen in besonders hartnäckigen Fällen oder wenn die Sinusitis schon sehr lange chronisch ist.


Tägliches Ölziehen


Das ist eine wunderbar einfache Methode, um die Virengifte loszuwerden, die die feinen Nervenfasern in der Riechschleimhaut lahmgelegt haben. Wenn man das mindestens vier Wochen durchhält, entgiftet es über die Lymphbahnen Nase, Rachen und Mund.


Bewegung


Bei lymphatischen Typen wie Frau Liebermann (hellhäutig, blaue Augen, etwas mollige Figur) hilft es auch, wenn die Lymphe zusätzlich etwas mehr in Bewegung gebracht wird, z. B. mit Trampolin- oder Seilspringen.


B-Vitamine


Sie helfen anschließend die feinsten Fasern der Geruchsnerven und auch die Schleimhaut wieder zu regenerieren und funktionsfähig zu machen.


Meridianklopfen


Außerdem klopfte Frau Liebermann so oft wie möglich den Oberlippenpunkt (LG 27), die Augenpunkte(Magen 1) und die Schlüsselbeinpunkte (Niere 27), das hilft ebenfalls eine verstopfte Nase freizubekommen.
All das und etwas Geduld hätten ausreichen müssen, eine chronische Sinusitis auszuheilen. Meine Patientin fühlte sich danach auch deutlich besser. Der Arzt bestätigte, dass die Nasenschleimhaut frei, ohne Schleimstraße, also in Ordnung sei, aber die Riechstörung blieb.
Deshalb prüfte ich die Funktionsfähigkeit der Geruchsnerven in Hypnose. Dazu führte ich Frau Liebermann in eine tiefe Entspannung und ließ sie dann unterschiedliche ätherische Öle riechen, die sie alle identifizieren konnte.
Sogar das Schmecken funktionierte in Trance einwandfrei, aber nicht im bewussten Zustand. Dafür konnte es nur eine Begründung geben: Psychische Blockaden.
Einige kinesiologische Tests brachten uns zur Lösung.
Frau Liebermann musste als Älteste von vier Kindern ihre Geschwister aufziehen, da die Mutter oft krank war und früh verstarb. Schon mit zehn Jahren lastete einfach zuviel Verantwortung auf ihr, die sie nie abgelegt hatte. Noch jetzt meinte sie für ihre längst erwachsenen Geschwister sorgen zu müssen, weil sie es der Mutter versprochen hatte.
Innerlich fühlte sie sich damit aber immer weniger wohl, bis ihr Körper mit der Krankheit einen Ausweg fand, um ihr mehr Ruhe und Freiräume zu verschaffen.
Wir brauchten einige Mentalfeldbehandlungen und die Bachblüte Pine, bis Frau Liebermann ihre Schuldgefühle und die selbst auferlegte Verantwortung für ihre Geschwister loslassen konnte.
Parallel dazu trainierten wir das Riechvermögen, durch regelmäßiges Schnuppern an intensiven oder Lieblingsdüften.
Aus Studien am Zentrum für Riech- und Schmeckstörungen der Universitätsklinik Dresden ist bekannt, dass damit in vielen Fällen das volle Riechvermögen zurückgewonnen werden kann.
Das ist inzwischen gelungen und die Lieblingsrosen duften wie früher.
Auch ihre Kochkünste kann Frau Liebermann jetzt wieder zeigen, aber nicht mehr so oft, denn große Familienessen finden nun nicht mehr an jedem Sonntag statt. Und zu ihrer großen Erleichterung haben das alle ohne Probleme akzeptiert.
Das gibt ihr mehr Möglichkeiten und freie Zeit ihrem neuen Hobby nachzugehen. Sie ist jetzt dabei, sich einen wunderschönen Duftgarten anzulegen.


Ölziehen


Morgens gleich nach dem Aufstehen einen EL Sonnenblumenöl durch die Zähne ziehen, bis es weiß wird, dann ausspucken. Danach unbedingt die Zähne putzen und das Becken säubern.

Empfohlene Selbsthilfemethoden:
Japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

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vegane und vegetarische Ernährung