ADHS - CranioSacrale Selbsthilfeübungen

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Ein Fallbeispiel von der BIOFITNESS-Farm in Hessen:


Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom, so heißt das Schreckgespenst, das zunehmend über Schulklassen und Kinderzimmer geistert.
Das ist eine, bereits im Kindesalter, beginnende Störung. Sie zeigt sich in Form von leichter Ablenkbarkeit, mangelnder Konzentrationsfähigkeit, geringem Durchhaltevermögen, oft verbunden mit Disziplinlosigkeit und einem aufbrausenden Verhalten.
Eigentlich geht es bei uns um mollige Jugendliche.
In den Ferienzeiten werden auf unserer Farm Jugendliche betreut, die ihr Gewicht regulieren möchten. Dies mit Hilfe einer Ernährungsumstellung, die unseren Erfahrungen entspricht, verbunden mit viel Sport.
Nun erfolgen die Anmeldungen für einen mehrwöchentlichen Urlaub der Jugendlichen in der Regel per Internet oder Telefon, nachdem eine genaue Information in der Homepage der Farm nachzulesen ist. Taktvollerweise fragten die Damen bei der Anmeldung bisher nicht nach dem Gewicht des Kindes und auch nicht nach dem Grund, den ein Aufenthalt bei uns noch so haben könnte.
Das aber soll sich für die Zukunft ändern. Wir werden genauere Angaben über einen Jugendlichen erfragen, bevor er zu uns kommt. Denn wir betreuten für zwei Wochen Thorsten S., einen hübschen Jungen von zwölf Jahren und das brachte einige Probleme mit sich.
Bei der Anreise sah die Leiterin der Farm, dass Thorsten eigentlich schlank war.
Auf die erstaunte Frage an den Vater, ob der Junge wirklich abnehmen sollte, bestätigte dieser.
Nun war gerade Abendessenszeit und der Vater wurde gebeten, einen Moment zu warten, bis serviert war, damit man ein Eingangsgespräch führen könnte. Der aber verabschiedete sich rasch und das Kind saß bereits am Tisch.
In den folgenden Tagen bestätigte sich der Eindruck, dass Thorsten bei uns völlig fehl am Platze war.
Wir sind kein Erziehungscamp.
Und wir sind auch kein Therapiezentrum.
Beides aber hätten wir für diesen quirligen Burschen sein müssen. Zwar war er tatsächlich in keiner Weise übergewichtig. Aber er hatte einen kleinen, deutlich schlaffen Bauch, sowie auch für ein Kind ungewöhnlich weiches Körpergewebe. Von Muskeln keine Spur.
Da wir hier viel Sport treiben, versuchten wir ihn in eine Reihe von Aktivitäten einzubinden. So „musste“ er auch an Wirbelsäulengymnastik und sogenannten „Sixpack-Übungen“ teilnehmen. Dabei schon stellte sich heraus, dass es ihm fast nicht möglich war, mehr als drei Wiederholungen einzelner Übungen zu absolvieren. Er verrenkte dann die Glieder mit schlenkernden (spastisch anmutenden) Bewegungen und ließ die Beine oder Arme auf die Erde plumpsen.
Ihm Tischtennis beizubringen oder ihn für Boxtraining zu begeistern war ergebnislos. Im Schwimmbad war er nicht bereit zu schwimmen, sondern erzeugte lieber Wellen, die den ganzen Raum unter Wasser setzten. Dafür trug er reichlich Sand ins Schwimmbecken, weil er ständig barfuss, ohne Schlappen, von draußen in die Halle ging. Und das jeweils schneller, als wir das verhindern konnten. Wenn er eine Übung gelernt hatte auszuführen, dann hatte er das am Folgetag wieder vergessen.
Insgesamt zeigte Thorsten deutliche Anzeigen von ADHS. Unsere Einschätzung wurde von ihm be-stätigt, diese Aufmerksamkeitsdefizit-Störung sei bei ihm bereits diagnostiziert worden.
Bei der Gelegenheit erzählte er auch, dass er bereits einige Therapien hinter sich gebracht hatte, die jedoch immer abgebrochen wurden. Wir entnahmen den Berichten, dass Thorsten es war, der das Bemühen der Eltern unterwanderte. Er verweigerte sich oder veranstaltete einen solchen Krawall, dass die Eltern dann nachgaben, weil sie sich ihm gegenüber hilflos fühlten.
Verschärft war die häusliche Gesamtsituation wohl dadurch, dass die Eltern sich getrennt hatten.
Das Verständnis, das wir Trainer für ihn aufbrachten, konnten die anderen Jugendlichen nicht teilen. Sie regten sich darüber auf, dass Thorsten sich nicht konzentrieren wollte und hielten es für ausgeschlossen, dass man Dinge, die gestern erst gelernt waren, heute schon wieder vergessen sein konnten. Dazu kam, dass Thorsten unermüdlich in Bewegung war und die anderen mit dieser Überaktivität gehörig „nervte“. Auch benahm er sich bei Tisch unmöglich, verteilte das Essen flach auf seinem Teller und darüber hinaus, lehnte eine Reihe von Speisen ab und war laut und ungebärdig.
Unsympathisch war, dass er oft mit dem Geld seiner Eltern protzte.
Da er mit sportlichen Erfolgen nicht punkten konnte, ärgerte er die anderen Jugendlichen und sparte auch nicht mit Ausdrücken, sodass wir immer wieder dafür sorgen mussten, dass er nicht ausgegrenzt wurde.
Andererseits war er total lieb, aufmerksam und hilfsbereit. Er half dabei, den Tisch zu decken, bot den Erwachsnen Kaffee und Tee an, pflückte Blumensträuße für die Tische und machte sich auch sonst nützlich. Für schlechtes Benehmen entschuldigte er sich immer mal wieder.
Wenn ihn etwas interessierte, wie zum Beispiel die Kräuterwanderung mit Frau Kita, der Kräuterfrau, war er wissbegierig und hatte eine schnelle Auffassungsgabe. Er sammelte Kräuter und stellte unter Anleitung daraus Öle und Badesalze her.
In der Gruppe aber war er ein absoluter Störfaktor, der trotz seiner Ver-sprechen immer wieder aus der Rolle fiel.


Fatale Ernährungsgewohnheiten


Die meisten Gerichte, die es bei uns gab, schmeckten Thorsten nicht wirklich. Auf unser Befragen erzählte er, dass Obst und Gemüse auf seinem Speisezettel daheim nicht oft vorkamen. Dafür ginge er mit seinen Eltern häufig essen und bestellte sich dann Steak, Garnelen oder Sushi. Morgens gab es Cornflakes mit Milch. Sonst bestimmten Süßigkeiten seinen Tag und seine Eltern kauften ihm, worauf er Appetit hatte.
Bezeichnend für seine Essneigungen war, dass er sich hier bei einem Ausflug mit Erlaubnis seiner Eltern einen Schokoladenbrunnen kaufen durfte.
Uns war klar, dass sich auch für die Zukunft nicht viel an der Lebensweise des Jungen ändern würde.
Hier aber wollten wir unser Bestes tun, indem wir mit unseren Möglichkeiten den Jungen unterstützten und den Eltern vielleicht einige Anregungen geben könnten, wie sie neben einer, für ihn sicherlich notwendigen Therapie, ihrem Jungen helfen könnten.


Unsere Empfehlungen


Wohlgemerkt können diese Ratschläge nur eine langfristige Therapie bei einem Psychologen, Arzt oder Heilpraktiker begleiten, nicht ersetzen.
Aber bereits hier, in nur vierzehn Tagen, ist es tatsächlich gelungen, eine deutliche Verbesserung im Verhalten von Thorsten zu erreichen. Und dafür waren folgende Schritte der Grund:


Basenüberschüssige Ernährung


Viel Obst, Gemüse und Salat, weniger Tierisches, viel weniger konzentrierte Kohlenhydrate, dafür gute Öle und Nüsse, helfen dem Körper die Übersäuerung zu überwinden. Dadurch kommt es zu mehr Aktivität und besserem Denkvermögen. ADS-Kinder sollten zudem möglichst phosphatfrei ernährt werden.


CanioSacral-Therapie


Diese Behandlungsmethode kann ADHS-Kindern oftmals helfen, resp. ihre Problematik mindern. Hier auf der Farm absolvieren wir jeden Morgen eine Reihe von Selbsthilfeübungen, die bereits einige Wirkung zeigten.


Bewegung und Sport wirken Wunder


Besonders ADHS-Kinder haben einen großen Bewegungsdrang. Dieser sollte befriedigt werden. Verbunden mit der nötigen Disziplin, sind Erfolgserlebnisse möglich, die Motivation für weitere Leistungssteigerung sind. Eine Reihe von anerkannten Studien belegen, dass sich bei konsequenter sportlicher Betätigung im Gehirn neue Vernetzungen bilden, Nervenzellen neu entstehen.


Meridianklopfen bei den Eltern


Die therapeutische Behandlung der Eltern eines ADHS-Kindes ist genauso notwendig, wie die des Kindes. Es gilt, die Normalität im Familienleben wieder herzustellen.


Das Ergebnis der 14-Tage-Kur bei Thorsten


Unser Ziel war es, zu beweisen, Thorsten zu einem strafferen Körper mit Muskelgewebe zu verhelfen. Dafür konnten wir hier nur den Anfang machen. Er war am Schluss seines Aufenthaltes hier bei uns jedenfalls in der Lage, Serien von Übungen ohne Unterbrechungen durchzuführen.


- Das führten wir auf unsere Anweisungen zurück, die wir mit Konsequenz  von ihm verlangten
- Die Ernährungsform tat ihm ausgesprochen gut, er konnte sich wesentlich besser konzentrieren
- Die CranioSacral-Selbsthilfeübungen ermöglichten ihm, etwas ruhiger zu werden und sich weniger auffällig zu verhalten


Insgesamt hatten wir den Eindruck, erste Erfolge in Bezug einer Verhaltensverbesserung waren deutlich zu erkennen.
Als das Kind von seiner Mutter abgeholt wurde, erzählten wir ihr von unseren Erfahrungen und empfahlen ihr unbedingt, eine konsequente Weiterführung dieser Ansätze.
Dazu solle sie sich unbedingt eine/einen guten CranioSacraltherapeutIn in ihrer Region suchen. Die Adresse der Meridian-Energie-Therapeutin Birgit Seufert, die sich auf Familienberatung spezialisiert hatte, gaben wir ihr mit.


Fazit


Obwohl wir sicherlich mit der Betreuung von Thorsten überfordert waren, so sind die Erfahrungen mit ihm doch sehr interessant gewesen. Uns ist wieder einmal deutlich vor Augen geführt worden, welche große Rolle Ernährung, Bewegung und auch Konsequenz für die Entwicklung eines jungen Menschen haben.
Wir wünschen Thorsten, den wir als intelligenten und liebenswerten Jungen kennen gelernt haben, für die Zukunft alles Liebe und Gute. Möge er seinen Weg mit Hilfe von wohlwollenden Menschen finden.

 

ADHS


Diese Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom tritt oft in Verbindung mit Hyperaktivität (ADHS) auf. Diese, bereits im Kindesalter beginnende Störung ist verbunden mit Konzentrationsstörungen, geringem Durchhaltevermögen, leichter Ablenkbarkeit, Neigung zu unüberlegtem Handeln und leicht aufbrausendem Benehmen. Diese Symptome reichen oftmals bis ins Erwachsenenalter hinein und können ein ganzes Leben anhalten.
Schon jetzt sind drei bis zehn Prozent aller Kinder betroffen. Die Tendenz ist steigend.
Die Ursachen für diese Art von Störungen können sein: erbliche Dispositionen, geringe Gehirndysfunktionen, Störungen am Nervensystem, psychosoziale Faktoren, Umweltbedingungen, Ernährungsfehler, mangelnde Bewegung, Geburtstrauma, Unfälle, die Verschiebungen an der Wirbelsäule oder den Schädelnähten verursachten.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind: Psychotherapie, Meridian-Energie-Therapien, CranioSacral-Therapien, Ernährungsumstellung und von schulmedizinischer Seite diverse Medikationen.


CranioSacral-Therapie


Diese sanfte Behandlungsform reguliert Spannungszustände an der Wirbelsäule und den Schädelnähten ein. Oftmals sind diese durch ein Geburtstrauma, oder Unfälle durch Sturz auf das Steißbein oder Zusammenstöße am Kopf entstanden. Sie rühren nicht selten aus längst zurückliegenden Unfällen her und sind oft längst vergessen. Die Betroffenen erinnern sich nicht mal mehr daran oder bringen aktuelle Beschwerden damit nicht in Zusammenhang. So können beispielsweise Schreibabys in oft nur einer einzigen Sitzung zu normalem Verhalten gebracht werden. Sehr gute Erfolge sind auch bei ADHS-Kindern zu erwarten, deren Symptome sich verbessern oder sogar aufheben lassen.


Meridianklopfen


In der Psychotherapie ist es längst bekannt und vielfach belegt: Kinder sind die Symptomträger ihrer Eltern.
Und immer ist es nur ein Kind in der Familie, das die Elternproblematik übernimmt. Das äußert sich oft in Verhaltensanormalien unterschiedlicher Art. Aus diesem Grund ist es oft ratsam, die Eltern therapeutisch zu begleiten, damit gemeinsam aufgespürt werden kann, wo die Ursache der Problematik liegt. Sind Eltern dann in ihrer Position gefestigt, haben Selbstvertrauen gewonnen und sind sich ihrer Erziehungskompetenz bewusst, gelingt es ihnen oftmals ganz leicht, die „Zügel wieder in die Hand zu nehmen“. Das interessanteste Ergebnis einer solchen Elternbehandlung aber ist in den meisten Fällen, dass das Verhalten der Kinder sich wie durch „Zauberhand“ verändert hat, obwohl doch keine Direkteinwirkung vorgenommen wurde.
Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: einmal findet eine Energieübertragung statt, zum anderen hat sich das Verhalten der Eltern den Kindern gegenüber geändert, die nun anders re-agieren.


ADHS – oft Motor für besondere Leistungen


Unter berühmten Wissenschaftlern, Künstlern oder Sportlern befinden sich oftmals Menschen, bei denen ADHS diagnostiziert wurde. Ein aktuelles Beispiel ist der erfolgreichste Olympiagewinner aller Zeiten, der Amerikaner Michael Phelps, der mit bisher zehn Goldmedaillen im Schwimmen nun auch in Peking Furore machte und eine elfte Medaille kassieren konnte.
Er litt an ADS, dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. In der Schule störte er ständig den Unterricht, lenkte seine Schulkameraden ab und zeigte schlechte Leistungen. Er war ein Scheidungskind und wuchst in ärmlichen Verhältnissen auf. In einem verdreckten Swimmingpool begann er zu schwimmen. Seine Erfolgsstory ist bekannt. Auch Franziska von Almsick sagte kürzlich in einem Interview, dass sie ein zappeliges Kind gewesen war.
Alle ADHS-Kinder haben gemeinsam einen ungewöhnlichen Bewegungsdrang. Wird der befriedigt, scheint hier ein Schlüssel für die Möglichkeit zu liegen, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und die Problematik besser in den Griff zu bekommen.


Buchtipp:


„CranioSacral – Sanfte Hände lösen Schmerzen“, Autorinnen: Ingrid Schlieske und Anja-Wanner-Moritz, Turm Verlag, 19,90 Euro,

Selbsthilfemethoden:

Japanisches Heilströmen

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