Natürliche Hilfe bei Warzen

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


„Meist denke ich gar nicht mehr daran. Ich habe diese Warze schon drei Jahre. In der Buchhandlung, in der ich früher war, haben mich die Kinder öfter angesprochen, so etwas hätten doch nur Hexen. Das war mir immer ziemlich peinlich. Ich darf gar nicht daran denken, dass zur Eröffnung meines eigenen Geschäftes in zwei Wochen, auch ein Pressebericht gemacht wird. Mit Fotos!
Natürlich würde ich gerne etwas gegen die Warze tun, aber am Auge war mir das bisher zu gefährlich!“
Frau Malchow war eigentlich wegen Rückenschmerzen zur Behandlung in meine Praxis gekommen. Sie war dabei, sich ihren Traum zu erfüllen und einen kleinen Buchladen zu eröffnen. Dort hatte sie, um Kinder und ihre Eltern mehr für das Lesen zu interessieren, mit vielen Ideen interaktive Bereiche für Lesungen, Mal- und Wissenswettbewerbe u.ä. selbst gestaltet. Deshalb glaubte sie, ihrem Rücken bei Renovierung und Einrichtung zu viel zugemutet zu haben.
Aber die Schmerzen im Lendenwirbelbereich wurden nicht besser, als die Regale eingeräumt und die Dekoration fast fertig war.
Besonders wenn sie längere Zeit gesessen hatte, musste sie sich regelrecht hoch hangeln, um wieder gerade zu stehen.
Während der Anamnese fiel mir bei Frau Malchow eine längliche Warze am linken Lidrand auf, die fast über das Auge hing. Nachdem ich sie darauf angesprochen hatte, erzählte sie mir, wie gerne sie diese los wäre, aber eine Salbe dagegen habe nicht geholfen und Besprechen oder etwas ähnliches sei ihr suspekt, schließlich glaube sie nicht an Hexerei. Also müsse sie wahrscheinlich mit der Warze leben.


Warzenformen


Warzen (Verrucae) werden von den meisten Menschen eher als störend oder lästig betrachtet, je nachdem, wie sie auftreten. Es gibt unzählige Formen davon:


- Gewöhnliche oder Stachelwarzen (Verrucae vulgaris) haben die typische zerklüftete Oberfläche und breiten sich selten einzeln, sondern eher als Kolonie auf Fingern und Handflächen aus
- Pinselwarzen (Verrucae filiformis) sind längliche Gebilde mit einer leichten Verhornung an der Spitze. Sie treten einzeln an Augenlider und Lippen auf, befallen aber auch als Miniexemplare die Halsgegend
- Dorn- oder Sohlenwarzen (Verrucae plantares) breiten sich meist beetartig auf der Fußsohle aus und können sehr schmerzhaft sein, weil sie durch das Körpergewicht immer mehr in die Haut eingedrückt werden
- Feigwarzen (Kondylome) sind kleine blumenkohlartige Wucherungen, die sich an den Genitalorganen bilden und durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können


Warzenentstehung


Bestimmte Warzen treten verstärkt in der Pubertät (Verrucae plane juvenile), andere im höheren Alter (Verrucae seborrhoica) auf.
Die meisten sind tatsächlich harmlose Infektionen mit dem Papilloma-Virus (HPV). Dieses Virus dringt ganz gezielt in die oberen Hautzellen ein und veranlasst sie zu schnellerer Zellteilung. Dabei entstehen die typischen unschönen Erhebungen, die wir gerne verstecken würden.
Warzen können aber auch wichtige Hinweise geben, wo in unserem Körper etwas nicht optimal funktioniert, wo sich schwere Krankheiten bilden oder die Psyche keinen anderen Weg sieht, um sich zu entlasten.
In der Homöopathie betrachtet man Warzen als wichtige Signalgeber für Krankheiten, die zu überschießendem Wachstum führen können.
Und auch in der Medizin ist bekannt, dass „Kondylome“ an den Genitalorganen sich zu gefährlichen krebsartigen Wucherungen entwickeln können.
Warum Warzen auftreten und wieso gerade bei bestimmten Menschen gehäuft, ist nicht restlos erforscht. Bekannt sind Infektionen über kleine Wunden im Schwimmbad, in der Sauna, im Solarium oder dort, wo Menschen barfuss gehen.
Entscheidend ist dabei offensichtlich die Stärke des körpereigenen Abwehrsystems. Denn auch psychische Belastungen, Dauerstress, Impfungen und immunsuppressive (immunsenkende) Behandlungen können Warzenbefall auslösen.


Die Behandlungsmöglichkeiten


Sie sind so unterschiedlich, wie die Stellen, an denen sich die Warzen platzieren.
Auf keinen Fall sollte man selbst an der Warze herumschneiden, sie abbeißen o.ä., denn das könnte die Viren anspornen, sich weiter auszubreiten.
Der rein schulmedizinische Weg, Warzen zu vereisen, zu verätzen, wegzulasern oder abzutragen, ist zwar eine Möglichkeit, aber leider oft schmerzhaft und auf Dauer auch nicht immer erfolgreich.
Sanfter und meist auch dauernder sind alte Hausmittel, Suggestionsbehandlungen und die Homöopathie, weil sie nicht nur an Ort und Stelle wirken, sondern auch das Immunsystem stärken.


Alte Hausmittel


- Mehrmals täglich frischen Saft von Schöllkrautwurzeln (Chelidonium majus) oder Löwenzahn (Taraxacum officinale) oder Knoblauch oder auch Leinöl auf die Warzen tropfen
- Auch Teebaumöl kann helfen, weil es gut in die Haut eindringt und gleichzeitig die Viren bekämpft
- Ringelblumenblätter (Calendula officinale) eine Woche in Essig ziehen lassen und die Warzen damit bestreichen
- Ein Stück Bananenschale mit der Innenseite auf die Warzen legen und mit einem Pflaster fixieren. Täglich erneuern
- Tafelkreide abreiben, mit Wasser vermischen und die Paste auf die Warzen auftragen, ein Pflaster darüberkleben und eine Woche wirken lassen. Hilft vor allem bei Schwimmbadwarzen an den Füßen


Hausmittel wirken umso besser, je frischer die Warzen sind, je fester man an die Wirkung glaubt und natürlich bei abnehmendem Mond …
Man braucht etwas Geduld, ehe sich der Erfolg einstellt, es ist aber auf jeden Fall einen Versuch wert.
Andere Empfehlungen, wie bei Vollmond eine Nacktschnecke über die Warze kriechen zu lassen oder diese mit Ohrenschmalz und anderen unappetitlichen Sachen zu versiegeln, sollte man lieber härteren Naturen überlassen.


Suggestionsbehandlungen


Die Erfolge suggestiver Behandlungen bei Warzen sind legendär, aber immer noch umstritten. Vermutlich weil man nicht so einfach nachvollziehen kann, was da beim „Besprechen“ oder bei einer Hypnose wirklich passiert.
Aber, so wie die Psyche einen Menschen krank machen kann, kann sie ihn auch wieder heilen.
Durch überzeugende Suggestionen, egal ob durch „weise Frauen“, Hypnotherapeuten oder bei autogenem Training, können enorme Selbstheilungskräfte angeregt werden.
Wer sich selbst helfen will, kann das mit einfachen, plastischen Anweisungen, wie: „die Warze wird alt, die Warze ist kalt, die Warze fällt ab“, tun und sich dabei die Wirkung auch vorstellen.
Ob durch diese Verschmelzung von Vorstellungs- und Willenskraft nur die Virenabwehr verstärkt wird oder tatsächlich die Blutzufuhr zur Warze selbst gedrosselt wird, um sie absterben zu lassen, ist eigentlich unwichtig.
Entscheidend ist, dass es ohne Nebenwirkungen und oft verblüffend schnell funktioniert.


Homöopathie


Eine homöopathische Arznei verfügt wie ein Mikrochip über unwahrscheinlich viele Informationen, die das Immunsystem oder der innere Heiler brauchen, um die Selbstheilungskräfte genau auf das Problem auszurichten.
Das wichtigste Mittel bei Warzenbefall ist Thuja occidentalis, das bei allen Warzen eingesetzt werden und auch die genetische Disposition dafür bereinigen kann, bevor sich Schlimmeres entwickelt.
Es wirkt besonders gut bei weichen, länglichen und blumenkohlartigen Warzen. Sind die Warzen eher rauh und  hornig, besonders an den Fußsohlen, brauchen sie Antimonium crudum.
Causticum kann helfen, wenn die Warzen groß und zackig sind, im Gesicht und um die Fingernägel auftauchen und leicht bluten.
Tritt bei großen, rissigen Warzen noch ein Juckreiz auf, ist das eher ein Fall für Nitricum acidum.
Weil sich Frau Malchows Warze schon längere Zeit am Lidrand breit machte, bestand die Gefahr, das sie sich bereits vom Stoffwechsel abgekoppelt und eine eigene Blutzufuhr geschaffen hatte.
Das ist auch der Hintergrund, weshalb man bei einem psychischen Tief Warzen bekommen kann, sie aber nicht sofort wieder loswird, auch wenn man später superglücklich ist.
Für den gezielten Rundumschlag gegen die Warze, kombinierte ich Homöopathie, Hypnotherapie und autogenes Training.
Homöopathisch bekam Frau M. das Hauptwarzenmittel Thuja occidentalis, weil es zusätzlich sowohl die Impfprobleme in der Vorgeschichte, als auch die eigenartigen Rückenschmerzen positiv beeinflusst.
Da meiner Patientin eine suggestive Einflussnahme immer noch unheimlich war, ließ ich sie in Hypnose intensiv die Vorstellung erleben, selbst die Blutzufuhr zur Warze stoppen zu können, um diese absterben zu lassen.
Zuhause trainierte sie dann täglich in entspannter Haltung diese Vorstellung weiter und suggerierte sich: „die Blutzufuhr steht, die Warze geht!“.
Nach zehn Tagen war die Warze über Nacht einfach verschwunden. „Ich habe sogar mein Bett durchsucht, sie ist einfach weg!“, erzählte sie mir freudestrahlend beim Abschlusstermin.
„Erst da fiel mir auf, dass auch mein Rücken wieder in Ordnung ist, obwohl ich doch viel zu tun habe. Das Geschäft läuft super, vielleicht weil ich mir wirklich so vorkomme, als könnte ich hexen, schließlich ist die Warze weg. Ich habe mir sogar einen schwarzen Kater zugelegt, den die Kinder ganz toll finden.
Könnte ich damit auch andere Sachen loswerden, zum Beispiel meinen Exmann oder meine Sommersprossen?“

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