Ein frischer ATEM

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin

 

Die Atemluft gehört zu den wichtigen Sympathieträgern, die gleich nach der Optik und dem Wesen eines Menschen, die Hauptrolle spielen. Da mag eine Frau noch so hübsch, ein Mann noch so attraktiv sein, wenn dem Mund ein Atem entweicht, der unangenehm riecht, so ist die Umwelt ihr/ihm nicht zugetan, ihre/seine Gegenwart wird eher gemieden, als gesucht. Oft auch dann, wenn die Person charmant, interessant und ansonsten liebenswert ist.
Und Betroffene, wenn sie um ihr Problem wissen, sind kreuzunglücklich, wissen sich oft nicht zu helfen. Dabei ist Mundgeruch in den allermeisten Fällen vermeidbar, wenn man um die Ursachen weiß.


Die Atemluft


Sie besteht aus etwa 78 Prozent Stickstoff, 17 Prozent Sauerstoff, Wasserdampf und 4 Prozent Kohlendioxid. Dazu kommen etwa 1 Prozent weitere Gase. Unter ihnen 0,000001 Prozent Schwefelverbindungen. Dieses Tausendstel entscheidet darüber, ob ein Mensch unangenehm aus dem Mund riecht, oder nicht.
Ist ein Patient nachweislich betroffen, so nennt sich seine Krankheit Halitosis.


Der schlechte Atem, wer ist betroffen?


Er ist weit verbreitet, kommt auf allen Kontinenten vor und ist in allen Ländern festgestellt worden. Ältere Menschen sind stärker betroffen, als jüngere, Männer häufiger als Frauen.
Zudem spielt bei Frauen auch die Hormonlage eine Rolle. Während des Eisprungs zum Beispiel ist die Konzentration der Schwefelverbindungen um das Zwei- bis Vierfache erhöht.
Wann aber Atemluft als normal empfunden wird oder als unangenehm riechend, ist Ermessenssache. Sie wird so unterschiedlich von den Mitmenschen beurteilt, wie der Körpergeruch auch.


Das Tabu-Thema


Nur selten wird darüber gesprochen. Und Betroffene wissen oft nichts von ihrem Problem, denn selbst kann kaum wahrgenommen werden, wie der eigene Atem riecht. Zu sehr ist man an seinen eigenen Geruch gewöhnt.
Und wer mutet schon gerne einem Mitmenschen zu, einmal eine „Riechprobe“ zu nehmen.
Aber auch die Umwelt zögert oft, einem Betroffenen die Wahrheit zu sagen und ringt nach einer Möglichkeit, ihn über sein Problem zu informieren, ohne dass es falsch aufgefasst wird, oder eine peinliche Situation entsteht. Dabei kann ein ehrliches Wort, entsprechend dezent platziert, eine große Hilfe sein.
Die Ursachen des Übels:


Ursache 1


In den allermeisten Fällen, nämlich in mehr als 90 Prozent, ist die Ursache für den unangenehmen Geruch im Mund- und Rachenraum zu finden. Der Grund dafür kann sein:


- Schlechte Zähne und Zahnstein
- Essensreste, die sich zwischen den Zähnen befinden und faulen
- Essensreste, die in den Zahnfleischtaschen versteckt sind
- Zahnwurzelentzündungen
- Parodontitis, eine Entzündung des Zahnfleisches mit Freilegen der Zahnhälse
- Zerklüftete und chronisch entzündete Mandeln


Gegen diese Probleme hilft neben dem Zähneputzen das Benutzen von Zahnseide für die Zahnzwischenräume, eine Munddusche für die Taschen zwischen den Zahnwurzeln und eine therapeutische Behandlung der entzündlichen Prozesse, sowie das regelmäßige Entfernen von Zahnstein.


Ursache 2


Abermillionen von Mikroben beschäftigen sich damit, Essensreste und abgestorbene Hautzellen zu zersetzten. Für manche Nahrung reicht diese Tätigkeit nicht aus, weil sie besonders viel oder spezielle Schwefelverbindungen, die Allyl-Methyl-Sulfide, produzieren. Dazu gehören: Eiweißnahrung, Zwiebeln, Knoblauch.
Gegen diesen Überschuss an Schwefelverbindungen hilft Chlorophyll. Die Bakterien im Mund mögen keinen Sauerstoff. Dieser eliminiert einen Teil der unangenehmen Gerüche.


Ursache 3


Zungenbelag kann stinken. Tatsächlich befinden sich in der Regel 60 bis 80 Prozent der schwefelhaltigen Bakterien auf dem Zungenrücken. Besonders wohl fühlen diese sich auf dem rauen hinteren Teil der Zunge.
Bei belegter Zunge kommt es bis zu dem 25-fachen der Bakteriendichte.
Auch eine gesunde Zunge trägt einen leichten Belag. Jedoch sollte die rosa gefärbte Zunge hindurch schimmern.
Gegen ungesunden Belag hilft das Abschaben oder Abbürsten der Zunge. Dieser Vorgang sollte so selbstverständlich sein, wie das Zähneputzen. Ausreichend Flüssigkeitsaufnahme ist ebenfalls hilfreich.


Ursache 4


Ungenügender Speichelfluss. Der Speichel ist die körpereigene Putzkolonne. Je mehr Speichelbildung, desto besser. Zu einer Minderproduktion kann es durch folgende Fakten kommen: Einnahme von Medikamenten, Appetitzüglern, speziellen Nervenarzneimitteln, Antidepressiva, Antipsychotika, Blutdrucksenkern und anderem. Mundtrockenheit entsteht aber auch durch Atmen durch den Mund und zu wenig trinken.
Abhilfe schafft genügend Flüssigkeitsaufnahme, am besten Wasser, Tee und Kaugummi, sowie kauen. Die Kaubewegung stimuliert Speichelbildung und kann sie um 300 Prozent steigern. Dafür sind die Geschmacksstoffe im Kaugummi ohne Bedeutung.


Ursache 5


Morgendlicher Mundgeruch entsteht während des Schlafes, weil nicht geschluckt wird, kaum Sauerstoff in den Mundraum gelangt und die Speichelbildung verringert ist. Schnarchen sorgt zusätzlich für das Austrocknen der Schleimhäute.
Dagegen hilft das Abschaben der Zunge, Zähne putzen, trinken, frühstücken.


Ursache 6


Magen und Darm können ebenfalls Verursacher des Mundgeruchs sein. Übel riechende Gase steigen in der Speiseröhre in den Mundraum. Allerdings macht diese Ursache nur einen geringen Prozentsatz des Problems aus.
    Es versteht sich, dass der Verdauungstrakt für die Gesamtgesundheit eines Menschen eine große Rolle spielt und entsprechend gepflegt werden muss.


Ursache 7


Übertriebene Mundpflege kann schaden, statt zu nützen. Zu gründliche Putzanwendungen und laufende Mundspülungen mit scharfen und Frische versprechenden Lösungen, zerstören oftmals die Mundflora, die mit ihren Bakterienkulturen für die Mundgesundheit unerlässlich sind.
Regelmäßige moderate Pflege von Mund und Zähnen ist ausreichend. Spülungen sollten nur angewandt werden, wenn das therapeutisch notwendig ist.


Ursache 8


ist eine unzureichende Entschlackung, Entgiftung über Nieren, Leber, Darm, Haut. Der Atem ist maßgeblich an den Entgiftungsfunktionen des Körpers beteiligt. An diesen Zusammenhängen zeigt sich deutlich, dass bei jedweder Therapie die Gesundheit des gesamten Menschen beigezogen werden muss, wenn sich eine der Funktionen als Schwachstelle/Ventil zeigt.


Selbsttest


Schon unter 20,-- € kann ein sogenanntes Halimeter für die Westentasche gekauft werden (Google, E-bay).
Diese kleine Gerät zeigt den Grad der Schwefelverbindungen in der Atemluft an. Allerdings ist es nicht dafür geeignet, um die Ursachen des Mundgeruches festzustellen.


Therapeutische Hilfe


Bereits in über 2000 Zahnarztpraxen in Deutschland wird eine Behandlung gegen Mundgeruch angeboten. Für die Ursachen des Leidens werden  über einen aufwändigeren Halimeter die Schwefelverbindungen gemessen und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht.
Zusätzlich werden Bakterienkulturen angelegt und Analyseverfahren angewandt, um festzustellen, wo eine Therapie ansetzen kann.


Krankheiten kann man riechen



Für Ärzte und Heilpraktiker ist der Mundgeruch eines Patienten oft ein wichtiger Hinweis auf die gesundheitlichen Defizite.
In früheren Zeiten waren Therapeuten darauf angewiesen, ihre Sinneseindrücke zu nutzen, um festzustellen, was dem Patienten fehlte.


Folgende Zusammenhänge sind bekannt:


- Lungenkrankheiten geben über den Atem einen eitrigen Geruch ab
- Magenleiden riechen säuerlich (hierin sind jedoch nur ca. ein Prozent der Gründe für Mundgeruch zu finden)
- Essstörungen kann man oft am acetonartigen Geruch feststellen
- Diabetes hat einen obstartigen, süßlichen Geruch
- Lebererkrankungen lassen sich durch einem erdartigen oder ammoniakartigen Geruch vermuten
- Nieren zeigen einen ähnlichen Geruch, wie Leberleiden
- Eine entzündete Magenschleimhaut und Divertikeln im Darm lassen oft unangenehme Gase durch die Speiseröhre entweichen


Ernährung hilft bei der Therapie


Bei Mundgeruch ist es ratsam, viel grünes, also chlorophyllhaltiges Gemüse zu konsumieren. Durch den zusätzlichen Sauerstoff wird das Zersetzen der Fäulnisbakterien im Mund beschleunigt.
Machen Sie selbst die Probe aufs Exempel und finden Sie heraus, welche Nahrung einen spürbar besseren Atem unterstützt und nach welchem Genuss sich Geschmack im Mund und Geruch negativ verändern.


Nur Mut, rasche Hilfe ist möglich


Wenn Sie den begründeten Verdacht haben, Ihr Atem riecht nicht frisch und gesund, dann überzeugen Sie sich von einer erhöhten Konzentration von Schwefelverbindungen in Ihrem Mundraum.
Und dann beginnen Sie damit, eine der möglichen Ursachen nach der anderen auszuschalten. Bei der Sanierung der Zähne hilft Ihnen ein guter Zahnarzt. Die anderen Maßnahmen können Sie zumeist selbst anwenden.
Eine sinnvolle Hilfe ist die Anschaffung eines Halimeters.
Ein reiner, ein frischer, ein angenehm duftender Atem wird Sie noch sympathischer machen, als Sie ohnehin sind.


Angstkrankheit


Die Vermutung, man rieche aus dem Mund, ist eine weit verbreitete Angstkrankheit. Nur ein Drittel der Menschen, die der festen Überzeugung sind, zu den Betroffenen zu zählen, leiden wirklich an Halitosis. Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist, sich von der Befindlichkeit zu überzeugen. Und dabei hilft nur der Test, der die Konzentration der Schwefelverbindungen anzeigt.


Selbsthilfemethode, um Gesundheit zu unterstützen:

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