Traumberuf KAPITÄN

Norbert Büttner

 

Mit keinem Gedanken habe ich als Jugendlicher daran gedacht, einmal Kapitän zu werden. Und erst recht nicht, dass ich dann die Verantwortung für ein großes Containerschiff tragen könnte.

 

Immer wieder höre und lese ich, dass junge Menschen es schwer haben, einen guten Ausbildungsplatz zu finden und ihre berufliche Zukunft zu sichern. Besonders in der Region, in der meine Familie lebt, machen sich die Schulabgänger Sorgen, wie es weitergehen soll.

Da ist es erstaunlich, wie selten der Beruf des Seefahrers in Betracht gezogen wird. Dabei bietet eine solche Ausbildung hervorragende Möglichkeiten und einzigartige Aufstiegschancen.

 

Wie alles begann

Mit 13, 14 Jahren macht man sich noch keine großen Sorgen darüber, welcher Beruf welche Zukunftschancen bietet. So hatte auch ich lediglich die Idee, Abenteuer zu erleben und fremde Länder zu bereisen. Hauptsächlich aus diesem Grund wollte ich zur See fahren.

In der ehemaligen DDR aber war es nicht so ganz einfach, den komplizierten Bewerbungsweg zu durchlaufen. Als ich dann endlich die Genehmigung erhielt, wurde ich in Rostock zum Matrosen ausgebildet.

Danach fuhr ich fünf Jahre zur See. Das Seefahrerleben sagte mir durchaus zu. Dies auch besonders, weil ich dort einen festen Zusammenhalt zwischen dem Mannschaftskollegen kennen lernte.

Nachdem ich dann auch noch meinen Militärdienst absolviert hatte, stand ich vor der Überlegung, wie es nun weitergehen sollte.

Fest stand für mich: „Rost klopfen wollte ich nicht mein Leben lang.“

 

Die Zukunft sichern

Ich war nun fest entschlossen, Karriere zu machen. Dafür war ein Studium nötig. Obwohl ich inzwischen geheiratet hatte und Vater von Sohn und Tochter war, machte ich auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach. Danach studierte ich ganze fünf Jahre.

Während dieser Zeit erwarb ich auch das Kapitänspatent.

 

Frachtschiffe – eine Welt für sich

Ein Frachtschiff im Übersee-Verkehr ist wie ein abgeschlossener eigener Kosmos zu betrachten. Die Technik erlaubt es, auf dem Meer völlig autark zu sein.

Die Motoren treiben an, erzeugen Strom, Wärme, Kühlung und filtern Wasser.

Sie brauchen nur Brennstoff – und das nicht wenig.

Denn so ein Frachter verfügt über Dieselmotoren von 100.000 PS.

 

Das Kapitänspatent

Ich habe dafür folgende Stationen absolviert:

- Kapitänspatent für Kleine Fahrt – kleine Schiffe

- Kapitänspatent für Mittlere Fahrt – kleinere und mittlere Schiffe

- Kapitänspatent für Große Fahrt – für Fahrten über den Ozean

Die Zuordnung richtet sich nach der Bruttoregister-Kapazität der Schiffe.

Heute sieht es etwas anders aus. So gibt es heute Patente für Management Level (Kapitän und Chief Mate) und Operating Level (NWO).

 

Seefahrt und Familie

Fast acht Monate im Jahr bin ich auf See. Das heißt, meine Frau ist bei der Kinderziehung, aber auch für alle Erledigungen die meiste Zeit völlig auf sich gestellt. Das bezieht sich auf Behördengänge genauso, wie auf Reparaturarbeiten am Haus oder Auto, wie auch auf die Aufrechterhaltung des Bekanntenkreises.

Wenn ich dann jeweils für zwei ganze Monate daheim in Mecklenburg bin, ist für mich Urlaub und Familie pur angesagt. Ich versuchte dann, alles nachzuholen, was sonst nicht möglich war. So unternahmen wir viel mit den Kindern, als sie noch kleiner waren und meine Frau und ich kommen endlich zu vertrauten Gesprächen, zum Pläne schmieden und auch gemeinsamen Arbeiten im Garten.

Wenn ich auf dem Schiff war, beschränkten sich die Kontakte auf eine einzige Telefonstunde pro Woche. Viele Anliegen, über die man gerne gesprochen hätte, blieben dann auf der Strecke.

Seit neuestem aber ist eine tägliche Kommunikation über E-Mail möglich. Und die nutzen wir weidlichst aus.

 

Der positive Aspekt der ungewöhnlichen Urlaubszeiten ist, dass bei uns nie der Alltag einkehrt. Die Sehnsucht nach Frau und Kindern bleibt immer frisch und wir freuen uns jedes Mal neu aufeinander.

 

Die Zeit, die wir miteinander dann verbringen, bleibt weitgehend frei, von den Querelen und kleinen Streitigkeiten, die sich nach vielen gemeinsam verbrachten Jahren oftmals in ein Familienleben schleichen.

Meine Frau und ich haben uns auf die beruflich bedingte Zeiteinteilung eingestellt und sind zufrieden damit. Neben den Gemeinsamkeiten führt jeder von uns noch ein Parallelleben, von dem es aber jedes Mal viel zu berichten gibt. Auch das hält die Beziehung frisch und spannend.

 

Bedauerlicher finde ich nur, dass die eigenen Freunde spärlicher werden, weil man sich einfach nicht so regelmäßig sieht.

 

Die Sehnsucht nach der Ferne

Ich habe sie immer noch, wenn ich eine Weile an Land war. Es zieht mich dann regelrecht hinaus aufs Meer.

Und immer noch spüre ich diese kleine Aufregung, die Vorfreude, wenn das Schiff startklar gemacht wird.

Dazu gehört auch das Gewusel im Hafen, wenn der Frachter mit den Containern beladen wird. Ich liebe diese geschäftige Betriebsamkeit, wenn mit höchster Konzentration die Kräne bedient werden und jeder der Arbeiter genau seine Handgriffe kennt.

Wenn dann endlich das Schiff den Hafen verlässt, ist mir jedes Mal neu bewusst:

„Ich breche auf zu neuen, zu anderen Kontinenten, zu neuen Ufern!“

 

Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn wir aufs offene Mehr hinausfahren. Dann meine ich, dass sich das Herz weit öffnet, der Kopf frei wird und alle belastenden Gedanken auf dem Festland zurückbleiben.

Ich blicke auf die Spuren des Kielwassers zurück und habe die Vision, mit meinem Schiff in den Horizont zu fahren, wo Wasser und Himmel verschmelzen.

 

Frachter oder Passagierschiff?

„Alle Schiffe sind gleich. Sie unterscheiden sich nur in Größe und Art der Ladung.“

Mit diesem launigen Spruch charakterisierte Heinz Rühmann einst die Verschiedenheit der Schiffe.

Oft werde ich gefragt, weshalb ich Frachter fahre und ob es nicht interessanter sei, ein Passagierschiff zu steuern.

Mein beruflicher Werdegang hat sich aus meiner DDR-Herkunft ergeben. Denn es gab damals in der DDR nur eine bestimmte Anzahl von Passagierschiffen,  auf denen DDR-Bürger zum Teil auch ins westliche Ausland reisen durften. Diese Schiffe wurden auch verchartert und machten für westliche Reiseanbieter und deren Klientel Kreuzfahrtreisen rund um die Welt. Die Anstellung auf diesen Schiffen war sehr beliebt, aber bei zum Teil über 200 Schiffen in der Reederei DSR nur einer begrenzten Anzahl von Seeleuten möglich.

Also stellte sich mir die Frage gar nicht, auf welche Art von Schiff ich die Meere überquere.

Und heute liebe ich meine Frachtschiffe über alles. Zudem bieten sie dem Kapitän wie auch der Mannschaft, so wie den mitreisenden Urlaubern, allen erdenklichen Komfort.

 

Die Crew des Schiffes

In der Regel fahre ich ein Schiff nur vier Monate und erhalte dann ein Schwesterschiff zur Betreuung. Auch die Mannschaft ist jedes Mal anders zusammengesetzt. Dennoch treffen sich immer wieder Kollegen, die sich aus früheren Besatzungen kennen.

Die Kameradschaft an Bord wird generell groß geschrieben. Schließlich arbeitet und lebt man auf dem Schiff zusammen und einer ist auf den anderen angewiesen. Dabei genießen die Seeleute eine Reihe von Privilegien:

- Die Mannschaft ist in Einzelappartements komfortabel untergebracht

- Das Freizeitangebot ist groß. Vom Schwimmbad bis hin zum Fitnesscenter, sowie schönen Clubräumen, ist alles darauf ausgerichtet, keine Langeweile aufkommen zu lassen

- Das Essen ist sehr üppig, abwechslungsreich und bietet zu jeder Mahlzeit vielfältige Wahlmöglichkeit

 

Der Beruf des Seemanns

Wohl in kaum einer anderen Branche gibt es die Möglichkeit, so rasch die Karriereleiter aufzusteigen, wie auf dem Schiff.

In längst vergangenen Zeiten mag es möglich gewesen sein, dass verkrachte Existenzen auf einem Schiff als Hilfskräfte anheuerten.

Heute sind bereits Matrosen hoch spezialisierte Facharbeiter, die sich sowohl mit der Ladung und deren Sicherung auskennen müssen, wie auch mit der hochmodernen Technik auf einem Schiff.

Der Beruf des Seemanns ist zukunftsträchtig. Ein Arbeitsplatz gilt für einen Menschen, der verantwortungsvoll arbeiten will, als gesichert. Das Einkommen ist gut. Die Arbeitsbedingungen an Bord sind heutzutage außerordentlich arbeitnehmerfreundlich.

 

Große, neue Schiffe bieten nautisch und technisch hochinteressante Aufgaben.

 

Schon während der Zeit als Matrose zeigt sich, wer die Chance hat, weiter auf der Karriereleiter aufzusteigen. Und diese hat folgende Stufen:           

- Lehrling

- Vollmatrose

- Studium

- Dritter nautischer Offizier

- Zweiter nautischer Offizier

- Erster nautischer Offizier, auch Chief Mate (Stellvertreter des Kapitäns)

- Kapitän

 

Heute sind verschiedene Wege zum Offizier möglich:

- Auszubildender

- Schiffsmechaniker

- Studium

- nautischer Wachoffizier

- Erster nautischer Offizier auch Chief Mate (Stellverteter des Kapitäns)

- oder direkt zum Studium mit entsprechenden Praxissemestern.

 

Ist ein Seemann ehrgeizig und möchte weiterkommen, ist es nicht schwer, noch nachträglich entsprechende Ausbildungen und Studien zu absolvieren. Bereits nach relativ kurzer Zeit zeigt sich die Eignung und wird von den Reedereien unterstützt.

 

Hier spricht die Frau des Kapitäns

Oft werde ich von Freunden und Bekannten gefragt, wie ich es denn aushalten kann, meinen Mann in der Ferne zu wissen und den Alltag daheim ganz alleine erledigen zu müssen. Ich will ganz ehrlich sein, manchmal ist das nicht so ganz leicht. Freilich vermisse ich die Anwesenheit meines Mannes oft. Aber er fehlte mir in den ganzen Jahren  auch bei ganz praktischen Dingen, wie bei der Kindererziehung, oder wenn im Haus etwas zu reparieren war.

Aber im Laufe der Zeit habe ich mir angewöhnt, dafür selbst zuständig zu sein. Oder manches musste eben warten, bis er heim kam.

Und dann war es immer wundervoll.

Wo andere Ehen vielleicht schon längst eingeschlafen sind, verleben wir als Ehepaar, aber auch als Familie, immer wieder neu eine intensive Zeit. Wir unternehmen viel, reden, lachen zusammen und freuen uns einfach, alle beieinander zu sein.

 

Ja, und dann waren da auch noch diese herrlichen  Urlaube, in denen die ganze Familie mit an Bord durfte und „Schiff ahoi“ ,einfach mitschipperte

 

Jetzt, da die Kinder groß sind, fahre ich allein im Urlaub „zur See“.

Ich begleite dann meinen Mann überall hin: auf die Brücke, in den Kartenraum, in den Maschinenraum, eben dorthin, wo er was zu tun hat, um die ganze Zeit an seiner Seite sein zu können.

Und wir nutzen diese Zeit auch, um gemeinsam Sport zu treiben, oder uns einfach an Deck zu erholen.

 

Freilich, die Frau eines Seemanns zu sein, bedeutet auch auf Vieles zu ver-zichten. Aber wenn man sich liebt und vertraut, lässt sich die Zeit der Trennung ganz gut überbrücken.

 

Dies, zumal ich berufstätig bin. Mir war es immer wichtig, auch in dieser Hinsicht unabhängig zu sein und außer Haushalt und Kinder auch meine eigene Lebensplanung zu betreiben.

Und einsam habe ich mich ohnehin nie gefühlt, denn ich habe einen großen Freundeskreis, den ich engagiert hege und pflege.

Zudem war ich gut vorbereitet auf die Ehe mit einem Kapitän. Mein früherer Freund fuhr auch zur See. So wusste ich genau, was auf mich zukam.

Ich vermisse nichts in meinem Leben. Außer gelegentlich zugegebenermaßen meinen Mann. Aber wenn die Sehnsucht zu groß wird, fahre ich nach Hamburg, wenn der Frachter für wenige Stunden anlegt, um ihn zu treffen.

 

Urlaub auf einem Frachter

Eine Reihe von treuen Passagieren verlebt ihre Urlaubszeit bevorzugt auf einem Frachtschiff. Nirgendwo sonst könne man sich so herrlich erholen. Von keiner Animation gestört, verlebt man an Deck in herrlicher, gesunder Meeresluft echte Ferien, in der man im wahrsten Sinne des Wortes „die Seele baumeln“ lassen kann.

Die Atmosphäre an Bord ist familiär, die Beziehung zur Crew freundschaftlich. Das Essen lässt keine Wünsche offen und das Freizeitangebot reicht von Sportraum über Swimmingpool bis hin zum Sonnenbaden. Fröhliche Geselligkeit in Gesellschaftsräumen ein-geschlossen.

Der Kontakt zum Kapitän beschränkt sich nicht auf ein steifes Kapitäns-Dinner, wie auf einem Passagierschiff. Wer ihn sehen möchte, hat dazu täglich mehrfach Gelegenheit.

Und, man wohnt sehr komfortabel in schönen Kabinen oder Suiten.

Allerdings – Ländgänge können nur für wenige Stunden genutzt werden, weil Frachter nur kurz anlegen.

Dafür ist ein solcher Urlaub, der überall in die Welt führen kann, deutlich preiswerter, als auf einem Passagierschiff.

Viele Gäste kommen deshalb immer wieder. Für sie kommt nur ein Frachter als  d e r  ideale Urlaubsort in Betracht.

 

Das Essen an Bord – und Trennkost

Für Seefahrer hat die Verköstigung auf dem Schiff, ihrer „Heimat auf Zeit“ eine besondere Bedeutung. Die Köche an Bord müssen alle Kunst anbieten, um köstlich und abwechslungsreich zu kochen.

Bei dem riesigen Angebot an wunderbaren Speisen, vom Frühstück bis zum Abendessen, ist es nicht ganz leicht, eine schlanke Taille zu halten. Aus diesem Grund haben meine Frau und ich uns für eine Woche auf der BIOFITNESSFARM in Schotten eingebucht.

Wir nannten den Kurz-Urlaub „Einstieg zum Ausstieg“. Und damit ist der Ausstieg aus un-gesunden Essgewohnheiten gemeint.

 

Denn uns liegt daran, gesund alt zu werden und dabei jung zu bleiben.

 

Bei Ernährungsanalysen mit der Farm-Leiterin stellte sich heraus, dass es durchaus möglich ist, sich bei dem reichlichen Angebot der Bord-Küche mit genau der Nahrung zu versorgen, die man für sich wählen möchte. Es gibt dort ohnehin reichlich frisches Obst, immer Salate, praktisch jeder Sorte, Gemüse, Fisch, Fleisch, Quark, Joghurt u. a.

Wir haben auf der Farm gelernt, dass man keineswegs hungern muss, um abzunehmen. Und man fühlt sich riesig wohl, wenn eine Mahlzeit nur das enthält, was zueinander passt.

Sehr sympathisch fanden wir, dass es weder ein Verbot für Süßigkeiten, noch für Kuchen oder Eis gibt. Lediglich der Stellenwert für solche Genussmittel wird verändern, sie gehören nicht mehr zum ständigen Verzehr, sondern sind gelegentliche Highlights. .

Ich bin davon überzeugt, dass ich künftig von jeder Reise ein kleines bisschen schlanker zurückkomme, statt wie bisher, noch etwas zugelegt zu haben.

Das Trennkostkonzept und seine Regeln werden das ermöglichen.

 

Abschließend möchte ich sagen, dass der Beruf des Kapitäns für mich noch immer der schönste auf der Welt ist.

Aber man muss keineswegs gleich ein Schiff lenken, um als Seemann glücklich zu sein.

Vielleicht habe ich mit meinem kleinen Einblick ja Mut gemacht, das Glück in der Ferne zu suchen. Wie zu erkennen ist, muss man dafür nicht einmal auswandern.


Gesundheit unterstützen mit Selbsthilfemethoden:

Japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MEt

  1. vegane und vegetarische Ernährung