Teenager außer Rand und Band

Birgit Seufert, Meridian-Energie-Therapeutin, Hilders
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Mutter ist verzweifelt über fast erwachsene Tochter

 

„Was ist bloß los mit dieser Jugend?
Früher haben sich die Kinder und Jugendlichen nicht so respektlos ihren Eltern gegenüber verhalten.“
So beklagte sich meine Klientin Susan B., als sie bei mir Rat suchte. Sie hatte sich zu einer Gesprächstherapie in meiner Praxis angemeldet, weil sie hoffte, dass ich ihr und ihrem Mann helfen könne, zumindest erklären konnte, wo sie selbst vielleicht Schuld dafür trugen, dass ihr jüngstes Kind Katharina oftmals so „austickte“, wie sie es nannte.
Nun weiß ich sehr wohl, dass es immer eine Ursache für Verhaltensmuster gibt. Und die haben oft etwas mit der Herkunftsfamilie, mit den sogenannten systemischen Konstellationen zu tun.
Aber auch vorgeburtliches Erleben, übernommene Gefühle der Eltern oder schlicht und einfach Veranlagung können eine Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen spielen.
Bevor wir uns mit den Sorgen der Familie gemeinsam auseinander setzten, erklärte ich Frau B. zwei wichtige Punkte:


1. Es geht nicht um eine Schuldfrage


Eltern sind nicht „schuld“ am Schicksal und am Verhalten ihrer Kinder. Es kann vorausgesetzt werden, dass sie immer und zu jeder Gelegenheit auch nach ihren eigenen Möglichkeiten handeln. Und auch die sind bestimmt durch Prägungen, Muster, Zwänge.
Ziel einer Therapie also sollte auch sein, das Thema Schuld zu relativieren oder gänzlich auszuklammern. Dabei geht es nicht um Verdrängung oder dass ein Freisprechen von jedweder Schuld erfolgt. Vielmehr ist es wichtig, zu klären, Ereignisse vorbehaltlos anzusehen und mögliche Blockaden, die sich bei Eltern und Kindern daraus ergeben haben, aufzulösen.


2. Es geht nicht um eine Diagnose


Hier wird keine Anamneseerhebung angestellt, keine Zustandsanalyse gemacht. Vielmehr sprechen Klienten von ihren Sorgen, die Gefühle dazu, die ein nach der anderen, genauer angeschaut und mit Hilfe von Meridianklopfen aufgelöst oder zumindest entschärft werden.
Durch die laufend abgefragten Gefühlssituationen offenbaren sich dann nicht selten Aspekte, die in eine ganz andere Richtung weisen, als anfänglich vielleicht vermutet wurde.
Als mir Frau B. die Situation zwischen ihr und ihrer Tochter geschildert hatte, fragte ich sie, welche Veränderung sie sich am allermeisten und vordringlichsten wünsche. Und damit begannen wir unsere Arbeit.
Frau B. erklärte mir, dass sie so sehr unter den Verbal-Attacken ihrer Tochter litte. Diese kämen aus heiterem Himmel, ohne dass ein wirklicher Anlass erkennbar wäre. Bei der Gelegenheit würde sie von ihr mit den schlimmsten Wörtern bedacht.
Meine Klientin sagte dann, dass sie ihr Kind nicht mehr erkennen würde. Sie frage sich, woher solche Schimpfwörter nur kämen. In der Familie sei es keineswegs üblich, so miteinander umzugehen.
Gut, sie selbst und ihr Mann würden auch nicht gerade die glücklichste Ehe führen, aber immerhin seien sie schon seit 23 Jahren verheiratet und wirklich größere Krisen habe es nie gegeben. Auch keine lautstarken Auseinandersetzungen hätte Katharina erleben müssen. Sie wären in solchen Phasen eher beide sprachlos gewesen.
Die beiden älteren Kinder, die in einer anderen Stadt studierten, wären ganz anders. „Normal eben“ in ihrem Umgang mit den Eltern und auch mit anderen Menschen.
Frau B. und ihr Mann hatten nun Angst, dass aus ihrer Tochter nichts würde, dass sie ihr Leben nicht in den Griff bekäme. Sie ginge auch nicht regelmäßig zur Schule, hätte aber einen festen Freund. Mit dem gäbe es auch ständig Krach, sogar tätliche Auseinandersetzungen.
Die Kleine täte ihr dann leid, wenn sie darüber so verzweifelt war, aber im nächsten Moment wende sich die Aggression wieder gegen die Eltern, besonders gegen sie als Mutter, der sie die schlimmsten Vorwürfe machte.
Wir begannen nun nacheinander die Gefühle zu beklopfen, die meiner Klientin so viel Kummer bereiteten.


Gefühle die Tochter anbetreffend

- Die Hilflosigkeit bei den schlimmen Beschimpfungen
- Die Angst vor den Szenen, die sie immer wieder ohne erkennbaren Grund macht
- Die Scham über die schlimmen Wörter gegen die Mutter
- Die Befürchtung, dass die Tochter keine berufliche Zukunft hat
- Die Ohnmacht, die sie fühlt, wenn sie so angegriffen wird
- Die Scham, wenn andere Leute mitbekommen, wie die Tochter sich benimmt
- Die Hilflosigkeit, die sie fühlt, wenn keine Argumente bei der Tochter ankommen
- Das schlechte Gewissen, dass die Tochter von ihr so schlecht erzogen wurde
- Die Unfähigkeit, Konsequenz gegen die Tochter aufzubringen


Die Gefühle sich selbst gegenüber

- Die Wut auf sich selbst, weil sie sich das bieten lässt
- Die Enttäuschung, weil sie doch für die Tochter immer alles getan hat
- Die Schuldgefühle, weil sie denkt, dass sie ein solches Verhalten mitverursacht hat
- Die Verzagtheit, weil sie nicht weiß, wie sich noch verhalten soll
- Die Wut auf sich, weil sie „nicht auf den Tisch haut“
- Die Angst  vor den Konsequenzen, wenn sie die Tochter rausschmeißen
- Die Angst, was die Leute sagen, wenn die sehen, was sie sich gefallen lässt


Die Gefühle dem Ehemann gegenüber

- Die Wut, weil er sich aus allem raushält
- Die Wut auf ihn, weil er in manchen Situationen der Tochter Recht gibt
- Die Enttäuschung, dass er nicht mit ihr an einem Strang zieht
- Die Enttäuschung, weil er zu feige ist, Stellung zu beziehen
- Die Wut, weil er die Tochter vor ihr noch verteidigt


Wir erreichen mit dieser Arbeit schon, dass Frau B. sich gestärkt fühlt und ihre Situation nicht mehr als ganz so hoffnungslos empfindet.
Bei einer zweiten Sitzung befrage ich sie nach ihrer eigenen Kindheit und wir entdecken eine Reihe von verzweifelten Gefühlen, die sie völlig verdrängt hatte, die es anzuschauen gilt und die durchaus in Zusammenhang mit der heute so hilflosen Haltung der Teenagertochter stehen könnten.


Gefühle dem eigenen Schicksal gegenüber

- Die verschüchterte Haltung durch die Strenge des Vaters in der gesamten Kindheit
- Die Feigheit, die sie daran hinderte, gegen den Willen der Eltern ein Studium durchzusetzen
- Die Fortsetzung der Entmündigung durch frühe Heirat und frühe Geburten
- Ärger über sich selbst, weil sie sich von den Eltern alles hat bieten lassen
- Ärger über sich selbst, weil sie sich von ihrem Mann hat alles bieten lassen
- Die Unselbständigkeit durch klassische Rollenverteilung in der Ehe
- Gefühlte Ohnmacht durch Sprachlosigkeit in der Ehe von Anfang an
- Schwelende Unzufriedenheit die in Übersorgetrieb ein Ventil fand
- Zurückstellen eigener Wünsche zugunsten der Familie
- Ihre Enttäuschung, dass niemand es zur Kenntnis nehmen will, wenn es ihr mal schlecht geht
- Unausgefülltsein, weil ihr ein eigenes Leben fehlt
- Traurigkeit, weil die Kinder ihre Nähe nicht suchten
- Angst vor einem noch einsameren Alter


Wir beklopften mit der Kurzform des Meridianklopfens alle Gefühle, die bei meiner Klientin hochkamen.
Sie äußerte sich erstaunt darüber, dass sich so viele Aspekte zeigten, die ganz offensichtlich aufzulösen wären, sonst hätten sie sich ja wohl nicht offenbart.
Frau B. war sich immer sicher gewesen, dass sie eigentlich ein einigermaßen zufriedenes, respektive normales Leben geführt hätte und ein ausgeglichener Mensch sei, den so leicht nichts erschüttern könne. Jetzt weiß sie, dass sie alles „unter den Teppich gekehrt hatte“, um die Illusion einer heilen Welt aufrecht zu erhalten.
Über sich und ihre Familie musste ich ihr nach den Behandlungen gar nicht mehr viel erklären. Sie hatte schon verstanden, dass die Problematik, die sie alleine bei der Tochter Katharina geglaubt hatte, in Wahrheit unerlöste Blockaden auf dem eigenen Lebensweg waren.
Ihr war nun klar, dass sie es lernen musste, sich selbst zu gehören und sich nicht zum Opfertier der Familie machen durfte.


Dazu wollte sie zwei Vorsätze sogleich in die Tat umsetzen:


1. Der Tochter würde sie als Ventil für deren Ungehörigkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie hatte sich als „Opfertier“ regelrecht angeboten, indem sie mit Ärger auf ihr Benehmen reagiert. Gerne wolle sie ihr bei der Lösung von Problemen und Angst künftig noch zur Seite stehen, aber eben nur dann, wenn diese in einer konstruktiven Form bearbeitet werden könnten.
2. Die Liebe zu ihrem Ehemann war noch groß genug, dass sich Frau B. mit ihm in eine Klärung ihrer Beziehung einlassen könnte. Dafür wollte sie mit ihren Wünschen an die Ehe und an das Leben nicht mehr „hinter dem Berg halten“.
Dieser Part schien ihr am allerschwersten, denn nie vorher hatte man so recht über Gefühle und eine partnerschaftliche Planung in irgend einer Hinsicht, gesprochen.
Frau B. buchte erst nach einigen Wochen wieder eine Sitzung bei mir. Es war schön, sie deutlich entspannter zu sehen. Freudestrahlend erzählte sie mir, dass sich die Beziehung zu ihrer Tochter schon ein wenig verbessert hätte. Diese würde sie heute längst nicht mehr so scharf angreifen, wie zuvor.
Frau B. entzöge sich den Auseinandersetzungen nun auch, indem sie einfach das Haus verließ.
Als erfreulich empfand sie auf jeden Fall die eigene Entwicklung. Frau B. hat nun das Gefühl, dass ihr Leben soeben erst begänne. Sie hatte gar nicht gewusst, welche Möglichkeiten ihr noch offen stehen. Sie ist mit ihren 43 Jahren tatsächlich noch jung genug für alles.
Dafür hat ihr das Meridianklopfen die Augen geöffnet. Vorher hatte sie kaum etwas über sich selbst gewusst.
Auch ihr Mann würde sie nun voller Staunen mit ganz neuen Augen betrachten.
Ja, auch ihre Ehe hätte durchaus noch eine gute Chance.
Und genau aus diesem Grunde sei sie nun bei mir. Sie möchte sich wieder eine ganze Portion Kraft sichern, indem sie auch noch die Reste von Blockaden, die in ihrer Vergangenheit zu finden sind, mit meiner Hilfe auflöste.
Aber sie wolle auch der Tochter eine bessere Stütze sein, denn diese würde noch heftig mit sich selbst und auch ihrer Umgebung kämpfen, auch wenn die Situation sich gemildert hätte.
Nun weiß ich aus Erfahrung, dass eine solche Aufräumarbeit nicht „zwischen Tür und Angel“ zu erledigen ist.
Will man wirklich die wichtigsten Stolpersteine aufspüren, die sich auf dem Lebensweg aufgetürmt hatten, braucht man Zeit.
Und die haben wir uns genommen.
Frau B., und damit auch ich, konnten zur Kenntnis nehmen, dass die Klientin sich zunehmend von Lasten befreien konnte und heute viel fröhlicher ihr Leben tatsächlich er-lebt, statt es nur abzuhandeln.
Die speziellen Nutznießerin einer solchen „Entrümplung“ aber ist in diesem Fall die jüngste Tochter von Frau B..
Unbewusst hatte der Teenager die verborgene Problematik ihrer Eltern, besonders die der Mutter mitgetragen.
Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein meiner Klientin und ihrer neuen Lust am Leben, erübrigt sich im Laufe der Zeit das rebellisches Verhalten des Mädchens, mit dem sie unbewusst darauf hinweist, welche unerlöste Problematik das Familienleben belastet.
Katharina hat einfach Angst. Angst vor dem Leben, Angst, davor, selbständig sein zu müssen, Angst davor, dass sie Herausforderungen nicht gewachsen sein könnte, Angst, eine solche Partnerschaft führen zu müssen, wie sie die von ihren Eltern kennt, Angst, beruflich zu scheitern, Angst, dass der Freund sie verlassen könnte, Angst davor, keine Freunde zu haben, Angst, Angst, Angst ...
Unbewusst richtete sie diese Gefühle auf die Person, deren Muster sie übernommen hatte, gegen ihre Mutter.
Sie wollte sich davon befreien und entwickelte Aggressionen, weil sie für sich keinen Weg sah, dieser Problematik zu entkommen.
Frau B. verstand nach und nach immer besser, dass es ihre eigenen Unsicherheiten waren, mit denen sich ihre Tochter auseinandersetzte und für sich selbst keine Lösung fand, solange die Mutter nicht für sich ihr Leben ordnete.
Ich besprach mit meiner Klientin, wie wichtig es nun ist, dass der Tochter im Elternhaus, aber auch, wenn sie sich darauf einlässt, mit Hilfe einer Therapie, Gefühle der Sicherheit vermittelt werden.
Ein solcher Prozess kann längere Zeit dauern und viel Geduld erforderlich machen.  Aber nur auf diese Weise findet der Teenager in ein Leben, das von ihren eigenen Wünschen und Zielen bestimmt ist und nicht abhängig ist von der Problematik, die eigentlich nicht die ihren, sondern die ihrer Eltern, besonders die der Mutter sind.


Selbsthilfemethoden, die jeder selbst ausführen kann:

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