Selbstmanagement

Ingrid Schlieske

Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Wege zu mehr Eigenverantwortung und Selbstdisziplin

Selbstmanagement ist keine Anleitung zu egoistischem Verhalten oder rücksichtsloser Selbstdurchsetzung.
Es hat auch nichts mit dem Begriff „Management“, den wir aus dem Wirtschafts- und Geschäftsleben kennen, zu tun. Vielmehr geht es hierbei um die Umsetzung eines systematischen Veränderungsprozesses, der bei den eigenen Problemen ansetzt, wenn diese denn erkannt werden können.
Es ist möglich, hier bei sich selbst therapeutische tätig zu werden, oder sich einem Therapeuten, einer Therapeutin anzuvertrauen, der/die den Prozess begleitet.
Meridianklopfen kann dafür sehr hilfreich sein, ist doch mit dieser Technik eine rasche Auflösung auftauchender Blockaden zu rechnen.


Die Voraussetzung für einen gelungenen Weg zu optimalem Selbstmanagement sind folgende:


- Selbstbeobachtung
- Selbsterkennen von Defiziten
-Selbstinstruktionen/Zeitmanagement
- Ziel-Klärung und genaue Definition der angestrebten (realistischen) Ziele
- Selbstkontrolle/Überwinden des Inneren Schweinehundes
- Selbststärkung/Motivation
- Belohnung bei Zielerreichung


Grundsätzlich darf davon ausgegangen werden, dass der Mensch nach Eigenbestimmung und persönlicher Freiheit strebt.
Ziele sollten deshalb nach den eigenen Lebensvorstellungen formuliert und angestrebt werden, die sich jedoch dynamisch verändern können.
Die Strategien, die nötig sind, um diese Ziele zu erreichen, sind nicht angeboren, sondern lassen sich prinzipiell  e r l e r n e n.


Vorhandene Fähigkeiten


Eines steht fest: jeder Mensch bringt andere Fähigkeiten für seinen Lebenskampf mit. Einige davon sind genetisch angelegt, andere in der Kindheit und Jugend durch Erfahrungen erworben. Und das Puzzle, aus dem sich Charakter, Durchsetzungsvermögen und Begabungen zusammensetzt, ist ungeheuer vielfältig.
Nun entscheidet jeder für sich selbst, in welcher Form die Stärken genutzt und die Schwächen überwunden werden können.
Das Training, das in die Lage versetzt, ein optimal funktionierendes Selbstmanagement zu installieren, ermöglicht es, die eigenen Ziele, Wünsche, Träume zu realisieren.
An einem Beispiel aus der Praxis verdeutlichen sich verschiedene Strategien, die genutzt werden können, um eine eindrucksvolle Veränderung der jeweiligen Lebenssituation zu erreichen.


Leonie B. ist jedermann behilflich


Ich lernte diese nette Frau in einem meiner Seminare kennen, in dem es um Erfolgstraining ging. Interessanterweise besuchte sie diesen Kursus gemeinsam mit ihrer Chefin. Beide erhofften, eine größere Durchsetzungskraft den Mitarbeitern und Kollegen gegenüber zu finden und die Möglichkeit, eingefahrene Arbeitsstrukturen in der Firma zu verbessern.
Wir stellen fest, dass auch die anderen Seminarteilnehmer an genau diesen Themen sehr interessiert waren, beleuchteten deshalb die damit verbundene Problematik näher und widmeten ihr einen größeren Teil der Aufmerksamkeit, als es in diesem Seminar sonst vorgesehen ist.
Es kam zur Sprache, dass Frau B., die von ihrer Chefin Luise H. sehr geschätzt wurde, dennoch von ihrer Arbeit im Büro völlig überfordert war.
Loyal und zuverlässig erledigte sie zwar alle übernommenen Aufgaben, saß jedoch manchmal abends um 22.00 Uhr noch im Büro. Der Grund, das wusste Frau H., lag nicht an der Vielzahl der Aufträge, sondern daran, dass es Leonie B. einfach nicht gelang, Struktur in ihren Arbeitsablauf zu bringen. Frau H. ging es nicht gut damit, dass sich Frau B. für die Firma so „aufarbeitete“. Und sie war der Auffassung, dass sich deren Aufgaben einfacher bewältigen lassen müssten.
Jedes Mal, wenn beide Frauen die anstehenden Arbeiten gemeinsam bearbeiteten, erwies sich auch tatsächlich,  dass jede einzelne von ihnen sich zügiger erledigen ließ und gar nicht so viel Zeit erforderte.
Gemeinsam mit den anderen Seminarteilnehmern erstellen wir deshalb eine Analyse von den Arbeitsabläufen, die Frau B. so umständlich abwickelte.
Durch diese Anschauung erkannte jeder der Anwesenden auch die eigenen Fehler in der eigenen Lebensführung oder im eigenen Arbeitsbereich. Wir listeten also auf, wo im Arbeitsablauf von Frau B. Verbesserungen möglich sein könnten:


Gefälligkeit


Sofort, wenn die Chefin oder eine Kollegin/ein Kollege die Frage nach irgendeiner Unterlage stellte, sprang Frau B. auf, ließ ihre eigene Arbeit stehen und liegen, um die Akte herauszusuchen. Genau so verhielt es sich mit Erledigungen. Fragte jemand danach, versprach Frau B., sich darum zu kümmern.
Verbesserung: Stattdessen hätte Frau B. ihre Arbeit nur kurz unterbrechen sollen und die Auskunft darüber geben, wo die Akte zu finden sei. Auch könnte sie mit einem Teil der anstehenden Erledigungen andere beauftragen.


Delegieren


Es kommt Frau B. nicht in den Sinn, andere Mitarbeiter mit Arbeiten zu betrauen, für die sie selbst eigentlich keine Zeit hat. So tütet sie persönlich  z.B. Aussendungen ein, macht stapelweise Kopien oder versendet Routinefaxe.
Verbesserung: Mit einer solchen Arbeit kann eine Aushilfe oder ein Lehrling beauftragt werden.


Anweisungen


Frau B. ist der Auffassung, dass sie lieber selbst etwas macht, denn es dauert länger, etwas zu erklären. So hat es sich eingebürgert, dass sie fast alles selbst macht, was so ansteht und was genau so gut ein anderer machen könnte. Frau B. erklärt praktisch nie etwas.
Verbesserung: Würde sich Frau B. die Mühe machen, Mitarbeiter sorgfältig in ein Sachgebiet einzuarbeiten und sich auch davon zu überzeugen, dass der andere das verstanden hat, könnte viel von der Verantwortung abgegeben werden.


Sie fragt nie


Auch Frau B. stellt niemals eine Frage. Weder an ihre Chefin, noch an einen anderen kompetenten Mitarbeiter. Sie erledigt alles auf „ihre Weise“, auch wenn das riesig zeitaufwändig ist. Oder sie probiert am Computer stundenlang aus, was sie nicht gleich weiß. Eine kurze Frage hätte die Lösung sofort gebracht.


Telefonate


Frau B. ruft Lieferanten oder Behörden lieber an, als zu mailen oder zu faxen. Das kostet enorme Zeit, denn oft dauert es lange, bis man den zuständigen Gesprächspartner an den Apparat bekommt. Es ist dann nicht so leicht, mündlich das Anliegen leicht verständlich zu erläutern. Dann muss zusätzlich eine Gesprächsnotiz erstellt werden, die abgeheftet wird.
Verbesserung: Bei wichtigen Mitteilungen sollte der Sachverhalt in einem Brief per E-Mail oder Fax übersichtlich dargestellt werden. Ggf. schafft ein zusätzliches kurzes Telefongespräch Klärung, falls eine Entscheidung nötig ist. Das kostet nur einen Teil der Zeit.


„Wild arbeiten“


Das bedeutet, dass ohne Plan Arbeiten durcheinander erledigt werden, nach Notizzetteln und nach Gedächtnis oder nach eingehenden Anfragen. Frau B. hat auch ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Darauf verlässt sie sich und Mitarbeiter blicken nicht durch und finden auch nichts.
Verbesserung: Nach einem genauen Zeitplan arbeiten. Zum Beispiel: bis 10.00 Uhr alles Kaufmännische erledigen. Von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr alle Telefonate führen, die anstehen.
Danach alles, was auf dem Schreibtisch liegt, erst nach Wichtigkeit sortieren, dann bis 13.00 Uhr alles abarbeiten, was geschafft wird. Der Rest bleibt bis zum Folgetag. Und das grundsätzlich! Nach der Mittagspause ist Zeit für Besprechungen und alle Arbeiten, die Werbung und den Außendienst anbetreffen. Freilich muss ein solcher Zeitplan auch veränderbar sein, wenn es notwendig wird. Aber am Folgetag gilt wieder die Zeitstruktur.


Ohne Pause arbeiten


Leonie B. arbeitet meistens, ohne Pause zu machen. Sie isst dann nichts oder neben der Arbeit am Schreibtisch.
Verbesserung: Frau B. hält sich streng an ihren Zeitplan und sorgt im Rahmen dessen auch für sich.


Sich von jedem einspannen lassen


Frau B. nimmt grundsätzlich jede Arbeit an sich. Auch dann, wenn diese gar nicht aktuell erledigen kann und diese dann auf ihrem Schreibtisch liegen bleibt. Das ist für ihre Kollegen oft recht bequem und wird gerne in Anspruch genommen. Davon nahm auch Frau H., ihre Chefin, sich nicht aus.
Nach einer lebhaften Diskussion über den Fall von Leonie B. erkannte jeder der Anwesenden, dass ein Teil der Problematik auch auf ihn selber zutrifft.
Besonders die Chefin der Aspirantin sagte nun, ihr fiele es wie Schuppen von den Augen.
In der Vergangenheit habe sie oftmals gesehen, wo die Defizite in der Zusammenarbeit mit ihrer Angestellten zu finden waren. Aber sie hatte nie übers Herz gebracht, ausgerechnet diese kluge Person, die sie menschlich sehr schätzt, deren Loyalität sie sich bewusst ist und auch deren Arbeitsleistung immer hingebungsvoll und im Sinne der Firma ausgeführt wurde, zu kritisieren.
Nun aber begriff sie, dass es gar nicht um Kritik ging. Vielmehr gehörte es zu ihren eigenen Pflichten, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin eine Struktur festzulegen, innerhalb der sich Frau B. sicher bewegen kann und in deren Rahmen künftig alle Arbeiten zügig erledigt werden können und mit der sie sich wohlfühlt.
Ihr Eingreifen ist demnach eine Pflicht zur Konsequenz und nicht das Tadeln von ungünstig oder gar nicht geplanten Arbeitsabläufen.
Es war auch für Frau H. in der Vergangenheit oft einfach gewesen, Verantwortung einfach an ihre treue Mitarbeiterin weiter zu geben, bei der sie wusste, dass diese die Angelegenheit zu ihrer eigenen machen würde.


Im Fall von Leonie B. kommen also folgende Punkte zum Tragen, die verändert und in der neuen Fassung fest installiert werden müssen:


- Selbstbeobachtung
- Selbsterkennen von Defiziten
-Selbstinstruktion und Zeitmanagement
- Selbstkontrolle
- Selbststärkende Motivation
- Belohnung bei Zielerreichung


Hier geht es also nicht um fehlenden Fleiß oder eine zu erreichende Belohnung. Obwohl Frau B. es langfristig sicherlich als Belohnung wahrnehmen wird, dass sie nun über mehr Zeit verfügt, um eigenen Neigungen nachgehen zu können, um sich mehr um sich selbst und ihre Familie kümmern zu können, selbst wieder mehr ein eigenes Leben führen kann.


Zu einem gelungenen Selbstmanagement gehören aber auch:


- Das Überwindes des „Inneren Schweinehundes“ .
- Das genaue Definieren des speziellen Zieles oder der Lebensziele.


Der „Innere Schweinehund“


Er ist leichter zu überwinden, wenn das angestrebte Ziel ausreichend attraktiv scheint und auch realistisch erreichbar ist.
Ein genauer Zeitplan, kann dafür sehr behilflich sein.
Eine weitere Option ist die Technik des Meridianklopfens. Wer resigniert hat, nicht an sich selber glaubt, tausend Ausreden hat, weshalb er jetzt gerade nicht ..., weshalb er chancenlos ist ..., weshalb es nicht gelingen kann … u.ä., kann sich damit selbst helfen oder sich helfen lassen.
Blockaden, die wegen angestammter Ängste oder traumatischer Erfahrungen oder auch einfacher Erlebnis-Prägungen entstanden sind, können oftmals mit dieser Meridiantechnik aufgelöst werden.


Das Definieren eines Zieles


Ziele sind nicht etwa geäußerte Wünsche, bei denen es erstrebenswert wäre, wenn sie erreicht würden.
Vielmehr ist hier zielstrebig und genau zu formulieren, was man sich vorgenommen hat. Es geht hier um einen fest determinierten Auftrag an das Unterbewusstsein, das von diesem eindeutig verstanden werden kann.


Determinismus


Determinieren (lat.: determinare „abgrenzen“, „bestimmen“) bezeichnet die Auffassung, dass zukünftige Ereignisse durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt sind. Die Gegenthese (Indeterminismus) vertritt, dass es überhaupt oder in einem bestimmten Bereich der Realität Ereignisse gibt, die auch hätten anders eintreten können.
Definiert werden können Fernziele, Zwischenziele, Nahziele


Beispiele für solche Formulierungen sind:


- Ich werde Heilpraktiker sein
- Ich lerne leicht und freudig für die Überprüfung durch das Gesundheitsamt
- Das Gelernte kann ich zu jeder Zeit abrufen
- Ich schaffe meine Prüfung zum Heilpraktiker souverän
- Ich mache mich erfolgreich selbständig
- Ich klettere die Karriereleiter hinauf
- Ich werde Nichtraucher
- ich bin Nichtraucher
- Ich führe eine glückliche Ehe
u.v.a.m.


Wenn ein Ziel feststeht, dann gilt es, dazu ein Konzept zu fertigen und alle Punkte, die zu Beginn des Artikels aufgezählt sind, darin zu berücksichtigen.
Sie werden erleben, dass sich auf diese Weise die Ziele viel leichter und vor allen Dingen schneller realisieren können.
Dabei muss es keineswegs immer um ein riesiges oder immens wichtiges Ziel gehen. Auch die kleinen Aufgaben, die man sich selbst stellt, sind plötzlich keine Hürde mehr, die sich nicht nehmen lassen will.
Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, für die Vorsätze im Leben einem festen Schema zu folgen, wird es immer leichter, diese auch zu verwirklichen.


Einige kleine Beispiele sprechen auch sicherlich Sie an:


Wollen Sie nicht längst schon sportlich aktiver sein?
Wollten Sie nicht schon seit langem eine Fremdsprache erlernen?
Fehlt Ihnen nicht schon lange ein lohnender Freundeskreis?
Sind Sie nicht schon seit geraumer Zeit säumig darin, Ihre alten Kontakte zu pflegen?
Möchten Sie nicht dringend ein paar Pfunde abnehmen?
Hatten Sie nicht vor, ein Buch zu schreiben?
Wollten Sie nicht einen Malkurs belegen?
Und, und, und…


Sie sehen, viele der Pläne und Vorhaben bleiben auf der Strecke, weil man über das: „man könnte eigentlich, man sollte, müsste, oder es wäre an der Zeit“, nicht hinausgekommen ist.
Binden Sie gute oder wichtige Vorsätze doch einfach ein in das Konzept des Selbstmanagements.
Sie werden sehen, jetzt gelingt Ihnen, was Sie schon so lange wollten.
Noch dazu macht es riesigen Spaß, aus einem kleinen oder größeren Vorhaben ein Projekt zu machen!


Viel Erfolg dabei!!!


Selbsthilfemethoden, die leicht anzuwenden sind:

japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MET

vegane und  vegetarischer Ernähr