Meine Mutter hat ´nen SINGLECLUB

Meine Mutter hat ´nen SINGLECLUB

M.Karstens

Artikel in BIOLINE-Magazin

 

 

Seit über 30 Jahren leitet meine Mutter hier in Düsseldorf einen großen Freizeitclub.

Ich bin begeistert über den Beruf meiner Mutter.

Seit ich denken kann, gehört das Clubleben auch zu unserem Familienleben. Schon im Kinderwagen nahm ich an vielen Veranstaltungen des Clubs teil und auch heute noch kann ich mir kaum vorstellen, nicht dazu zu gehören.

 

Meine gesamte Kindheit und Jugend war mitbestimmt von all den Aktivitäten, die ein lebendiges Clubleben so ausmachen.

Überall war ich dabei. Noch heute fühle ich mich pudelwohl unter den Clubmitgliedern und zähle mich ganz selbstverständlich dazu.

Besonders happy war ich immer als Kind, wenn andere Kiddies bei Elternnachmittagen mitgebracht wurden und in unserem Wohnzimmer wurde gewuselt, gebastelt oder Deco für das nächste Fest vorbereitet.

 

„Wir betreiben keinen Single-Club, sondern einen Freizeitclub!“

So wurde ich oft von meiner Mutter ermahnt, wenn ich so flapsig von unserem Singleclub sprach.

So gab ich es auch an meine Schulkameraden weiter, die mich manchmal mal damit neckten, dass wir ein Heiratsinstitut hätten oder noch ganz was anderes. Aber ich habe früh gelernt, damit umzugehen und entsprechend zu kontern.

Und da ich immer auch viele Freunde mit heimbrachte, war es für die Kinder, wie für deren Eltern bald selbstverständlich, dass sie auch dabei waren, wenn es passende Veranstaltungen gab. Ja, eine solche Teilnahme avancierte bald zur Attraktion, denn den anderen Kindern machte es immer Spaß bei Ilona und Mel und die Väter und Mütter wussten sehr wohl, dass ihre Sprösslinge gut aufgehoben waren bei uns.

 

Es versteht sich, dass die meisten unserer Clubmitglieder tatsächlich erst einmal allein stehend sind, wenn sie als Clubneulinge kommen.

Aber sie bleiben auch dann noch oft für viele Jahre dabei, wenn sie längst im Club oder außerhalb davon einen Lebenspartner gefunden haben.

Alt und jung, solo oder als Paar - nette Leute sind uns immer willkommen. Ganz nach dem Motto: „Alleinsein ist doof!“

Wo sonst wird die Freizeit so perfekt organisiert und es finden sich meistens Mitstreiter für alle Ideen, so dass die gute Absicht, etwas zu unternehmen, nicht auf der Strecke bleibt.

 

Verliebt, verlobt, verheiratet?

Ich bin jetzt tatsächlich schon 30 Jahre dabei (hach!!!)

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich bei einer Hochzeit eines der LEVEL-Blumenkinder war. Und meine Mutter hat unzählige Male einen der Trauzeugen gegeben. LEVEL-Säuglinge wiegten wir zu Legionen im Arm und dann krabbelten diese LEVEL-Spößlinge später zuhauf in unserer Stube.

 

Meine Mutter meinte dann immer ganz verzückt und stolz: „diese Kinder gäbe es alle nicht, ohne uns ...!“

 

Diesen Stolz dokumentiert sie mit einem Extra-Hochzeits-Photoalbum, das überquillt von weißen Kleidern und Hochzeitsgesellschaften.

Meine Mutter hält von Anfang an das Clubleben auf Photos fest. Die stapeln sich zu Tausenden in Alben und gut beschrifteten Kartons.

 

Ja klar, es liegt in der Natur der Sache, dass sich allein stehende Menschen kennen lernen und miteinander verbinden. Und in unserem Club gibt es ja unzählige passende Begegnungen. Das muss auch nicht unbedingt in einer Heiraterei oder in der Paarfindung mün-den. Auch Freundschaften sind ja ein wunderbares Ergebnis einer gemeinsam verbrachten Zeit.

 

Partnervermittlung ist nicht Sinn und Zweck des Clubs.

 

Ich würde eher sagen, dass es sich hier um ein besonders erfreuliches „Abfallprodukt“ des Freizeitclubs handelt, dass naturgemäß einfach „passiert“.

 

Freizeitgestaltung in unserer Gesellschaft

Sie war immer wichtig, und wird künftig eine noch größere Bedeutung erhalten

Ich stelle fest, dass es immer mehr auch jüngere Menschen sind, die sich unserem Club anschließen.

Wie lernt man heutzutage sonst Freunde, Partner oder einfach nur andere Menschen kennen?

Ich beobachte zunehmend, dass es nicht so leicht ist, zu einem netten Freundeskreis zu kommen, wenn man nicht schon in der Schulzeit, spätestens aber als Student, die Bindungen eingeht, die bis ins Erwachsenenalter reichen, vielleicht sogar ein ganzes Leben lang dauern.

 

Für junge Menschen, die gleich nach der Schule eine Ausbildung beginnen, ist es noch schwieriger, tragfähige Beziehungen zu finden, die über die Kollegenkontakte hinausgehen.

Diskobekanntschaften? Sie sind meistens flüchtig und beschränken sich auf Ausgehen und Feiern.

Wenn sie sich dann endlich eingefunden haben, die richtigen Freunde und Bekannten, ziehen sie weg oder man selbst war aus beruflichen Gründen dazu gezwungen, den Standort zu wechseln.

 

Virtuelle Freundschaften?

Ja, die kann man über das Internet finden. Studien haben gezeigt, dass viele junge Men-schen achtzig Prozent ihrer „so genannten Freunde“ gar nicht kennen. Sie korrespondieren mit ihnen im Internet, wissen die intimsten Dinge über sie und werden sie doch niemals treffen.

Und wenn, dann wird meistens enttäuscht festgestellt, dass es mit der Chemie doch nicht so stimmt, wie es sich per Maustaste angelassen hatte.

Klar, einige wirkliche Kontakte kommen auch auf diesem Wege zustande und enden sogar manchmal in Partnerschaften oder zumindest in echten Freundschaften. Dafür aber muss der Internetsurfer ein dickes Fell und riesige Geduld aufbringen. Zuviele Abenteurer, Un-Sympathen und Leute mit eindeutigen Angeboten tummeln sich im Netz. Diese über persönliche Treffen auszusortieren – das dauert, zerrt mächtig an den Nerven und kostet unendlich viel Zeit.

 

Noch immer macht der Club mir Spaß

Ich bin jetzt 32 Jahre als und arbeite längst als Lehrerin für Sport und Politik an einem Gymnasium in unserer Wohnnähe.

Klar habe ich einen eigenen Freundeskreis.

Aber auch innerhalb des Clubs gehe ich einer Reihe von Aktivitäten nach.

Besonders für einige sportliche Unternehmungen fühle ich mich gerne zuständig.

Bei großen Partys arbeite ich gerne im Hintergrund, mache die Bar und sorge, oft gemeinsam mit meinem Onkel, für die passende Musik.

Wenn ich aber jemanden für meine Hobbys interessieren kann, dann organisiere ich auch gerne Extra-Aktivitäten, besonders für die jüngeren Mitglieder oder die ganz jung Gebliebenen (Sorry Mami!).

 

Sport ist meine Passion

Sport zieht sich wie ein roter Faden durch meine Leben. Als Kind schon war es mir wichtig, mich zu bewegen, mich auszutoben. Später begleitete ich meine Mutter ins Fitnesscenter und joggte mit unserem Hund im Wald.

 

Als Teenie dann war es Jazzgymnastik, die mich magisch anzog. Bis, ja bis ich dann mehrere Jahre lang im Verein TD-Rot-Weiß Düsseldorf, 1.te / 2.te Bundesliga (je nachdem wie gut sie waren in der Saison) trainierte, 1996 um die Europameisterschaft – Frankreich – tanzte  und sogar um die Deutsche Meisterschaft in Köln – nach Broadway-Musik tanzte.

 

So eine Tanzkarriere ist übrigens Hochleistungssport. Es wird derart hart und zeit-aufwendig trainiert, dass private Aktivitäten beinahe abgeschrieben werden müssen. Und es herrscht dort ein ziemlich rauer Ton.

Während meines Studiums dann jobbte ich in Fitnesscentern und mit Gymnastikgruppen.

Die Liebe zum Sport machte ich zu meinem Beruf.

 

Der Club in meiner Zukunft

Wir werden uns nie trennen, der Club und ich – das steht fest.

Wenn ich mal Familie und Kind habe, wird dabei der Club ebenfalls eine Rolle spielen, wie das nun schon seit meiner eigenen Geburt der Fall ist. Noch ist meine Mami ja blutjung (hi, hi!) und genauso wie die Queen von England denkt sie noch lange nicht ans Abdanken. Aber jetzt schon wachse ich in viele Clubaufgaben hinein. Und eines Tages werde ich ihn sicherlich mal weiterführen. Denn wir sind ein prima Rezept gegen Einsamkeit! So soll es auch in Zukunft bleiben.

 

Mehr Bewegung in Deinem Leben?

Wer sich von mir zu etwas oder viel Sport, zu mehr Unternehmungen und Aktivitäten motivieren lassen möchte, ist dazu herzlich willkommen. Gerne organisiere ich für die Interessenten in unserem Club Fahrradtouren, Inliner-Treffs, Besuch an der Kletterwand, Fahrt zum Surfen oder Skilaufen und Vieles mehr. Dies ergänzend zu unserem ohnehin proppevollen Veranstaltungskalender (siehe Kasten).

 

Für viele Interessenrichtungen bin ich zu begeistern

Und diese Begeisterung teile ich gerne. Mir macht es zum Beispiel auch riesigen Spaß, einfach nur ein Grüppchen zusammen zu trommeln, um in der Altstadt auf der Straße zu sitzen und einen großen Eisbecher zu löffeln, zu schwatzen, zu lachen und über Vorbeigehende zu lästern.

Wie wäre es denn mal mit einer Diskussion über ein aktuelles Thema aus der Politik? Schließlich ist das mein Lehrfach. Gerne beleuchte ich gemeinsam mit den Teilnehmern unterschiedliche Sichtweisen.

 

Ob ich selbst den passenden Lebenspartner schon gefunden habe?

Wie das so ist im Leben. Es gab ihn schon mal und dann gingen die Wege wieder auseinander. Und dann schon mal ein kleiner Flirt hier und dort, wenn er sich aus Spaß und guter Laune ergab.

 

Mr. Right aber steht noch aus.

 

Ob ich ihn im Club treffe oder wenn ich mal mit einer netten Clubgruppe ausgehe oder aber ganz woanders, das wird sich zeigen.

Frauen mit einem guten Beruf und einem ausgefüllten Leben lassen sich da Zeit.

 

Jedenfalls bin ich froh, dass meine Mutter einen Single-, Verzeihung, einen Freizeitclub hat. Langeweile kann dabei gar nicht aufkommen. Für mich nicht und für niemanden, der das Clubleben mit seinen vielen Aktivitäten für sich nutzt.

 

Jeden Tag was los!

Montags:

Clubabend, Montagstreff

Dienstags:

Kegeln, Englischgruppe, Jazzstammtisch, Eislaufen, Inlinen, Essen in Sonder-angebotsrestaurants, Spanische Nacht

Mittwochs:

Walken, Billard, Tischtennis, Rommè, Salsa tanzen, Schwimmen, Konzerte, Lesungen, Inlinen, Eislaufen, Weinproben, Cocktailabende

Donnerstags:

Nordic Walken, Kartenabend, Essen in Düsseldorfer Speziallokalen, Schmuckparty, Konzert, Herrenabend, Frauenabend

Freitags:

Trainingbowling, Gesprächskreis, Klönabend, Kinoabend, 80’ Jahre-Party, Ü-30-Party,

Ü-50-Party, Rocknacht, Kulinarische Abende, Kochen mit Anleitung bei Heiner, Kikis-Freitagabende, Altstadtbummel

Samstag/Sonntag

Die Wochenenden gehören den Partys, oder dem Ausgehen, den Ausflügen, Wanderungen, Frühstückstreffs, Brunchs o. Ä.



Damit alle schön gesund bleiben, empfehlen wir Selbsthilfemethoden:

Japanisches Heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MEt

vegane und vegetarische ernährung