Langweilige Ehe - dabei habe ich doch meine große Liebe geheiratet

Conny Fies, Heilpraktikerin, Meridian-Energie-Therapeutin, Steinheim an der Murr
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


„Nein, so habe ich mir das Eheleben nicht vorgestellt. Es passiert in unserem Leben nichts, rein gar nichts. Wenn sich nicht bald etwas ändert, lasse ich mich scheiden und lebe lieber alleine. Klar, ich liebe meinen Mann noch immer und er mich auch. Aber bei uns reiht sich eine Woche an die andere und wir können genau absehen, was wir Montag machen und Dienstag und an jedem anderen Tag auch. Nicht mal der Urlaub birgt noch Überraschungen, denn wir fliegen immer an den selben Ort, gehen täglich an den Strand, essen sogar die gleichen Gerichte, wie in den Jahren zuvor.
Eigentlich planen wir, uns demnächst Kinder anzuschaffen, aber ich habe Angst, dass es dann noch eintöniger bei uns ausschaut. Schließlich wollen die Kleinen dann regelmäßig versorgt sein und ich komme noch seltener aus dem Haus.“
So beklagte sich kürzlich eine meiner Patientinnen, die eigentlich wegen ihrer Anfälligkeit für Grippe und einer leichten Bronchitis zu mir in die Praxis gekommen war.
Ich versorgte Frau Renate L., so nenne ich hier die Betroffene, mit homöopathischen Medikamenten, empfahl ihr hustenlösende Tees und gab ihr auf, sich daheim täglich mit dem Japanischen Heilströmen den Lungenpunkt (EP3), den alternativen Hustenpunkt (EP13) (bitte abbilden) und den Mittelstrom zu strömen. Letzteren, damit sich auch ihre Seelenlage wieder etwas harmonisieren kann, denn der Mittelstrom wirkt auch ordnend auf das Gemüt.
Auf ihre Seelenlage wollten wir zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen.


Der Mittelstrom


Die linke Hand setzt ihre Fingerspitzen rund um den höchsten Scheitelpunkt, während die rechte Hand die Zeigefingerspitze nacheinander auf die nummerierten Energiepunkte (1-8) des Körpers jeweils für drei Minuten ruhen lässt. Bei dem letzten dieser „Schritte“ verbleibt die rechte Hand auf dem Schambeinpunkt und die linke wird auf die Körperrückseite, auf das Steißbein (oben in die Po-Falte) gelegt.
Dieser Strom entspricht dem Meridianverlauf des sogenannten Gouverneursgefäßes und des Konzeptionsgefäßes, den beiden Kontroll- und Leitmeridianen.
Ich bestellte Frau L. drei Tage später wieder und konnte mich davon überzeugen, dass es ihr körperlich schon deutlich besser ging. Bei der Gelegenheit fragte ich sie, welchen Ärger sie denn gerade gehabt hätte, denn Bronchitis wäre nicht selten mit dem Gefühl der Ohnmacht im familiären Bereich verbunden.
Daraufhin schüttete sie mir ihr Herz aus und erzählte mir von ihrem Kummer.
„Das Schlimme ist, dass ich jeden Tag intensiver über meine Enttäuschung nachdenke und mich außerstande sehe, etwas zu ändern“, so äußert sie sich traurig: „und ich begegne meinem Mann häufig mit schlechter Laune, ohne dass ich ihm den Grund dafür klar machen kann.“
Ich lud die Klientin ein, einem Informationsabend beizuwohnen, zu dem ich gerade einige Interessenten eingeladen hatte. Dort wollte ich das Meridianklopfen vorstellen. Sie sollte dann in Ruhe darüber nachdenken, ob wir mit dieser Methode ihrem Problem gemeinsam zuleibe rücken und nach Lösungen für alle offenen Fragen suchen sollten.
Zu meiner Infoveranstaltung waren fünf Frauen und zwei Männer erschienen und eben meine Frau L..
Ich nehme mir für eine solche Präsentation etwa zwei Stunden Zeit und demonstriere dort gleich, auf welche Weise das Meridianklopfen und auch das Japanische Heilströmen eingesetzt. werden kann. Für das Strömen zeige ich einige Energiepunkte, die sich gut für die Hausapotheke eignen und deren Wirkungen auf der Stelle zu spüren sind. Frau L., die ja schon die ersten Erfahrungen mit dem Strömen gemacht hatte, bestätigte begeistert meinen Vortrag darüber.
Beim Klopfen wählen wir in der Gruppe einfache Alltagsproblemchen und beklopfen diese bei dem jeweils Betroffenen. Erstaunt wird dann  immer registriert, dass sich der damit verbundene Gefühlsstress oft auf der Stelle deutlich mindern lässt.
Nach diesen neuerlichen Erfahrungen vereinbarte Frau L. mit mir gleich Termine, in denen wir ihre persönliche Situation beleuchteten und ggf. gleich Zukunftsperspektiven für sie finden wollten.
Ohne große Vorarbeit fragte ich die Klientin gleich, was ihr wichtigster Wunsch in Bezug auf ihre Ehe wäre.


Aus dieser Formulierung generierten sich weitere Aspekte, wie folgt:


- Meine langweilige Ehe
- Alles ist absehbar
- Nichts Neues passiert
- Es gibt keine Überraschungen
- Unser Sexleben ist so eingefahren
- Mein Mann ist zutiefst misstrauisch Veränderungen gegenüber
- Ich selbst bin zu bequem, um etwas zu verändern
- Ich erwarte alles von meinem Mann
- Eigentlich weiß ich gar nicht genau, was mir missfällt
- Eigentlich weiß ich gar nicht genau, wo ich hin will
- Eigentlich habe ich sogar Angst vor einer grundlegenden Veränderung
- Als ich geheiratet habe, dachte ich, dass nun eine spannende Lebensphase beginnt
- Ich finde alle unsere Bekannten langweilig
- Ich habe Angst, dass mit Kindern alles noch schlimmer wird
- Ich fürchte, dass ich mit Kindern komplett angebunden bin
- Ich habe Angst, dass es aus dem Alltag meiner Ehe kein Entrinnen gibt
- Ich bin neidisch auf meinen Mann, der sich mit seinen Freunden trifft
- Ich bereue, dass ich für meine Ehe meinen Freundeskreis aufgegeben habe
- Ich fühle mich in meiner Ehe so einsam, weil wir nicht viel zusammen machen
- Ich langweile mich in meiner Ehe, weil wir immer dasselbe machen


So legten wir ein Gefühl nach dem anderen frei.
Meine Klientin berichtete mir schon nach der ersten Sitzung, dass sie beginne, ihre Ehe in einem anderen Licht zu sehen. Bisher hatte sie immer nur auf ihren Mann geblickt, ohne großartig darüber nachzudenken, was ihr eigener Part bei einer möglichen Veränderung der Situation sein könnte. Sie versteht jetzt besser, dass sie selbst bisher viel zu inaktiv war.
Bis zum nächsten Termin in meiner Praxis gab ich Frau L. als Hausaufgabe weiterhin den Mittelstrom auf. Zusätzlich sollte sie das Thymusklopfen ausführen. Dazu erarbeiteten wir folgende Formulierung:
„Ich finde zu Freude und innerer Ausgeglichenheit, ich erkenne das Ziel meiner Wünsche!“


Thymusklopfen


Die Thymusregion befindet sich unter dem oberen Drittel des Brustbeines (Illustration). Mit dem regelmäßigen Beklopfen dieses Punktes wird der Genesungswille gestärkt, werden  aber auch dem Unterbewusstsein Prägungen vermittelt. Dies kann in positivem Sinne mit Affirmationen wirken, aber auch negativ, wie die katholische Kirche das seit Jahrhunderten nutzt: „mea culpa, mea maxima culpa“, um der Gemeinde ihre Schuld ständig gegenwärtig zu machen.
Die folgenden Sitzungen verliefen in einer vollkommen anderen Atmosphäre, als die ersten Begegnungen mit meiner Klientin. Sie hatte, ohne dass ich sie dafür beraten musste, erkannt, dass die Ehe ja eine Part-nerschaft ist, an sich beide Parteien beteiligen müssen.
Nun erst konnte von meiner Seite her eine wirkliche Beratung stattfinden.
Dazu erstellte Frau L. eine „Wunschliste“.


Die Liste beinhaltete alle Erwartungen, die meine Klientin an das Leben hat. Und das waren zum Beispiel folgende Posten:


- Mehr Sport
- Mehr Geselligkeit
- Mehr Gespräche und Austausch über interessante Themen
- Kurzreisen, Wochenendtrips
- Wechselnde Urlaubsziele
- Mehr Kultur, Konzerte, Theater
- Ein abwechslungsreicheres Liebesleben
- Mehr Spielerisches ins Leben bringen
- Mehr Gemeinsamkeit, die beiden Eheleuten Spaß macht
- Für jeden auch ein eigener Bekanntenkreis
- Mehr Teilnahme an den Interessen des Anderen
- Mehr Interesse für die Gedanken des anderern
- Mehr Weiterbildung
- Gemeinsame Projekte


Wir beklopften nun die einzelnen Punkte, indem wir einfach nur die Handkante laufend beklopften, in dem die einzelnen Wünsche formuliert wurden. Dazu entschieden wir uns für jeden Wunsch für zwei Varianten, wie zum Beispiel:


- „Ich lasse mehr Sport in mein Leben“
- „Ich wähle, künftig mehr Sport zu treiben“
- „Ich wünsche mir mehr Geselligkeit“
- „Ich wähle, künftig geselliger zu leben“


Nachdem wir diese und andere dazu passende Aspekte formuliert und „hochgeklopft“ hatten, fühlte sich meine Klientin freier und nun in der Lage, ihren „Wunschzettel“ ausführlich mit ihrem Ehemann zu besprechen und ohne Hemmungen die einzelnen Punkte zu benennen und auszuführen.
Damit das Gespräch die nötige Parität erhalten konnte, forderte sie auch ihn auf, eine eigene Liste zu erstellen. Dafür schrieb sie ihrem Mann einen Brief, damit er erkennen konnte, wie wichtig ihr das Thema war und er sich dem Gespräch mit dem nötigen Ernst stellte.
Zu ihrem Erstaunen verlief dieses Gespräch positiver, als sie das erwartet hatte. Beide hatten sich gleich zu Beginn der Unterhaltung versprochen, ohne Schuldzuweisungen ihre Position vorzutragen und den anderen ohne Einwände ausreden zu lassen.
Wieder einmal zeigte sich, dass es meistens die mangelnde Kommunikation ist, die Menschen daran hindert, einander zu verstehen.
Auch Herr L. war lange nicht so glücklich und zufrieden gewesen, wie seine Frau das angenommen hatte. Beide hatten nebeneinander her gelebt, in der Annahme, so wären sie es dem anderen schuldig und so würde es erwartet werden.
Die beiden Ehepartner waren entschlossen, diese unbefriedigende Situation zu beenden und fassten den Entschluss, miteinander eine Kurzreise zu machen und ihr künftiges Leben gemeinsam zu planen. Das hatten sie bisher versäumt.
In neutraler Atmosphäre und in Urlaubsstimmung wurden nun die beiden Wunsch-Listen miteinander verglichen.
Beschlossen wurde und das sogar mit weitgehend festen Terminen, was man in der Zukunft gemeinsam unternehmen wollte. Dazu gehört auch der regelmäßige Besuch eines Fitnesscenters.
Jeder sollte aber auch sein ureigenes Leben führen. Dafür muss Frau L. noch tüchtig umdenken, denn sie hatte ja ihren Bekanntenkreis für ihre Ehe vollkommen aufgegeben. Diese muss wieder, wenn möglich, reaktiviert, oder völlig neu aufgebaut werden. Das dauert sicher eine Weile. Dafür sollen für sie auch Wanderfreunde und Partner für Spielabende gefunden werden. Zur Not sollte das per Zeitungsanzeigen geschehen.
Er hingegen will weiter mit seinen Freunden Fußball gucken und sich zum Pokern treffen.
Beide Ehepartner wollen in jedem Jahr nun ausgiebig darüber diskutieren, wohin die Urlaubsreise gehen soll.
Für mehr Geselligkeit daheim will man nun regelmäßig Freunde zum gemeinsamen Kochen einladen, im Sommer im Garten besondere Grillfeste oder Gemüsepartys oder Käse-Verkostungen mit Rotwein oder Ähnliches veranstalten. Wichtig dabei soll auch sein, dass immer mal wieder neue Leute in den Kreis gebeten werden.
Frau L. will einmal im Monat einen speziellen „Mädelabend“ mit wechselndem Motto organisieren.
Beide Ehepartner wollen Französisch-Unterricht nehmen.
Frau L. wird ihre PC-Kenntnisse erweitern.
Für enervierende Fernsehabende wird bei einem solchen Programm wohl kaum noch Zeit sein. Und Langeweile  k a n n  es nun einfach nicht mehr geben.
Die Eheleute waren erstaunt, wie einfach sich die Gespräche miteinander gestalteten. Jeder trug mit neuen Ideen laufend zur Planung eines interessanten Lebens bei. Beide können sich die vergangene „Sprachlosigkeit“ kaum erklären. Man liebe sich doch.
Das wurde den Ehepartnern bei ihrer Kurzreise so richtig bewusst, die so, fast zu Flittertagen geraten konnten.
Meine Klientin braucht nun keine Sitzung mehr bei mir und wird mich nur so frequentieren, wenn sie meine Praxis wegen eines Wehwehchen aufsuchen muss, so erklärt sie mir es bei einem Telefongespräch. Sie ist sicher, dass sich die Langeweile, die sich in ihre Ehe geschlichen hatte, nie wieder einstellen wird. Sie weiß, dass die unbefriedigende Situation lediglich die Folge eines Missverständnisses gewesen war. Und das soll sich in ihre Beziehung nie mehr einschleichen, so sind sich beide Ehepartner sicher.
Beide Eheleute haben erkannt, dass die Hochzeit doch nicht das Ende eines spannenden Lebens ist und dass man nicht aneinander kleben muss, um sich die Zuneigung zu beweisen.
Nun blickt meine Klientin auch nicht mehr mit Bangen auf die Zeit mit demnächst geplantem Nachwuchs. Sie ist nun fest davon überzeugt, dass es auch für sie als Eltern die Möglichkeit der guten Verständigung und gemeinsamen Planung geben wird.
Das Meridianklopfen hat das Feld für gute und unbelastete Gespräche geebnet. Dadurch konnte es zum Gedankenaustausch ohne Aggressionen und Schuldzuweisungen kommen.
Ich freue mich, dass ich auch in diesem Fall eine verbindende Rolle spielen durfte.


Selbsthilfemethoden:
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