Familienstellen mit Meridianklopfen

Ingrid Schlieske

 

Blockierende Schicksalsmuster, die ein ganzes Leben überlagert haben, lassen sich auflösen

 

Bert Hellinger entwickelte das systemische Familienestellen. Mit Hilfe dieser einfachen Methode lassen sich eingefahrene Strukturen, die aus Verstrickungen in der Herkunftsfamilie resultieren, korrigieren. Und das oftmals an einem einzigen Wochenende.

 

Der Psychotherapeut Bert Hellinger fand heraus, dass es vor allen Dingen die Beziehungen zu den Eltern, Geschwistern und den Angehörigen,  sogar die, welche längst verstorben oder den Betroffenen gar nicht bekannt sind, bestimmen, wie der Mensch sich sein ganzes Leben lang verhält, wie er mit Krisen umgeht, wie glücklich er Beziehungen erlebt, wie erfolgreich er im Beruf ist – kurz, welche Lebensqualität er hat.

Dazu ist es wichtig, ins Reine zu kommen mit den Angehörigen, besonders mit den Eltern, auch wenn diese verstorben sind oder der Betroffene sie gar nicht kennt.

 

Die These von Hellinger ist, dass jeder seinen Platz bekommt, die Lebenden wie die Toten.

 

Wer zuerst war, ist der „Große“. Sein Schicksal muss geachtet werden. Kinder dürfen nicht die Last der Eltern tragen, denn sie sind die „Kleinen“. Kinder übernehmen das Schicksal und die Last derer, deren Schicksal oder Person nicht geachtet wurde, um das „Unrecht“ oder die Lücken auszugleichen. Dadurch entsteht „Schuld, Missbrauch und Gewalt.

Nur dann, wenn der Betroffene die „Ordnung“ anerkennt und sich vollkommen befreit hat von allen negativen Gefühlen, den mit ihnen verwandtschaftlich verbundenen Personen gegenüber, ist es ihm möglich, ein freies, ein selbst bestimmtes Leben zu führen.

 

Die Methode

Aus einer Gruppe von Anwesenden findet sich zunächst ein Teilnehmer (Klient) bereit, seine Familie aufzustellen. Dazu bestimmt er aus dem Kreis der Anwesenden den Vater, die Mutter, ggf. Geschwister oder Großeltern, falls sie im Haushalt lebten oder in der Kindheit eine wesentliche Rolle gespielt haben. Dabei kann es in bestimmten Fällen auch um einen Onkel oder eine Tante gehen.

Die Stellvertreter der Familie werden nun in einer von dem Klienten bestimmten Anordnung in den Kreis gestellt. Der Betroffene wählt auch einen Stellvertreter für sich selbst, den er dazu stellt und sich selbst auf seinen Sitzplatz zurückzieht.

Der/die Therapeut/In befragt nun die einzelnen aufgestellten Familienmitglieder nach ich-ren Gefühlen zueinander und danach, wie sie ihre Stellung innerhalb der Familie empfinden und beurteilen.

Und nun geschieht Gespenstisches:

Die Personen in dem Kreise, die nichts von dem Klienten wissen und sich selbst untereinander nicht kennen, beginnen miteinander zu kommunizieren. Sie reden von Dingen und Beziehungen aus der Familie, die ihnen nicht bekannt sein können, so als wären ihnen deren Familienstrukturen wohl vertraut.

Fragt man im Anschluss danach, wie es sein kann, dass derart familienbezogene, ja interne Aussagen gemacht werden konnten, sagen die Beteiligten, dass sie es selbst nicht wüssten: „… es hätte aus ihnen regelrecht heraus gesprochen.“

Von Seiten des/der Therapeut/In wird nun systematisch der Standort der Familienmitglieder zueinander korrigiert. Die Mutter wird neben den Vater gestellt, wenn sie womöglich vor oder hinter ihm oder gar im Abseits stand. Jedem Angehörigen wird der Platz zugewiesen, der genau dem Prinzip der „Ordnung“ entspricht.

Erneut nach den Gefühlen zueinander und über den Familienverband befragt, lauten nun die Antworten deutlich anders, positiver und hoffnungsvoller.

Alleine über diese Korrektur ist es bereits möglich, fest eingefahrene Strukturen aufzulösen und alt gewohnte Muster zu durchbrechen.

 

„Ins Reine kommen mit den Eltern, der Herkunftsfamilie“, hier liegt der Schlüs-sel zu einem glücklichen Leben, in dem der Agierende frei sein kann von Zwän-gen und schicksalhaften Begebenheiten, die wie ein roter Faden immer und im-mer wieder seinen Lebensweg begleiteten.

 

Das Ergebnis solcher Behandlung muss nicht zwangsläufig sein, dass der Betroffene nun in tiefer Liebe zu seinen Angehörigen entbrennt. Es genügt oft, dass ihn keine negativen Gefühlsregungen mehr quälen, wenn an die Beziehung gedacht wird, oder bestimmte Begebenheiten dazu in den Sinn kommen. Häufig lassen sich die Familienbeziehungen auf diese Weise „heilen“ und Zuneigung kann wieder entstehen oder gelebt werden.

Wichtig ist, zu vergeben und die Emotionen zumindest zu neutralisieren. Und genau das ist mit der Methode des Stellens auf geheimnisvolle Weise zu erreichen.


Meridianklopfen und Familienstellen

„Angst ist die Basis für jedes Problem!“

Das Meridianklopfen bietet die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt von allen Ängsten und anderen belastenden Emotionen zu befreien, die aus der Vergangenheit mitgeschleppt wurden, die vielleicht verborgen, unter der Oberfläche schlummernd, dafür sorgen, dass man immer und immer wieder den alten Mustern folgt, ihnen regelrecht ausgeliefert ist. Hier zeigt sich dann der Grund dafür, dass man sich zum Beispiel immer wieder in eine Opferrolle begibt, dass man sich vielleicht nicht ausreichend durchsetzen kann, dass man falsche Partner und Freunde wählt, dass man nicht so erfolgreich im Beruf ist, wie man sein könnte oder möchte, dass sich Ängste vor diesem oder jenem zeigen, dass ein Leben freudlos verläuft, dass Hass, Wut, Enttäuschungen, Bitterkeit und Eifersucht eine unangemessene Rolle spielen, dass Lernblockaden nicht überwunden werden können, dass Glück sich einfach nicht einstellen will  u. v. m..

Bei dem Familienstellen sind solche Prägungen klar erkennbar und können mit Hilfe des Meridianklopfens aktuell behandelt und aufgelöst werden.

 

 

 

Christiane Boustani, Heilpraktikerin

(Protokoll einer Familienaufstellung)

 

Sie führt in Flensburg und Hamburg eine Naturheilpraxis mit Schwerpunkt energetische Verfahren und Familienstellen mit Meridianklopfen. Dazu leitet sie auch Selbsterfahrungsgruppen im Seminarhaus Hoher Vogelsberg in Hessen, wo sie in dieser Methode auch Therapeuten ausbildet.

 

Fallbeispiele aus der Praxis von Christiane Boustani

 

Erste Liebe der Mutter störte die Familienbeziehung

Roger P. kam auf Empfehlung einer meiner Patientinnen in meine Praxis, weil er unter einer unerklärlichen Traurigkeit litt, die ihm jede Lebensfreude nahm. Dieser junge Mann war mit seinen 23 Jahren bereits recht erfolgreich in seinem Beruf. Im Privatleben allerdings fehlte ihm das Glück. Seit seiner Kindheit musste er erleben, dass Freundschaften zerbrachen oder dass er sich von anderen Menschen enttäuscht sah. Solche Erfahrungen setzten sich fort, seit er Liebesbeziehungen einging. Nach anfänglich glücklicher Zeit zogen sich seine Freundinnen jedes Mal zurück. Dafür wurden unterschiedliche Gründe ge-nannt. Besonders aber wurde seine mangelnde Lebensfreude kritisiert.

Roger P. wollte nun herausfinden, ob es alleine an ihm lag, dass die Beziehungen nicht hielten und was er unter Umständen an seinem Verhalten ändern könne.

Mein neuer Patient machte auf mich einen sehr ernsten Eindruck. Seine Überlegungen verstand er klug zu formulieren. Aber in der Tat wirkte er auf eine unerklärliche Weise traurig. Den Grund dafür galt es nun zu ermitteln. Dafür befragte ich ihn nach seiner Familie und die Beziehung zu den einzelnen Familienmitgliedern. Er wohnte mit seiner Schwester noch bei seinen Eltern.

Als ersten benannte er seinen Vater, zu dem er ein gutes, ja inniges Verhältnis hatte. Anders verhielt es sich mit der Mutter, mit der er sich überhaupt nicht verstand, genauso wenig, wie mit der Schwester. Er vermutete im Übrigen, dass es besonders die Disharmonie mit der Mutter sei, die sein Verhalten zu anderen Menschen bestimmte. Er gab ihr die eigentliche Schuld an seinen Empfindungen.

Nachdem ich mir ein Bild von der häuslichen Situation des jungen Mannes gemacht hatte, schlug ich ihm vor, an meiner nächsten Gruppenarbeit teilzunehmen und dafür die Schwester und wenn möglich, auch die Mutter mitzubringen.

Nach anfänglichem Zögern stimmte mein Patient zu und erschien zu dem verabredeten Termin auch wirklich mit Mutter und Schwester.

 

Es ist für mich immer ein Beweis für die große Liebe der Mutter, wenn diese, trotz der Last der Schuldzuweisungen ihr Kind begleitet, damit sich dessen Probleme lösen lassen.

 

Es fiel mir bei den beiden Geschwistern auf, dass sie weder einander ansahen, noch die Mutter. Diese alleine schien mir relativ unbelastet, wenngleich ihr anzumerken war, dass sie unter der Ablehnung ihrer Kinder sehr litt.

 

Persönliche Aufstellung / Stellvertreter-Aufstellung

Es gibt die Möglichkeit, die Betroffenen direkt aufzustellen. In einem solchen Fall werden lediglich für Abwesende, Verstorbene oder dem Klienten unbekannte Angehörige, die dennoch für seine Entwicklung eine Rolle spielen, aus dem Kreis der Anwesenden als Stellvertreter aufgestellt. Die andere Variante ist, dass Betroffene komplett von Stellvertretern ersetzt sind, die dieser aus der Gruppe wählt. Der Klient betrachtet von außen,  wie Familienmitglieder  untereinander agieren und praktisch s e i n e   e i g e n e   Situation klären und auflösen.

 

Ich ließ den Sohn zunächst Stellvertreter für seine Eltern wählen, die er aufstellte. Dabei fiel auf, dass sich Vater und Mutter, die nebeneinander standen, nicht ansahen. Ich befragte die Stellvertreter nach ihrem Eindruck von der Situation. Beide hatten das Gefühl der Unvollständigkeit, so als ob jemand fehle. Auf meine Frage, ob das die Kinder sein könnten, wurde das verneint. Daraufhin bat ich den Sohn, sich mit seiner Mutter und der Schwester in den Kreis zu stellen und lediglich für den abwesenden Vater einen Stellvertreter dazu zunehmen.

 

Wieder war zu beobachten, dass alle vier Beteiligten einander nicht ansahen.

 

Ich fragte den Vater nach seinen Gefühlen, dieser sagte, er fühle sich traurig und überflüssig.

Ich fragte daraufhin die Mutter, ob sie eine erste Liebe gehabt hätte, diese bejahte und bemerkte, dass diese Liebe sehr wichtig für sie gewesen sei. Sie strahlte bei der Aussage.

Daraufhin ließ ich sie einen Stellvertreter für diese erste Liebe der Mutter wählen und in den Kreis stellen. Dieser wurde etwas ins Abseits platziert.

Danach war zu erkennen, dass die Geschwister deutlich entspannter blickten. Der Sohn konnte erstmalig die Mutter anschauen. Ich ließ ihn sagen:

 

„Mama, was zwischen dir und deiner ersten Liebe war, geht mich nichts an.“

 

Die Mutter sagte zu ihrer ersten Liebe auf mein Geheiß:

 

„Du warst eine erste Liebe, schade.“

 

Der Vater-Stellvertreter schaute plötzlich die Mutter direkt an. Auf meine Frage, ob die Aus-sage seiner Frau okay für ihn sei, bejahte er.

Der Geliebte sollte nun auch die Mutter anschauen und die gleiche Formulierung zu ihr sa-gen, wie sie vorher zu ihm.

Die Mutter sagte danach auf mein Geheiß:

 

„Das Gute, was ich von dir habe, nahm ich mit in mein Leben.“

 

Daraufhin wandte sie sich ihrem Mann zu:

 

„Das war mein erster Mann, du bist mein zweiter Mann.“

 

Es war zu sehen, dass dabei einiges in ihr aufbrach. Ihre Erregung ließ ich von einer an-deren Teilnehmerin beklopfen, ohne dass Formulierungen dabei genannt wurden.

Den ehemaligen Geliebten nahm ich nun aus der Gruppe.

Der Sohn äußerte auf mein Befragen jetzt, dass er Angst um seinen Vater hätte, dieser sei alt und gebrechlich und bräuchte in absehbarer Zeit vielleicht Pflege. Er hätte Angst davor, für ihn sorgen zu müssen und fühlte sich damit überfordert. Der junge Mann wurde nach dieser Aussage ruhiger, wenngleich sein Konflikt danach noch nicht aufgelöst war. Er sollte sich nun neben seinen Vater stellen und äußerte, dass er sich dort recht gut fühle.

 

Es fiel auf, dass die Schwester immer zur Tür sah. Das ist ein Zeichen für mich, dass sie mit den Augen einem Menschen folgte, der nicht mehr ist.

 

Ich fragte die Mutter, ob es in der Familie einen Menschen gab, der vor der Zeit gegangen ist. Diese antwortete, es könne sich nur um ihre eigene Schwester handeln, die schon mit 6 Jahren verstorben ist. Man konnte erkennen, wie das Denken an dieses Familienereignis die Mutter stark bewegte. Mein Kommentar dazu war, dass es jetzt jedoch nicht um sie ginge, sondern um ihren Sohn. Wenn sie wolle, könne ihr Thema zu einem anderen Zeitpunkt einmal gesondert behandelt werden. Ich ließ sie jedoch auf ihre Erregung hin von einer anderen Teilnehmerin beklopfen, bis sie ruhiger wurde.

Ich ließ nun für die verstorbene Schwester der Mutter, also der Tante der Tochter eine Stellvertreterin aufstellen. Die Nichte verneigte sich vor dieser Person und sagte auf meine Anweisung:

 

„Ich achte Dein Schicksal. Wenn meine Zeit gekommen ist, folge ich dir.“

 

Es stellte sich heraus, dass die Schwester des Klienten tatsächlich oft Todessehnsucht gehabt hatte. Ich beklopfte daraufhin alle Aspekte, die damit in Zusammenhang standen, wie zum Beispiel:

 

„Ich finde im Leben keinen Sinn und möchte der Tante folgen.“

 

Sie wurde danach merklich ruhiger und konnte die tote Tante, aber auch die Mutter anschauen, als ich sie sagen ließ:

 

„Mama, dein schweres Schicksal lasse ich jetzt bei dir.“

 

Die Schwester stellte ich an die Seite des Bruders und des Stellvertreter-Vaters.

Meiner Aufforderung, ihren Bruder anzusehen, mochte sie nicht folgen. Sie sagte lediglich, dass sie nicht immer die große Schwester sein wolle.

Der Sohn hingegen richtete sich zunehmend auf und strahlte nun förmlich. Auf meine Anweisung sagte er zu seiner Mutter:

 

“Mutter, ich stehe gut bei meinem Vater, was zwischen dir und Papa ist, geht mich nichts an.“

 

Nachdem die Tochter genau diese Formulierung ebenfalls zu ihrer Mutter gesagt hatte, konnte sie auch zu ihrem Bruder sagen:

 

„Ich bin deine große Schwester.“

 

Der Sohn antwortet auf meine Frage nach seinem Befinden, dass es ihm jetzt sehr gut gehe. Er strahlte nun förmlich und alle in der Familie können sich nun ansehen.

Die Mutter erklärt, dass sie wüsste, dass sie jetzt noch einiges zu tun hätte. Ich ergänze zu den Kindern gewandt:

 

„Aber das geht euch nichts an.“

 

Der Sohn sagt nach der Aufstellung, dass er wieder von Herzen lachen kann. Eine innere Blockade, die er sich nicht erklären konnte,  hatte ihn in den vergangenen Jahren daran gehindert.

 

Der Zugang zu unserem Unterbewusstsein

Für Seminarteilnehmer und für Klienten ist es unbegreiflich, wie es sein kann, dass Stellvertreter die Beziehungen innerhalb einer Familie, die ihnen völlig unbekannt ist, nachempfinden können, ja sie sogar benennen und auch Geschehnisse wiedergeben können. Solche Phänomene sind der Beweis dafür, dass unser Unterbewusstsein mit dem eines anderen kommuniziert, dass es Dinge weiß und verarbeitet, die uns nicht bewusst sind. Das Wissen darum ist n o n v e r b a l  auf andere Menschen zu übertragen.

Verwunderlich ist auch, dass einfache Korrekturen des Standortes von Familiemitgliedern eine ordnende und heilende Wirkung haben. Bestimmte Formulierungen, zu denen die Beteiligten veranlasst werden, können die Verstrickungen auflösen.

Solche Reaktion des Unterbewusstseins ist ein Beweis dafür, auf wie einfache Handhabungen, Symbole und Worte eine Einflussnahme, selbst auf tief sitzende Probleme ausüben  und innere Wunden, deren Ursprung uns nie bewusst war, auf diese Weise geheilt werden können.    

 

Ergebnisse der Familienaufstellungen zeigen deutlich, wie wichtig es ist, „ins Reine zu kommen mit der Herkunftsfamilie.“

Nur dann, wenn Prägungen, die aus den Herkunftsfamilien herrühren, keine Gewalt mehr haben über unser Handeln, aber auch über unsere Erwartungen an das Leben, kann ein Mensch so leben, wie es seinem Wesen nach gedacht war.

Es lohnt sich also, sich auf die Reise zu sich selbst zu begeben. Die Familienaufstellung bietet dafür eine überaus interessante und wirkungsvolle Möglichkeit.

 

Selsbsthilfemethoden, die jeder selbst anwenden kann:

Japanisches heilströmen

Meridianklopfen

Meridian-energie-technik-MET

Vegane und vegetarische Ernährung