Das Wort „eigentlich“ und die damit verbundene, lebenslange Prägung

 

Das Wort „eigentlich“ und die damit verbundene, lebenslange Prägung

Charlotte Vianden, Meridian-Energie-Therapeutin

Artikel in BIOLINE-Magazin

 

Vor ein paar Monaten rief mich ein am Telefon sehr unsicher wirkender Mann von 38 Jah-ren an. Er bekundete auf der einen Seite Interesse an meinen Klopf-Kursen, auf der an-deren Seite erklärte er mir, dass er eigentlich nicht sicher sei, ob er wirklich Interesse habe. Das Ganze wirkte zunächst etwas wirr auf mich.

 

„Was kann ich denn jetzt für Sie tun“, fragte ich irritiert.

„Tja, eigentlich möchte ich etwas in meinem Leben verändern, aber auf der anderen Seite weiß ich nicht so recht.“

Also verabredete ich mich zu einem Gespräch mit ihm.

Es erschien ein gut aussehender Mann, gepflegt, gute Ausdrucksweise. Er rutschte auf seinem Stuhl hin und her und „eierte“ weiter mit dem Wort „eigentlich“ rum. Ich machte ihm Mut, auf den Punkt zu kommen und nach etwas weiterem Smalltalk „packte er endlich aus“.

Er entstammte einer Familie mit drei Geschwistern, die ein wirklich gutes und glückliches Familienleben geführt hatten. Seinen Eltern ging der Zusammenhalt in der Familie, die Geborgenheit für die Kinder, Wärme, Liebe und Zuneigung, über alles. Mein Klient hatte eine richtig schöne Kindheit verlebt. Jedoch war das Geld immer sehr, sehr knapp gewesen.

 

Sein Vater sagte ihm oft: „Junge, man kann nicht alles haben im Leben!“

 

Eine Tante ermöglichte ihm finanziell sein Studium und er hatte bereits eine Anstellung als Architekt noch bevor er die Uni beendete.

Er war recht glücklich im Beruf. Jedoch mit den Freundinnen, die er während des Studiums und im Berufsleben kennen lernte, war es auch immer wieder schnell vorbei. „Junge, man kann ja nicht alles haben“, erinnerte er sich und gab sich zufrieden.

Dann wurde er urplötzlich arbeitslos – jetzt war das Glück im Beruf erst mal futsch – und er lernte seine spätere Ehefrau kennen.

Ergo: Glücklich in seiner neuen Partnerschaft – unglücklich über seine Arbeitslosigkeit.

Das vermeintliche Gleichgewicht war wieder hergestellt. Und dann traf er eine schwerwiegende Entscheidung:

 

„Ich habe mich für das Glück entschieden“ – ein Nachsatz, der nicht ausgesprochen wurde, der aber mitklang: „... und gegen das Geld!“

 

Seine Frau hat eine Anstellung in Hamburg und er versorgt den Haushalt und die zwei Kinder. Er genießt seine Familie und das Glück. Finanziell geht es mehr schlecht als recht.

Jetzt meldete sich sein früherer Chef, der immer sehr zufrieden mit ihm gewesen war und bot ihm eine feste Anstellung, zunächst mit zwanzig Wochenstunden und flexiblen Arbeitszeiten.

„Gratuliere“, kam vorschnell von mir. Doch er schüttelte den Kopf und sagte mit großem Nachdruck und etwas erregt: „Ich habe mich für das Glück entschieden“. Ich war erst einmal sprachlos, aber kannte ja nun aus seiner Erzählung, was bei ihm ablief.

 

Nachdem mein Klient sich etwas beruhigt hatte, sagte er dann: „Eigentlich würde uns ein zusätzliches Einkommen richtig gut tun!“

„Und uneigentlich befürchten Sie, dass es dann vorbei ist mit dem Famili-englück?“

 

Er antwortete mit einem traurigen Nicken und sagte wieder: „Junge, man kann nicht alles haben im Leben!“

Seine Kinder könnten durch seine Schwester, die im gleichen Haus wohnt und nicht berufstätig ist, auch weiterhin gut versorgt werden.

Vom Kopf her war ihm durchaus klar, dass er arbeiten gehen könnte. Es galt nun, sich von diesen blockierenden, alten Prägungen zu verabschieden.

Wir arbeiteten dann nach einem ausführlichen Gespräch mit folgenden Sätzen:

 

„Auch wenn ich große Angst habe, mein Familienglück durch meinen Job zu verlieren, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!“

„Auch wenn ich es nicht verdient habe, ohne Angst um mein Familienglück zu sein, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!“

„Auch wenn der Kopf mir sagt, dass die Aussage meines Vaters  e i g e n t l i c h  nicht stimmt, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!“

 

Es war ein hartes Stück Arbeit, dieses „eigentlich“ aus der Formulierung zu bekommen.

 

„Auch wenn es mir so schwer fällt, Vaters Satz loszulassen, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!“

„Auch wenn ich es nicht verdient habe, Familienglück  u n d  finanzielle Sicherheit zu genießen, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!“

 

Es wurde für ihn klar, dass er die Anstellung zunächst einmal befristet annehmen wollte. Seine Frau freute sich sehr darüber, finanziell entlastet zu werden und die Kinder „jammerten“ – zu seinem großen Erstaunen – überhaupt nicht, dass sie nun nach der Schule ab und zu zur Tante gehen würden.

 

Dann besuchte mein Klient seinen Vater. Fatal! Er bekam zu hören: „Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis. Du wirst schon sehen, was Du davon hast!“

 

Das brachte ihn zunächst von seinem geplanten Weg ab und warf ihn um einige Wochen zurück. Er hatte in dieser Zeit telefonischen Kontakt mit mir.

Dann haben wir erneut die Aussagen seines Vaters bearbeitet. Er fuhr dann gleich von meiner Praxis aus zu seiner Firma und unterschrieb dort endlich seinen Vertrag.

Den Kontakt zu seinem Vater hat er momentan auf Eis gelegt.

 

„Und jetzt Frau Vianden, jetzt werde ich meinem Vater und mir zeigen, dass BEIDES geht!“

 

Wie er mir per Hand geschriebenem Brief mitteilte, fährt er mit Frau und Kindern zum ersten Mal in den Urlaub nach Rügen.

„Ich hatte nie geglaubt, dass BEIDES möglich ist! Ihr glücklicher und berufstätiger Andreas K..


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