Mein Mann wird von der Familie nicht akzeptiert

Mein Mann wird von der Familie nicht akzeptiert


Kim Barkmann, De Wise Fru, Lebensberaterin, Altensalzwedel
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Viele Menschen sind sich über den Wert der Familie im Klaren und halten treu an ihren Familien fest. Aber was passiert, wenn die Familie, an der wir so hängen, unseren Ehepartner nicht akzeptieren will? Das gibt es häufiger, als wir denken.
In einem besonders schwierigenn Fall aus meiner Praxis hat sich die Familie sogar hinter dem Rücken des neuen Ehemannes zusammen getan und üble Intrigen geschmiedet, durch die das Paar auseinander gebracht werden sollte.
Das hat nun zwar nicht geklappt, aber es hat tiefe Wunden geschlagen.
Der neue Ehemann meiner Klientin wurde als Egoist dargestellt, der nur hinter dem Geld seiner Frau her sei. Die Familie zeigt ihre Ablehnung, indem sie zu Geburtstagen und Weihnachtsfeiern immer nur die Tochter einlädt und den neuen Ehepartner übergeht.
Was kann der Mann hier tun? Was für Möglichkeiten stehen der Frau offen?
Was hier vor allem sehr wichtig ist, ist Offenheit und Ehrlichkeit.
Wenn über Probleme gesprochen werden soll, dann am besten mit allen zusammen.
Es wäre auch gut und hilfreich hier eine geschulte Mediatorin (eine Streitschlichterin) einzuschalten. Sie findet sich im Branchenbuch unter Mediation.
Selbst wenn solche Betreuung dann vielleicht zwei- oder dreihundert Euro kostet, so ist das den Familienfrieden wert.
Die Mediatorin kennt viele gute Wege und Methoden, das ans Licht zu bringen, was hinter all dem Unfrieden steckt.
Hierzu eine kleine Weisheit, die mir von so einer erfahrenen Mediatorin anvertraut wurde.
Wenn Menschen sich streiten, dann sprechen sie immer von allen möglichen Dingen, bringen zahllose Argumente ins Spiel, aber das, worum es eigentlich geht, das kommt gar nicht auf den Tisch. Das ist immer etwas noch ganz anderes.
So erlebte ich zum Beispiel einmal einen Familienstreit mit, bei dem sich die Schwiegermutter sehr heftig und sogar auch handgreiflich gegen ihre Schwiegertochter wandte. Sie erhob sich vor aller Augen und schlug der jungen Frau mitten ins Gesicht.
Zum Glück war die junge Frau hartnäckig und fühlte sich aufgrund meiner Anwesenheit stark genug, nicht wegzulaufen, sondern ihre Sache tapfer auszufechten.
Und schließlich kam der wahre Grund ans Licht das, worum es die ganze Zeit schon ging und was nie ausgesprochen worden war:
Weinend gestand die Schwiegermutter schließlich ein, dass sie sich die ganze Zeit über schrecklich davor gefürchtet hatte, die Liebe ihres Sohnes zu verlieren und im Alter allein und isoliert zu sein.
„Ich dachte, du würdest mir meinen Platz im Herzens meines Sohnes rauben und das machte mich so wütend auf dich!“
Am Ende lagen sich die beiden Frauen weinend in den Armen und konnten einander aus aufrichtigen Herzen verzeihen.
Es hatte sich gelohnt, nicht aufzugeben, sondern um die Familie zu kämpfen.
Wenn eine Familie den Mann der Tochter nicht akzeptiert, wird es auch hierfür einen tieferen Grund geben, möglicherweise sogar etwas, womit der Mann nicht das geringste zu tun hat.
Bei einer Aussprache darf man sich nicht abwimmeln lassen, nicht zulassen, dass das Thema vorzeitig gewechselt wird. Nun heißt es, dran zu bleiben, darauf zu bestehen, dass alles ausgesprochen wird.
Berufsmäßige Mediatoren kennen hier Möglichkeiten, die wahren Hintergründe durch behutsames Fragen zum richtigen Zeitpunkt hervor zu locken und so ins Gespräch einzubinden, dass oft nicht nur einfach der Frieden wieder hergestellt wird, sondern dass es sich in der Familie hinterher oft viel besser lebt und anfühlt als zuvor.
Oft tun wir das Verhalten der anderen viel zu frühzeitig als „Neid“ ab. „Die sind nur neidisch auf mich, deshalb reden sie schlecht von meinem Mann!“
Aber so einfach ist es nur selten. Oft verbergen sich hinter der Ablehnung uralte Familienwunden, die nun wieder aufbrechen. Mitunter kommen in der Mediation ganz unerwartete Themen ans Licht, die zuvor noch nie ausgesprochen wurden.
Auf diese Weise kann ein Streit sogar eine ganze Familie heilen.
Oftmals geht es auch um Wachstum. Ein Mitglied der Familie wächst aus seiner alten Rolle heraus und erobert sich eine neue Position innerhalb des Kreises.
Vielleicht hat das „Aschenputtel“ der Familie sich auf einmal einen „Prinzen“ geangelt, obwohl die anderen erwartet haben, sie würde sich auch diesmal wieder mit einem Frosch zufrieden geben.
Das führt dazu, dass das ganze Familiensystem ins Wanken kommt. Alle müssen nun umdenken lernen und ihre Tochter mit anderen Augen sehen – oder den Neuen einfach ablehnen und ihn durch „runtermachen“ zum Frosch degradieren, damit das alte System wieder passt.
Damit kann aber weder die Tochter gut leben noch der „Prinz“, der als „Frosch“ verleumdet wird.
Nur die Opferrolle gibt uns das Leben freiwillig. Für alle anderen Positionen muss man kämpfen.
Es ist wahr, es kostet Mut, sich einer solchen Aufgabe zu stellen. Aber es ist besser, man stellt sich jetzt gleich, als dass ein ganzes restliches Eheleben von diesem Problem überschattet wird.
Es lohnt sich, fachliche Betreuung zu suchen und ein Treffen mit der ganzen Familie zu organisieren, um die Vorbehalte aus der Welt zu räumen. Es geht hier um ihr Lebensglück. Es gilt nun, daran zu arbeiten und dafür etwas zu tun.
Ich wünsche allen ebenfalls Betroffenen viel Erfolg dabei.


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