Ich selbst bestimme, wie die Menschen mich behandeln

Kim Barkmann, De Wise Frau, Lebensberaterin, Altensalzwedel
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Es gibt ein Sprichwort in der Altmark: „Wenn du behandelt werden willst wie eine Königin, dann verhalte dich wie eine.“
An dieses Sprichwort musste ich denken, als ich kürzlich mit den Vorbereitungen für das Seminar „Entfalte die Königin in dir“ beschäftigt war. Unter meinen Seminarteilnehmerinnen sehe ich oft Frauen, die sich eine bestimmte Position wünschen, vor allem ihren Männern gegenüber, diese Position jedoch aller Diskussionen und Streitereien zum Trotz nicht bekommen.
Woran liegt das? Warum behandeln die Männer denn nicht jede Frau wie eine Königin?
Wenn wir einen kurzen Blick auf das obige Sprichwort werfen, kennen wir dafür schon mal einen Grund. Nicht jede Frau verhält sich auch entsprechend, aber hier steckt doch noch mehr dahinter.
Das Leben bietet uns die Möglichkeit, zahlreiche unterschiedliche Positionen einzunehmen. Wir können eine Königin sein oder eine Putzfrau, eine weise Frau oder eine Politikerin, Mutter, Köchin, Chefin, Frau im Zentrum oder Frau im Hintergrund, schwarzes Schaf der Familie oder Lieblingstochter. Es gibt viele Möglichkeiten, die uns offen stehen.
Die Frage bleibt immer nur: können wir eine Position, die wir uns wünschen, denn auch ausfüllen?
Genau da liegt der Schlüssel. Nehmen wir zum Beispiel einmal die Position einer Heilerin. Wenn eine Frau von sich das Gefühl hat, in ihr stecken heilende Kräfte, dann kann sie diese Position möglicher Weise einnehmen. Aber ob sie auch wirklich eine Heilerin ist, wird sich an ihren Erfolgen oder Misserfolgen zeigen und nicht nur daran. Es kann auch geschehen, dass niemand zu ihr kommt, um sich heilen zu lassen. Das bedeutet dann ganz klar, dass sie in der gewählten Position nicht überzeugen konnte. Sie hat eine Position erwählt, die sie zumindest zurzeit noch nicht ausfüllen kann. Aber immerhin, sie hat selbst gewählt und es versucht. Sie kann an sich und ihrer Wirkung noch weiter arbeiten, um der Aufgabe besser gewachsen zu sein.
Viele Frauen, die zu mir kommen, erzählen mir oft, welche langen und unfruchtbaren Auseinandersetzungen sie mir ihren Männern führen, weil diese ihnen die gewünschte Stellung nicht einräumen. Das ist nun aber eine ganz falsche Denkrichtung.
Das Geheimnis des richtigen Positionierens besteht nämlich in folgender Einsicht: niemand gibt uns eine Position freiwillig, von sich aus. Wenn wir sie wollen, dann müssen wir sie uns erobern.
Wenn ich beispielsweise die Königin meines Mannes sein will, dann muss ich mich selbst auf diesen Thron setzen und fortan als Königin agieren. Ich verhalte mich dann einfach nur noch wie eine Königin und lasse mich auf nichts anderes mehr ein.
Natürlich kann es passieren, dass mein Mann das nicht so einfach hinnimmt und versucht, mich gewissermaßen „vom Thron zu stoßen“, indem er mich zum Beispiel zu Diskussionen über Nichtigkeiten herausfordert. Aber – eine Königin diskutiert nicht. Wer die Königin spielen will, darf sich nicht wie ein Landsknecht aufführen.


Die Würde einer Königin


Betrachten Sie einmal das Verhalten der englischen Königin, einer würdigen, alten Dame. Stellen Sie sich vor, die Queen verschüttet versehentlich ihren Tee. Nun nehmen wir einmal den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass der Butler sie deswegen rügt und ihr Vorhaltungen macht, dies sei ja nun schon die dritte Tasse in dieser Woche, ob sie denn nicht endlich lernen könnte, besser aufzupassen. Was glauben Sie, wird die Queen darauf antworten? „Ich bin die Königin und kann so viele Tassen verschütten, wie ich will.“(Das wäre die Position des trotzigen Kindes.) Oder vielleicht: „Was geht das Sie an, wenn ich meinen Tee verschütte.“(Das wäre die defensiv, aggressive Position.) Oder: „Ich kann doch nichts dafür, es war ein Versehen. Warum schimpfen Sie immer mit mir? Was haben Sie nur gegen mich?“ (Das wäre die Opferposition.) Oder wie wäre diese Variante: „James, mein Lieber, was ist denn nur mit Ihnen, Sie sind so verärgert.“ (Das wäre die Rolle einer Therapeutin.)
Ich denke nicht, dass die Queen auch nur einen dieser Sätze sagen würde. Sie ist eine echte Königin, sie rechtfertigt sich nicht und streitet sich nicht mit dem Personal. Vermutlich würde sie in aller Gelassenheit und königlicher Würde sagen: „James, Sie überschreiten Ihre Kompetenzen.“ Oder sie richtet einfach nur einen befremdeten Blick auf ihren Butler.
Das Geheimnis liegt im richtigen Verhalten. Wir können uns nicht wie Packesel benehmen, uns alles aufladen lassen, jede Arbeit tun, wie ein Dienstmädchen und dann erwarten, dass uns die Anerkennung und der Respekt zuteil wird, dem einer Königin geziemt.
Der Zusammenhang zwischen Position und dazugehörigem Verhalten muss uns deutlich sein.
Wenn Sie den Eindruck haben, Sie befinden sich in einer Position, die Ihnen nicht gefällt, zum Beispiel in Ihrer Familie oder am Arbeitsplatz, dann haben Sie diese Rolle eingenommen und auch angenommen. Aber wie konnte das geschehen?
Sie haben das Verhalten an den Tag gelegt, das zu dieser Position gehört.


Welche Verhaltensmuster kennzeichnen diese Rolle?


Wenn Ihnen Ihre Position nicht gefällt, dann verhalten Sie sich einfach anders.
Wenn Sie zum Beispiel in Ihrer Familie die „gute Tochter“ sind, die Tochter, die immer brav ist, sich alles aufladen lässt, immer für ihre Eltern sorgt und die niemals Anerkennung und Lob dafür erhält, dann ändern Sie Ihr Verhalten. Bitten Sie nicht um Anerkennung und Lob, versuchen Sie nicht länger, es durch lieb sein zu bekommen. Der Beweis, das dies nicht funktioniert, ist längst erbracht. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit lieber auf sich selbst. Beobachten Sie sich, schreiben Sie Ihre Verhaltensweise in eine kleine Liste und schauen Sie, was Sie davon tatsächlich ändern können. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie sich nichts mehr aufladen ließen? Oder wenn Sie „Nein“ sagen würden. Oder wenn Sie einmal etwas für sich selbst tun, statt immer nur für die anderen?
Wenn Sie dann Ihre Position geändert haben und die anderen versuchen, Sie in die alte Rolle zurück zu drängen, dann kämpfen Sie ausschließlich mit jenen Mitteln, die auch zu der neuen Position gehören.
Eines ist gewiss: wir können nicht das Verhalten der Rolle A leben und erwarten, dass wir trotzdem die Rolle B bekommen.
Jede Position hat ihr eigenes Verhaltensrepertoire und nur, wenn wir bereit sind, uns dementsprechend zu verhalten, erreichen wir die angestrebte Position. Zu der einer Königin gehört auch die Bereitschaft, zu herrschen oder doch zumindest zu delegieren. Das wird oft nicht bedacht. Aber die Königin herrscht über den Besitz.
Vor kurzem sagte mir eine Klientin, die mit ihrem Mann zusammen ein Hotel führt, sie habe in der Nacht die Küche aufgewischt, weil die Putzfrau diese Arbeit nicht ordentlich verrichtet hatte. Als Königin des Betriebes hätte sie das delegieren müssen und dafür sorgen, dass jemand mit der Putzfrau darüber spricht.
Sie werden von den anderen immer in genau der Rolle gesehen, die Ihrem tatsächlichen Verhalten (nicht Ihrem Wunschverhalten) entspricht.
Niemand nimmt eine Chefin ernst, die man durch eigene Faulheit oder Raffinesse zur Putzfrau machen kann.
Üben Sie sich in Würde, Entschlossenheit und Konsequenz, denn das werden Sie brauchen, um das Anfangsgeplänkel in Ihrer neuen Position zu bestehen.
Ganz gleich, was wir anstreben, zu welchen Verhaltensweisen wir fähig sind und zu welchen nicht, es ist immer hilfreich, auf sich selbst zu blicken und nicht etwas von den anderen zu erwarten.
Die anderen bringen mir keinen Respekt entgegen, wenn ich mich nicht respektwürdig verhalte. Das aber lässt sich erlernen.
Streite ich hysterisch mit meinem Mann, reite ich endlos auf Kleinigkeiten herum oder nehme ich ihm jede Mühe und jede Drecksarbeit ab, dann qualifiziere ich mich vielleicht für den Job eines Dienstmädchens, jedoch nicht als Königin. Und wie kann ich dann von ihm erwarten, dass er mich als eine solche behandelt?

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