Glück - worauf es wirklich erfolgt

Margot Sistig-Kummer, Verhaltenstherapeutin (Kognitiv), Heilpraktikerin, Duisburg
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Im Grunde hatte der junge Mann, der mich in meiner Praxis aufsuchte, alles was man sich wünschen kann, eine gute Arbeitsstelle und eine Familie mit Frau und zwei Kindern, mit der er in einem schönen Einfamilienhaus lebte. Es gab keine Sorgen und auch körperlich war er gesund, aber trotz allem war er nicht glücklich.
„Ich komme mir wie ein Hypochonder vor. Wenn ich das anderen Leuten erzähle, halten mich alle für unzufrieden und unbescheiden. Ich weiß gar nicht, was mir eigentlich fehlt, aber obwohl ich durchaus dankbar dafür bin, dass es uns allen gut geht, so frage ich mich doch fast jeden Tag, ob das alles sein soll, ob das wirklich der Sinn meines Lebens ist. Ich bin kein unzufriedener Mensch, wirklich nicht, aber ich weiß gar nicht mehr, wie lange es her ist, dass ich das Gefühl hatte, richtig glücklich zu sein.“
In meine Praxis kommen sowohl Menschen, die von Hartz IV betroffen sind wie auch solche, die über genügend Einkommen verfügen, sich ihre Wünsche zu erfüllen.
Es ist für mich immer wieder deutlich zu erkennen, dass Lebensqualität nicht unmittelbar mit finanziellem Reichtum verbunden ist.
Hier geht es eher um ein inneres Vermögen. Statt Quantität ist hier Qualität gefragt.
Doch in der heutigen Zeit, in der wir analog mit der fortschreitenden technischen Entwicklung gewohnt sind, alles zu messen, wiegen und zählen, um seinen Wert zu bestimmen, ist diese Einstellung für viele Menschen schwer umsetzbar. Als mir mein neuer Klient im folgenden Gespräch Situationen aus seinem Leben beschrieb, wurde dies nur allzu deutlich.
„Ich komme mir vor wie ein Roboter. Morgens mache ich, da meine Frau gerne noch ein bisschen länger liegen bleibt, das Frühstück. Nach und nach trudelt dann der Rest der Familie ein. Dann wird es meist hektisch, weil ein Schulheft fehlt oder ein T-Shirt für den Sportunterricht nicht aufzutreiben ist. So muss ich meine Mädels oft zur Eile drängen, da ich sie zur Schule fahre. Das Gymnasium, für das wir uns damals entschieden haben, liegt nämlich auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle.
An manchen Tagen kommt es mir so vor, als ob ich vor dem familiären Trubel in die Stille meines Büros flüchte. Dort  arbeite ich meinen Schreibtisch leer, der am nächsten Tag wieder genauso voll gestapelt vor mir steht.
Wenn ich am Spätnachmittag nach Hause komme, erledige ich irgendetwas in Haus oder Garten. Manchmal treffen wir uns mit Freunden zum Kino oder zum Essen. Ansonsten gucken wir ein bisschen fern und dann geht’s ab ins Bett.
Und am nächsten Tag geht das gleiche Programm wieder von vorne los. Jeder Tag ähnelt dem anderen.
Es ist sicherlich kein schlechtes Leben. Ich weiß, dass andere Menschen wirklich schlimme Probleme haben, aber ich habe einfach keine Freude mehr. Letztes Jahr z.B. habe ich mir ein Motorrad gekauft. Das habe ich mir früher immer gewünscht. Aber dieses Jahr bin ich nur zweimal mit der BMW los. Ansonsten steht sie die ganze Zeit in der Garage, denn das Fahren macht mir auch keinen richtigen Spaß.“
In allen Bereichen des Lebens, ob in Familie, Arbeit oder Freizeit, war von der Quantität der Dinge, die das Leben erfreuen können, genügend vorhanden, doch überall fehlte es an Qualität. Diesem jungen Mann fehlte es an lebendigem Inhalt.
Um ein reiches und erfülltes Leben zu haben, müssen wir nämlich die Bereitschaft besitzen, uns auf die uns wichtigen Dinge einzulassen, um sie zu genießen. Und auch hier gilt, dass viel nicht unbedingt mehr bedeutet. Wie ja auch der Genuss von Schokolade nicht zwangsläufig den Verzehr der ganzen Tafel erfordert, sondern vielmehr die Fähigkeit, sich dem Geschmack eines einzelnen Stückes, das auf der Zunge schmilzt, hingeben zu können.


Doch welche Dinge sind es, die uns Lebensgenuss verschaffen? Was ist für uns wirklich wichtig?


In vermehrtem Maße stelle ich nicht nur in meinen beruflichen Bezügen fest, dass die vermeintlichen Zwänge des alltäglichen Lebens viele Menschen nicht innehalten lassen und ihnen daher scheinbar den Blick auf das Wesentliche versperren.
Häufig führt die Gleichförmigkeit des Alltags dazu, dass wir in der Routine unser Herz verlieren und dann immer mehr Dinge in unserem Leben anhäufen, um das früher erlebte Gefühl von leidenschaftlicher Lebendigkeit wieder spüren zu können.
Wird jedoch die Sehnsucht dadurch nicht gestillt, ist es an der Zeit, der Qualität in unserem Leben wieder mehr Raum zu geben. Welche Lebensinhalte jeweils Sinn geben, muss natürlich jeder Mensch für sich selbst beantworten.
Oft hilft es, in Gedanken einfach einmal zehn Jahre zurückzugehen und sich an die Wünsche und Träume von damals zu erinnern.
So erkennen wir schnell, was uns Freude und Kraft gibt und uns innerlich so richtig lebendig und voller Glück fühlen lässt.
Diese Dinge müssen wir bewusst fördern, um ihre tiefe Qualität auch im Alltag noch spüren zu können.
Da ist nicht ausschlaggebend, ob es nun, wie mein Klient in weiteren Gesprächen feststellte, die Herausforderung im beruflichen Bereich ist, in der er die eigenen Fähigkeiten kreativ nutzen, oder dass er im privaten Bereich die innige Vertrautheit und Nähe mit seiner Frau spüren kann. Oder aber, dass er mit Freude die Entwicklung seiner Töchter zur Kenntnis nimmt. Wichtig alleine in diesem Fall ist, dass der junge Mann überrascht zugab, dass er selbst es war, der all diesen Dingen, die seit Jahren fester Bestandteil seines Lebens sind, in seinem heutigen Alltag nicht mehr die frühere Aufmerksamkeit und Hingabe widmete. Zerknirscht gab er zu, Probleme bei der Arbeit als lästiges Übel zu empfinden, anstatt wie früher als knifflige Herausforderung.
Bei familiären Kontakten laufe meist der Fernseher parallel und auch die frühere Freude über die Spontaneität der Freundesbesuche sei der heute üblichen Planung mit dem Terminkalender zum Opfer gefallen.
Schnell überzeugt von den eigenen Fehlern, wollte er lernen, die Dinge, die im Alltag selbstverständlich und routinemäßig erledigt wurden, wieder bewusst zu tun, um daran wieder Freude zu spüren.
Genau darin liegt die Kunst, ein erfülltes Leben zu führen.
Wie aber lernen wir, uns auf die alltäglichen Belange mit der früheren Intensität einzulassen, dass unser Leben wieder Qualität erhält?
Die besondere Schwierigkeit dieses Schrittes erläutere ich gerne am Beispiel eines bekannten Golfspielers. Dieser erklärte in einem Interview auf die Frage, wie ihm denn der perfekte Schlag, der ihn zum Sieger des Turniers machte, gelungen sei:


Das Geheimnis guten Golfspiels


Die guten Schläge sind im Grunde die leichtesten. Schwer ist lediglich die konstante Wiederholung des Leichten. Das Geheimnis guten Golfspiels liegt ausschließlich in der inneren Aufmerksamkeit auf jeden neuen Schlag, als sei es der erste und wichtigste.
Richten wir während der Wiederholung unsere Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Technik, ohne uns mit unserem Tun verbunden zu fühlen, gelingt vielleicht auch häufig ein guter Schlag, aber es ist kein Glücksgefühl dabei zu verspüren, sondern lediglich unsere Anspannung in Muskulatur und Nerven und die geistige Anstrengung, sich zu konzentrieren. Auf das Leben übertragen bedeutet diese Einstellung, dass somit zwar Routine zu erlangen ist, aber die Lebensqualität geht, wie meinem jungen Patienten, dabei verloren. Dieser war froh, die Gründe für seine Unzufriedenheit und sein Unglücklichsein gefunden zu haben und war nur allzu bereit, sich die gewünschte Lebensqualität Schritt für Schritt neu zu erarbeiten. Der junge Mann erkannte, dass die Qualität der vertrauten Gespräche wieder herzustellen ist, wenn wir uns Zeit dafür nehmen und einen angemessenen Rahmen dafür schaffen, z.B. bei einem gemeinsamen Essen ohne Fernsehberieselung.
So wurde dies in einer Familienkonferenz gemeinsam beschlossen.
Auch die Freude am Heranwachsen der Kinder gedachte er sich bald wieder zurückzuholen, indem er vermehrt an ihrem Leben teilnehmen wollte. Da beide Mädchen im örtlichen Kanuverein trainierten, regte seine Frau an, dass auch sie beide dort beitreten sollten.
Im beruflichen Bereich dachte mein Klient über den Wechsel in eine andere Abteilung nach, wo ihn die Arbeit mehr herausfordern würde. Auch die freundschaftlichen Kontakte wollte er wieder besser pflegen. Nur weil inzwischen alle ins gesetzte Alter kämen, sei dies ja kein Grund, nur noch nach dem Terminkalender zu leben.
Auch den Garten wolle er nicht mehr nur zum Rasenmähen nutzen, sondern sich auch einmal mit einem guten Buch in die Sonne legen oder das seit Jahren geplante Rosenbeet anlegen, das ihm von einem Besuch in englischen Gärten in schöner Erinnerung war.
Mein junger Klient hatte gelernt, dass wir nicht nach mehr und aufregenderen Dingen suchen müssen, um wieder glücklich zu sein, sondern dass es darum geht, uns bewusster und tiefer auf all das einzulassen, was in unserem Leben stattfindet.
Ob wir uns nun bei der Rasenpflege über ein vierblättriges Kleeblatt freuen oder sogar Rosen züchten lernen, ob wir beim Golfspielen dem Geheimnis der Wiederholung des leichten Schlages auf die Spur kommen; wenn wir jene Inhalte wieder finden, die dem Leben unseren ganz persönlichen Sinn geben und diese täglich aufs Neue pflegen, gewinnen wir das zurück, was Lebensqualität wirklich ausmacht.


Das Glück er-folgt


Glück, das wussten schon die alten Griechen – er-folgt auf eine Tätigkeit. Wer nur dasitzt und darauf wartet, dass ihm Glück zuteil wird, kann lange warten.
Aber auch Gesundheit kann nur er-folgen, wenn man etwas dafür tut. Sie ist das Ergebnis von bewusster Ernährung, etwas Bewegung und konstruktivem Denken.
Also tun wir was, um den Glücksfaktor für uns zu pachten!


Nehmen Sie sich die Unterstützung, die Selbsthilfe bieten kann:

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