Einsamkeit im Alter muss nicht endgültig sein

Kim Barkmann, De Wise Fru, Lebensberaterin, Altensalzwedel
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin

    
Woran liegt es, dass so viele Menschen im Alter alleine sind und ohne eigenen Freundeskreis Tag für Tag in ihrer Wohnung sitzen?
Die Antwort darauf ist nicht so einfach. Es ist nicht alleine Schuld unserer Gesellschaft oder unseres auf Geld und materielle Werte ausgerichtetes soziales System. Auch dem Verfall der Familie kann Alterseinsamkeit nicht angelastet werden.


Die Ursachen liegen vielmehr in uns selbst


Ich sehe um mich herum, wie viele Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen, schon die Weichen für spätere Einsamkeit und Isolation im Alter stellen, ohne sich darüber klar zu sein. Hier ein Beispiel:
Margot ist 45 Jahre alt und arbeitet in einer Arztpraxis. Sie ist eine langjährige Freundin von mir.
Doch wann immer ich versuche, sie anzurufen, um mich mit ihr zu unterhalten, hat sie keine Zeit für mich.
Zu den Treffen unseres Freundeskreises erscheint sie schon seit einer Weile nicht mehr.
Wenn wir uns doch einmal sehen, dann berichtet sie mir zutiefst empört, was ihre Freundinnen ihr alles „Böses“ angetan haben. „Solche Freunde braucht niemand“, sagt sie oft.
Sie bricht ihre Kontakte nach und nach ab. Das ist ihre einzige Methode mit Konflikten umzugehen: die Freundschaft kündigen.
Aber gute Freunde gibt es nicht an jeder Straßenecke. Sie sind schwer zu finden.


Der Wert von guten Freunden


Gute Freunde sind Menschen, die mit uns auf einer Wellenlänge schwingen, die ähnliche Vorstellungen vom Umgang miteinander haben wie wir und die es noch nicht verlernt haben, sich für andere Menschen zu interessieren.
So, wie Margot, reagieren viele Mitbürger. Sie sehen die Schuld immer beim anderen. Gibt es einmal Probleme mit anderen Menschen, dann weg mit ihnen.
Wir gehen mit Menschen um, wie mit Wegwerfmaterial, als ob wir gleich morgen wieder eine neue gute Freundin finden.
Doch das klappt so schnell eben nicht. Besonders ab einem gewissen Alter ist das sehr schwer.
Im Alter von dreißig Jahren und darüber haben sie ihr Leben bereits fest eingerichtet. Sie haben ihre Arbeit, ihr soziales Umfeld und einen festen Freundeskreis, mit dem sie zum Kegeln fahren oder andere Dinge unternehmen.


Sie sind gar nicht mehr offen für neue Bekanntschaften


Darum scheint es mit jedem Jahr schwieriger zu werden, neue Freunde zu finden.
Und haben wir erst einmal die sechzig überschritten, fühlen wir uns oft schon so vom Alter und unseren Kränklichkeiten geschwächt, dass wir es uns gar nicht mehr zutrauen, etwas Neues zu beginnen. Was also können wir da tun?
Es ist für uns alle wichtig, dass wir ein wenig an unseren sozialen Fähigkeiten arbeiten.
Es gibt bessere Methoden der Konfliktbewältigung, als immer nur wegzulaufen.
Menschen machen Fehler.
Lernen wir, ihnen zu vergeben, weil sie auch nur Menschen sind, wie wir selbst.
Auch tragen Menschen alte Wunden und Narben mit sich herum. Wann immer wir versehentlich eine solche Wunde beim anderen berühren, kann es geschehen, dass der andere aus tief sitzender Angst heraus, mit Aggression und Ungerechtigkeit reagiert. Das geht so schnell, dass der „Wüterich“ in dem Moment selbst gar nicht weiß, was er tut, geschweige denn, warum er es tut.
Wir aber behandeln den anderen dann so, als habe er aus purer Boshaftigkeit gehandelt und sehen gar nicht, dass es eigentlich sein Leid war, das aus ihm gesprochen hat.
Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir doch zugeben, dass wir selbst auch schon solche Momente hatten.
Wenn Menschen über einen Streit sprechen, den sie mit jemandem gehabt haben, dann stellen sie ihren eigenen Anteil immer so dar, dass er sich aus der Situation heraus erklärt.
Etwa so: „Ich kam gerade erst zur Tür herein, hatte den Arm voll Einkaufstüten, der Hund sprang mich an, die Kinder schrien herum und dann wollte er von mir auch noch die Telefonnummer haben, statt mich erst mal hereinkommen zu lassen. Da bin ich geplatzt.“
Und den Anteil des anderen in unserem Streit erklären wir mit seinem (schlechten) Charakter: „Er hat ja nie Verständnis für mich, er denkt immer nur an sich. Er nimmt nie Rücksicht.“
Aber so ist unsere Wahrnehmung nicht fair. Auch der andere befindet sich im Augenblick und auch sein Anteil erklärt sich aus der Situation. Wenn wir uns einfach angewöhnen könnten, den anderen nicht immer als schlechten Charakter abzustempeln, wäre das für unsere Freundschaften sehr heilsam.
Es gibt eine Menge schöner einfacher Tricks, die jeder lernen kann, um mit Freundschaften und vor allem mit den Problemen, die in Freundschaften immer auftauchen, besser umgehen zu können.
Wir sollten uns dieser Lernaufgabe widmen. Niemand ist dafür zu alt. Und es ist auch nicht zu schwierig. Wir sind ja alle Menschen und haben daher auch alle die Fähigkeit, den Umgang mit einander zu lernen. Wir brauchen nur ein paar einfache Dinge zu beherzigen und uns selbst nicht mehr gar so wichtig zu nehmen.


Bücher zum Thema


Es gibt eine ganze Fülle von Büchern, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen, zum Beispiel „Wie man Freunde gewinnt“, von Dale Carnegie. Das Buch ist schon alt, aber immer noch aktuell.
Bilden wir uns ein bisschen, lernen wir dazu.
Nichts ist so inspirierend, wie die eigene Entwicklung und die muss nie enden, egal wie alt wir auch werden.
Selbst mit achtzig Jahren können wir noch etwas Neues über Konfliktbewältigung lernen. Ich zumindest habe mir fest vorgenommen, dass ich mit jedem weiteren Jahr eine noch bessere Freundin werden will – wie ein guter Wein, der mit den Jahren reift.


Mit Selbsthilfe kann jeder selbst viel für seine Gesundheit tun:

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