Kräuterkunde

Die Birke

(Betula alba)

Wohl niemand kann sich dem Zauber einer Landschaft entziehen, die von Birken geprägt ist. Anders als jedes andere Gehölz symbolisiert die Birke das Beschwingte, Jungfräuliche, das Lebenserweckende, den Frühling eben

 

Schon bei den alten Germanen und auch bei slawischen Völkern galt die Birke von alters her als Zauberbaum. Die Tradition ist noch heute in süddeutschen Regionen zu finden, wenn in vielen Gemeinden der „Maibaum" aufgestellt und mit allerlei Symbolen behängt wird.
Aber nicht nur optische Vorzüge zeichnen den schönen Baum aus, der in manchen Gegenden bis zu 30 m hoch wird.
Blätter, Rinde, Saft und „Birkenteer" haben hochwirksame Heilkräfte, die sich jedermann zunutze machen kann, denn Birken wachsen hierzulande wirklich überall.

 

Eine besondere Heilwirkung wird den jungen Birkenblättern zugeschrieben

 

Tee daraus aufgegossen hilft bei Nierenentzündungen als mildes, nicht reizendes, Wasser treibendes Mittel. Auch Nieren- und Blasensteine sollen sich damit auflösen lassen.
Bei rheumatischen Erkrankungen helfen Birkenblätter zu entschlacken, zu entstauen und zu entwässern.
Aber auch gegen Fußschweiß wirken die Blätter sowie gegen fettige Haut und Kopfschuppen.
Der Saft der Birke findet Verwendung für die Herstellung eines guten Haarwassers, das in seiner medizinischen Wirkung kaum übertroffen werden kann. Es soll bei Kopfjucken, Haarausfall und gegen fettende Haare wirken, reinigt und fördert die Durchblutung.

 

Die Inhaltsstoffe

  • Ätherische Öle     
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Saponine
  • Flavone
  • Mineralstoffe    

Die Anwendung

 

Tee
wird aus den jungen Birkenblättern hergestellt. Dazu übergießt man 1 gehäuften Esslöffel junger Birkenblätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Nach 10 Minuten wird der Sud durch ein Sieb gegossen und täglich davon 3 Tassen getrunken.

 

Haarwasser
Im zeitigen Frühjahr wird der Stamm der Birke angebohrt, der kostbare Saft aufgefangen und zu Haarwasser weiter verarbeitet. Haarwasser 3- bis 4-mal wöchentlich in die Kopfhaut einmassieren.

Selbstgemachtes Haarwasser
Die gleiche Mengenangabe wie bei der Teezubereitung lässt man einige Stunden ziehen, bevor es durchgesiebt wird. Dieser Sud eignet sich nicht für Blondinen, hilft aber gegen fettende Kopfhaut, Schuppen und Haarausfall. Leider muss er jeweils frisch hergestellt werden, weil er im Kühlschrank nur etwa 10 Tage verwendbar bleibt.

 

Mit Birkenrinde gegen Krebs
Betulinsäure, ein Naturstoff aus der Birkenrinde, ist möglicherweise in der Lage, bisher unverwundbare Krebszellen zerstörbar zu machen. Das hat die Kinderonkologin Dr. med. Simone Fulda aus der Ulmer Universitätskinderklinik herausgefunden. Für ihre Entdeckung - nebst weiteren hoch qualifizierten Arbeiten in der Krebstherapie - wurde Dr. Fulda vor kurzem mit dem Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung ausgezeichnet.
Die meisten der heute gängigen Krebsmedikamente wirken, indem sie in den Krebszellen das natürliche zelleigene Selbstmordprogramm, den programmierten Zelltod (Apoptose), auslösen. In Krebszellen ist dieses Programm aber häufig genetisch außer Betrieb gesetzt - ein Defekt, der den Fortbestand des Tumors sichert. Mit Betulinsäure lässt sich nun, fand Dr. Fulda, das zelluläre Todesprogramm reparieren, die Resistenz der Tumorzelle also durchbrechen. Das funktioniert, den bisherigen Experimenten nach, besonders gut bei Tumoren des Nervensystems, einem Tumortyp, der normalerweise besonders schwer zu behandeln ist. Zwischen Dr. Fuldas Beobachtungen und der Entwicklung einer neuen, effektiveren Krebstherapie mag derzeit noch eine gute Strecke liegen - die Studie eröffnet jedenfalls eine viel versprechende Perspektive.

(Quelle: Universität Ulm)

 

Aus der Kräuterpraxis

Nachlassende Sehfähigkeit
Meine Großmutter leidet unter Diabetes und demzufolge hat auch ihre Sehfähigkeit nachgelassen. Auf meine Empfehlung trinkt sie regelmäßig im Frühling, als tägliche Kur, 1/2 l Birkenblättertee. Das hilft ihren Nieren zu entgiften. Sie kann jetzt deutlich besser sehen und ihr Hautjucken hat sie nur noch gelegentlich.

 

Lästiges Kopfjucken
Eine Dame in meinem Kräuterworkshop fragte mich nach einem Mittel gegen lästiges Kopfjucken. Sie hatte diese Beschwerden nach einer Darmpilzkur. Tägliches Trinken von 1/2 l Birkenblättertee über 3 Wochen half, den Organismus zu entgiften. Danach führte sie die Teekur mit 1 Tasse pro Tag weiter. Zusätzlich rieb sie die Kopfhaut mit dem Birkensud ein, den sie sich selbst hergestellt hatte. Sie berichtete mir nach geraumer Zeit, dass die Beschwerden nachgelassen haben.

 

Buchtipp: Dr. Küche u. Dr. Garten, Anti-Aging zum Nulltarif, Autoren Kita und Ingrid Schlieske

 

 

 

Kräuterkunde


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