Die Angelika oder Engelwurz (Angelica archangelica)


Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Besonders in der Kräuterkunde finden sich Heilkräfte, die vom modernen Menschen nur wenig Beachtung finden, obwohl sie sich mit den „Errungenschaften“ teurer Pharmazieprodukte durchaus messen können, oder diese sogar übertreffen.
Die Engelwurz trägt auch die volkstümlichen Namen „Engelkraut“ oder „Heilige-Geist-Wurzel“, und das zu Recht, denn sie besitzt ganz hervorragende Eigenschaften. Neben ihrer heilenden Wirkung gegen allerhand Beschwerden ist sie ein ideales Regenerationsmittel, das nicht nur behilflich ist, jung und vital zu bleiben, sondern das Erschöpften, Ausgebrannten und Rekonvaleszenten wieder „auf die Beine“ hilft.
Die Säfte der Pflanze sind allerdings derart aktiv, dass sie nur sparsam dosiert angewendet werden dürfen, weil sie sonst allergieauslösend sein können.


Blüte, Ernte


Ursprünglich wuchs diese Pflanze, die bis zu zwei Meter hoch werden kann, auf den Hängen der Alpen und Pyrenäen sowie entlang der Gebirgswässer. Viele Jahrzehnte zog man sie in jedem Hausgarten. Heute wächst sie bei uns eher wild auf feuchten Wiesen und an Bachufern, meist in geschützter Lage. Engelwurz, die in Wäldern wächst, ist schwächer in ihrer Wirkung.
Die Blütezeit ist Juni bis August.
Gesammelt werden vor allem die Wurzeln, die Blüten und Früchte. Verwendet werden auch die jungen Blätter. Die Samen, die im September eingesammelt werden, haben eine besonders starke Heilkraft.


Heilwirkungen


- blutreinigend – Tee
- schweißtreibend – Tee, Vollbad
- gegen Menstruationsbeschwerden – Tee
- gegen Magenbeschwerden – Tee
- gegen Schwindel – Tee
- gegen Migräne – Tee
- stärkt das Herz – Tee, Wein
- stärkt die Bronchien, Lunge – Tee
- kräftigt Muskeln – Tee, Bäder
- gibt Energie – Tee, Wein
- beschleunigt das Vernarben von Wunden – Auflage junger Blätter
- wirkt gegen Rheumatismus – Auflage junger Blätter, Teilbäder
-  beruhigt Nerven – Tee
- fördert Konzentration – Tee
- regeneriert bei Schwäche – Tee, Bäder, Wein


Zubereitung


- Absud: 1/2 TL getrocknete Wurzel pro Tasse Wasser, kurz aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, durchsieben, 1 bis 2 Tassen täglich
- Tee: 1/2 TL Samen mit zwei Tassen kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, 1 Tasse täglich
- Wein: in 1 l Rotwein eine Handvoll getrocknete Wurzeln (oder mit gehackten Blättern vermischten Samen) geben, 48 Stunden an einem warmen Ort stehen lassen, abgießen, täglich 1 Likörglas vor der Hauptmahlzeit
- Bäder: 1 Handvoll Wurzeln (oder mit gehackten Blättern vermischten Samen) mit 2 l kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, durchsieben und dem Badewasser zugeben. Nicht mehr als 3 Minuten Vollbad oder Teilbäder, Augen schützen
- Salbe: 1 Handvoll Wurzeln mit 1/2 l kaltgepresstem Olivenöl oder Distelöl ansetzen und drei Wochen in verschlossenem Glasgefäß in der Sonne ziehen lassen. Dann je drei Stängel Thymian und Majoran zugeben und weitere drei Wochen stehen lassen, ab und zu schütteln. Das gefilterte Öl leicht erwärmen und darin 55 g Bienenwachs schmelzen. Bis zum Kaltwerden rühren und in Tiegel abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren


Achtung! Verwechslungsgefahr!


Engelwurz sollte man nur sammeln, wenn man die Pflanze genau kennt. Sie ist leicht mit einem anderen Blattgewächs, dem äußerst giftigen Wasserschirling zu verwechseln.


Beispiele aus meiner Kräuterpraxis


Erschöpfte Arbeiter


In meiner Region leben viele Familien von der Arbeit im Wald. Diese Tätigkeit bezieht sich auf das Fällen von Bäumen, und darauf, dass Holz geschichtet und transportiert wird. Große, schwere Pferde helfen bei dieser körperlich immens anstrengenden Tätigkeit. Entsprechend erschöpft sind die Waldarbeiter, wenn sie abends heim kommen. Besonders dann, wenn sie ihren an sich geliebten Beruf schon seit vielen Jahren oder Jahrzehnten ausüben. Da wirkt es wahre Wunder, wenn pro Tag eine Tasse Engelwurz-Tee getrunken wird. Aber auch ein Schnapsgläschen mit dem Angelika-Wein weckt schnell die Lebensgeister. Es bedurfte keiner großen Überzeugungsarbeit von mir, diese gesunde Gewohnheit bei den Schwerarbeitern einzuführen. Sie hat sich hier bei uns im Vogelsberg und in Wetterau herumgesprochen. Ich kenne kaum ein Mittel, das die Lebensgeister so nachhaltig stärkt.
Aber Vorsicht: allzu viel ist ungesund, 1 Tässchen pro Tag genügt!


Ideales Rheumabad


Teilnehmer meiner Wochenendkurse bestätigen mir immer wieder, wie gut ihnen Voll- oder Teilbäder geholfen haben, wenn sie unter Rheuma litten. So rief mich kürzlich ein Herr an, der diese Empfehlung gleich daheim ausprobiert hatte. Seine über 80 Jahre alte Mutter litt nämlich an schwerem Rheuma und konnte ihre deformierten Finger nur unter großen Schmerzen bewegen. Nun erhält sie jeden zweiten Tag ein Engelwurz-Bad für die Hände. Das wirkt stark durchblutend und macht ihre Gelenke viel beweglicher. Auch die Schmerzen haben deutlich nachgelassen.


Nebenhöhlenentzündung ist Vergangenheit


Die Buchhalterin meines Steuerbüros hatte bereits seit Jahren Beschwerden mit Nebenhöhlenentzündungen und Stockschnupfen, so dass sie sich oft nur noch schwer konzentrieren konnte. Die Behandlung mit Engelwurzsalbe war einen Versuch wert! Die Salbe ist seither ihr ständiger Begleiter ins Büro. 3-mal täglich reibt sie sich Nase, Nebenhöhlen, Stirn und Kieferwinkel damit ein. Das Ergebnis: nach einem Monat war nichts mehr von dem Problem zu spüren. Sie war putzmunter und hellwach. Die Salbe benutzt sie nun vorbeugend, besonders dann, wenn alle um sie herum mit Schnupfen und Ansteckung drohen.

Gesundheit läßt sich durch Eigenhilfe gut unterstützen:

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