Wechseljahre sind keine Krankheit

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


„Seit ich auf die vierzig zugehe, mache ich mir ständig Sorgen wegen der Wechseljahre. Für meine Mutter muss das die Hölle gewesen sein. Sie hat immer gesagt: der einzige Mensch, der sich auf den Wechsel freut, ist ein Baby mit einer nassen Windel.
Hoffentlich gibt es inzwischen etwas Wirksames dagegen, denn Schweißausbrüche kann ich mir in meinem Job nicht leisten und ich möchte auch nicht zu einem Walross mutieren, wie meine Mutter.“


Sarah, Personalchefin einer Bank, hatte mit diesen Gedanken schon einige schlaflose Nächte hinter sich und befürchtete das Eintreten der Beschwerden so intensiv, wie den Kurseinbruch ihrer Aktienfonds.
Dazu kam das Gefühl der Endgültigkeit, dass jetzt wirklich alles Lebenswerte vorbei wäre.
Mit spätestens 40 würde sie nicht mehr zu den attraktiven Erfolgsfrauen, sondern zum alten Eisen gehören.
Die schlimmsten Ängste konnte sie schon beim ersten Termin hinter sich lassen: Auch wenn sich zwischen 40 und 50 vieles im Körper einer Frau ändert, eine Krankheit ist es nicht.


Klimakterium


Die griechische Bezeichnung Klimakterium verweist eher darauf, dass es sich um einen kritischen Punkt im Leben handelt, eine Umstellungsphase, die bei manchen Frauen auch unangenehme Symptome auslösen kann.
Je besser Frau über alle Zusammenhänge bescheid weiß, umso wirkungsvoller kann sie den Beschwerden entgegensteuern.
Wann das Klimakterium genau einsetzt, ist bei jeder Frau verschieden, Raucherinnen kommen deutlich früher in diese Phase.
Niederländische Wissenschaftler entdeckten, dass sich im Blut nachweisen lässt, wie nah man diesem Zeitpunkt ist, nämlich am sogenannten Anti-Müller-Hormon. Sein Level zeigt an, wie viel Eizellen noch in den Eierstöcken vorhanden sind. Erst wenn die letzten aufgebraucht sind, erfolgt die Menopause. Dann stellen die Eierstöcke ihre Tätigkeit vollständig ein.


Die wichtigen Östrogene


Der massive Rückgang der weiblichen Hormone, der Östrogene, beginnt schon viel früher. Die schützende Wirkung, die sie bis dahin vor Herzinfarkt, Schlaganfällen oder vorzeitigem Alter hatten, geht zurück.
Und da der Rückzug nicht geordnet, sondern eher etwas chaotisch zugeht, kommt es zu den bekannten Wechseljahressymptomen wie:


- Hitzewallungen
- Schweißausbrüche
- Schlafstörungen
- u. ä.


Die Veränderungen an den  Schleimhäuten, können zu Blasenentzündungen und zu trockener Scheide führen.
Auch die Gefahr der Knochenentkalkung (Osteoporose) nimmt ohne die schützende Wirkung der Östrogene zu.


Drüsentätigkeit verlangsamt sich


Obwohl andere Drüsen weiterarbeiten, werden auch sie deutlich langsamer. Natürliche Fettregulatoren, wie die Wachstums- und Aktivitätshormone oder Fettverbrenner verringern sich. Das hat Konsequenzen für den Stoffwechsel, der nur noch auf Sparflamme läuft.
Auch die Verträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel verändert sich. Alles was Zucker und Stärke enthält, bleibt schon beim Vorbeigehen an den Hüften kleben.
So kann sich vor und während des Klimakteriums fast unbemerkt eine Gewichtszunahme zwischen fünf und fünfzehn Kilo einpegeln.
Sie wird besonders sichtbar am Bauch, der in dieser Zeit auch bei den schlanksten Frauen dicker wird. Verschärft wird die Situation, weil ohne Gegenmaßnahmen auch die Muskelmasse drastisch zurück geht und sich  damit Kondition und  Fettverbrennung verringern.


Frau wird sensibler


Das Klimakterium macht auch dünnhäutiger, nicht nur gegen Umwelt-, sondern auch gegen Arbeits- und familiäre Belastungen.
Dauerstress wird nicht mehr locker weggesteckt, sondern macht müde und dick, wieder besonders am Bauch.
Die gesamte Problematik kann sich, wie bei Sarah, zuspitzen, wenn den körperlichen Veränderungen nicht entsprechende neue, psychische Haltungen folgen, wenn nicht ein neues Selbstwertgefühl und mehr Selbstliebe entwickelt wird, wenn Frau sich nicht selbst annehmen kann, weil plötzlich andere wesentlich jünger und attraktiver erscheinen.
Wer immer Bestätigung von außen braucht, den plagen in dieser Zeit Depressionen, Lustlosigkeit, Trauer- oder Verlustgefühle.
Auch das kann die Stoffwechselprozesse verlangsamen.


Sechs wirkungsvolle Strategien


Unser Maßnahmenkatalog für Sarah sah sechs Strategien vor, mit denen jede Frau die Wechseljahre fit, schlank und vital überstehen kann:


1) Hormonausgleich


Hormonausgleich mit Phytoöstrogenen, denn pflanzliche Hormone sind eine wunderbare Möglichkeit, die Vorteile einer  Hormonersatztherapie zu nutzen, ohne die erheblichen Nebenwirkungen künstlicher Hormone in Kauf nehmen zu müssen. Phytoöstrogene sehen aus wie Östrogene, können auch deren Ankerplätze im Körper besetzen und die wichtigen Schutzfunktionen wahrnehmen, zum Beispiel vor Brustkrebs und Osteoporose, ohne eine Gefahr darzustellen. Sie stabilisieren nicht nur den Hormonspiegel, sondern auch die Stimmung, reduzieren lästige Hitzewallungen und helfen beim Abnehmen.
Besonders empfehlenswert sind Isoflavone aus Soja und Sojaprodukten, Azukibohnen, Erbsen, Kichererbsen und Mungobohnen. Aber auch andere pflanzliche Hormone aus Linsen, Leinsamen, Knoblauch, Spargel, Äpfeln, Granatäpfeln Süßholz, Datteln, Holunder, Sellerie, Fenchel, Passionsfrucht u. a. können dafür sorgen, dass Frau optimal versorgt wird.
Wer sich damit noch nicht anfreunden kann, dem hilft ein täglicher  Saft aus Karotten, Rote Bete und Granatapfelfleisch. Gegen starke Hitzewallungen können auch Kapseln mit Isoflavonen genommen werden. In einer italienischen Studie wurde nachgewiesen, dass nach der täglichen Einnahme von 70 mg Soja-Isoflavonen die Hitzewallungen schon nach vier Wochen um 50 Prozent zurückgingen.
Hilfreich sind auch die Schüssler Salze Ferrum phosphoricum und Magnesium phosphoricum, sowie Tees mit Salbei oder Dong Quai (Angelika sinensis) u.a..


2) Optimierte Ernährung


Optimierte Ernährung für 40 plus setzt voraus, dass der Organismus neben den Phytoöstrogenen gleichzeitig gut mit Zink und Eisen, sowie den Vitaminen C, D, E, K und B6 versorgt ist.
Fünf mal täglich Obst und Gemüse, sowie eine Handvoll Nüsse sind dafür eine gute Grundlage.
Wenn dann noch etwas mageres Eiweiß aus Soja, Pute oder Seelachs dazu kommt, gibt es  gute Voraussetzungen für das Schlankheitshormon Somatotropin, das schon 191 unterschiedliche Eiweißbausteine und viele Vitamine braucht.
Da Gefahr bei Stärkehaltigem besteht, sollte es höchstens bis Mittag verzehrt oder durch Alternativen entschärft werden, zum Beispiel enthalten Klöße weniger Stärke als Kartoffeln. Noch besser wären Steckrüben und Kürbis, statt Kartoffeln im Eintopf und statt Weizennudeln solche aus Kichererbsenmehl.
Auch auf Zucker kann  gut verzichten, wer Birnen- oder Agavendicksaft verwendet und mit gutem Gewissen Bitterschokolade nascht, die sogar noch die Hautalterung verzögern kann.


3) Den Stoffwechsel wieder auf Touren bringen


Dies funktioniert am besten mit Bewegung, denn sie regt die Schilddrüse an, mehr Hormone zu produzieren.
Gleichzeitig verstärkt sich die Sensibilität im gesamten Organismus für Hormone. Der Stoffwechsel wird effektiver, reagiert schneller und die Pölsterchen verschwinden. Dazu genügen täglich 30 Minuten, in denen man sich mäßig bewegt, zum Beispiel Walken, Joggen, Tanzen, Radfahren u.a.. Auch Quickies, wie Treppensteigen oder Zehenspitzengehen zwischendurch helfen, denn langes Sitzen schaltet das Enzym für den Fettstoffwechsel in den Muskelzellen aus, wie in US-Studien nachgewiesen werden konnte.
Auch die Ernährung kann zum Turboprogramm für den Stoffwechsel werden: Algen, grüne Gemüse, Kohlrabi, Kresse, Schaltiere und  Fisch wirken auf die Schilddrüse und können das Verbrennungstempo erhöhen. Ähnlich Effekte bringen auch scharfe Gewürze oder ein zuckerfreier Espresso nach dem Essen, sowie ausreichend trinken, denn Wassermangel verstärkt das Hormonchaos.


4) Muskelaufbau


Muskelaufbau mit einem guten Mix aus Ausdauer- und Krafttraining, kann den Rückgang der Muskulatur nicht nur deutlich verzögern, sondern umkehren. Ohne solche Gegenmaßnahmen würde die schwindende Muskulatur durch Fettstreifen- und polster ersetzt. Wer in dieser Zeit erst mit einem Training beginnt, sollte sich auf figurformende Gymnastik, wie Pilates oder Callanetics konzentrieren. Nichts motiviert mehr zum Weitermachen, als sichtbare Erfolge an Taille und Hüften.
Bei Sarah als „Schreibtischtäter“ musste vor allem die Stützmuskulatur trainiert werden, um lange eine aufrechte Haltung und einen jugendlichen Gang zu bewahren. Dazu machte sie dreimal wöchentlich ein Hanteltraining, sowie spezielle Bauch- und Rückenübungen in einem Fitnessstudio.


5) Stress wirkungsvoller abbauen


Denn zu viel davon lässt den Fettstoffwechsel entgleisen, wie Forscher der Georgetown-Universität in Washington nachwiesen: Ständige Sorgen und Belastungen führen dazu, dass Gehirn und Nervenzellen mehr von dem Neuropeptid Y2 produzieren. Das aber ist ein Hormon, das den Appetit anregt, die Fettzellen wachsen lässt und den von Sarah befürchteten Walross-Effekt hervor ruft.
Auch ausreichender und ungestörter Schlaf ist wichtig. Wer weniger als vier Stunden schläft, legt seinen Stoffwechsel lahm und riskiert, mehr Bauchfett anzusetzen.
Nachdem Sarah genauer bestimmt hatte, wer oder was sie ärgert, entschied sie sich Unruhe und Jobfrust durch tägliches Laufen, durch Gartenarbeit und regelmäßiges Meridianklopfen abzubauen. Wem eher nach sanften Methoden ist, kann dieses Ergebnis auch mit Schmusen und Kuscheln erreichen, denn dabei wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das Stressbelastungen regelrecht abfallen lässt.


6) Mehr Selbstakzeptanz entwickeln


Damit kann man sich gelassener der neuen Situation stellen. Dafür setzten wir zunächst auf eine Bachblütenmischung aus Walnut, Willow, Gorse und Cherry Plum. Walnut erleichtert den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, Willow hilft gegen die Enttäuschung, dass so vieles vorbei sein soll; Gorse unterstützt das Finden neuer Perspektiven und Cherry Plum harmonisiert das Gemüt, vor allem dann, wenn Frau glaubt durchdrehen zu müssen.


Attraktiv nach „dem Wechsel“


Zu Sarahs Überraschung fanden wir sogar einige Vorteile, die für den Wechsel sprechen, zum Beispiel braucht sie keine Pille mehr, kann immer wann sie will, die Sauna besuchen oder sich mit der Extraportion Testosteron beruflich noch besser durchsetzen.
Am meisten überzeugten sie Fotos von Frauen, wie Veronica Ferres oder Katja Flint, die die magische 40 bereits überschritten haben. Sie stehen  dafür, dass eine gewisse Reife die Attraktivität nicht mindert, sondern auf eine neue Art erhöht.
Vor kurzem traf ich Sarah bei einem Vortrag wieder, wie immer attraktiv, gepflegt und jünger aussehend, auch wenn die Menopause schon einige Zeit  hinter ihr liegt.
Sie hat alles gut überstanden und fühlt sich fast besser als vorher.
„Die Sorgen hätte ich mir sparen können. Ich war so gut vorbereitet, dass mein Wechsel unkomplizierter war, als die, die unsere Bank einlöst.“


Die Menopause


Das ist der Zeitpunkt der letzten spontanen Menstruation im Leben einer Frau. Damit ist ihre Fruchtbarkeit beendet. Der Grund dafür liegt in den nachlassenden Funktionen der Eierstöcke und dem veränderten Hormonhaushalt. Die natürliche Menopause tritt gewöhnlich zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr ein. Die Übergangsphase vor dieser Zeit wird Klimakterium genannt. Die Menopause ist keine Krankheit und im medizinischen Sinn nicht behandlungsbedürftig. Hormonersatztherapien, die vielfach angewandt worden waren, haben das Risiko von Infarkten, Schlaganfällen, Brustkrebs und Gebärmutterkrebs erhöht.
So ist es ratsam, Beschwerden mit ausschließlich natürlichen Mitteln zu begegnen.


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