Verdauungsprobleme nicht auf die lange Bank schieben

Dr. med. Michael Zimmermann
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Sind Krankheiten Gift-bedingt?


Eines der schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit ist die Selbstvergiftung aus dem Darm. Ihre negative Auswirkung auf andere Organsysteme werden bisher noch viel zu wenig beachtet. Deshalb ist eine intensivere Erforschung erforderlich, um mit einer geeigneten Therapie dieses Kernproblem anzugehen. In jedem Fall muss die Entgiftungsleistung der Organe wiederhergestellt werden.
Jeder spricht davon, die Zeitungen berichten darüber, auch Funk und Fernsehen nehmen dazu Stellung: zahllose Giftstoffe belasten unsere Umwelt und gefährden damit auch unsere Gesundheit. Bei einer Reihe von Krankheiten ist ein solcher Zusammenhang ja längst erwiesen. Ich bin jedoch der Ansicht, dass praktisch alle Krankheiten giftbedingt sind. Wir müssen uns vor allem darüber im Klaren sein, dass die Ursachen der meisten chronischen Erkrankungen nach wie vor unbekannt sind. Das trifft beispielsweise für Rheuma, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Krebs oder Allergien zu.
Die Möglichkeit der gelegentlich beeindruckenden Beseitigung der Krankheitssymptome mittels moderner Medikamente darf hier nicht darüber hinwegtäuschen, dass man damit keinesfalls die Krankheit beseitigt hat.
Eher könnte man von einem Waffenstillstand sprechen, unter dessen trügerischer Oberfläche sich langfristig neues Unheil anbahnt.
Diese Scheingesunden sind dann oft rätselhaft müde und ständig unnatürlich erschöpft, ohne dass man einen Grund dafür fände. Wir biologisch orientierten Mayr-Ärzte gehen davon aus, dass tatsächlich nahezu jedes schlechte Befinden und jede Krankheit genau besehen auf eine Giftwirkung zurückzuführen ist. Diese Problematik wird kurzfristig nicht zu lösen sein, sondern eine wichtige Aufgabe der nächsten Jahrzehnte darstellen. Da wir uns den Abgasen oder den Rückständen von Pestiziden und Insektiziden in unseren Lebensmitteln kaum entziehen können, sollten wir insbesondere unser Immun- und Ausscheidungssystem hinsichtlich einer besseren Abwehr dieser Umweltgifte stärken.
Wäre es nicht ein kluger Gedanke, in dieser Situation primär für eine bestmögliche Funktion unserer Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane wie Leber, Darm, Nieren, Lunge und Haut zu sorgen, um besser mit Giften umgehen zu können? Ich denke hierbei vor allem an den Darm, unser größtes Stoffwechselorgan und darüber hinaus das Zentrum unseres Immunsystems.
Bei sorgfältiger Prüfung müssen wir nun allerdings feststellen, dass der Verdauungstrakt bei den meisten Menschen tiefgreifend gestört ist.
Viele Menschen klagen über übelriechende Gase und Völlegefühl, Unbehagen im Bauchraum, Verstopfung oder breiigen Stuhlgang. Das sind in jedem Fall Anzeichen einer bakteriellen Zersetzung, bei der sich hochpotente Gifte bilden können, wie Formaldehyd, Fuselalkohole und Leichengifte.
Erst vor ein paar Monaten erinnerte ein interessanter Artikel über Darmgase in einem Nachrichtenmagazin an ein derbes Shakespeare-Zitat: „Blast Winde, und spaltet krachend die Backen“. Offenbar ein altes Problem! Umso verwunderlicher ist dann, dass es von der offiziellen Medizin noch kaum beachtet wurde oder gar erforscht wird. Immerhin handelt es sich bei diesen Gasen neben Wasserstoff und Kohlendioxyd um Schwefelwasserstoff und Methan.
Eine solche Gasbildung überdehnt neben ihrer spezifisch schädlichen Wirkung den Darm, lässt ihn erschlaffen, führt zu Aussackungen der Darmwand, den sogenannten Divertikeln, treibt den Leib auf und belastet das Herz enorm. Die Darmwand verdünnt sich aufgrund dieser Überdehnung und verliert zusehends die Fähigkeit zur Selbstreinigung, so dass sie einschmutzt. Der oft belächelte Begriff der Verschlackung ist hier durchaus angebracht. Bei der bakteriellen Zersetzung  der oft ganz beachtlichen Rückstände entstehen nun die oben genannten Giftstoffe. Diese können in die Blut- und Lymphbahn gelangen und führen so zu einer regelrechten Vergiftung aus dem Darm.


Organe und Gewebe ersticken im eigenen Müll


Mit dem körpereigenen Müll erklären sich viele für die übliche Medizin rätselhafte Beschwerden und Krankheiten. Daher orientiert sich unsere Entgiftungstherapie nach Dr. F. X. Mayr vor allem am Verdauungstrakt. Ihn in seinen Funktionen zu verbessern, bewirkt erfahrungsgemäß einen nachhaltigen positiven Einfluss auf eine Vielzahl von Krankheiten, weil damit zu allererst der krankmachende Boden saniert wird.


Eine Ursache vieler Krankheiten


Meiner Meinung nach haben viele Krankheiten eine gemeinsame Ursache. Also neige ich auch zu einer einheitlichen Therapie. Zum einen ist es eine uralte ärztliche Erkenntnis, dass Krankheit und Tod im Darm wurzeln, zum anderen sind diese Zusammenhänge längst wissenschaftlich nachgewiesen, ich nenne hier vor allem Professor Dr. med. Karl Pirlet, der vormals an der Universität Frankfurt am Main lehrte. Bereits vor Jahrzehnten wies er die Natur dieser Gifte nach, auf die er im Darm wie auch im ganzen Organismus stieß. Pirlet prägte den Begriff von der „Selbstvergiftung aus dem Darm“. Im Hinblick auf die bedrückende Zunahme chronischer und therapie-resistenter Erkrankungen wird uns also gar nichts anderes übrig bleiben, als hier umzudenken.


Russischer Toxikologe gleicher Meinung


Da wir unsere eigenen Erfahrungen gern durch Erkenntnisse von Kollegen, auch von ausländischen Medizinern, ergänzen, war ein Gedankenaustausch mit Prof. Eugeny A. Luzhnikow aus Moskau von großem Wert. Der Besuch diente dem Erfahrungsaustausch über moderne Entgiftungsmöglichkeiten bei chronischen Krankheiten und akuten Vergiftungen. Durch unsere leitende Ärztin, Dr. med. Frieda Schell, die einige Jahre mit dem russischen Toxikologen zusammenarbeitete, kam der Kontakt zustande.
Luzhnikow arbeitet an seinem Moskauer Institut an einer zukunftsweisenden Methode, diese Gifte schon am Ort der Entstehung zu binden. Luzhnikow unterstreicht durch seine Forschungsergebnisse voll unsere Meinung: „Auch wenn die naturwissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte umwälzende Erkenntnisse gebracht hat, so müssen wir die Behauptung unserer Großeltern als Erkenntnis von zeitlosem Wert voll und ganz bestätigen: „Dem Verdauungssystem muss man bei nahezu jeder Krankheit eine elementare Bedeutung beimessen.“


Alkoholbildung im Darm


Wir haben schon öfter festgestellt, dass die so genannte „gesunde“ Ernährung mit Salat, Obst oder gar rohen Körnern sehr kritisch zu bewerten ist, da sie durch Bildung von giftigen Fuselalkoholen großen Schaden anrichten kann.
Beispielsweise haben die Asiaten also gar nicht unrecht, wenn sie praktisch keinerlei rohe Nahrung zu sich nehmen und dennoch bei uns als ausgesprochen zäh und gesund gelten. Dies will ich wie folgt begründen: Es finden sich im Darm von Roh- oder Vollwertköstlern häufig ganz erhebliche Störungen. Wenn dann Darmpilze, wie Candida, vorliegen, kann sogar ein Alkoholspiegel von bis zu 3,5 Promille entstehen. Diese Menschen erkennt man vielfach bereits an geplatzten Äderchen, wie man das ja auch im Allgemeinen bei Alkoholikern sieht. Ich sehe hier Perspektiven von ungeahnter Tragweite, weil damit endlich ein Ansatzpunkt für viele Problemkrankheiten unserer Zeit gegeben ist. Nicht umsonst haben wir Patienten aus aller Welt in unserer Klinik. Denn unser Ziel ist es, die Entgiftungsleistung des Verdauungssystems und seiner Drüsen wiederherzustellen und zu verbessern. Voraussetzung dazu kann nur sein, zunächst einmal Gift-bildende Rückstände und die krankmachende Darmflora auszuscheiden. Das ist überhaupt die Grundüberlegung unserer Basismedizin nach Dr. F. X. Mayr. Hierbei helfen spezielle Bittersalzlösungen einer ganz bestimmten Konzentration, welche sanft den Darm reinigen, ohne dabei jedoch ein Abführmittel zu sein!
Daneben gibt es die hochmoderne Methode der Colon-Hydro-Therapie. Es handelt sich dabei um eine sanfte Dickdarm-Wasserspülung mittels eines speziellen Gerätes, einer Entwicklung, wie die NASA (National Aeronautics and Space Administration) verdanken. Danach geht es den meisten Patienten wesentlich besser! Mittelfristig streben wir an, die natürliche Selbstreinigungsfähigkeit der Darmschleimhaut wiederherzustellen.
Dabei ist eine leicht verdauliche Nahrung und auch eine gewisse Esskultur wichtig (langsam kauen, richtig einspeicheln – sich Zeit zum Essen nehmen). Die vielgepriesenen Ballaststoffe in roher Form haben dabei jedoch absolut nichts zu suchen.


Fasten ist gesund


Wenn diese normalen Umstellungen nicht helfen, gehen wir einen Schritt weiter. Hier wird dann unter Umständen der Darm durch eine völlige Nahrungsenthaltung, das sogenannte Heilfasten, ruhig gestellt. Von alters her gilt es als der königliche Heilweg zur Gesundheit. Das Heilfasten sollte allerdings nur unter fachärztlicher Betreuung durchgeführt werden. Ich möchte das Fazit ziehen: Die Darmvergiftung ist der Schlüssel zum Verständnis vieler Beschwerden und Krankheiten – die Darmentgiftung möglicherweise die Lösung.

Ingrid Schlieske

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