MUND - wie er schöngepflegt werden kann

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Ein schöner Frauenmund ist eine Wohltat für die Augen und erfreut das Herz, sagten schon die alten Chinesen. Auch die Dichter haben ihn zu allen Zeiten besungen, die Lippen mit Rosenblättern oder Hibiskusblüten verglichen und auch die Maler haben ein sanftes oder betörendes Lächeln unvergänglich gemacht.
Ganz allgemein hat unser Mund weniger prosaische Funktionen: er ist vor allem an der Verdauung, der Atmung und der Stimmbildung beteiligt. In der Mundhöhle befinden sich die Zähne, mit denen wir die Nahrung zerkleinern und die Zunge, mit der wir den Geschmack genießen können. Die Mundhöhle selbst ist mit Schleimhaut ausgekleidet und wird von Schleimzellen und Speicheldrüsen feucht gehalten. Dort siedeln auch wichtige Mikroorganismen, die für eine gesunde Mundflora sorgen. Ist die aus dem Gleichgewicht, kann das Krankheiten begünstigen.
Im Mund beginnen wichtige Verdauungsprozesse, nicht nur durch das Zerkleinern der Nahrung, sondern auch durch das Einspeicheln und das Zerlegen von Stärkehaltigem durch Ptyalin, die Alpha-Amylase.
Und natürliche haben wir den Mund, durch ein sehr geschicktes Zusammenspiel von Lippen, Zunge, Zähnen und Rachen, auch zum Reden oder zum Singen.
Als Teil des Tastsinns fühlen wir auch mit dem Mund.
Und schließlich gibt er uns durch die erhöhte Zahl von Nervenendigungen, intensive Informationen über unsere Befindlichkeit oder auch den Zustand einzelner Organe.
Alle Beschwerden im Mundbereich haben so unsere ungeteilte Aufmerksamkeit:


Mundtrockenheit (Xerostomie)


Ist ein typisches Beschwerdebild. Fast jeder hatte schon mal vor Aufregung einen trockenen Mund, wie die Kandidaten bei „Wer wird Millionär?“, die sich oft fast verzweifelt auf das Wasserglas stürzen.
Bleibt die Trockenheit jedoch dauerhaft, so gerät die Mundflora durcheinander. Das Kauen wird mit wenig Speichel zum Problem, der Geschmackssinn ist gestört, die Zähne werden angegriffen, weil sie nicht ausreichend umspült sind usw.. Mundtrockenheit kann eine Nebenwirkung vieler Medikamente sein, auf rheumatische Erkrankungen, besonders das Sjögren-Syndrom hinweisen, bei Diabetes oder Schilddrüsenstörungen auftreten oder einfach ein Hinweis darauf sein, dass zu wenig getrunken wird.
Zwei Liter Wasser oder Tee am Tag, sowie das Kauen von Karotten, Selleriestückchen oder zuckerfreiem Kaugummi, um die Speicheldrüse anzuregen, kann oft schon ausreichen, damit die Spucke nicht wegbleibt.
In einer Studie wurde auch nachgewiesen, dass das homöopathische Komplexmittel Traumeel, das eigentlich bei äußeren Verletzungen eingesetzt wird, auch bei Mundtrockenheit helfen kann.


Mundgeruch (Hallitosis)


Ist vielen peinlich, besonders wenn man anderen näher kommen muss oder möchte.
Er kann, da der Mund die erste Station eines längeren Verdauungsweges ist, auch seine Ursache in Magen oder Darm haben.
Meist entsteht er jedoch durch Fäulnisprozesse direkt im Mund. Wenn sich das biologische Gleichgewicht der Mundflora verschiebt, übernehmen oft die schwefelgasproduzierenden Bakterien die Macht und das müffelt.
Weitere Ursachen können sein:


- Falsche oder mangelnde Zahnpflege
- Karies
- Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches
- Pilze in der Mundhöhle
- Schnupfen
- Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder der Rachenmandeln
- Rauchen
- Stress und Sorgen


„Mundgeruch macht einsam“


Deshalb lohnt der Versuch mit natürlichen Mitteln, wie das Kauen von Petersilie, Kardamom, Ingwer oder Kaffeebohnen immer.
Die Wirkung von Petersilie ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen (mit dem Mittel Stozzon aus Apotheke). Das enthaltene Chlorophyll kann die Zersetzungsprozesse der geruchsverursachenden Eiweißverbindungen so verändern, dass es nicht riecht.
Spülungen mit Salbeitee und verdünntem Nelkenöl helfen vor allem, wenn die Mundschleimhaut entzündet oder wund ist.
Das Schüssler Salz Kalium phosphoricum ist immer dann die Option, wenn der Mundgeruch auch nach dem Zähneputzen bleibt.
Aktuell ist die Forschung zu Pflanzenextrakten aus Magnolienblüten, die sollen die verursachenden Bakterien absterben lassen und so Mundgeruch völlig verhindern.


Die Zunge gibt Auskunft


Auch die Zunge selbst kann Ursache von Mundbeschwerden sein, aber auch Verdauungsbeschwerden oder andere Krankheiten signalisieren, weil sie über vier große Nerven direkt mit dem Gehirn und anderen Organen verbunden ist.
Sie ist nicht nur Sitz der Geschmackssinne, sie kann auch Wärme und Kälte sowie Schmerzen wahrnehmen. Und sie ist äußerst flink und beweglich. Konrad Adenauer hat dazu einmal sarkastisch festgestellt:
„Alle menschlichen Organe werden irgendwann müde, nur die Zunge nicht.“
Eine gesunde Zunge. Sie ist blassrosa, glatt und leuchtet feucht. Die Oberfläche ist gleichmäßig und hat nur geringe Zahnabdrücke.
Eine fast bleigraue Zunge kann durch Eisenmangel oder Anämie hervorgerufen werden.
Blass und stark geschwollen, soll die Zunge auf eine Milzschwäche hindeuten.
Bei einer bräunlichen Zunge könnten es eher Nierenprobleme sein.
Eine rötlich verfärbte Zunge, die sogenannte Himbeerzunge, ist ein typisches Zeichen für Scharlach. Zungenbrennen kann auf eine beginnende Diabetes oder eine Pilzinfektion verweisen oder auch nervös bedingt sein. Neben der Behandlung der Grunderkrankung, lohnen sich hier auch Spülungen mit einem Aufguss aus Erdbeerblättern.
Weißliche Zungenbeläge zeigen oft Erkrankungen oder Verdauungsprobleme an, können aber meist schon behoben werden, wenn die Zunge täglich mit einer weichen Zahnbürste oder einem Zungenschaber gereinigt wird. Da die Zunge zu den lymphatischen Abwehrorganen gehört, kann damit Krankheiten vorgebeugt und viel für ein sauberes Gefühl im Mund und einen frischen Atem getan werden.


Die Lippen sind etwas ganz Besonderes


Nirgendwo am Körper gibt es eine vergleichbare Struktur mit dieser Mischung von Oberhaut und Schleimhaut zugleich.
Es ist auch die einzige Stelle, wo die Haut so dünn ist, dass das Blut durchschimmert und wo sich auf kleinstem Raum enorm viele Nervenendigungen und so etwas wie Tastsensoren befinden.
Idealerweise haben Lippen einen frischen Rotton, sind glatt, feucht und gut durchblutet.
Sind sie das nicht, lässt das oft Rückschlüsse auf gesundheitliche Probleme oder Veranlagungen zu. Blasse, nahezu farblose Lippen können auf mangelnde Durchblutung oder auch auf Müdigkeit und Überforderung hinweisen.
Bläulich verfärbte Lippen hängen oft mit Unterkühlung oder auch mit der unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzen zusammen.
Gelbbräunliche Verfärbungen tauchen oft in der Schwangerschaft oder durch die Antibabypille auf.
Eingerissene Mundwinkel (Rhagaden) deuten eventuell auf chronische Störungen im Magen-Darmbereich und auf den Mangel an Eisen und Vitamin B12.


Nährstoffversorgung


Zusätzlich zum Ausgleich mit den wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen, hilft das häufige Betupfen der Lippen mit hautpflegenden Ölen aus Olive und Aloe vera.
Auch die ungeliebten Oberlippenfältchen sind oft ein Ausdruck organischer Fehlsteuerung, wie sie bei Rauchern zu betrachten sind. Um das Gefäßgift Nikotin einigermaßen zu neutralisieren, verbraucht der Organismus enorm viel Vitamin C, was dann natürlich zur Stabilisierung der Kollagenstrukturen fehlt und an der Oberlippe von Frauen am deutlichsten sichtbar wird.
Sind die Fältchen ausschließlich senkrecht, deutet das eher auf eine chronische Störung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hin. Erhärtet würde die Diagnose durch Völlegefühl und häufige Blähungen nach dem Essen. In solchen Fällen sollte das Pankreas mit Enzymen, bitteren Kräutertinkturen und Basenpräparaten, wie zum Beispiel Bicanorm, unterstützt werden. Das lässt auch den Oberlippenbereich wieder jünger aussehen.
Ständig trockene Lippen zeigen an, dass vermutlich die Schleimhäute insgesamt mit Flüssigkeit unterversorgt sind.


Pflege der Lippen


Leider haben die Lippen nicht den für die übrige Haut des Menschen vorgesehenen Hydro-Lipid-Film (Schutzschicht aus Schweiß und Talg), der die Haut geschmeidig hält und Krankheitserreger abwehrt. Sie sind daher bei etwa 15.000 Bewegungen pro Tag sehr stark gefährdet, trocken und rissig zu werden. Auch Kälte, trockene Luft, intensive Sonneneinstrahlung und häufiges Befeuchten mit Speichel setzen ihnen zu. Lippen brauchen daher mindestens genauso viel Pflege, wie die Zähne oder andere Problemzonen. Sanfte Massagen mit einer weichen Zahnbürste können die Durchblutung anregen und abgestoßene Hautzellen von der Oberfläche entfernen. Das reduziert auch die Gefahr für negative Gewohnheiten, wie Lippennagen- oder beißen.
Gegen rissige Lippen kann erfahrungsgemäß das alte Hausmittel Honig helfen, der öfter auf die Lippen getupft werden sollte.
Auch eine Kapsel natürliches Vitamin E oder fetthaltige Lippenstifte und pflanzliches Lippenbalsam halten die Lippen geschmeidig, genauso wie ausreichend Flüssigkeit von innen.
Einige dieser Pflegestifte sind regelrechte Lippenschmeichler, die die Lippen glätten, kleinste Lücken ausfüllen und sie feuchter und praller erscheinen lassen.


Aufpolstern ohne Spritzen?


In der Forschung arbeitet man auch an Lippenpflegeprodukten, die gleichzeitig die natürlichen Kollagenreserven wieder aufstocken und damit einen unübersehbaren Polstereffekt haben. Das alles soll dann ohne das berüchtigte Lippenaufspritzen möglich sein und jeder Frau einen sinnlichen Mund versprechen, je voller, desto besser.


Das Lippen-Signal


Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass Männer gar nicht so sehr auf andere Regionen achten, wenn sie von vollen Lippen angezogen werden.
Allerdings wünschen sie sich eine Kombination von vollen, roten und zugleich freundlichen Lippen. Damit könnte auch eine weitere Ursache für trockene Lippen so ganz nebenbei behoben werden, die mangelnde Dehnung.
Lippen brauchen Spannung, wenn sie nicht ihre Flexibilität verlieren sollen.
Und das geschieht am besten beim herzhaften Lachen und natürlich beim Küssen.
Vermutlich vergessen wir das zu oft, deshalb wurde sogar zur Erinnerung ein Welttag des Kusses eingerichtet, der jedes Jahr am 06. Juli stattfindet.
In Anatomiebüchern wird die wichtige Funktion der Lippen als erogene Zone selten gewürdigt.
Aber auch ohne wissenschaftlichen Nachweis wissen wir, dass ein schöner Mund die sexuelle Attraktivität einer Frau wesentlich erhöht, zum Küssen und zu mehr verführt.
Noch gehören die Deutschen statistisch gesehen, zu den Kuss-Muffeln in Europa.
Jeder schöne und gepflegte Frauenmund kann daran etwas ändern, denn zarte Lippen küssen einfach besser.

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