Jungbrunnen - es gibt ihn tatsächlich

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


„Älter werden, ohne alle diese lästigen Beschwerden und Einschränkungen, das wäre mein größter Wunsch.
Noch mal jung will ich gar nicht sein, aber wenn man den Jugendschwund etwas aufhalten könnte, wäre ich dabei.
Gerade jetzt, wo ich endlich für alles was mich interessiert, den richtigen Mann gefunden habe, ist mir das wichtig.“
Susanne, eine engagierte Biologielehrerin, hatte vor einem halben Jahr mit Anfang 50, ihre Jugendliebe wieder entdeckt und wollte jetzt unbedingt mehr dafür tun, möglichst lange fit, gesund und jung zu bleiben.


Schon in der Antike ...


Vermutlich haben viele Menschen den Wunsch, alt zu werden, ohne dabei vorzeitig zu altern. Schon im Altertum war der Jungbrunnen ein mythisches Symbol für die Sehnsucht, jung zu bleiben.


Anti-Aging-Nobelpreis 2009


Auch in der realen Welt der modernen Medizin wird schon lange nach Möglichkeiten geforscht, das vorzeitige Altern und die störenden Begleiterscheinungen zu verhindern. Drei Wissenschaftlern, die dafür 2009 mit dem Nobelpreis geehrt wurden, verdanken wir die wichtigsten Erkenntnisse darüber, wie unsere Zellen altern oder auch nicht.
Eigentlich ist es fast so, wie in den Sagen, in denen die Parzen, die Schicksalsgöttinnen, den Lebensfaden kürzen oder abschneiden können.
Allerdings befinden sich unsere Lebensfäden in den Zellen und sorgen dafür, dass die sich immer wieder teilen und unser Körper sich damit ständig erneuert.
Ein solcher Vorgang aber ist begrenzt, die Zellteilung klappt nur fünfzig bis hundert Mal.
Das regeln die Endstücke der Chromosomen, die Telomere, die jedes Mal etwas kürzer werden.
Wenn sie aufgebraucht sind, ist allerdings Schluss mit der Erneuerung.
Mitte der achtziger Jahre entdeckten amerikanische Wissenschaftler dann ein Enzym, die Telomerase, mit der ewige Jugend möglich schien, denn sie kann die Telomere immer wieder reparieren.
Telomerase kann die Zelle vergessen lassen, wie oft sie sich schon geteilt hat.
Allerdings brachten bisher alle Versuche nur Effekte in einzelnen Organen.
Auch eine andere Richtung erwies sich nur als zeitweiliges Anti-Aging: Anfang der 90-er Jahre begann der US-Amerikaner Dr. Rudman, 65-jährigen Männern das Wachstumshormon Somatotropin dreimal wöchentlich zu injizieren.
Dieses Hormon kann nach dem Wachstum für mehr Muskeln, mehr Power und weniger Fettdepots sorgen.
Leider nimmt es mit dem Alter ab. Schon nach sechs Monaten hatten die Senioren sichtlich mehr Muskelmasse, straffere Haut und andere Veränderungen durchlaufen, die sie zehn Jahre jünger machten. Allerdings nur, solange die Hormongaben fortgesetzt wurden, die teuer und teilweise auch tumorfördernd sein können.


Das Jung-Geheimnis der Japaner


Aus Untersuchungen über die langlebigen Einwohner von Okinawa (Japan) und die Studien des amerikanischen Internisten Dr. Ornish, wissen wir mittlerweile, dass sowohl die Telomerase, das Wachstumshormon und andere Jungmacher auch auf natürliche Weise sprudeln können,  so wie der sagenhafte Jungbrunnen.


Das Geheimnis ist relativ einfach:


- Ein stark ausgeprägtes soziales Netzwerk und stabile Familienbeziehungen
- Gute Stressresistenz durch Meditation, Entspannung und Gesprächsrunden
- Vielseitige Körperbewegung
- Gesundes, fettarmes Essen mit kleinen Portionen und die regelmäßige Zufuhr von Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren
- Alt-Macher meiden
Länger jung zu bleiben erfordert natürlich auch die Faktoren zu minimieren, die das persönliche Verfallsdatum beschleunigen, wie zum Beispiel:
- Homozysteinwerte über 10
- Einen Körperfettanteil über dreißig Prozent
- Bluthochdruck
- Dauerstress
- Zu hoher Zuckerverbrauch
- Freie Radikale
- Übersäuertes Gewebe


Für meine Klientin entwickelten wir aus allen Empfehlungen ein Konzept, mit dem sie sich viel jünger fühlte und das sie locker zehn Jahre jünger aussehen ließ.


Das Jungbrunnen-Programm


Regelmäßiges Ausdauertraining - egal ob Joggen, Walken, Radfahren, Skaten, Wandern, Schwimmen oder Tennis spielen, kann die biologische Uhr tatsächlich zurückdrehen, weil es die Ausschüttung von Somatotropin stimuliert.
Regelmäßige Bewegung lässt die Muskeln auch in späteren Jahren noch wachsen, stärkt vor allem unseren wichtigsten Muskel, das Herz, kräftigt die Gefäße, strafft die Figur, macht den Gang jugendlich federnd und erhöht die Gehirnleistung.
Für Susanne, die schon mit Walking begonnen hatte, nahmen wir noch die verjüngenden „5 Tibeter“ auf und gymnastische Übungen, um die Taille am weiteren Ausufern zu hindern.
Fettabbau - denn Fettzellen sind nicht nur ein optisches Problem, sie greifen auch negativ in den Stoffwechsel ein, belasten Herz und Kreislauf, bringen den Hormonhaushalt durcheinander und lassen den Somatotropinspiegel sinken.
Neben einer deutlich fettreduzierten Kost (bei der Ornish-Studie waren nur zehn Prozent der Gesamtkalorienzahl solche aus Fett), bringt Muskeltraining das beste Ergebnis beim Fettabbau.
Dazu brauchte Susanne keine schweißtreibenden Übungen, sondern ein effektives Krafttraining, am besten fünfzehn Minuten täglich, aber mindestens dreimal wöchentlich. Noch mehr von dem jungmachenden und fettverbrennenden Wachstumshormon bekommt sie im Tiefschlaf, besonders wenn das Abendessen etwas knapper ausfiel oder Dinner Canceling angesagt ist.
Auch wenn abends die Aminosäuren Arginin und Lysin eingenommen werden, stimuliert das den Jungmacher. Vitamin C und B, Magnesium und Zink verstärken die Wirkung.
Täglich Obst und Gemüse – denn sie enthalten unsere wichtigsten „Rostschutzmittel“, die Antioxidantien, die Alterungsprozesse verlangsamen.
Vor allem Avocado, Zucchini, Bananen, Nüsse, Spargel und alle grünen Gemüse, bringen die wichtigen B-Vitamine mit, die das altmachende Homozystein aushebeln und mehr Energie schenken.
Obst und Gemüse enthalten auch unverzichtbare Substanzen, wie Vitamin C und Magnesium, die die Fettverbrennung unterstützen, dazu noch wichtige Ballaststoffe für eine gute Verdauung und Entschlackung sind, ausreichend basische Anteile zur Entsäuerung des Gewebes und Mineralstoffe, wie Mangan, Zink und Magnesium enthalten und für gute Stimmung und jugendliche Ausstrahlung sorgen.
Hochwertiges mageres Eiweiß - wie Soja, Azukibohnen, Linsen, Kichererbsen, Putenfleisch, Tofu, Hüttenkäse & Co. machen munterer, leistungsfähiger, jünger und schlanker.
Schon das Wachstumshormon Somatotropin braucht 191 unterschiedliche Eiweißbausteine.
Proteine sind außerdem in unserem Organismus eine Art Reparaturschnelldienst für Schäden durch freie Radikale.
Auch Fisch, wie Seelachs, Makrele, Hering oder Sardelle gehört unbedingt zum Jungbrunnen-Programm, denn er liefert neben DMAE, die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, die die Gelenke pflegen, die Sauerstoffverwertung in der Zelle verbessern, Trübsinn vermeiden und sogar Mikroentzündungen verhindern können, die sonst Organfunktionen stören und äußerlich Falten entstehen lassen. DMAE gilt als neue Powersubstanz für mehr geistige Frische und Vigilanz (Wachheit, Daueraufmerksamkeit), mehr Spannkraft, Konzentration und Merkfähigkeit.
Hormone aus dem Gemüsefach – zum Beispiel Phytoöstrogene, aus Soja, Azukibohnen, Erbsen, Kichererbsen, Mungbohnen, Linsen oder Leinsamen können das Zellwachstum ankurbeln und verjüngend wirken. Sie fördern die Hautdurchblutung und die Kollagenbildung. Darüber hinaus verbessern sie das Wasserbindungsvermögen der Haut und verhelfen so zu einem frischeren, jugendlicheren Aussehen. Außerdem stabilisieren sie das Jungbrunnenhormon Somatotropin.
Gelassener Umgang mit Stressbelastungen – denn Dauerstress gehört zu den wirkungsvollsten Altmachern. Die Folgen sieht man nicht nur an der Gesichtshaut, sondern auch an Funktionsstörungen der inneren Organe. Im Dauerstress sind die Angriffe der freien Radikalen vervielfacht und es wird zu viel Kortisol ausgeschüttet. Dadurch werden Muskeleiweiß, Knochensubstanz und der Hautstraffer Kollagen schneller abgebaut, Haut und Haare werden fahl, wir altern rascher.
Regelmäßige Entspannungsübungen, ein besseres Stressmanagement und Sport zum Ausgleich, beruhigen nicht nur die Psyche sondern auch Stoffwechsel und Hormonhaushalt.
Für Susanne stellte sich das als Knackpunkt heraus, denn bisher bestand ihr „Ausgleich“ aus Naschen.
Aber Zucker macht alt, das haben Biochemiker nachgewiesen.
Sammelt sich viel Zucker im Gewebe an, beginnt eine fatale Entwicklung. Zucker und Eiweißstoffe verbinden sich zu braunen Pigmenten, wie man sie vom Karamellisieren kennt, dem folgt eine Kaskade von Alterungsprozessen.
Zu ihrer Überraschung halfen ihr die 5 Tibeter, das tägliche Beklopfen der Stresspunkte und etwas Bitterschokolade relativ schnell beim Stressabbau.
Jung denken, denn Jungsein beginnt im Kopf.
Aus Untersuchungen an „jungen Alten“ weiß man, sie sind so, weil sie nach ihren Vorstellungen leben und sich typische jugendliche Verhaltensweisen, wie Neugier, Spontaneität, Lebensfreude, Optimismus und geistige Beweglichkeit erhalten haben. Viele hatten auch im höheren Alter noch Beschäftigungen oder Hobbys, die sie ausfüllen.
Daneben gönnen sie sich mit gutem Gewissen auch vieles, das ihnen Spaß macht, wie eine Harley fahren oder Bauchtanz, egal ob es sich in ihrem Alter noch „gehört“. Langeweile ist ihnen daher ein Fremdwort.
Solange jemand noch Wünsche, Ziele und konkrete Pläne für die Zukunft hat, bleibt er jung.
Ausreichend B-Vitamine, Lecithin und DMAE sorgen dafür, dass auch Hirn und Nerven leistungsfähig bleiben.
Wohltuende soziale Beziehungen - wie ein reges gesellschaftliches  Leben, einen stabilen Freundeskreis und körperliche Zärtlichkeitsbeweise können laut wissenschaftlichen Studien fünf Jahre Altersvorteil bringen. Auch wer mit sich und seinem Leben zufrieden ist, sich nur mit Menschen umgibt, die einem guttun, wirkt deutlich jünger. Ganz besonders, wer gerne lacht, denn dann schüttet unser Körper Glückshormone aus und die sind ein wahrer Jungbrunnen.
Trinken - Wer genügend Flüssigkeit trinkt und seine Haut gut pflegt, wird sein Spiegelbild wieder lieber betrachten. Denn eine gut durchfeuchtete Haut sieht gesünder, praller, glatter und jugendlicher aus.


Schon Marlene Dietrich betonte:


„Die Geburtsurkunde ist ein Gerücht, das eine Frau jederzeit durch ihr Aussehen dementieren kann.“
Auch Susanne ging es so, sie strahlte beim Abschlussgespräch nicht nur äußerlich:
“Ich fühle mich richtig gut, so voller Energie und Ideen. Und wir haben unser erstes gemeinsames Projekt. Wir bauen in einem Dorf in Moldawien einen Garten der Generationen auf, in dem alte Obstsorten wieder gezüchtet werden, vielleicht bleiben wir sogar ganz dort.
Übrigens macht mein Mann das Jungbrunnenprogramm auch mit, schließlich hat er jetzt eine jüngere Frau, da muss er sich schon anstrengen.“


Ingrid Schlieske

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