Heiserkeit - und dann war da nur noch ein Flüstern

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Tipps gegen  Heiserkeit


„Anfangs hatte ich nur das Gefühl, dass meine Stimme kraftloser wurde. Vermutlich habe ich deshalb lauter gesprochen. Dann tat mir der Hals weh, die Stimme wurde immer tiefer und plötzlich war da nur noch ein Flüstern. Jetzt kann ich zwar wieder sprechen, aber ich bin ständig heiser.“
Frau Wustrow war erst vor kurzem nach der Elternzeit wieder in den Schuldienst zurückgekehrt und unterrichtete an einer Grundschule. Die ständige Heiserkeit begann ihr Angst zu machen, denn sie änderte sich auch nach Inhalationen und Medikamenten nicht wesentlich.
Heiserkeit (Dysphonie) kommt in so genannten Sprechberufen, wie LehrerInnen, ErzieherInnen, BeraterInnen, DozentInnen  u.a. häufig vor. Sie kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Ausgangspunkt ist aber immer der Kehlkopf.


Unser Sprechapparat


Der vorstehende Schildknorpel wird auch Adamsapfel genannt und ist bei Männern deutlicher sichtbar, als bei Frauen. Innen ist dieser Kehlkopf mit Schleimhaut ausgekleidet, die an zwei Stellen größere Falten bildet, die Stimmbänder.
Zwischen den Stimmbändern gibt es  einen Hohlraum, die Stimmritze, die über den vollen Klang einer Stimme entscheidet.
Wenn Laute erzeugt werden sollen, schwingen die Stimmbänder durch den Luftstrom des Atems. Dadurch werden, wie bei einem Blasinstrument, Töne hörbar.
Sind die Stimmbänder kurz und hochgespannt,  klingt eine Stimme höher, bei längeren und entspannteren Bändern entstehen tiefe Töne.
Bei Heiserkeit sind der gesamte Kehlkopf  und/oder die Stimmbänder gereizt oder entzündet (Laryngitis). Dabei kann die Schleimhaut anschwellen  und  zähflüssigen Schleim produzieren.
Durch die Schwellung schwingen die Stimmbänder nicht mehr gleichmäßig und die Stimmritze wird nicht ordentlich  geschlossen.
Daher klingt die Stimme belegt, rauchig oder krächzend.
Trockenheit, Kratzen oder raues, wundes Gefühl im Hals führen zu ständigem Hüsteln oder Räuspern. Und irgendwann versagt die Stimme ganz.
Eine entzündliche Heiserkeit kann u. a. durch einen grippalen Infekt entstehen, wenn die Viren nicht nur Nase und Bronchien befallen, sondern auch die Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen werden und mehr Schleim absondern.
Bei absteigenden Erkältungskrankheiten kommt deshalb zu den klassischen Symptomen Husten und Schnupfen, dann auch noch Heiserkeit.
Die funktionelle Heiserkeit entsteht meist durch Überlastung, Stress oder mangelnde Stimmschulung. Wenn die Stimme zu schwach ist, um die Zuhörer zu erreichen, sprechen die meisten Menschen automatisch lauter. Das verspannt aber die Kehlkopfmuskulatur, die Stimmlippen, der obere Teil der Stimmbänder wird zu heftig angestrengt, dadurch gereizt und gerötet.
Das verändert die Schwingungsmöglichkeiten und den Klang der Stimme, die jetzt gepresst oder gequetscht klingt.
Eine psychisch oder energetisch bedingte Heiserkeit bzw. Stimmlosigkeit kann auf ein Schockerlebnis oder Störungen im Bereich des Hals-Chakras zurückgeführt werden.
Dann fehlt möglicherweise die Kraft, um zu sprechen oder ernsthafte Blockierungen verhindern die Weiterleitung nervlicher Impulse. Die Heiserkeit durch Umweltbelastungen bezieht sich vor allem auf die Einwirkung von Nikotin, von giftigen Dämpfen oder auf Arbeitsplätze mit hohem Lärmpegel, an denen man sich nur schreiend verständigen kann.


Andere Ursachen können sein:


- der ständige Rückfluss von Magensäure
- Nebenwirkungen von Medikamenten wie ACE-Hemmer
- Nachwirkungen von Operationen im Halsbereich


Jede Heiserkeit, die länger als drei Wochen andauert, sollte gründlich medizinisch abgeklärt werden. Vor allem, wenn es schon Schwierigkeiten gibt, Töne längere Zeit zu halten oder jemanden laut zu rufen.
Denn die ständigen Überlastungen können zu Zysten, Stimmbandknötchen und ähnlichen Dauerschädigungen führen.
Auch Frau Wustrow hatte in dem Bemühen, ihre Schüler zu erreichen und mit ihnen konzentriert zu arbeiten, immer lauter gesprochen.
Stimme und Atmung waren darauf nicht vorbereitet und ungenügend trainiert.
Immer, wenn die Lautstärke nicht durch die Atemmuskulatur im Bereich des Brustkorbs gestützt wird, nimmt die Stimme Schaden.
Sie klingt zunächst gepresst und monoton, bei dauerhaften Anstrengungen dann dumpf und heiser.
Zur Überlastung der Stimme kam bei meiner Patientin auch noch der Stress, den sie bei ihrer neuen Tätigkeit empfand. Vorher hatte sie an einer wesentlich kleineren Schule unterrichtet und war jetzt durch die Disziplinlosigkeit einiger Schüler und das rauhe Arbeitsklima deutlich irritiert.
Die Angst, damit nicht klarzukommen, erschöpfte sie und schnürte ihr zusätzlich die Kehle zu.
Schon ein solches Gefühl genügt, um einen Pressverschluss der Stimmritze zu provozieren.
Frau Wustrow bekam deshalb das homöopathische Mittel Argentum metallicum. Das ist besonders wirksam bei Menschen, die sich ständig bemühen, perfekt zu sein, beim Sprechen daher sehr nervös und angespannt sind und so häufig unter Heiserkeit leiden. Auch Arum triphyllum wäre ein gutes Mittel, wenn die Stimme weg bleibt.
Schon bei den ersten Anzeichen von Heiserkeit sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:


Und das hilft bei drohender Heiserkeit
Stimmschonung


Am besten wirkt ein Sprechverbot, damit sich die gereizte oder entzündete Schleimhaut erholen und ausheilen kann. Da das nicht immer einfach ist, vereinbarte ich mit Frau Wustrow kontinuierliche Sprechpausen. Das war nur möglich, weil eine freundliche Kollegin einige Unterrichtsstunden mit intensiver Stimmbelastung vorübergehend übernahm und die Schüler selbst im Unterricht sprachlich mehr gefordert wurden. Auch die Familie von Frau Wustrow lernte, die angekündigten Sprechpausen zu akzeptieren.
Honig. Im Gegensatz zur Kreide, die im Märchen eine raue Stimme angenehmer klingen ließ, hilft Honig entweder mit warmer Milch oder pur tatsächlich. Denn im Honig stecken wertvolle Inhaltsstoffe, wie Gluconsäure, Wasserstoffperoxyd und Inhibine, die alle Einfluss auf gereizte Schleimhäute und mögliche Krankheitserreger nehmen können. Gluconsäure verhindert ihre Vermehrung, Wasserstoffperoxyd stört den Stoffwechsel der Keime und die Inhibine, wie Lysozym hemmen den Entzündungsprozess und lindern die Reizung.


Inhalationen


Das Einatmen von Dampf aus Salzwasser, Salbei- oder auch Kamillentee beruhigt die gereizten Schleimhäute und hält sie feucht. Das fördert die Heilung. Ähnlich wirken auch Duftlampen mit ätherischen Ölen aus Eukalyptus, Thymian oder Kiefernadeln. Der Schleim verflüssigt sich auf diese Weise schneller und kann abgehustet werden.


Regelmäßiges Trinken


Heiße Hühnersuppe und Kräutertees aus Salbei, Malve oder Blättern der schwarzen Johannisbeere  helfen erfahrungsgemäß bei Heiserkeit mit einem grippalen Infekt überraschend schnell. Sonst sind Brombeersaft, Honigwasser oder Rettich-Honig-Saft wirksame Waffen für Vielredner, besonders bei trockener Heizungsluft. Ihre Schleimstoffe legen sich wie ein Wundfilm über die gereizten Schleimhäute. Dort wo das Trinken nicht möglich ist, sind zuckerfreie Salbei-, Honig-, Eukalyptus- oder Primelbonbons eine gute Alternative, um die Schleimhaut feucht zu halten.


Energie-Therapien


Die energetischen Anteile der Heiserkeit reagieren besonders gut auf das Tragen von Edelsteinen wie Sodalith oder Lapislazuli in Halsnähe, auf Meridian-Therapien oder Reikibehandlungen für das Hals-Chakra. Stimmtraining beugt vor.
Um Überlastung und Heiserkeit in Sprechberufen weitgehend zu vermeiden, kann schon prophylaktisch mehr für Stimme und Sprechapparat getan werden. Stimmtraining und –pflege sichern, dass die Stimme unterschiedlichen Anforderungen angepasst und wie ein Instrument volltönend und überzeugend eingesetzt werden kann. Dazu gehört u. a. das Sprechen in der richtigen Tonhöhe. Diese findet man durch eine Bandaufnahme, auf der man ruhig und gelassen spricht. Der Rest ist Training, um diese Tonhöhe auch im aufgeregten Zustand beizubehalten und keinesfalls zu schreien.
Vor einem Stimm-Marathon, wie einem mehrstündigen Unterricht oder Seminar, sollte man die Erfahrungen der Profis nutzen und sich mit leichten Stimmübungen „einsprechen“.
Atemübungen, zum Beispiel Singen und Gehen in frischer Luft, trainieren hauptsächlich den gezielten Einsatz der Atemmuskulatur und stabilisieren so die Stimme.
Nikotin oder verrauchte Räume sollten unbedingt gemieden werden, weil Zigarettenrauch die Stimmbänder anschwellen und sogar verhornen lassen kann.
Wenn außerdem beim Sprechen durch die Nase ein- und den Mund ausgeatmet wird, verhindert das das Austrocknen des Mund- und Rachenraums, das Heiserkeit begünstigt.
Entspannungsübungen für Schulter und Hals, fördern die notwendige Resonanz und Harmonie zwischen den Atem- und Stimmorganen und gewährleisten, dass überzeugend und wirkungsvoll, mit dem gesamten Körper „gesprochen“ wird.
Wechselduschen und gesunde Ernährung  unterstützen das Immunsystem gegen Heiserkeit auslösende Erreger.


Nach der chinesischen Medizin


soll in Herbst und Winter, das Lungen-Chi gestärkt und gegen Trockenheit geschützt werden. Das funktioniert nicht nur über Getränke oder feuchtes Raumklima, sondern auch mit mehr Feigen, Bananen, Rettich, Trauben, Mangos, Walnüssen, Morcheln, Maroni und Soja auf dem Speiseplan.
Inzwischen beherrscht Frau Wustrow ihre Stimme und auch den beruflichen Alltag wesentlich besser. Ihre Erfahrungen aus einem professionellen Stimmtraining gibt sie mittlerweile an interessierte Kollegen weiter, die sich dafür mit Tipps für die stressfreiere Unterrichtsgestaltung revanchieren. „Ich komme jetzt wesentlich besser klar“, erzählte sie mir am Telefon. „Die Gewissheit, dass es mir auch in schwierigen Situationen nicht die Stimme verschlägt, macht mich souveräner. Und das spüren auch meine Schüler.“


Stimmübungen zum Einsprechen


Dabei in einer bequemen Haltung sitzend oder am offenen Fenster stehen: den Vokal a in der individuell richtigen Tonhöhe und in angenehmer Lautstärke dreimal lange klingen lassen. Fließend zwischen den Vokalen a und o wechseln, fünfmal wiederholen.
Vor einem Stimm-Marathon sollte außerdem noch der Punkt unter der Nase (LG 26) beklopft werden. Dieser Punkt kann Scheu und Erwartungsspannung verringern und die Kommunikationsfähigkeit verbessern.

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