Gebrochenes Herz

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


 „Es ist mir richtig peinlich, aber ich war fest überzeugt, ein Herzproblem zu haben, ich war sogar beim Spezialisten. Der sagt mir nur, organisch sei alles in Ordnung. Aber ich hatte Schmerzen, mein Herz tut heute noch  weh, das muss doch Ursachen haben.“
Irene, eine 46-jährige Hochschuldozentin, war sichtlich irritiert. Auch wenn ihr der Arzt versichert hatte, es seien keine Schäden zu erkennen, wurde sie die Angst nicht los, dass die schlimmen krampfartigen Schmerzen zurückkommen könnten, ganz abgesehen von dem dumpfen, nicht nachlassenden Schmerz, den sie schon länger spürte.
Kinesiologische Tests machten allerdings deutlich, dass ihr Herz nicht erkrankt, sondern „gebrochen“ war.


Das „gebrochene Herz“


Im Volksmund gibt es viele Wendungen, die ähnliche Probleme beschreiben, wie „sich etwas zu sehr zu Herzen nehmen“ oder etwas „herzzerreißend“ finden. Seit Beginn der 90-ger Jahre mit der Entdeckung des „Broken-Heart-Syndroms“, wissen wir, dass das nicht nur poetische Umschreibungen sind, sondern dass das gebrochene Herz tatsächlich auch wörtlich zu nehmen ist.
Eine schwere seelische Erschütterung kann beim gesunden Menschen Symptome auslösen, die einem Herzinfarkt ähneln.
Vermutlich führt eine starke Anflutung von Stresshormonen dazu, dass die Logistik im Herzen durcheinander gerät, sich das Blut staut und die linke Herzkammer aufbläht.
Die typische Verstopfung der Herzkranzgefäße oder festsitzende Blutgerinnsel wie beim Infarkt, fehlen jedoch.
Auch bei späteren Untersuchungen sind keine abgestorbenen Gewebeteile oder andere Folgeschäden, wie beim Infarkt, ersichtlich.
Das Krankheitsbild wird auch Stress-Kardiomyopathie genannt, da im akuten Stadium der Herzmuskel  nur eingeschränkt arbeitet, so als ob das Herz vorübergehend erstarrt wäre.
Mögliche Auslöser des „Broken-Heart-Syndroms“, das häufig Frauen im mittleren Lebensalter trifft,  sind außerordentliche emotionale Belastungen, extremer Stress, heftige Schocks oder ähnliches.
Bei Irene war es der Verrat ihres Lebensgefährten, den sie nicht verwinden konnte. Sie hatte den charmanten Thomas kennengelernt, als sie schon längere Zeit geschieden und die Suche nach dem Richtigen fast aufgegeben hatte. Er holte sie aus ihrem Tief heraus und gab ihr mit seiner fürsorglichen, zuvorkommenden Art, den Glauben an die Männerwelt zurück.
Drei Jahre lebte sie mit ihm auf Wolke Sieben, war verliebt wie ein Teenager und mittlerweile fest davon überzeugt, in diesem Mann das einzige treue Exemplar gefunden zu haben, das nicht nur gut aussah, sondern ihr auch noch jeden Wunsch von den Augen abzulesen schien.
Dass er wenig Geld hatte, störte die vermögende Irene nicht, schon eher, dass er oft und lange unterwegs war.
Aber dafür hatte er viele Begründungen, die sie ihm blind glaubte, bis sie ihn ganz zufällig mit ihrer besten Freundin im Bett erwischte.
Erst da stellte sich heraus, dass er außerdem noch jede Menge Liebschaften mit vermögenden Frauen ihres Bekanntenkreises hatte und alle schienen das zu wissen.
Von diesem Mann, den sie über alles liebte, zur Närrin gemacht worden zu sein, derartig sexuell und emotional betrogen zu werden, das war zu viel für sie.
Obwohl sie noch unter Schock stand und wie gelähmt war, setzte sie ihn sofort vor die Tür, dann brach sie zusammen.
Die Gewissheit, von Anfang an belogen worden zu sein, die Trauer über den Verlust ihrer Liebe und die Angst, wieder allein zu sein, konnte ihr Herz nicht mehr verkraften.
Dazu kamen nach einigen Tagen Zweifel an ihrem Entschluss und auch reuevolle Gedanken, lähmende Angst schien sie aus jeder Ecke anzuspringen.
Alles, worauf sie vertraut hatte war verloren und das ständige Grübeln, wie das alles so kommen konnte, erschöpfte sie total und verwehrte ihr den Blick nach vorn.
In akuten Fällen kann das „Broken-Heart-Syndrom“ sogar lebensbedrohlich werden, in den meisten Fällen erholt sich das Herz nach einiger Zeit, je früher der emotionale Stress beeinflusst wird, umso besser.


Für Irene und alle ähnlich Betroffenen, entwickelten wir fünf Schritte, um mit Liebeskummer und Enttäuschung besser klar zu kommen:


1. Die emotionale Blockierung aufheben


Meridiantechniken beeinflussen den komplexen Charakter des Liebeskummers besonders gut. Meist sind die Enttäuschung und die Kränkung ja noch mit anderen Emotionen, wie Eifersucht, Wut, Trauer, Groll, Angst vor weiteren Zurückweisungen oder vor Einsamkeit verbunden, die an den unterschiedlichen Akupressurpunkten deutlich erleichtert werden können.
Sonst könnte ein „Herzschmerz“, der mittlerweile erträglich ist, wieder aufbrechen, wenn man an die verflossene Liebe erinnert wird oder zu grübeln beginnt, was man möglicherweise selbst falsch gemacht haben könnte.
Bei Irene beklopften wir zunächst eine spezielle Sequenz gegen Liebeskummer und Gram, bis sich der dumpfe Schmerz auflöste. Danach bearbeiteten wir alle belastenden Gefühle wie die Kränkung, die Enttäuschung, die Wut auf den Ex, die Bitterkeit und den Groll auf die „besten Freundinnen“, aber auch die Zurückweisung, die Angst, nicht erwünscht zu sein oder zukünftig allein zu bleiben.
Mit der Affirmation: „Ich lasse die Vergangenheit los!“, konnte Irene sich nach einigen Behandlungen entspannter wieder ihrem eigenen Leben zuwenden.
Homöopathische Mittel wirken ebenfalls auf energetischem Weg und können daher sowohl die Lösung psychischer Probleme erleichtern, als auch das Herz selbst stärken. Ignatia, das ich Irene verordnete, ist das klassische Mittel bei großem Kummer aus enttäuschter Liebe. Es hilft besonders Frauen, die ihre Gefühle selten nach außen dringen lassen, sondern eher stumm leiden. Phosphoricum acidum ist dann geeignet, wenn jemand aus Liebeskummer alles sinnlos findet, von Schlaflosigkeit und ständigem Grübeln total erschöpft ist und in seiner Trauer verharrt. Natrium chloratum dagegen, hilft den Expartner loszulassen und übermäßige Rachsucht und Groll zu mildern, die wieder an das „Hassobjekt Mann“ binden würden. Bei Herzschmerz aus Liebeskummer hilft auch eine Mischung aus den Bachblüten Star of Bethlehem, Honeysuckle, Sweet Chestnut, White Chestnut und Willow. Star of Bethlehem  löst die Erstarrung bei Schock und erleichtert den Umgang mit einer völlig neuen Situation. Honeysuckle  macht das Gefühl des Verlustes und der Wehmut, das danach folgt, erträglicher. Sweet Chestnutt  und White Chestnut  beeinflussen die verzweifelten Gedanken, die unaufhörlich im Kopf kreisen, positiv und eröffnen neue Wege. Willow spendet Trost und lindert die große Enttäuschung und innere Verbitterung.


2. Sich von der Beziehung verabschieden


Egal, wie hässlich der Verrat auch war oder wie demütigend es ist, hintergangen zu werden, es lindert nicht den Schmerz um das, was schön war und nun unwiederbringlich ist.
Ein kleines Ritual kann helfen, darum zu trauern, ohne in seinem Entschluss wieder wankend zu werden.
Irene, die seit frühester Jugend Tagebuch führte, verfasste dort einen Abschiedsbrief, um sich endgültig aus der Beziehung zu lösen. Sie trug sie regelrecht zu Grabe, würdigte, was gut und erfüllend war, brachte aber auch ihre Wut, ihren Ärger und ihre Enttäuschung zum Ausdruck über das, was ihre Liebe getötet hatte.
Sie bekannte sich dazu, zu trauern, aber dennoch weiterleben zu wollen. Das unterstützte den Heilungsprozess für ihr Herz.
Andere finden Erleichterung, in dem sie Lieblingsdinge oder Hinterlassenschaften ihres Ex zerstören, um ihn wenigstens auch leiden zu sehen.
Irene genügte es, Fotos und Briefe von ihm und anderen Untreuen zu verbrennen, um sich selbst gereinigt zu fühlen.


3. Untergangsszenarien geschickt begegnen


In ihrem Inneren wusste Irene genau, dass sie mit dem Rauswurf die richtige Entscheidung getroffen hatte, aber für die Zukunft sah sie nur schwarz, nur Einsamkeit und Trauer.
Solche düsteren Vorhersagen haben wenig mit der Realität zu tun, es sind einfach übertriebene Sorgen, die wir uns selber einreden.
Typisch dafür sind absolute Formulierungen wie: „Nie wieder“ oder „Für den Rest meines Lebens“.
Bei Irene war es vor allem: „Ich werde nie wieder jemanden finden und einsam sterben“.
Je mehr Aufmerksamkeit wir diesen Sorgen widmen, umso furchtbarer und schwärzer werden sie.
Natürlich ist es in so einem Ausnahmezustand schwierig, zwischen realen Problemen und albtraumhaften Übertreibungen zu unterscheiden. Wenn das jedoch  gelingt, ist Frau wieder handlungsfähig. Für Irene suchten wir gemeinsam nach Lösungen, was sie selbst gegen die Angst vor der Einsamkeit tun kann, wie sie nach der Trauerzeit neue Kontakte knüpfen und  sich schrittweise darauf einlassen könnte.


4. Sich selbst gute Ratschläge geben


Manchmal kann der gefasste Entschluss wanken, besonders wenn der untreue Partner reumütig zurückkehrt, die „guten alten Zeiten“ heraufbeschwört und verspricht, es „nie wieder zu tun“.
Bei einer langjährigen guten Partnerschaft kann ein Fehltritt möglicherweise verziehen werden, Irene wollte das nach all den peinlichen Enthüllungen in ihrem Bekanntenkreis, nicht.
Dennoch gab es Tage, an denen sie weich wurde. Dann half ihr, sich vorzustellen, das alles sei ihrer Tochter passiert und sie sollte ihr Ratschläge geben.
Diese andere Perspektive hilft, vieles klarer zu sehen. Außerdem notierte sie in ihrem Tagebuch, in welchen Punkten der charmante Thomas nicht ihren Ansprüchen an einen Partner genügte.
Wenn sie das ab und zu durchlas, konnte sie sein Gesäusel nicht mehr umstimmen.


5. Die Herzenergie stärken


Sowohl das emotionale als auch das funktionale Herz brauchten nach diesen schockierenden Erlebnissen wieder mehr Kraft. Das schafften wir mit Coenzym Q 10, das die Versorgung des Herzmuskels verbessert und einer geführten Trance, in der positive Gefühle in das Herzchakra transformiert werden.
Das geht auch zu Hause, wenn man einen Rosenquarz in der Hand,  ein positives Erlebnis, eine geliebte Person oder das Lieblingstier visualisiert, die Gefühle in rosa Wolken hüllt und das ganze wieder in das eigene Herzzentrum leitet.
Auch dem Rosa Chalcedon wird eine Heilwirkung bei Herzschmerz und Liebeskummer zugeschrieben.
Inzwischen geht es Irene wieder besser, das Herz hat sich gekräftigt und der Blick in die Zukunft ist schon etwas unternehmungslustiger geworden.
„Es wird noch etwas dauern, bis ich wieder jemandem vertrauen kann, dafür war der Schock zu groß, aber ich zerbreche nicht daran. Selbst wenn ein wirklich treuer Partner so selten ist, wie das legendäre Einhorn, wer sagt, dass ich ihn nicht doch noch finde?“


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