Frauen-Gesundheit dank Dr. Schüssler

Elfi Sinn, Heilpraktikerin, psychologische Beraterin, Berlin
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Als Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler  um 1870 in Oldenburg seine ersten Forschungen zur Biochemie unternahm, konnte er nicht ahnen, dass er damit auch eine Art Hausapotheke für Frauen schaffen würde. Er war Zeit seines Lebens sehr zurückhaltend und vielleicht durch eine unerfüllte Liebe nie verheiratet. Dennoch muss er ein besonderes Verhältnis zu Frauen gehabt haben. Schließlich begründete er mit den nach ihm benannten Schüssler-Salzen Mittel, die Frauen nicht nur gesünder, sondern auch schöner machen können.


Diagnose aus der Asche Verstorbener


Durch die Armut seiner Familie war Schüssler ein medizinischer Spätentwickler. Zunächst arbeitete er als Übersetzer und Laienbehandler, bis ihm das Studium ermöglicht wurde und er sich mit 36 Jahren endlich als homöopathischer Arzt niederlassen konnte. Er muss ein origineller und ständig forschender Geist gewesen sein. Um die Ursache bestimmter Krankheiten zu ergründen, analysierte er z.B. die Asche von Verstorbenen, die vor ihrem Tod an schweren Krankheiten gelitten hatten.
Er stellte fest, dass bei gleichen Erkrankungen auch immer bestimmte Mineralien in der Asche fehlten und schlussfolgerte, dass die Versorgung der Zellen mit bestimmten Mineralsalzen über Gesundheit oder Krankheit entscheiden kann.
Deshalb entwickelte er 12 Mittel aus Mineralstoffen, die homöopathisch aufbereitet, bereits vorbeugend wirken, aber auch zur Selbstbehandlung bei bestimmten Leiden eingesetzt werden können. Auch für häufig auftretende Frauenbeschwerden, wie Osteoporose, vorzeitige Faltenbildung, Krämpfe und Gewichtsprobleme, bieten die Schüßler-Salze viele Möglichkeiten, um zu lindern und das Leben angenehmer zu gestalten.


Osteoporose


Von Osteoporose sind deutlich mehr Frauen betroffen als Männer. Das hängt vor allem mit hormonellen Veränderungen, wie dem Klimakterium, zusammen. Knochen geben uns nicht nur das notwendige Rückgrat, sie sind für unseren Körper auch eine Art Mineralspeicher. Fast das gesamte gespeicherte Calcium und große Anteile von Phosphat und Magnesium lagern dort.
Wird für eine Stoffwechselaktion Calcium gebraucht, bedient der Körper sich also bei den Knochen und füllt das Depot später wieder auf. Durch diese ständige Entnahme und Einlagerung könnten unsere Knochen frisch und stark bleiben, wenn es da nicht ein Problem gäbe: wir haben Zellen in den Knochen, die für ihren Aufbau sorgen und Zellen, die sie wieder abbauen.
Die Aufbautruppe kittet mit Calcium hauptsächlich winzige Risse, die durch Belastung entstanden sind und stärkt damit die Knochen.
Die Abbautruppe beseitigt altes Knochenmaterial und setzt so auch Calcium frei.
Die Befehle für diese Truppen kommen von Hormonen, allerdings von unterschiedlichen. Für die Aufbautruppen sind Östrogene, die weiblichen Hormone, zuständig. Da diese zu Beginn des Klimakteriums drastisch zurückgehen, leuchtet ein, dass es jetzt ohne ausreichenden Neuaufbau zu einer Brüchigkeit der Knochen, zur gefürchteten Entkalkung kommen kann. Bis zu 40 Prozent der Knochenmasse können verloren gehen, wenn nicht mit verfügbarem Calcium, Phytoöstrogenen und anderen Biostoffen gegengesteuert wird und die Knochen remineralisiert werden.


Schüssler-Rezept:


Nehmen Sie  das Mittel Nr.1 Calcium fluoratum D 6 und das Mittel Nr. 2 Calcium phosphoricum D 6 täglich im Wechsel, über einen längeren Zeitraum, ein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Calcium-Präparaten sind sie homöopathisch so aufbereitet, dass sie auch die Zellen erreichen. Sie helfen so, die Knochenentkalkung aufzuhalten, die Knochen zu stärken und das Bindegewebe zu kräftigen. Dosierung: Täglich 3- bis 5-mal 1 Tablette im Mund zergehen lassen.

 

Zusätzlicher Rat:


Auch eine calciumreiche Ernährung und ausreichende Versorgung mit Phytoöstrogenen hilft, die Knochen bruchsicherer zu machen, z.B. mit Käse, Quark, Joghurt, Grünkohl, Erbsen, Schwarzwurzeln, Brokkoli, Nüssen, Sesam, Fisch, Spinat, Mangold und natürlich mit Soja in allen Varianten.
Um sie noch mehr zu stabilisieren, werden im Knochenstoffwechsel außerdem Vitamin K und Magnesium aus grünem Gemüse, Vitamin C aus Zitrusfrüchten oder Sanddorn und Vitamin D, z.B. aus Avocado, gebraucht. Diese Biostoffe sorgen als Team dafür, dass weniger Calcium verloren geht, die Hormone günstig beeinflusst und die Knochen so verdichtet werden, dass „Witwenbuckel“ und Gipsbein vermeidbar bleiben. Wer sich oft im Freien bewegt und jeden Sonnenstrahl vernünftig nutzt, kann nicht nur Vitamin D in der Haut bilden, sondern auch seine Knochen zusätzlich festigen. Denn der Knochenaufbau findet nur dort statt, wo vorher belastet wurde. Oder wie meine Oma immer sagte: „Nur was nicht benutzt wird, bildet sich zurück.


Vorzeitige Faltenbildung


Es gibt Falten, die geben einem Gesicht Charakter, sie zeigen gelebtes Leben. Über andere Falten oder Fältchen ärgern wir uns. Besonders, wenn sie viel zu früh zu sehen sind. Falten sind nicht nur eine Frage der Veranlagung, sondern auch ein Spiegel dafür, wie gut die Haut versorgt und wie stabil unser Nervenkostüm ist. Aber auch bei Menschen, die sich sehr gesund ernähren, kann es Störungen im Stoffwechsel geben, die verhindern, dass notwendige Biostoffe ihr Zielgebiet erreichen. Die Folge ist: die Spannung der Haut, der Hautturgor, lässt nach, die Haut wird grau und schlaff. Wenn man vom Handrücken eine Falte abhebt, bleibt sie unverschämt lange und bildet sich erst nach und nach zurück.


Schüssler-Rezept:


Nehmen Sie Silicea D 12 täglich über einen langen Zeitraum ein. Silicea ist das spezielle Schönheitsmittel unter den Schüßler-Salzen. Es behebt die Assimilationsstörungen und sorgt dafür, dass hautverschönernde Biostoffe aus der Nahrung auch verwertet werden. Silicea erhöht die Collagenbildung und damit die Spannkraft der Haut. Es  wirkt gegen Krähenfüße und vorzeitige Faltenbildung und verbessert das Hautbild. Regelmäßig eingenommen, kräftigt es auch Haare und Nägel und kann möglicherweise sogar verjüngend wirken.
Dosierung: täglich 2-mal 2 Tabletten im Mund zergehen lassen.
Spiegelt die Haut hauptsächlich Stress wieder, ist eventuell auch Nr. 7 Magnesium phosphoricum angebracht, welches entkrampft und gelassener sein lässt.


Zusätzlicher Rat:


Eine Ernährung, die reich an gut verwertbarem Eiweiß, Zink und Vitamin C ist, sorgt auch dafür, dass die Gesichtshaut straff und die Konturen lange unverändert bleiben. Das Bindegewebe, das der Oberhaut die Form gibt und sie abstützt, besteht aus Collagen- und Elastinfasern mit eingebetteten flüssigen Polsterkissen. Das Ganze kann man sich vorstellen wie eine Smok-Arbeit. Auf jedem Knüpfpunkt der Fasern sitzt ein Vitamin-C-Molekül und hält das Ganze zusammen. Haben wir ausreichend Vitamin C, z.B. aus Beerenobst, kann die Haut lange frisch und faltenfrei bleiben. Für die Polsterkissen sorgen wir gut mit allicin- und schwefelhaltigem Gemüse wie Zwiebeln, Lauch und Kohl, mit ionisiertem Calcium, z.B. aus Käse mit Weintrauben und natürlich mit viel Mineralwasser oder Tee. Eiweiß aus Soja und Zink aus Vollkornprodukten bauen die Kollagen- und Elastinfasern wieder auf, ermöglichen die Neubildung von Hautzellen und verhindern hässliche Runzeln.


Krämpfe und Koliken


Wer jemals beim Schwimmen einen Wadenkrampf hatte weiß, dass Krämpfe nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich sein können. Schon deshalb hätte Schüßler für das Mittel Nr. 7, Magnesium phosphoricum, ein Denkmal verdient. Vor allem bei  Wadenkrämpfen und kolikartigen Schmerzen, die gut auf Wärme reagieren, kann dieses Schüssler-Salz Wunder wirken. Damit konnte ich auch vielen Patientinnen helfen, die unter äußerst schmerzhaften Periodenkrämpfen litten und erst mit der sogenannten „heißen 7“ Erleichterung fanden.


Schüssler-Rezept:


Für eine „heiße 7“ füllt man 6 bis 10 Tabletten Magnesium phosphoricum D 6 in einen hitzebeständigen Becher, übergießt sie mit heißem Wasser, damit sich die Tabletten auflösen. Wenn das Wasser etwas abgekühlt ist, trinkt man es schluckweise und genießt die Entspannung.
Um die Magnesiumspeicher aufzufüllen, lässt man täglich mehrmals 1 bis 2 Tabletten im Mund zergehen.


Zusätzlicher Rat:


Generell sollte man basisch orientierte Kostformen, wie die Trennkost, die Kretakost u.ä. wählen, um einer möglichen Übersäuerung entgegen zu wirken, die wiederum die Krampfneigung verstärkt. Magnesiumhaltiges Mineralwasser und häufige Mahlzeiten aus dunkelgrünem Gemüse helfen auch mit, dass Einstellung und Muskeln locker bleiben. Das regelmäßige Beklopfen des Handrückenpunktes aus der Meridiantechnik unterstützt diesen Entspannungseffekt.


Die schlanke Linie


Auch für den Fall, dass sich beim Abnehmen der Zeiger der Waage gemeiner Weise nicht mehr nach unten bewegen will, bietet Schüßlers Biochemie noch Hilfreiches. Fühlt man sich z.B. dabei noch müde und aufgequollen, kann das Mittel Nr. 10 Natrium sulfuricum, eine gestörte Wasserausscheidung wieder regulieren. Das Mittel Nr. 9 Natrium phosphoricum entsäuert und bringt den Fettstoffwechsel wieder auf Touren. Und das Mittel Nr. 5 Kalium phosphoricum beruhigt nicht nur phantastisch, es könnte auch eine Geheimwaffe gegen Heißhunger und Naschlust sein.
Vielleicht blieb Schüßler nicht wegen einer unerfüllten Liebe allein, sondern weil es ihm als bodenständigen Oldenburger an Temperament fehlte. Wir wissen es nicht, aber er muss ein Herz für Frauen und ihre Probleme gehabt haben. Es lohnt sich auch heute noch, erst mal bei Schüßler nachzuschlagen.

Ingrid Schlieske

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