Chronische Bronchitis

Artikel aus dem BIOLINE-Magazin von

Nina Schlieske, Heilpraktikerin

Liebe BIOLINE,


ich leide oft an einer Bronchitis und habe den Eindruck, dass die Beschwerden von Mal zu Mal heftiger werden und dass der Verlauf auch immer länger dauert. Nun bin ich in Sorge, dass ich eine chronische Bronchitis bekomme. Welches sind eigentlich genau die Ursachen und wie ist im allgemeinen die Prognose?
Luzy B.,Berlin-Lichterfelde


Liebe Frau B.,


eine akute, durch Viren verursachte Bronchitis ist in der Regel harmlos und heilt auch ohne Therapie innerhalb von sieben Tagen aus. Wenn neben den Viren aber auch Bakterien an der Entstehung der Bronchitis beteiligt sind,  kann es bis  zur Genesung zwei bis drei Wochen dauern.
Wenn Viren die Bronchitis verursacht haben: in rund 90 Prozent der Fälle ist eine Virenerkältung der Grund für die Entstehung einer akuten Bronchitis. Diese breiten sich aus dem Nasen-Rachenraum in die tieferen Abschnitte der Atemwege aus. Hier ist der Auswurf geringfügig, weißlich-schleimig.
Aber auch Bakterien können an der Entstehung einer Bronchitis beteiligt sein (sogenannte Sekundärinfektion). Dabei vermehren sich die Bakterien innerhalb der Körperzellen und können vom Immunsystem nur schwer bekämpft werden. Hier ist der Auswurf gelblich-grün.
Reizstoffe können die Bronchien ebenfalls schädigen: Feinstaubbelastung, Dämpfe, Gase, Hausstaub.
Spezielle Erkrankungen können auch an der Entstehung von Bronchitis beteiligt sein. Beispiele dafür sind: Pilze, Keuchhusten, Masern, Typhus, Brucellosen (Infektionen, die von Tieren, oft Haustieren übertragen werden).
Bei folgenden Krankheitszeichen müssen Sie unbedingt zum Arzt:
Atembeschwerden, Brustschmerz, Bluthusten, höheres Fieber, bei starkem, gelblichen Auswurf, weil es zu einer Superinfektion gekommen sein kann und Antibiotika-Einsatz erforderlich ist. Bei Beschwerden, die länger als sieben Tage dauern, bei gleichzeitigem Asthma oder Herzschwäche, gleichzeitiger Kortisontherapie, bei Krebs- und HIV-Infektion, wenn eine Bronchitis in immer kürzeren Abständen auftritt.
Es ist möglich, dass der Hustenreiz auch nach der Ausheilung noch Wochen erhalten bleibt. Die Entzündung hat dann die Bronchien geschädigt und empfindlich für alle Reize gemacht. Selten aber entwickelt sich aus einer akuten Bronchitis eine chronische Bronchitis oder eine spastische Bronchitis (Verkrampfung der Bronchialmuskulatur) oder eine Lungenentzündung (Pneunomie).
Die chronische Bronchitis betrifft vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, Raucher, geschwächte Senioren oder Menschen mit Abwehrschwäche.
Hustenstiller sind wenig geeignete Medikamente bei Bronchitis, weil sie das Abhusten verhindern.


Empfohlene Maßnahmen


Ziehen Sie sich warm an! Vermeiden Sie kalte Zugluft. Schonen Sie sich. Meiden Sie Reizungen der Atemwege durch trockene Heizungsluft (Luftbefeuchter) und Autoabgase, verrauchte Luft. Rauchen Sie nicht. Versuchen Sie, warm eingepackt jeden Tag frische Luft zu schöpfen.


Bewährte Hausmittel


Bei Beginn der Bronchitis geriebenen Meerrettich (zur Not aus dem Glas) erst auf die Brustregion, dann auf den Rücken auftragen. Mit Folie abdecken, warm halten und jeweils nach zehn Minuten warm abwaschen. Löst den Husten extrem gut.
Laufend trinken von Tee: ½ Spitzwegerich, ½ Thymian. Schlucke lange in der Kehle lassen, verdünnt den Schleim, der besser abgehustet werden kann.


Was ist Husten überhaupt?


Husten ist ein gesunderhaltener Reflex. Er übernimmt eine wichtige Reinigungsfunktion, indem er Schleim, Schadstoffe und Fremdkörper mit kräftigen Stößen aus den Atemwegen nach draußen befördert. Beim Erkältungshusten kann dieser Husten jedoch zur Qual werden. Er erfüllt jedoch die Aufgabe, den dickflüssigen Schleim praktisch aus den Bronchien  „zu reißen“. Und das verursacht den Schmerz und die möglichen Atembeschwerden, weil durch den Schleim die Atemwege verlegt sind. Keineswegs jedoch darf es zu einem Stau des Sekrets kommen, weil dadurch die Bronchien noch mehr gereizt werden und sich eine unkomplizierte Bronchitis zu einer chronischen Bronchitis auswachsen kann, denn der Schleim eignet sich zum ausgezeichneten Nährboden für Bakterien.