Blutdruck

Artikel aus dem BIOLINE-Magazin von

Elfi Sinn, Heilpraktikerin und psychologische Beraterin

Niedriger Blutdruck - die Energiebremse

„Wenn ich mit unserem Hausarzt darüber rede, sagt er jedes Mal, niedriger Blutdruck (Hypotonie) wäre doch kein Problem, damit könne man hundert  Jahre alt werden. Aber das will ich gar nicht, weil es mir damit schlecht geht. Besonders morgens bin ich so schlapp, dass ohne Kaffee gar nichts läuft. Und auch danach brauche ich noch Stunden, bis ich einigermaßen klar denken kann. Natürlich leidet mein Arbeitspensum darunter. Zweimal bin ich nach dem Aufstehen sofort wieder umgefallen, das ist doch nicht normal. Ich würde ja etwas dagegen tun, aber alle Hinweise, die ich zum Blutdruck finde, befassen sich mit Hochdruck., der Hypertonie.“


Hypotonie wird oft nicht ernst genommen


Schon vom Äußeren her zeigte Sandy das typische Aussehen, das mit niedrigem Blutdruck einhergeht.
Sie war sehr blass, sehr schlank und sah aus wie 15, obwohl sie gerade 25 Jahre geworden war.
Und sie ärgerte sich zu Recht, denn die Beschwerden einer Hypotonie werden oft unterschätzt.
Natürlich ist der Bluthochdruck gefährlicher, weil er das Herz und die Gefäße massiv schädigt, aber der niedrige Blutdruck lässt die Betroffenen oft mehr leiden
Fällt der Blutdruck dauerhaft bei Frauen unter 100/60mmHg und bei Männern unter 110/70mmHg, spricht man von chronischer Hypotonie.
Dabei können folgende Symptome auftreten:

- Schlappheit und Schwindelgefühle
- Oftmals leichte Übelkeit
- Kopfdruck, Kopfschmerz und Migräne, „Schwarzwerden“ vor den Augen oder auch andere Lichtreflexe
- durchscheinende oder kalkige Blässe
- kalte Hände und Füße; Kreislaufkollaps
- Antriebsarmut, Konzentrations- und Leistungsschwäche

 

Solche Beschwerden sind darauf zurückzuführen, dass das Gehirn, das Herz und andere Organe nicht mehr ausreichend durchblutet sind.


Ursachen für einen niedrigen Blutdruck


Hypotonie kann angeboren oder auch konstitutionell bedingt sein, besonders sehr schlanke, junge Frauen neigen deshalb dazu.
Aber auch Bindegewebsschwäche und damit schlaffe Gefäße, schwache Muskeln durch Bewegungsmangel können der Grund sein.
Stoffwechselprobleme, Hitze und Flüssigkeitsmangel begünstigen eine Hypotonie.
Allerdings kann ein niedriger Blutdruck auch auf schwerwiegendere Erkrankungen hinweisen, zum Beispiel Unterfunktionen der Schilddrüse oder der Nebennieren, Blutarmut (Anämie) oder auch Herzschwäche und Klappenfehler.


Die orthostatische Dysregulation


Eine Sonderform des niedrigen Blutdrucks ist die orthostatische Dysregulation, bei der vor allem die schlaffen Gefäße den schnellen Wechsel von Liegen und Stehen nicht verkraften.
Wenn die Betroffenen, wie Sandy, morgens schnell aus dem Bett aufstehen, sackt das Blut in die untere Körperhälfte. Herz und Gehirn werden nicht mehr ausreichend versorgt, der Kreislauf bricht zusammen und man wird ohnmächtig.
Diese Sonderform tritt häufig bei jungen Schlanken auf, betrifft aber auch immer mehr die über 65-jährigen.

Einfacher Test


Ob eine orthostatische Dysregulation vorliegt, kann mit einem einfachen Test nach Schellong festgestellt werden. Dazu vergleicht man die Pulszahl und den Blutdruck zunächst im Liegen und dann erneut nachdem man zehn Minuten ruhig gestanden hat. Bei Kreislaufgesunden ändert sich wenig nach dem Aufstehen, bei Hypotonen aber sinkt der obere, systolische Blutdruckwert drastisch und die Pulsfrequenz steigt.


Behandeln – oder nicht ...?


Ein niedriger Blutdruck sollte erst behandelt werden, wenn er Beschwerden macht, die die Lebensqualität und auch die Leistungsfähigkeit einschränken.
Ziel der Behandlung ist es daher nicht, den Blutdruck unbedingt zu erhöhen, sondern die Beschwerden zu verringern und einen plötzlichen Blutdruckabfall zu verhindern
Von gut trainierten Ausdauersportlern ist bekannt, dass viele bei ähnlich niedrigem Blutdruck keinerlei der genannten gesundheitlichen Einschränkungen oder Probleme kennen.


Kurzfristige – oder langfristige Hilfe


Kurzfristige Hilfe bietet das Akkupressieren der Innenseite der Kleinfingerkuppe (Herz 9). Aber bis der Körper wieder zu den normalen Regulationsrhythmen zurückgefunden hat, dauert es doch einige Zeit.
Als Übergangslösung bis dahin, verordnete ich Sandy noch das kreislaufstützende homöopathische Komplexmittel Hevert-Aktivon mit den Inhaltsstoffen von Camphora (Kampfer), Cola (Kolanuss), Crataegus (Weißdorn) und Kalium carbonicum (Pottasche).

Hevert-Aktivon


Das homöopathische Komplexmittel besteht aus Zutaten, die folgende Wirkung haben:
Kalium carbonicum ist ein wichtiges Herz- und Stärkungsmittel, Cola regt den Kreislauf an, Crataegus stärkt den Herzmuskel und Camphora hilft, die Gefäße zu straffen und zu verengen.
Die positive Wirkung von Kampfer auf Herz und Kreislauf wurde im vergangenen Jahr in einer Studie an der Ludwig-Maximilian-Universität München auch wissenschaftlich nachgewiesen. Dort erhielten hypotone Probanden entweder ein Placebo, also eine wirkungslose Substanz oder ein kampferhaltiges Herz- Kreislauf-Präparat. Vor und nach der Einnahme wurden die mentalen Leistungen gemessen. Durch den Kampfer ergab sich nicht nur eine deutliche Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und des Kurzzeitgedächtnisses, die Probanden fühlten sich nach wenigen Minuten auch leistungsfähiger.
Für die weitere Behandlung von Sandys Beschwerden orientierten wir uns an der Ordnungstherapie des „Wasserdoktors“ Sebastian Kneipp, die besonders gute Wirkungen bei Kreislaufschwäche und Blutdruck-Regulationsstörungen zeigt. Mit ihr soll Ordnung im körperlichen, wie im psychischen Bereich erreicht werden.


Kneipp empfahl: die sinnvolle Nutzung von Licht, Luft und Wasser


Sandy war ein ausgesprochener Stubenhocker. Tagsüber arbeitete sie als Buchhalterin in der Firma des Vaters und abends las sie gerne oder surfte im Internet. Deshalb vereinbarten wir, jeden Tag mindestens 30 Minuten Aufenthalt im Freien, am besten verbunden mit Sport, Spazierengehen oder Gartenarbeit. Dazu morgens und abends kalte Güsse auf die Unterarme, die Unterschenkel und die Herzgegend. Anregend für den Kreislauf sind auch Wechselduschen, wechselwarme Armbäder, Saunagänge u.ä.., denn die abwechselnden Kälte- und Wärmereize trainieren die Gefäßmuskulatur und stärken den Muskeltonus.


Kneipp empfahl: den ausgewogenen Wechsel von Bewegung und Ruhe


Die meisten Hypotonie-Symptome verringern sich deutlich bei Bewegung und Muskelaktivität. Auch alles, was die Ausdauer trainiert, wie Joggen, Walken, Radfahren, Wandern, Tanzen, Gymnastik, verbessert die Durchblutung und die Leistungsfähigkeit.
Täglich 30 Minuten genügen schon, wenn daneben noch Treppen gestiegen werden und der Morgen bereits mit leichter Gymnastik beginnt.
Gerade bei der orthostatischen Dysregulation sollte die Anspannung der Arm- und der Wadenmuskeln schon im Bett beginnen.
Wenn Sandy jeden Morgen diese Muskeln aktiviert, die Füße kreisen lässt und im Liegen noch etwas „Radfahren“ übt, dann kann sie gefahrloser aufstehen.


Kneipp empfahl: den maßvollen und klugen Gebrauch von Speise und Trank


Es gibt keine spezielle Kost, die einen niedrigen Blutdruck in die Höhe schnellen lässt. Aber alles, was das Bindegewebe straffen hilft, wie mageres Eiweiß, Beeren, Melonen, Kürbis und besonders Hirse und Buchweizen oder was die Durchblutung anregt, zum Beispiel scharfe Gewürze oder Gemüse stabilisieren auch den Blutdruck. Da ein hoher Anteil an einfachen Kohlenhydraten auch für das Absinken des Blutdrucks verantwortlich sein kann, sollten Naschkatzen ihren Weißmehl- und Zuckerverbrauch deutlich einschränken.
Kakao dagegen muntert nicht nur die Seele, sondern auch den Blutdruck auf!
Ganz wichtig ist es, bei niedrigem Blutdruck ausreichend zu trinken, denn schon ein Volumenmangel, der Trinkmuffeln oft gar nicht bewusst ist, kann zu einem plötzlichen Druckabfall führen.
Täglich zwei bis 2,5 Liter natriumreiches Mineralwasser, gesalzene Gemüsebrühe, Kräuter-und Früchtetees helfen, diese Gefahr zu vermeiden.
Selbstgepresste Obstsäfte, wie das „Kraftpaket“ stabilisieren nicht nur den Kreislauf, sondern lassen mit viel Vitamin C und anderen Pflanzenstoffen auch Erschöpfung und Blässe vergessen.
Auch Kaffee und Schwarztee dürfen sein, allerdings in Maßen, da ihre anregende Wirkung nur kurzzeitig ist.


Kneipp empfahl: den richtigen Rhythmus von Wachen und Schlafen


Hypotone fühlen sich meist auch nach zehn Stunden Schlaf nicht ausgeruht oder erfrischt. Sie schlafen tiefer und erholsamer, wenn sie sich tagsüber auch körperlich angestrengt haben oder nach einem stressigen Tag vor dem Schlafengehen entspannen, zum Beispiel durch Klopfakupressur, durch Heilströmen, durch Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training.


Kneipp empfahl: die Regulierung des Stoffwechsels


Bei niedrigem Blutdruck genügen eine gute Ernährung und mehr Bewegung noch nicht, um mehr Energie zu produzieren.
Zumindest am Anfang ist das so, weil da noch einige Mängel auszugleichen sind.
Hypotonen fehlt oft Eisen, das nicht nur den Sauerstoff, sondern auch andere wichtige Wirkstoffe im Körper transportiert.
Sandy verordnete ich daher eine Kur mit dem Schüssler Salz Nr. 3, Ferrum phosphoricum und außerdem der Nr. 1, Calcium fluoratum, die Bindegewebsschwächlingen wieder zu mehr Spannkraft verhelfen kann.


Kneipp empfahl: das Erlangen des seelischen Gleichgewichts


Wenn eine chronische Hypotonie schon längere Zeit bestand, dann haben die Betroffenen auch „gelernt“, sich nicht zu viel abzuverlangen, möglichst wenig zu wagen, weil sie sich nicht stark genug fühlen.

Der englische Philosoph Samuel Taylor Coleridge hat es spöttisch so gekennzeichnet: „Ursache der Moral ist oft nur ein niedriger Blutdruck.“
Auch Sandy hatte kaum etwas gewagt. Sie lebte noch bei ihrem Vater, dem sie auch den Haushalt führte und hatte in ihrem etwas monotonen Leben weder richtige Freunde noch anregende Bekannte.
Um aber dauerhaft aus der Hypotonie zu gelangen, brauchte sie endlich auch ein eigenes Leben mit Freude, Aufregung, Abwechslung und auch Problemen.
Inzwischen ist sie auf dem besten Weg dazu, auch wenn es einige Monate gedauert hat.
Zurzeit baut sie das Dachgeschoss ihres Elternhauses aus, weil sie „was Eigenes braucht“.
Sie walkt nun jeden Morgen und fährt mit dem Rad zur Arbeit.
Vor kurzem hat sie sogar mit asiatischem Kampfsport begonnen, aber das kann auch an dem gutaussehenden Trainer liegen, mit dem sie sich jetzt öfter trifft.

Kraftpaket


1 Honigmelone, 1 Blutorange, 3 Kiwi, 1 Papaya auspressen, 3x täglich 1 Glas davon trinken.

Lust auf Schokolade


Seit einiger Zeit gibt es 99-prozentige Schokolade. Wer sie erstmalig probiert, ist erschrocken. Aber dann ...
Wer bereit ist, sich auf das zunächst sehr herbe Vergnügen einzulassen, dessen Geschmacksknospen werden auch belohnt. Nur winzige Splitterchen dieser „reinen“ Schokolade schmelzen auf der Zunge zu einem echten Genuss. Zuckersüße Sahne-Schoko-Tafeln turnen dann ab – versprochen!


Selbsthilfe kann positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen:
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