Schlankheitsferien für Kinder und Jugendliche

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Kinder können abnehmen wie der Wind – das Geheimnis ist Sport.
Auf der BIOFITNESS-Farm im Vogelsberg finden sich zu den Ferienzeiten Kinder ein, die abnehmen wollen und sollen.
Diese Gruppe wohnt zusammen mit einer Betreuerin auf einer Extra-Etage mit eigenem Wohnzimmer und Esszimmer. Diese Gemeinschaftsräume werden Kiwozi (Kinderwohnzimmer) und Kiesszi (Kinderesszimmer) von den Jugendlichen genannt.
Und diese Separation von erwachsenen Kurgästen, die eher der Ruhe frönen wollen, ist enorm wichtig, denn bei den Kiddys geht es in Punkto Lärm öfter hoch her.
Jetzt in der Osterzeit wurde die Farm von sieben Jugendlichen frequentiert, denen es gelungen ist, allein in diesen zwei Wochen, ihrem Idealgewicht sehr nahe zu kommen.
Dem Betreuungsteam war es fast unheimlich, wie schnell diese jungen Gäste ihr Übergewicht verabschieden konnten.
Und das lag keineswegs alleine an der Kalorienreduktion. Die Kiddys nahmen oft viel schneller ab, als ihre Eltern oder die Erwachsenen, die zur gleichen Zeit Gäste der Farm waren.


Kinder sollen nicht hungern


So ist der Ernährungsplan der jungen Gäste auf 1400 bis 1500 Kcal pro Tag abgestimmt und setzt sich zusammen wie folgt:


Morgens vor dem Sport: 1 Apfel, Kiwi, Birne, Orange o.a.
Morgens nach dem Sport: 1 Apfelquarkmüsli
Vormittags: 1-2 gr. Gläser mit rohem Gemüse (bereitet sich jeder selbst zu)
Vormittags: 1/2 Nussriegel, damit das „Süße“ nicht zu kurz kommt
Mittags: 3-Gänge-Menü (Salat, Fleisch oder Fisch oder Soja mit Gemüse, Dessert)
Nachmittags: 1 Esslöffel geröstete Sojabohnen
Abends: 2-Gänge-Menü (Creme-Suppe, Brote oder Soja-Hamburger o.a.)
Abends: 1 Esslöffel gewürzte Soja-Flips
Dazu den ganzen Tag über reichlich Wasser und Tee.
Hunger sieht anders aus, nicht wahr?


Sport ist keineswegs Mord


sondern pralles Vergnügen den ganzen Tag lang. Unsportlich? Das gibt es nicht! Auf der Farm hat jeder Freude an der Bewegung. Spätestens dann, wenn bemerkt wird, dass die ungeliebten Pfunde schmelzen, wie Schnee in der Sonne.


Das tägliche Bewegungs-Programm


- Kraftraum mit Standfahrrad, Rudergerät, leichten Gewichten, Stepper, Trambolin, Hula Hopp, Springseilen u.a.
- Schwimmen und Spielen im Wasser, Boxtechniken, Reaktionsübungen, Punchingball
- Jonglieren mit drei Bällen (kann man in einer Woche erlernen)
- Fußball spielen auf Platz in Nachbarschaft
- Wandern, Federball, Tischtennis


Es reicht nicht, einfach Pfunde zu verlieren. Der Körper muss auch geformt werden. Und dazu ist es wichtig, die Muskeln zu trainieren. Diese nämlich definieren die Köperpartien.
In ein Kinderleben gehören täglich  (!) eineinhalb Stunden Sport.


Sport in der Kindheit


Es ist besorgniserregend, wie wenig Sport die Jugendlichen heute treiben. Bei den früheren Generationen gingen die Kinder nach der Schule auf die Straße und waren bis zum Abend pausenlos in Bewegung. Vom Seilspringen bis Hüpfspiele, Wettbewerbe, Höhlenbauen, Zäune übersteigen, Baumklettern bis hin zu kilometerweiten Ausflügen, war der Tag angefüllt mit Abenteuern und körperlicher Anstrengung. Es gab damals keine dicken Kinder! Die sind erst durch Unbeweglichkeit, Chips und Süßigkeiten „gezüchtet“ worden.


Spiele am Abend


Nicht immer sind die Kiddys begeistert, dass in der Woche nur dreimal Fernsehen erlaubt ist und Playstation, sowie Fernsehspiele und Handybenutzung ganz gestrichen sind.
Dann aber findet man wieder Erwarten doch noch Freude an Karaoke, Monopoly, Aktivity oder anderen Superspielen.
Es ist wichtig, zu lernen, dass man aktiv an seiner Unterhaltung mitwirken kann, statt Unterhaltung nur einfach zu konsumieren.


PPP


Pasta, Pommes, Pizza, das sind die drei Lieblingsgenossen der Jugendlichen. Dazu kommen noch Hamburger und Chips in allen Ausführungen.
Wer solche Gewohnheiten nicht verändert in Obst, Gemüse, Salat, mageres Fleisch, Fisch und Soja, wird es lebenslang schwer haben, gegen Übergewicht und andere Zivilisationskrankheiten anzukämpfen.
Was haben Nudeln mit Kinderernährung zu tun? Rein gar nichts!
Nichts gegen Nudeln, die darf es gelegentlich durchaus geben. Und Sportler verwandeln diese Kohlenhydrate in Muskeln. Bei bewegungsarmen Menschen allerdings werden sie flugs in reines Fett umgesetzt, siedeln sich um Hüfte und Bauch an und lassen sich von dort nur schwer wieder vertreiben. Weißes Mehl, Zucker und leider auch die Kartoffeln sind unnötige Dickmacher. Ihr Konsum muss limitiert werden.


Moderne Ernährung sieht anders aus


Unser heutiges Leben macht eine andere Ernährung erforderlich. Auf der BIOFITNESS-Farm werden deshalb völlig neue Gewohnheiten t r a i n i e r t: weg von den vielen konzentrierten Kohlenhydraten, die schlapp, müde und dick machen, hin zu den Nahrungsmitteln, die nützlich sind für schlanke Linie, Kraft, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und gute Laune.
Zu den bevorzugten Nahrungsmitteln gehören deshalb Vollkornprodukte (auch diese begrenzt), Fisch, Geflügelfleisch, gute Öle, leckere Sojaprodukte, Gebäck ohne Mehl, viel rohes und gekochtes Gemüse und eben Obst, sowie Salat.
Jeder schlechten Gewohnheit kann immer eine positive Gewohnheit entgegengesetzt werden
 Wer einmal erfahren hat, wie es ihm gehen kann, wenn er optimalen Betriebsstoff (Nahrung) zu sich nimmt, möchte nicht mehr zurückfallen in krankmachende Strukturen.


Die Farm ein Jugendparadies?


Im Prinzip schon, denn Haus und Umgebung bieten alles, was ein Kinderherz begehrt. Aber die Aktivitäten führen gelegentlich durchaus auch zu Diskussionen. Die sehen dann beispielsweise so aus:


„Weshalb dürfen wir nicht öfter fernsehen?“
“Weshalb dürfen wir nicht bestimmen, was wir sehen?“
„Weshalb dürfen wir nicht mit schwereren Gewichten trainieren?“
„Wir wollen selbst entscheiden, ob wir Computerspiele spielen!“
„Weshalb ist hier kein Handy erlaubt?“
„Weshalb gibt es nicht öfter Kuchen?“
„Wieso sollen wir Jonglieren üben?“
u.v.a.m..


Zu solchen Kritikpunkten kommen dann auch kleine Querelen untereinander, die es zu schlichten gilt. Aber letztendlich haben alle eine gute Zeit hier und verstehen sich prächtig. Ein Beweis dafür ist, dass einige von ihnen schon zum wiederholten Male gekommen sind.


Hungern ist nicht vorgesehen


Jeder Jugendliche bestimmt selbst, wie viel rohes Gemüse zwischen den Mahlzeiten gegessen wird und was hineinkommt in das selbst gestaltete „Zauberglas“, ob mehr Karotten, Radieschen, Kohlrabi, Selleriestangen, Blumenkohlröschen, Paprika oder anderes.
Und am Ende der Kur wird bestätigt: wirklichen Hunger gab es kein einziges Mal.
Das ist der Beweis dafür, dass Beschäftigung, Bewegung und die r i c h t i g e  Ernährung der Schlüssel zu einer schlanken Figur sind.


Ernährungsunterricht mit Nina


Heilpraktikerin Nina beaufsichtigt Krafttraining und erklärt das Ernährungskonzept. Es ist erstaunlich, wie schnell die jungen Menschen verstehen, worum es geht. Sie machen Notizen samt Ausarbeitungen. Und wehe bei der Erläuterung passiert der Trainerin ein kleiner Fehler. Der wird schon deshalb bemerkt, weil jeder der Teilnehmer das Buch „Kiddy-Speck endlich weg“ gelesen hat und weiß, dass künftig danach gelebt werden muss, soll der Erfolg von Dauer sein.


Grandiose Ergebnisse


Jeder der Jugendlichen ist nach der Kur sicherlich doppelt so fit, wach und aufmerksam, wie bei der Anreise. Messbar aber ist die Gewichtsabnahme, wie sie nach nur zwei Wochen, erreicht wurde:


R., Junge, 11 Jahre,  4,2 Kilo minus
C., Mädchen, 12 Jahre, 3,8 Kilo minus
P., Junge, 15 Jahre, 5,2 Kilo minus
M., Junge, 15 Jahre, 4,7 Kilo minus
H., Junge, 12 Jahre, 2,8 Kilo minus
L., Junge, 14 Jahre, 5,3 Kilo minus
J., Mädchen, 10 Jahre, 2,1 Kilo minus


Der Junge H. ist schon zum dritten Mal auf der Farm und hat jetzt seine Idealfigur.
Der Junge L. ist bereits zum vierten Mal auf der Farm. Er ist für sein Alter sehr groß und war recht schwer. Er nähert sich nun seiner Idealfigur.
Im Übrigen ist das Thema „Gewichtsabnahme“ nicht der Dreh- und Angelpunkt der Gespräche.
Vielmehr geht es um Sport, Spaß und Alltagskram, sowie gesunde Ernährung als wichtiger „Betriebsstoff“ für einen Menschen, wenn er leistungsfähig sein will.
Zugegeben, es macht riesigen Spaß, ein solches Projekt zu betreuen. Besonders deshalb, weil hier klar zutage tritt, was in unserer Gesellschaft dringend einer Reform bedarf – nämlich die Betreuung der Jugend vom Babyalter an.
Wir sind stolz darauf, dafür einen Beitrag leisten zu können.
Das Team auf der BIOFITNESS-Farm


Buchtipps:


„Kiddy-Speck endlich weg – der coole Weg in eine schlanke Zukunft“, Autorinnen Ingrid und Nina Schlieske, 19,80 Euro
„Dr. Küche & Dr. Garten – Antiaging zum Nulltarif“, Autorinnen Ingrid Schlieske und Hildegard Kita, 23,80 Euro.
Selbsthilfeseminare und Ausbildungsangebote:
www.Trennkostkonzept.de
www.Ess-sucht.de
www.Schlankheitsurlaub.de
www.Ernaehrungsberaterausbildung.com