SAFT ist kein Getränk

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Nichts gegen Säfte. Wenn sie frisch gepresst sind oder schonend konserviert werden, können sie durchaus zur Gesundheit beitragen.


Säfte sind Süßigkeiten oder Desserts


Frucht- oder Gemüsesäfte sind grundsätzlich nicht dafür geeignet, den Wasserhaushalt eines Menschen zu decken.
Aus diesem Grunde sollten Eltern sich davor hüten, den Durst ihrer Kinder oder den eigenen, mit Hilfe von Säften zu stillen.
Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder. Kinder sollen gesund sein und bleiben und sie sollen sich wohl fühlen. Dazu gehört auch, dass ihnen schmecken soll, was sie essen und trinken.
Interessant ist, dass Kleinkinder durchaus gerne Wasser ohne jeden Geschmack trinken, wenn sie das gewöhnt sind.
Wird dem Trinkfläschchen allerdings ein Geschmack beigemischt, so werden die Kleinen auf genau diesen Geschmack programmiert und wollen ihr Leben lang nur süßen Tee oder eben nur diesen  Saft trinken.
Das Fatale bei einer solchen Gewohnheit aber ist, dass Säfte hoch kalorisch sind und enorm beitragen können zu späterem Übergewicht und auch zu dem Suchtverlangen, das durch den süßen Geschmack des Saftes, der den der Früchte ja meistens übersteigt, noch zusätzlich angeregt wird.


Schnell kommen viele Kalorien zusammen


Ein einziges Glas Obstsaft (ca. 200 ml) hat zwischen 130 und 200 Kalorien. Wer so richtigen Durst hat, kommt am Tage auf eine beachtliche Kalorienzahl, die dann nur und ausschließlich diesen Getränken zu verdanken sind.
Wer ohnehin auf Mäßigung beim Essen achten muss, tappt hier gehörig in die Falle.
Es ist verwunderlich, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, seinen Nährstoffbedarf auch über Säfte abzudecken. Bei diesem Rat muss gleichzeitig unbedingt auch die Warnung ausgesprochen werden, dass die Trinkmenge zu beschränken ist, wenn nicht gesundheitliche Nachteile entstehen sollen.


Der Nutzen für die Gesundheit


Freilich weisen frische Säfte eine hohe Nährstoffdichte auf. Und zu Kur-Zwecken erfüllen sie in bestimmten Fällen ganz sicher ihren Sinn. Aber immer ist es weitaus empfehlenswerter, die ganze Frucht zu verzehren, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Denn die Frucht hat noch viel mehr von dem Wertstoffgehalt und ist noch dazu mit der ganzen Fülle von Ballaststoffen und anderen Pflanzenstoffen versehen, die von der Natur für die Gesundheit des Menschen gedacht sind.
Und – die ganze Frucht, das komplette Gemüse machen satt, im Gegensatz zu einem rasch getrunkenen Glas.


Fruchtgetränke – aber richtig


Für Ihre Gesundheit haben wir nachstehend einige urgesunde und sättigende Drinks zusammengestellt. Dafür wird der Zauberstab (Küchenstab) bemüht und fertig ist eine tolle Zwischenmahlzeit oder krönender Abschluss nach einem leckeren Gericht. 

 
Soja-Powerdrink


200 ml Sojamilch mit einer dicken Scheibe frischer Ananas pürieren, ergibt ein dickcremiges Getränk, das wertvoll und sehr kalorienarm ist, dabei absolut köstlich schmeckt.


Orange-Joghurt


Ein Becher Joghurt 3,5 Prozent (170 ml) mit 100 ml frischem Orangensaft verrühren, ist frisch und lecker.


Bananencreme-Buttermilch


Eine halbe Banane und 200 ml Buttermilch mit dem Zauberstab zu einem cremigen Getränk verrühren, schmeckt himmlisch schmusig.


Soja-Joghurt mit Mango


200 ml Sojajoghurt mit dem Fruchtfleisch von einer halben, vollreifen Mango verrühren. Das stellt jede Süßigkeit in den Schatten.


Säfte ja und nein


Säfte also sollten mit Vorsicht genossen werden. Gibt es gelegentlich ein Gläschen davon, statt eines Desserts nach dem Essen, so ist auf keinen Fall etwas dagegen einzuwenden.
Stellen Sie Ihre Säfte je nach Saison zusammen. Bald gibt es Pfirsiche, Aprikosen und Nektarinen, Pflaumen, Äpfel und Birnen. Aber immer denken Sie bitte daran, dass hier eine gesunde kleine Mahlzeit winkt, die in Bezug auf die Kalorien jedoch so harmlos nicht ist.
Sportler und Kinder profitieren durchaus von frischen Gemüsesäften, die weitaus kalorienärmer sind als Obstsäfte und genau die Mineralstoffe enthalten, die durch Schwitzen verloren gehen.
Statt der Elektrolytdrinks, die meistens viel Zucker und Konservierungsstoffe enthalten, gleichen sie den Mineralstoffmangel auf jeden Fall besser aus, als irgendwelche Industriegetränke.
Eine Option dabei ist ein Gemisch von Obst- und Gemüsesaft.
Dennoch – Wasser ist super wichtig!
Und der Verzehr der ganzen Frucht und des kompletten Gemüses ebenfalls!