Pommes statt Salat

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Es sind seltsame Thesen, die in den letzten Monaten über die Medien verbreitet werden.
Demnach soll „ein Blatt Salat nicht mehr Vitamine haben, als ein Taschentuch mit einem Glas Wasser“. Und eine Pommes Frites soll über deutlich mehr Nährstoffe verfügen,  als eben dieses Salatblatt.
Eine Currywurst überträfe auf jeden Fall auch den Ballaststoffgehalt eines solchen. Es gäbe keine Studie, die einen positiven Effekt belegen würde.
Überhaupt solle der Bürger seinen Ernährungsneigungen nachgehen und essen, worauf er Appetit hätte …!
In einer so renommierten Sendung wie Stern TV durfte Udo Pollmer kürzlich solche und andere unsägliche Aussagen vor einem Millionenpublikum machen. An den Folgetagen wurden diese Thesen auch noch unkommentiert in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.
Wer ist dieser Mann, dass er auch noch ein gewichtiges Forum erhält und das Volk derart verunsichern darf?
Udo Pollmer gilt als einer der Ernährungsexperten des Landes. Er ist Lebensmittelchemiker und hat einige Bücher zu dem Thema Ernährung geschrieben, die allseits viel Beachtung fanden.
Viele Ernährungsthesen, von denen heute die Rede ist, beleuchtete er kritisch und belegte diese Sicht mit vielen Studien und Veröffentlichungen.
Allerdings ist sein Fazit generell: „Esst, wonach Euch der Sinn steht, denn es gibt keine Ernährung, deren Richtigkeit wirklich bewiesen ist.“
Da hat der gute Mann im Prinzip Recht. Aber  würden wir seinen Empfehlungen wirklich folgen, wäre die Gesundheitslage der Bevölkerung noch bedenklicher, als sie das ohnehin heute schon ist.
Nach neuesten Studien sollen 70 Prozent (!!!) aller Erkrankungen ernährungsbedingt sein, zumindest soll für ihre Entstehung und Entwicklung die Ernährung eine wesentliche Rolle spielen.
Wir Trennköstler konnten in den Seminaren über 20 Jahre an weit über 100.000 Teilnehmern beobachten, dass es in allererster Linie die Ernährung war, die nicht nur das Übergewicht verursacht hatte, sondern auch erhöhte Cholesterin-, Zucker-, Blutfettwerte, dazu Rheuma, Gelenkprobleme, Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine ganze Reihe von anderen gesundheitlichen Problemen, die man allesamt als Zivilisationskrankheiten bezeichnet.
Wie sonst ist es zu erklären, dass sich bei grundsätzlich jedem der Anwender innerhalb kürzester Zeit eine Verbesserung seiner körperlichen und damit auch der seelischen Lage einstellt?
Und dabei geht es keineswegs alleine um die Trennkost. Vielmehr beinhaltet unser Verständnis von einer gesunden Ernährungsweise, dass deutlich weniger tierische Produkte, dafür Obst, Gemüse und Salat, sowie Soja und gute Öle verzehrt werden.
Wenn man Udo Pollmer, übergewichtig und schwer atmend im Fernsehsessel sitzen sieht, möchte man ihm zurufen: „Lass´ Dich von uns schlank und gesund machen! Die Salatblätter werden dir beweisen, was sie für dich tun können!“
Dabei sind nicht wir die Experten, sondern einfach nur dankbare Anwender.
Genannter Experte aber, der lässt sich vor Mac Donald mit einem fetten Big Mac in der Hand ablichten. Der Verdacht drängt sich auf, dass er dafür eine ordentliche Gage kassiert.
Wie sonst ist es zu erklären, dass er die Bürger auffordert, sich und die Kinder weiterhin ungesund zu ernähren, statt ihnen den Weg aus dem Überernährungs-Dilemma zu weisen?
Sie, liebe Leser aber fordern wir auf, einen so blühenden Unsinn nicht zu glauben. Vertrauen wir lieber auf unseren gesunden Menschenverstand und unseren Erfahrungen.
Pommes, Currywurst und Co. sollen nicht verboten sein. Aber keineswegs gehören sie auf unseren täglichen Speisenplan.
Wir erinnern Sie an den Fall Bill Clinton: erst vor zwei Jahren erlitt er einen Schlaganfall und es mussten ihm Beipässe eingesetzt werden. Der Grund für seine defekten Gefäße soll in seiner Vorliebe für Fastfood zu finden gewesen sein …
Besonders aber haben wir eine Sorgfaltpflicht unseren Kindern gegenüber. Ihnen das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung mit auf den Lebensweg zu geben muss höchstes Gebot sein.
Eine Warnung an uns alle ist, dass jedes fünfte Kind schon übergewichtig ist und jedes siebente Kind an Fettsucht leidet. Aus diesen Kindern werden kranke Erwachsene.
Wer in Sachen Ernährung deshalb nicht aufklärt, sondern sogar Entwarnung gibt für die Völlerei und quasi zum ungesunden Essen auffordert, macht sich mitschuldig an der fatalen Entwicklung, die die Volksgesundheit nimmt.
Lassen Sie sich nichts einreden! Genießen Sie weiter Ihre große Schüssel mit buntem Salat. Die Salatesser sind die Gesunden, nicht die Konsumenten von Currywurst. Dafür gibt es ja nun wirklich genug Beweise.
Sie selbst aber können täglich erleben, wie Ihr Wohlbefinden sich zum Positiven hin verändert, wenn Sie sich bewusst ernähren. Das alleine sollte Gradmesser für Ihre Entscheidung in Sachen Ernährung bleiben.
Selbsthilfeseminar und Ausbildungsangebote:
www.Ernaehrungsberaterausbildung.com
www.Schlankheitsurlaub.de