Mineralstoffe und ihre Aufgaben im menschlichen Körper

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Alle Welt redet immer nur von Vitaminen. Längst wissen wir, wie wichtig sie für die Gesundheit des menschlichen Körpers sind.
Wie aber sieht es mit den Mineralien aus, wofür werden sie gebraucht und wie können wir uns mit einer ausreichenden Menge versorgen?
- Für seine Erhaltung benötigt der Körper Wasser und Nährstoffe
- Die Grundnährstoffe sind Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate
- Die ergänzenden Stoffe sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Alle Nährstoffe zusammen sind zuständig für den Aufbau des Körpergewebes und liefern die Energie für alle Lebensvorgänge.
Die Mineralstoffe und Spurenelemente sind am Aufbau von Knochen, Zähnen, Bindegewebe, Zellen, Enzymen und Hormonen beteiligt. Aber auch die Produktion von Blut- und Muskelfarbstoff ist davon abhängig.


Mineralstoffe


Mineralstoffe kommen in der Natur hauptsächlich als Salze vor. Sobald diese Salze mit Flüssigkeit in Verbindung kommen, zerfallen sie in Ionen. Einen Stoff, der in Wasser zu Ionen wird, nennt man Elektrolyt.
Keine Nervenreizleitungen, keine Kraftanstrengungen, ja keine Muskelbewegung, erst recht keine sportlichen Höchstleistungen sind ohne Mineralstoffe möglich. Aber auch für jeden Denkprozess und jedes kreative Tun sind die Mineralstoffe unerlässlich.
Auch in unseren Verdauungssäften befinden sich Elektrolyt-Lösungen. Diese sind in den etwa neun Litern Verdauungssekreten enthalten, die in den Verdauungstrakt gebracht werden. Dieser Saft besteht aus ca. 1,5 Litern Speichel, 2,5 Litern Magensaft, 0,5 Litern Gallensaft, 0,7 Litern Bauchspeicheldrüsensekret und cirka drei Litern Darmsaft. Diese riesigen Mengen von Verdauungssäften enden in einem Kreislauf  und werden zum größten Teil wieder in den Körper zurückgeführt und gelangen nicht zur Ausscheidung.
Anders verhält es sich, wenn wir einen ungewöhnlichen Verlust von Verdauungssekreten durch Durchfall, Erbrechen, Schwitzen und dadurch einen Elektrolytverlust erleiden.
Dann müssen die verlorenen Mineralstoffe ersetzt werden, damit der Wasserhaushalt des Körpers konstant bleibt.
Um voll leistungsfähig zu sein, muss unser Körper ausreichend mit Mineralstoffen versorgt werden.


Erhöhter Mineralstoffgehalt besteht für:


Sportler, Schwangere, Schwerarbeiter, die in großer Hitze unter extremen Bedingungen tätig sind, Heranwachsende, Alternde, Zuckerkranke und andere chronisch Kranke.
Mineralstoffe werden vom menschlichen Körper auch dann in größeren Mengen als sonst benötigt, wenn man häufig gestresst ist, an Schlaflosigkeit, Nieren-, Magen- oder Darmkrankheiten leidet, oder sich in extremen Lebenssituationen befindet.


Mineralstoff-Gleichgewicht


Neben der entsprechenden Zufuhr über eine ausgewogene Nahrung ist es wichtig, exzessiven Alkoholkonsum, Abführmittel und drastische Schlankheitskuren zu vermeiden.
Nur ein gesunder Körper ist in der Lage, seinen Mineralstoffbedarf im Gleichgewicht zu halten.
Im Gegensatz zu dem Vitaminbedarf, dessen Zufuhr nicht genau festgelegt werden kann, ist der Mineralstoffbedarf bei einer bestimmten Menge „gesättigt“. Es ist daher wenig empfehlenswert, Mineralstoffe in zu hohen Mengen einzunehmen.


Mineralstoff-Verlust durch die Umwelt


Der heute weitaus geringere Gehalt an Mineralien und Spurenelementen als früher, hat seine Ursache unter anderem auch in dem „sauren Regen“. Dieser schadet nicht nur den Bäumen. Er trifft auch auf Gemüse-, Salat- und Getreidepflanzen.
Hunderttausende von Tonnen Schwefeldioxid werden Jahr für Jahr als Abgase über uns und unsere Anpflanzungen ausgeschüttet. Verbindet sich dieses Gas mit Wasser, das geschieht durch Regen, Tau und Nebel, entsteht Schwefelsäure.
Aus den Autoabgasen entsteht zusätzlich Salpetersäure. Beide Verbindungen sind unserer Gesundheit und den Pflanzen äußerst abträglich. Um die Auswirkungen des sauren Regens zu neutralisieren, bedienen sich die Pflanzen der im Boden vorhandenen Mineralstoffe, die sie eigentlich für ihr Wachstum benötigen und die beim Verzehr unserer Gesundheit dienen sollten.
In Bezug auf Mineralstoffe kommt es bei der Lebensmittelverarbeitung zu keinen nennenswerten Verlusten. Mineralstoffe sind in aller Regel hitze- und lichtstabil. Da sie in das Kochwasser übergehen, ist darauf zu achten, dass das Kochwasser von Gemüse und Kartoffeln mit verzehrt wird.
Wir handeln uns mit der Mineralunterversorgung neben der Übersäuerung unseres Körpers auch andere gesundheitliche Mängel ein.


Spurenelemente


Spurenelemente sind Mineralstoffe, die nur in winzigsten Mengen benötigt werden. Sie sind an den meisten biochemischen Prozessen im Organismus beteiligt. Sie sind äußerst leistungsfähig.
So genügt zum Beispiel schon ein einziges Mikrogramm (1/1000 von einem Milligramm, also 1 millionstes Gramm) Kobalt pro Tag, um das Vitamin B 12 ausreichend zu aktivieren, damit es die gesamte Eiweißproduktion des Körpers in Gang setzen kann.
Ohne Spurenelemente, die im Körper nur in winzigsten „Spuren“ vorhanden sind, wären wir unfähig, zu zeugen, zu wachsen, zu riechen, zu schmecken. Blut könne nicht gebildet werden. Das Immunsystem käme zum Erliegen, Giftstoffe würden nicht entsorgt, Wunden könnten nicht heilen. Frühgeburten und Missbildungen bei Babys wären die Regel.
Besonders wichtig sind auch einige Spurenelemente, die zur Bekämpfung der sogenannten Freien Radikalen fungieren. Auch gegen Strahlenbelastungen spielen sie eine positive Rolle.
Ein Mangel an den lebensnotwendigen Spurenelementen hat eine Störung der Vitalvorgänge im Körper zur Folge, die auch ohne andere äußerliche Belastungen spürbar sind.
Spurenelemente dürfen dem Körper wirklich nur in Spuren verabreicht werden. Sie können in  größeren Mengen durchaus auch toxische Wirkungen haben. Zu nennen wäre dabei zum Beispiel Mangan, das eine geringere Giftwirkung entfaltet, oder zum Beispiel Fluor und Selen, die in größeren Dosen stark giftig sind.
Hemmend und belastend wirken bei erhöhten Konzentrationen: Blei, Kadmium, Gold, Kobalt, Nickel, Platin, Quecksilber, Silber und Zinn.
Es lohnt also, sich einmal anzuschauen, welche Mineralstoffe und Spurenelemente in den Lebensmitteln enthalten sind, die wir täglich verzehren.
Ein Blutbild gibt Auskunft, wo es möglicherweise zu Defiziten gekommen ist.
Nicht selten kann eine kleine Gabe des fehlenden Minerals dafür Sorge tragen, dass gesundheitliche Beschwerden, deren Ursache unklar war, sich schlagartig bessern.


Auch hier gilt wieder die alte Volksregel: „Du bist, was Du isst!“