Abnehmen auf Dauer

Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Homöostase macht uns gerne einen Strich durch die Rechnung


Eines der wichtigsten Anliegen von Menschen, die ihr Gewicht reduzieren wollen ist, die soeben erworbene schlanke Figur auch zu  b e h a l t e n.
Erfahrungen mit dem sogenannten JoJo-Effekt hat jeder, der für lange oder kürzere Zeit eine Diät einhält. Und damit hat eigentlich auch jeder Erfolg. Erstmal! Kaum freut man sich, nun endlich das ersehnte Wunschgewicht erreicht zu haben, schon siedeln sich, erstmal unmerklich, dann immer rasanter, die Pfunde wieder auf Hüften, Po, Oberschenkel und Bauch.
Und das ist richtig frustrierend.
Mal für eine gewisse Zeit kleinere Portionen zu essen, ist schon schwierig genug. Aber wenn sich die soeben verabschiedeten Pfunde hurtig wieder einstellen, fragt man sich schon, weshalb man sich den Stress angetan hat. Und wie soll es weitergehen?
Sich mit den überzähligen Pfunden abfinden? Oder sich pausenlos auf einen Kampf einlassen, der doch nur ein Ergebnis hat: Gewichtszunahme?
Es ist wirklich super-schlimm, dass man ganz offensichtlich nach jeder Diät mehr zunimmt, als man gerade verloren hat.
Um aber anhaltende, oder wie man modernerweise gerne sagt „nachhaltige“ Schlankheit zu erreichen, ist es wichtig zu wissen, wie der Körper „tickt“, wie er funktioniert, re-agiert.
Und um Re-Aktion geht es. Und hier kann kluges Ernährungsmanagement, unterstützt von einigen einfachen Anwendungen den angestammten Stoffwechsel austricksen. Aber vorher wollen wir klären, was sich in unserem Körper, gesteuert vom Gehirn, abspielt:


Die „Trickkiste der Natur“ heißt Homöostase


Ein Steuermechanismus im Gehirn verhindert grundlegende Veränderungen des Körpergewichtes.
Wer hat sich nicht schon darüber gewundert: kaum waren überzählige Pfunde abgenommen, waren sie ruckzuck wieder drauf. Der Körper lässt sich eben nicht so leicht überlisten.
Eine Studie der New Yorker Rockefeller-Universität tritt dafür den Beweis an.
Geforscht wurde an zwei Gruppen. Darunter befanden sich Übergewichtige, aber auch Normalgewichtige:


1. Bei der ersten Gruppe wurden die Kalorien um circa zehn Prozent verringert. Zu beobachten war allerdings, dass sich der gemessene Energieverbrauch um fünfzehn bis zwanzig Prozent verminderte. Die Körper verbrauchten also weitaus weniger Energien, als ihnen zugeführt wurden, um die körpereigenen Fettreserven nicht angreifen zu müssen.
2. Bei der zweiten Gruppe war es genau umgekehrt. Eine Steigerung der Kalorienzufuhr führte zwar zu einer vorübergehenden Gewichtszunahme. Allerdings nicht in dem Maße, wie es von dem Mehr an Kalorien eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Die Körper steigerten dazu ihren Energieverbrauch.


Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Erhöhung bzw. Senkung des Energieverbrauchs durch eine Steuerung im Gehirn geregelt wird. Dort scheint das Maß für ein individuelles Grundgewicht gespeichert zu sein.
Das dürfte beweisen, dass jeder Mensch sein ureigenes Gewicht hat.
Gelegentliche Abweichungen werden wie von einem Steuergerät (Gehirnregion und Hormonausschüttungen) registriert und durch entsprechende Stoffwechselveränderungen wieder ausgeglichen.


Homöostase


Die Definition im Pschyrembel (klinisches Wörterbuch) dazu lautet:
Homöostase: Konstanz (Aufrechterhaltung) des sogenannten inneren Milieus des Körpers mit Hilfe von Regelsystemen mit dem Hypotalamus (Teil des Zwischenhirns) als übergeordnetem Zentrum. Damit Regelung der Körpertemperatur, des Kreislaufes, des pH-Wertes, des Wasser- und Elektrolythaushaltes, der Steuerung des Hormonhaushaltes u.a..


Gewohnheitsmuster lassen sich umschreiben


Man kann die Möglichkeiten eines solchen Regelkreises nicht genug bewundern. Unabhängig von äußeren Einflüssen kann sich ein System also geraume Zeit auf dem gewohnten Level halten, ohne Einbußen zu erleiden oder gar zusammenzubrechen.
Es braucht uns daher nicht zu erstaunen, dass unsere Diätbemühungen oftmals über viele Jahre hin, ohne positives Ergebnis bleiben. Schließlich vermag o.g. Steuersystem auch dafür zu sorgen, dass wir durch erhöhten Appetit und damit weiterem Kalorienkonsum, mühsam verlorene Pfunde rasch wieder zusetzen.
Hieße eine solche Erkenntnis nun auch, dass es ja völlig zwecklos sein müsse, eine entsprechende Veränderung anzustreben? Wenn die Natur sich doch bereits für uns festgelegt hat?
Die für uns in unserem Hirn gespeicherte, konstante Größe muss ganz und gar nicht ein Leben lang gelten. Halten wir uns doch einmal vor Augen, wie es zu der gespeicherten Kapazität gekommen ist: neben den genetischen Mitbringseln ist es doch in allererster Linie der „Faktor Gewohnheit“, aber auch die Anschauungen, die zu den erworbenen Prägungen beigetragen haben.
Aus Erfahrung wissen wir, dass sich nahezu jedes Programm in unserem Kopf auch wieder umschreiben lässt. Nur muss sich jeder von vornherein darüber im Klaren sein, dass er sich mit seinen Diätplänen, sollen sie ein Erfolg auf Dauer werden, auf eine lange Angelegenheit einlässt. Dann allerdings kann, bei entsprechender Geduld, damit gerechnet werden, das Ziel zu erreichen.


Die Umstellung der Ernährung ist also nur  e i n  Faktor


Dazu freilich ist es angesagt, die neuen Ernährungs-Erkenntnisse zu manifestieren. Alte Gewohnheiten müssen quasi durch neue Gewohnheiten ersetzt werden. Für die Möglichkeit einer tatsächlichen Änderung spricht, dass Menschen ihr Gewicht durch falsche Gewohnheiten schließlich nach oben hin verändert haben. Genauso lässt es sich auch nach unten hin einstellen.
Zum nachhaltigen Abnehmen ist viel Geduld nötig.
Schon gar nicht ist dann ein positives Ergebnis zu erwarten, wenn Menschen nach erfolgreicher Diät wieder zu ihren alten Essgewohnheiten zurückkehren. Dabei wäre dann vorprogrammiert, wie schnell der Körper mit Hilfe der Homöostase wieder zu seinem alten Gewicht zurückfindet. Erst wenn der Körper sich nach der Umstellung mehrerer Jahre auf den neuen Energieverbrauch eingestellt hat, ist ein längerfristiges Ergebnis zu erwarten.
Dann hingegen betrachtet der Körper diesen neuen Zustand als seinen Normal-Level, der nunmehr vor Veränderungen geschützt wird.
Aber dieses Austarieren, zu dem der Körper fähig ist, hat auch Vorteile. Selbst nach einem sehr üppigen Essen muss man nicht gleich Gewichtszunahme beklagen. Der Körper gleicht das einfach durch erhöhten Energieverbrauch aus. Wohlgemerkt nur dann, wenn die Völlerei nicht zum Dauerzustand wird.


Wie neue Gewohnheiten unterstützt werden können:


Konsequent neues Ernährungsprogramm einhalten


Dazu gehört auch das Berücksichtigen der Yin/Yang-Zuordnung der Nahrungsmittel. Es ist Fakt, dass die Yin-Nahrung Lust (und Sucht) auf mehr und mehr macht und Yang langanhaltend sättigt.


Affirmation, Mentaltraining, Visualisieren


Wir selbst bestimmen, was wir denken. Um Erfolg, in welcher Hinsicht auch immer, ist es wichtig, Gewissheit und eine ausschließlich positive Einstellung zu dem Plan oder Ziel zu trainieren. Das bildliche Vorstellen des erwünschten Zieles ist hilfreich.


Meridianklopfen


Mit Hilfe dieser Meridiantechnik ist es möglich, Zweifel, Gewohnheitsmuster und andere blockierende Mechanismen aufzulösen. Auch hier ist eine tägliche Einwirkung nötig.


Japanisches Heilströmen


Diese Meridiantechnik unterstützt Heilung und das optimale Funktionieren von Regelkreisen. Bei Übergewicht oder Esssucht, sind diese Mechanismen ja gestört. Auch hier: Tägliche Anwendung!


Bewegungsprogramm hilft


Zahlreiche Studien belegen, dass jede Art von Sucht, auch Esssucht, Raucherentwöhnung und Alkoholsucht leichter zu überwinden ist, wenn Sport getrieben wird.


Planen Sie ein Projekt


Wer Pläne hat, sich auf die Verwirklichung eines Wunsches freut und daran kontinuierlich arbeitet, füllt sein Leben sinnvoll mit spannenden Themen und kann dafür schädigende Gewohnheiten loslassen.
Wenn Sie selbst Betroffener sind und öfter schon mit dem Thema „auf Dauer abnehmen“ gehadert haben, planen Sie den nächsten Versuch klug und „ziehen Sie alle Register“, die Sie zur Unterstützung finden können. Besonders wichtig ist es, einen guten Ernährungsplan zu haben.
Und – beim nächsten Mal klappt es! FÜR IMMER!!!