Energiehaushalt eines Menschen


Ingrid Schlieske
Artikel aus dem BIOLINE-Magazin


Im menschlichen Organismus ist Energie in verschiedener Form anzutreffen. Sie liegt vor als:


- Chemische Energie in Nahrungsmitteln
- Biochemische Energie zwischen den Stoffwechselprozessen
- Wärmeenergie zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur
- Elektrische Energie bei der Übertragung von Nervenimpulsen und bei der Denkarbeit
- Mechanische Energie bei Muskelbewegungen


Der Energiebedarf eines Menschen, der allerdings nicht exakt in Zahlen gefasst werden kann, setzt sich zusammen aus dem:


1. Grundsatz – die Energiemenge, die für die Aufrechterhaltung der grundlegenden Lebensfunktionen in Ruhe benötigt wird.
2. Leistungsumsatz – umfasst die Energie für Muskeltätigkeit, Gehirntätigkeit, Wärmeregulation und Verdauungstätigkeit.


Energiegewinnung


In allen Zellen des Körpers findet bei Bedarf eine Energiegewinnung statt.
Energielieferanten unseres Körpers sind die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette.
Die Freisetzung der Nahrungsenergie geschieht vorwiegend durch die Zellatmung. Hierbei werden die Nährstoffe gewissermaßen mit Sauerstoff verbrannt.
Sinkt die Sauerstoffversorgung der Zellen, so wird der Prozess der Energiegewinnung gebremst. Die verfügbare Energie nimmt schnell ab, denn eine Speicherung ist in den Zellen nur begrenzt möglich. Müdigkeit, körperliche Trägheit, langsame Gedankengänge und schließlich das Absterben der Zellen sind die Folgen.


Der Energiestoffwechsel wird durch Hormone geregelt


Bieten wir unserem Körper mehr Energie in Form von Nährstoffen an, als im Moment verbraucht wird, so wird diese nicht vollständig zu körpereigenen Energie verarbeitet.
Es entstehen Zwischenprodukte, die zunächst nicht weiter verarbeitet werden können. Dies führt zur Übersäuerung der entsprechenden Zellen. Auf längere Sicht werden diese Zwischenprodukte zur Fettbildung herangezogen.


Als Resultat füllen sich die Fettzellen


Der Abbau dieser Reserven dient der Versorgung, wenn mehr Energie benötigt wird, als die Nahrung kurzfristig zur Verfügung stellt (z.B. bei längerer körperlicher Belastung).
Die häufigsten Fehler in der Ernährung im Hinblick auf den Energiestoffwechsel sind:
Zu hoher Verzehr von Fett und konzentrierten Kohlenhydraten (Weißmehlprodukte, ballaststoffarme Nahrungsmittel, Süßigkeiten).
Schnell verfügbare Energie (z.B. Energieriegel) wird erst Stunden später umgesetzt (z.B. durch Freizeitsport), weshalb sie zunächst als Depotfett gespeichert wird und zum größten Teil auch bleibt.
Vitalstoffarme Reduktionskost schaltet den Körper auf Sparflamme, da sie wohl kalorien- als auch vitalstoffreduziert ist.
Sauerstoffversorgung des Organismus ist nicht sicher gestellt, wodurch der Umsatz der Energielieferanten unvollständig erfolgt.
Um langfristig schlank, gesund und fit zu sein und zu bleiben, reicht es also keineswegs, seine Kalorien zu zählen und abzunehmen.


Fälschlicherweise wird SCHLANK immer wieder als GESUND angesehen


Das aber ist ein Irrtum.
Denken wir zum Beispiel nur an den sportlichen und schlanken Bill Clinton der sich vor wenigen Jahren erst einer Bypass-Operation unterziehen musste und auch kürzlich noch eine Herz-OP überstand.
Den schlechten Zustand seiner Gefäße schrieb er einer einseitigen, bevorzugt Fastfood-Ernährung zu.
Der Körper benötigt zur Pflege aller seiner Organe und Systeme den richtigen „Betriebsstoff“.
Nur mit einer ausgewogenen, klug zusammengestellten Ernährung ist es möglich ihn mit den passenden Nährstoffen zu versorgen.
Aber auch Bewegung hält den Energiestoffwechsel „auf Trab“.
Wer vital durchs Leben gehen will, geistig und körperlich fit bleiben will, sollte den Bedarf seines Energiehaushaltes entsprechend berücksichtigen.