Für immer jung?

Artikel von Heilpraktikerin Sabine Rufecker Hoster
Östrogen - Wunder-Hormone gegen Herzinfarktrisiko, Wechseljahrsbeschwerden und für stabilere Knochen?

 

Bei diversen Gesundheitsrisiken sollen Hormone angeblich die Lösung sein. Darunter fallen der drohende Herzinfarkt, Hitzewallungen, Depressionen, ewiges Müdesein, Unternehmensunlust, Gelenkbeschwerden, brüchige Knochen, Knitterfältchen in der Haut, veränderter Körpergeruch und viele andere Beschwerden, die in den Wechseljahren das Leben so schwer machen. Ja Östrogene sollen sogar der Alzheimerschen Krankheit vorbeugen.

Dafür bringen sie angeblich: Lust am Leben, an der Liebe, einen knackiger Körper, straffe Haut, bessere Denkleistung, einen elastischen Gang und Knochengesundheit.
Und das ganze Geheimnis der Jugend soll nur mit den Hormonen zusammenhängen? Der tägliche Griff zur kleinen Pille, eine winzige, regelmäßige Dosis Östrogene sollen genügen, um die schwindende Jugend aufzuhalten und sie womöglich gewissermaßen zu bewahren?

 

Wo aber sind sie, die alterslos Schönen, die nahezu Gesunden, die dank der Hormongaben ihrer Ärzte der Natur ein Schnippchen geschlagen haben und dem drohenden Verfall, dem wir normalerweise ausgeliefert sind, entgehen? Niemand hat sie offenbar je gesehen.

In meiner Praxis bin ich vielen Patienten begegnet, die seit vielen Jahren ihre Hormon-Pillen schluckten. Ich konnte nicht finden, dass ihre Gesundheit oder ihre Beschwerden sich wesentlich von denen der Patienten unterschied, die keine Hormone einnahmen.
Nach wissenschaftlichen Erhebungen nämlich scheint der Nutzen der Hormontherapie keinesfalls erwiesen. Jedenfalls gibt es nach meinem Dafürhalten andere, völlig nebenwirkungsfreie Methoden, um Hitzewallungen und andere Wechseljahrsbeschwerden dauerhaft "in den Griff" zu bekommen. Der Verzehr von Soja, Sojaprodukten und die Anwendung der Meridian-Energie-Techniken  können dafür eine positive Rolle spielen.
Auch Knochengesundheit ist auf wesentlich effektivere Weise zu bewahren oder sogar wieder zu erreichen.

Sprechen wir an dieser Stelle jedoch unbedingt von den Gefahren, die mit der Anwendung der Hormon-Ersatz- Therapie verbunden sind.
Erschreckend ist es geradezu, dass die Frauenärzte, denn sie sind ja in den allermeisten Fällen die Befürworter dieser Medikation, ihre Patientinnen zum Teil gar nicht, zum Teil nur unzureichend über die möglichen Nebenwirkungen und Folgen einer langfristigen Einnahme von Hormonen aufklären.

  • Wo schon ist zu hören. daß nahezu ein Achtel aller Brustkrebserkrankungen, die zwischen dem 40. und dem 79. Lebensjahr bei Patientinnen auftreten, wahrscheinlich auf das Konto von Hormongaben zurückzuführen ist?
  • Noch schockierender ist die Lage bei Gebärmutterkarzinomen. Hier sollen sogar ein Drittel der aufgetretenen Tumoren der Hormontherapie angelastet werden können.

Beide Angaben sind Ergebnisse einer Studie, die Professor Gneiser, der Leiter des Bremer Institutes für Präventivforschung und Sozialmedizin, die er zusammen mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK in Bonn kürzlich erstellt hatte.
Diesen Aussagen liegen folgende Datenquellen zugrunde

  •  Verschreibungszahlen aus dem AOK-Bundesverband
  •  Saarländisches Krebsregister
  •  Die 1995 publizierte Studie der Nurses Health Study (NEJM 2000;332: 1589) über erhöhtes Brustkrebs-Risiko

Angeblich würde das Krebsrisiko sich jedoch nur bei den Frauen verzehnfachen (!), die reines Östrogen einnähmen. Dieses Risiko wäre jedoch eliminiert, wenn das Hormon Gestagen beigefügt wäre. Die Bestätigung dieser Behauptung allerdings fand Gneiser in seinen eigenen Erhebungen nicht. Eine solche Gefahr gäbe es beim Konsum von Sojaprodukten nicht, im Gegenteil, sollen die darin enthaltenen östrogenähnlichen Substanzen krebsvorbeugend wirken.
Nach seiner Berechnung sind es in Deutschland etwa 4,6 Millionen Frauen, die Hormonpräparate nehmen würden. In der Altersgruppe von 40 bis 60 Jahren sogar jede zweite Frau. Die meisten dieser Patientinnen jedoch setzen nach einigen Monaten oder Jahren die regelmäßige Einnahme von Hormonen wieder ab. Bedenklich nur ist die noch immer verbleibende große Zahl der Frauen, die über viele Jahre hinweg, oftmals sogar ihr ganzes Leben lang, an dieser Therapie festhielten.
Eigentlich gibt es für Östrogene nur eine einzige recht sicher belegte Indikation - sie lindern Wechseljahrsbeschwerden.