Man kehre vor der eigenen Tür....

„... wer von uns ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“
So hat es einst Jesus gesagt und genauso sollten wir es auch heute noch halten. An dieser Stelle vermeide ich es eigentlich, politisch zu werden – außer, das Herz läuft mir über, oder die Galle. Zur Zeit ist es wohl eher Letzteres, was mir zu schaffen macht. Alle Welt diskutiert über die Verfehlungen des Herrn von und zu Guttenberg. Das gesunde Volksempfinden hat ihm seine „Verfehlungen“ längst verziehen. Seine Feinde und dazu gehören außer der Oppositionsmeute, die den noblen Herrn jagt und endlich Anlass erschnüffelt, um ihn an die Wand zu nageln, auch allerlei Neider des noblen Herren. Was hat er denn schon großartiges verbrochen?

Von Gesetzes wegen ist es doch durchaus statthaft, sich diverser wissenschaftlicher Quellen und Studien zu bedienen, wenn man sie denn in Fußnoten benennt. Guttenberg hat tatsächlich über 1300 solcher Fußnoten gesetzt. Es hätte seiner Dissertation  nicht zum Nachteil gereicht, wenn er auch die Texte mit den Quellangaben versehen hätte, die nun heute das statthafte Maß angeblich deutlich  übertrifft.
Mein Gott – bei einer so umfangreichen Arbeit sind die Angaben vielleicht einfach verschlampt worden und Grenzen wurden nicht eingehalten. Vielleicht hat der Doktorand ihre Wichtigkeit auch unterschätzt. Was weiß ich. Auch interessiert es nicht sonderlich, was der Grund für ein solches Versehen ist.
Unverzeihlich? Von Rücktrittsforderungen ist die Rede? Ja, wo sind wir denn? Meine Mutter pflegte immer zu sagen: „Jeder hat im Keller eine Leiche!“.
Ja und unser Politiker sind gewiss nicht davon ausgenommen. Nur manchen gelingt es besser, ihre „schmutzige Wäsche“ zu verbergen. Ist es zum Beispiel nicht viel unmoralischer, vielleicht sogar verwerflich, wenn ein bayrischer Politiker, der die christlichen Werte auf seine Fahnen schreibt, in seiner Zweitwohnung in Berlin eine Geliebte hält, mit ihr ein Kind zeugte und aus Karrieregründen zu Frau und Kindern zurückeilt, als der Skandal ruchbar wird?
Skandale und Skandälchen hat es immer gegeben. So hat man Willy Brandt (-Wein) zahllose Frauengeschichten nachgesagt und unser ehemaliger Gerhard Schröder hat mehrere Ehefrauen  verschlissen, um dann nach seiner Kanzlerschaft in der Industrie die große Kohle zu machen. Franz Joseph Strauß, Helmuth Kohl und viele andere Kandidaten haben Westen, die von schneeweiß weit entfernt sind.
Ich wünsche mir Karl Theodor zu Guttenberg auf der Regierungsbank. Genauso hätte ich mir einen idealen Außenminister gewünscht, der vielsprachig mit untadeligen Manieren unser Land repräsentiert. Statt dessen haben wir uns abfinden müssen mit Joschka Fischer, der eine 68-er-Vergangenheit hat, die so gewaltlos nicht gewesen sein soll. Ja und in meinem Sinn ist es auch nicht, dass Westerwelle nun allen Nationen triumphierend verkündet: „ ... ich bin schwul – und das ist auch gut so.“
Nee, das wäre dem Baron nicht passiert. Er hätte eine weitaus bessere Figur gemacht. Und er machte einen guten Job.
Also hebe bitte nur der den Stein auf, der es sich leisten kann.
Herzlichst,
Ingrid Schlieske, Vegetarischer Onlineshop 

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