Kohlenhydratfalle und ihre Folgen

Viele Jahrzehnte galt das Frühstück als die wichtige Grundlage für den ganzen Tag. Es sollte üppig sein und Kraft spenden für die schwere Arbeit, die es zu erledigen galt. Entsprechend kohlenhydrat- und fettreich fiel so ein Frühstück aus.

Vorsicht -  Frühstück!!
Da gab es Brot und Brötchen, ordentlich Käse oder Wurst, dazu einen starken Kaffee, womöglich mit Zucker oder dicker, kalorienreicher Kakao.
Für unsere Vorfahren mag ein solches Frühstück sinnvoll gewesen sein. Denn sie verrichteten schwere körperliche Arbeit. Die mächtigen Kohlenhydratportionen verwandeln sich unter körperlicher Anstrengung in Muskeln. Ganz genauso verhält es sich bei Hochleistungssportlern. Diese  b r a u c h e n  Kartoffeln, Nudeln, Brot, um die, für ihren Sport nötige Muskelmasse aufzubauen.
Bei uns bewegungslosen Mitteleuropäern allerdings wird aus diesen Kohlenhydraten eher das berüchtigte „Hüftgold“, das sich als Übergewicht unseren Körpern anlagert und krank macht.

Zuviel konzentrierte Kohlenhydrate machen müde
Für uns Bürger, die vorwiegend sitzenden Tätigkeiten nachgehen, wirken die morgendlich vertilgten Brotportionen auch noch in anderer Hinsicht fatal. Morgens nämlich wird das Essverhalten für den ganzen Tag programmiert.
Wer den Tag mit den konzentrierten Kohlenhydraten beginnt, der will schon mittags wieder am liebsten Nudeln, Kartoffeln oder Reis. Eine Pizza oder ein Hamburger täten es auch

Die Folge?
Am frühen Nachmittag dann kommt es zu der berüchtigten Tagesmüdigkeit, deren man sich kaum erwehren kann. Das Denken und Handeln fällt in dieser Phase dann schwerer, man kann sich kaum aufraffen, den wartenden Pflichten nachzukommen. Und ganz genauso geht es den Kindern, die morgens das gewohnte „nahrhafte“ Frühstück konsumiert hatten und dann noch einen ordentlichen Schwung Pausenbrote den Vormittag über zu sich nehmen. Ein Apfel stellt dann meistens die einzige Vitaminquelle dar. So ist es nicht verwunderlich, wenn sie sich nicht ausreichend konzentrieren können, ihre schulischen Leistungen nachlassen.

Frühstück nach dem Trennkostprinzip
Der Tag sollte besser mit einer basenbildenden Mahlzeit beginnen. Nach Dr. Hay besteht diese bevorzugt aus einem Milchprodukt mit saurem Obst. Aber auch Obst pur ist ein guter Tagesanfang. So gestärkt, ist man mit Energie versehen, bleibt frisch und munter den gesamten Tag über und kann sich bewusst für gesundes Essen entscheiden, ohne dass man der (vorprogrammierten) Kohlenhydratsucht erliegt.

Auch ich, Ingrid Schlieske, tappte in die Falle
Über 25 Jahren habe ich in meinem Seminarhaus Hoher Vogelsberg trennköstlich und vegetarisch bewirtet. Seit Anfang 2007 aber fanden dort auch Schulungen statt, die neun Tage lang dauern. Dabei ging es in der Regel um Meridian-Energie-Therapien.
Es fällt auf, dass diejenigen Teilnehmer, die sich mit dem Thema Ernährung noch nicht auseinandergesetzt hatten, bemängelten, dass es in dem Seminarhaus bei den Mahlzeiten nur gelegentlich Brot aus Getreide gab. Das führte zu Kritik und auch kleinen Protesten.
Das Bewirtungsteam und auch die Dozenten des Hauses beschlossen, den Gästen entgegenzukommen und das zu servieren, was ihren Gewohnheiten entsprach. Also begannen wir damit, neben dem obligatorischen Trennkostfrühstück, auch ein Kohlenhydratbuffet aufbauen.
„Wir können ja nicht entscheiden, wie sich unsere Gäste ernähren. Wir haben hier keine Erziehungsfunktion“, so argumentierten wir untereinander.

Gesagt, getan, es gab ab dem Zeitpunkt reichlich von dem, was ein übliches Hotelfrühstück ausmacht. Und die Seminarteilnehmer futterten, was das Zeug hielt. Nicht etwa Kohlenhydratfrühstück  o d e r  Trennkostfrühstück, sondern üppig von beidem.

Hunger und Appetit lassen sich programmieren
Wenn ein deftiges oder süßes Kohlenhydratfrühstück den Tag einläutet, sind die Suchtmechanismen in Gehirn und Körper angesprochen. Und die wollen bedient werden. Also wird dann auch mittags viel mehr gegessen, als es dem Wohlbefinden zuträglich wäre. Dieses Verhalten setzt sich den ganzen Tag über fort. Unkontrolliertes Essverhalten bestimmt nun den Speiseplan.
Diese Mechanismen aber lassen sich durchaus auch positiv beeinflussen, wenn die erste Mahlzeit des Tages mit kluger Überlegung gewählt wird und die Energiereserven des Körpers auffüllt, statt sie zu dezimieren.

Schlapp und müde …
Zuviel Nahrung mit konzentrierten Kohlenhydraten, womöglich vermischt konsumiert, mit Wurst, Eiern, Schinken, Käse, wirkt stark säurebildend und bedarf eines aufwändigen Verdauungsprozesses. Aus beiden Gründen ist Müdigkeit und Unternehmungsunlust die Folge.
Im Seminarhaus Hoher Vogelsberg war schon nach zwei Tagen der Abkehr von den Trennkost-Ernährungsprinzipien erkennbar, wie es um die Aufnahmefähigkeit der Lernenden bestellt war. Die Belastbarkeit nahm von Tag zu Tag ab. Nur mit äußerster Willensanstrengung gelang es den Teilnehmern, ihre Konzentrationsfähigkeit noch über den Nachmittag hinweg zu retten.
Bei den nächsten Seminaren wiederholten sich solche Erfahrungen.

Zurück zu den Wurzeln
Seminare, besonders, wenn sie einige Tage dauern, sind in der Regel anstrengend. Dennoch hatten die Teilnehmer der Veranstaltungen im Seminarhaus Hoher Vogelsberg jahrelang immer bestätigt, dass die sonst übliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit ausgeblieben war. Natürlich sind die energetischen Themen, die das Lehrprogramm ausmachen, auch Ursache dafür. Der wichtigste Grund aber lag mit Sicherheit in der basenüberschüssigen Bewirtung, die immer als besonders lecker gelobt wurde, wenngleich es eben nur gelegentlich Brot gab. Erst ein Vorbereitungskursus für die Heilpraktiker für Psychotherapie brachte mich zurück zu meiner ursprünglichen Überzeugung, zur konsequenten Bewirtung mit trennköstlich zusammengestellten Mahlzeiten. Und das, weil erfahrene Teilnehmer sich geschlossen dafür einsetzten.

„Wir sind hier zusammengekommen, um zu lernen, dafür brauchen wir unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit. Wir können es uns nicht leisten, diese wegen unserer Brotsucht aufs Spiel zu setzen. Denn, wenn Brot da ist, wird es (leider) auch viel davon gegessen!“
Dann ist es kein Wunder, wenn Kursteilnehmer in den Stühlen hängen, wie ein „Schluck Wasser in der Kurve.“

Kleinmütig?
Wie konnte es passieren, dass eine jahrelang von mir gepflegte Traditionen trotz besseren Wissens einfach umgeworfen wurden? Genau diese Frage stellten wir uns damals Schließlich ist es ein Anliegen, Therapeuten und auch Selbstanwender  a u c h  von einer sinnvollen Ernährungsweise zu überzeugen.
Es wird also von mir jetzt wieder bewirtet, wie es den guten Erfahrungen und den Vorgaben der Trennkost entspricht.
Zu dem Apfel-Fitness-Müsli ohne Getreide und viel Obst, gibt es zum Frühstück nun noch Eiweißbrötchen ohne Mehl mit etwas Käse, Tomaten, Quark, Birnendicksaft oder Honig. Dazu stehen frisch geschnittene Karotten, Radieschen, Kohlrabi oder Paprikaschoten auf dem Buffet, damit die Teilnehmer sich ausreichend basisch „konditionieren“ können.

Aufmerksame Schüler
Aber auch die Ernährung unseres Nachwuchses bedarf einer dringenden Reform. Am Verhalten und an der Lernfähigkeit der Kinder nämlich ist oftmals abzulesen, ob Fastfood ihren Speisenplan bestimmt, oder ob sie mit viel Obst, Gemüse und Salat ernährt werden. Bereits nach kurzer Zeit der Ernährungsumstellung ist erkennbar, welchen segenreichen Einfluss die  r  i c h t i g e n  Lebensmittel auf die Befindlichkeit von Kindern und Jugendlichen haben können.

Längst ist bewiesen: Fastfood macht dumm. Aber auch ein Zuviel an Nudeln, Brot, Pommes und Co. sind Saboteure einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen